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Rheinisches Wörterbuch 
 
Futter bis Futterhausten (Bd. 2, Sp. 951 bis 953)
 
  NRhWB Futter Rhfrk uNahe, Simm fūrə [-ou- westl. ausschl. Kreuzn-Sobernh, einschl. Burgsponh Allenf bis zum WRande des Soon], sonst fūrər, –ou-, –d-; Mosfrk -ū:d-, -ō:d- [Merz -o·u.d-]; Rip -ō:d-; SNfrk vō:r, -ō·ə.- [vowər, –o·.-, –ǫ·.-, vū·ə.r, siehe Bruder]; Klevld fūr Sg. t. n.: 1.a. die Nahrung des Viehs, insbes. Heu, Klee, Häcksel, mit gemahlenen Runkelrüben vermischt; Vieh-, Kih-, Peərts-, Gesse-, Schwengs-, Huhnerf. Bitb, Allg.; grön F. (Grönts) Gras, Klee; söss F. süsses Heu; sur F. das im Sumpfe gewachsen ist; falsch F. das nicht auf redliche Weise das Vieh fett macht, z. B. Menschen- u. Tierkot für Schweine, Tierkadaver, z. B. Salamander; drüg F. (Trockenf.) git fette Melch Rip, Allg.; kört (kurz) F. Hafer, Mehl, Kleie, im Gegens. zu rauh F. Heu, Stroh; he hält völ van kört F. ist für gutes Essen u. Trinken Mörs. — En't F. gohn Gras oder Klee holen gehen; F. holen; (et) F. machen, schneiden Allg. Isbahn schloəhn met Fuərschniən auf einem Beine, indem man das andere hebt u. senkt wie bei der Häckselmaschine Gummb-Berghsn. — Dat Steck leit em F. es dient als Wiese, sonst als Feld Prüm-Burb. — E F. Heu die gewöhnliche Portion für eine Kuh Aach-Walh; e Foər Haver, et Föərke Portion Hafer für das Pferd SNfrk. — De Koh verunnotzt mih F., als se wert es Zell-Briedel; se verorzt et F. Simm-Ebschd; se uərzelt et F. Prüm-Burb; se wohlt em F. Merz. — RA.: E F. beiholle ärmt net auch übertr. sich irgend etwas schenken lassen, holen, insbes. Lebensmittel, macht nicht arm MGladb-Giesenk. Et F. wesst (wächst) (de Bure) no gen Mull erene es steht besonders gut Eup. Et F. es schlech geroden; da moss me widder de Koh met dem Sterz an de Trog benge Wippf-Loope. F., dat em Drüge gewasse es, git mih Melch, als dat en de Nätzde gewasse es Dür. Et Föərke mott de Kar trecke (net de Schmeck) SNfrk. Ordnong em Hus un Stall es half F. Neuw-Bonef; gut butze es half F. Klev-Warbeyen, Rees. Et as net gerode, wann de Krepp dem F. muss nolofen das Mädchen darf seine Heiratslust nicht verraten WBitb. Danzen em März (Lichtmess) de Möcken om Mes, dann verschless et F. en der Kes Rip, — soll mer et F. sperren ean de K. Mosfrk. Uf der Heh wachst der Klee, F. vor mei Geilche; wann mei Vater in't Wertshaus geht, micht mei Mutter e schepp Meilche; wann se

[Bd. 2, Sp. 952]
awer Kaffi drinkt, lacht se wie en Distelfink Simm-Schlierschd. Perer (Peter), wo stehr er? Em Stall. Wat dour (tut) er? Er git de Geile iəhr F. Wat noch? Er botzt der Kouh et Loch Birkf. — b. verächtl. oder scherzh. Nahrung der Menschen; dat ös jo en F., dat kann ken Sau fresse Rip, Allg.; si Förche mache tüchtig essen Aach-Merkst; hej löst sin F. ist kein Kostverächter Mörs, Rees; das es (so) sei F. das liebt er Saarbr; dat es et rechte F. für en das passt gerade in seinen Sinn Allg.; dat as seines F. Bitb, uSaar; de es got em F. gut genährt Rip, Allg.; enen knapps am (im) F. halen schlecht nähren Bitb; de hat F. in de Maue (Ärmeln) Stärke Mörs-Repelen; der hat et letscht F. en der Räf (Raufe) für den gibt es keine Hoffnung mehr Saarl-Bous, Saarbr-GrRosseln; e Födderche falle losse durchgehechelt werden Eusk-Dirmerzh; dem geht och noch en Fürke af er gibt eine gute Stelle mutwillig auf Kref; dem moss mer e Föderche aftrecke (-zege, –duəh Aach) Rip, Allg. — c. Spreu, die beim Wannen mit der Windfoche aus der Frucht geblasen wird Trier, Wittl, Bitb. — d. bongk (buntes) F. Suppe aus Möhren, Kartoffeln, Bohnen Kemp. — 2.a. das Zeug, womit die innere Seite eines Kleidungsstückes versehen (gefüttert) ist, Rockf. meist F.duch. RA.: De hat et F. oəve louss er ist verrückt Aach-Walh, Kref-Linn. Do häs mih Gedresse en der Botz wie F. Köln. — Worom kann e Perd kä Schneirer wäre? Et fresst det F. Bernk-Bruchw. — b. Futteral Simm, meist Kammf. Allg. — c. der an Türen (u. Fenstern) die Dicke der Mauer umkleidende Holzteil LRip.

Ab- futter: das Schlussfutter, meist trocken (Heu), für die Rinder Malm-Bütgenb.

 PfWB Ge-fütter -fīrər Simm n.: Futter fürs Vieh.

Futter-back SNfrk, Klevld m.: -trog. Futter-bank Gummb-Berghsn, Altk, Trier-Langsur, Bitb-NWeis f.: der Behälter der Häckselbank, in den das zu schneidende Futter kommt. Futter-benne -bęn Klevld f.: Korb für das Viehfutter. NRhWB Futter-bett Trier, Wittl, Bitb n.: das mit Spreu, Howerfoder 1 c gefüllte Unterbett, auf dem Strohsack liegend. Futter-birne -bīər Altk-Hamm f.: B.sorte. Futter-blech Kreuzn-Bretzenh m.: -schöpfe. Futter-brett Aach n.: Br. am Taubenschlag, auch Däl genannt. Futter-bühne -bȳən Gummb f.: Raum, wo Heu u. Stroh als Mischfutter liegt u. auf der Häckselbank geschnitten wird. PfWB Futter-bütte (s. S.) Allg. f.: B., in der das Futter für das Rindvieh aufgeweicht wird. Futter-bürde (s. S.) Allg. f.: B. Gras, Klee. NRhWB Futter-däle -dęl, –ē-, –- Berg, Mörs f.: -gang im Stalle vor den Trögen. Futter-decke -dęk Wend-OReichenb f.: Grastuch. Futter-düppen Verbr. n.: -bütte. PfWB Futter-ecke -ęk Zell-Pünderich f.: Raum in der Scheune, wo das Futter

[Bd. 2, Sp. 953]
lagert. PfWB Futter-eimer (s. S.) Allg. m.: E., in dem dem Vieh das Futter gereicht wird. NRhWB  PfWB  ElsWB Futter-gang -gāŋk Bitb m.: G. im Stall zwischen den Viehreihen quer durch den St. oder hinter den Krippen. Futter-greife -grf Bernk-Merschd f.: Gabel, mit der Gras oder Heu durch das F.loch zwischen Scheune u. Stall in die Räufe gesteckt wird. PfWB  PfWB Futter-hafen -āw- Ottw m.: -düppen. PfWB  PfWB Futter-hafer Monsch f.: H. zum Verfüttern. futter-haft Sieg-Ittenb Adj.: de Koh es net f. das Futter schlägt bei ihr nicht an. PfWB Futter-haufen Saarbr-Ritterstr m.: Heuhaufen auf der Wiese. NRhWB  PfWB Futter-haus n.: 1. -hę·i.sχə Raum in der Nebentenne der Scheune für Futter Bitb, Goar-Salzig; fō:də Eusk-OGartzem. — 2. vō:rəs, –ū:- Vorraum zum Stall, bes. Pferdestall, der Eren (rechts u. links davon die Ställe, rechts Kuh-, links Pferdestall) mit F.vorrat für den betreffenden Tag; die Tiere standen so, dass ihnen von hier aus das Futter sogleich in die Tröge geworfen werden konnte(veralt.). MGladb, Kref, Düss, Mörs; in der Furhauskammer über diesem F. schläft der Knecht Kemp-UWeiden. Futter-hausten Saarl-Ittersd m.: Heuhaufen auf der Wiese.