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Rheinisches Wörterbuch 
 
Furcht bis Fürkelszange (Bd. 2, Sp. 916 bis 919)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB Furcht Rhfrk uNahe fǫăχt; Hunsr, Saar fōrĭχt, –ūə-; WEif fūərĭχt; sonst furəχ, –o- Sg. t. f.: wie nhd.; doch im Rip, Nfrk wenig geläufig; dafür Angst, u. auch Rhfrk fast nur in der Wend.: E hennt kä F.; dazu Wend. nach dem Nhd.: En der F. des Herrn sein Trier-Stdt; he hät en en de F. Rip. RA.: Die F. moss de Wald hede Birkf, Saarbr-Sulzb, Schleid-Dreiborn; de F. hit de Bösch mih wie de Feschter Bitb.

furcht-bar [furχtərbāər (veralt.) Waldbr] Adj.: nach dem Nhd. allg. in Gebrauch, bes. zur Steigerung dienend; enen f.ən Honger, f. hess usf. furcht-sam -səm Bitb Adj.: wie nhd.

fürchten nur Rhfrk, Mosfrk; uNahe fęăχdə; Hunsr fērĭχdə; Saar, Kobl, Neuw fęrχdə [Mosfrk mehr graulen; Rip, Nfrk bang sen]; WBitb, Prüm fērtən, –- schw.: wie nhd. RA.: Er fiərcht sich wie e Spetzbu (Spitzbube)

[Bd. 2, Sp. 917]
Birkf. Ein hässliches Kind as gut, fir de aner Kanner f. ze duhn. Et Wasser f. sich nicht gerne waschen Bitb. De fircht sich net vor'm Deiwel aus der Hell, — on wenn de D. of Stelze kommt Saar. E fercht ebbes we de Geiss et Messer Saarl-Differten. Wen sech fert fir de Aprelssonn, den bleift de ganze Summer en Nonn Prüm-Ringhuschd. — Doch auch in diesen RA. wird meist graueln gebraucht.

ver-furchten -o- Saarl-Berus: furchtsam, ängstlich.

 PfWB Fürcht-arsch fērtă Bitb m.: Hasenfuss.

fürchterig fērtəriχ ebd. Adj.: furchtsam.fürchter-lich Adj.: nach dem Nhd. wohl im Gebrauch.

Fürchtert fērtərt WBitb; -- Malm-Dürler; Pl. -dən m.: furchtsamer Mensch.

Fürdel I = Iltis s. Fürn; Fürdel II = Pflugwendestelle s. Teil.
 
 
Fureckersche fū·ă.rgĭ Bitb-Speicher; fū:ręgər Trier-Stdt, Wittl-Eisenschmidt, Saarl-Ensd; fu·r.- Daun-Meisbg; fi·r.ēkĭχ Trier-Mehring; Pl. -ən f.: 1. Marktfrau, Höckerin; zu frz. foire Jahrmarkt. — 2. übertr. streitsüchtiges, geriebenes Weib; auch fū:rhęgs Trier-Stdt, Saarl-Berus (u. fū:rags).

Furei = Futterkammer s. Futterei.
 
 
Fürgel -ø·r.j-, Pl. -ələ Kobl-Winning f.: Gabel am Vorderwagen zur Aufnahme der Deichsel. S. Fürkel.
 
 
furgeln -u·r.j- Daun, Aden schw.: nicht voranarbeiten, an etwas künsteln, herumarbeiten, heremf.; nau hoste lang gefurgelt, un de Stiel passt noch net on den Hommer. — Abl.: die Furgel(er)ei, dat Gefurgels, der Furgeler, sich zerf.
 
 
 NRhWB Furi fūrī  Sg. t. f., n.: 1.a. Zorn; en aner F. Westerw. — b. Ausgelassenheit, Hallo; wat hat ihr e F.; dat wor e F.! Trier, Bernk. — c. das Durcheinander Bernk-Maring. — d. en as ganz aus em F. eraus aus der gewohnten Weise, ausgeartet Trier-Mehring. — 2. aufgeregte Person Westerw; -ur- MüEif.

Fürkatze = Iltis s. Fürn.
 
 
 NRhWB Furke n. Mos allg., u. zwar Eif furək [Trier, Bitb, Wittl -ū-]; Rip -u-, –o-, letzteres bes. LRip [Köln daneben auch -ǫ-] u. SNfrk; furkə Berg ö. der Ürd.-L.; n. Ruhr fǫrək; Klevld einschliessl. NGeld, NMörs --; Pl. -kə(n) f.: 1. Gabelung bei Baumästen u. Zweigen, gegabelter Ast oder Stamm; de Krohn (Krähe) hät ir Nes en die F. gebaut Rip, Allg. — 2. zweizinkige Holzgabel, natürlich entstanden (Ast mit Nebenast oder Stamm mit Ast). a. als Stiel, Handhabe zu Geräten. α. Rechenstiel, Reche-, Härkef. Allg. — β. Teil der Häckselbank Düss-Ld. — γ. Gabel am Spinnrad Mörs-Wallach. — δ. ein dem Rind um den

[Bd. 2, Sp. 918]
Hals gelegtes dreieckiges Gestell, welches hindert, dass das Tier in der Weide durch die Drähte geht Mörs-Hammerbr, Rees. — b. ohne alle weitere Bearbeitung, dienend α. zum Auflockern u. Wenden des schon z. T. ausgedroschenen Getreides oder zum Abheben des langen Strohes, als Schüttgabel, daher auch Schöttf.; auch zum Aufladen der Garben Allg. — β. zum Wenden des Heues, Heuf. Allg. — γ. zum Bearbeiten der Pferdestreu, Strauf. Bergh-Hüchelhv. — δ. zum Hinunternehmen des geräucherten Fleisches von der Meck (s. d.) Aach; Stange mit Gabel zum Fischfangen Wesel. — ε. Gabel bei der Kinderschleuder Allg. — c. aus Eisen α. zweizinkige Mistgabel, Mesf. Schleid-Hellenth, Gummb-Hombg Berghsn, Rees-Milling. — β. eine Gabel, die in einem Loche des Kahnes steht; auf ihr liegt das Ruder zur Steuerung des Kahnes Mos. — γ. Essgabel Klev, Rees. RA.: Gej lopt ok van de F. in de Grep (Mistgabel) du kommst vom Regen in die Traufe. — 3.a. Rinne, Furche im Felde, Ackerfurche May-OMendig, Sol-Ohligs, Aach-Alsd, Geilk-Süggerath, Erk-Beeck, Geld-Straelen. — b. -- Rinne in der Kelter, in der der Most sich sammelt u. durch die er abläuft Saarbg-Winchering. — c. -- Wendestelle des Pfluges Mörs-Asterlagen Eyll Lintorf, Geld-Achterhuck Capellen, Klev-Calcar.

Furken-stock MGladb-Holweide m.: Rechenstiel.

 NRhWB Furkel, Fürkel Verbr. von Wend, Birkf, Simm, Goar über Hunsr, Saar, Eif (nicht May, Aden) bis Malm, Schleid, Ahrw, u. zwar -i-, -ī- Rhfrk, Mosfrk; -y-, –ø- Schleid, Ahrw [-ū- Prüm-Mürlenb, Wittl; -u- Simm-Laub (u. -ē-), Malm-Vith; -ū- Wittl-Sehlem, Prüm-Mürlenb 1860; -ǫ- Saarbg-Soest; -o- Kobl; -ē- Simm-Laub, Trier (Mos) hier u. da; -ę- Bernk, Zell, Neuw]; Pl. -ələ(n) [hier u. da Pl. t.] m.: 1. Gabelholz im allg. Saarbr 1800 (-u-), Kobl, Malm-Amel. — 2.a. zwei viereckige, gabelförmige Holzarme, die sowohl am Hinter- wie Vorderwagen durch die Achse, nach vorn sich einander ganz nähernd, gelegt sind, an ihrem Ende durch ein Querholz (Schwiche) verbunden; an dem F. des Vorderwagens ist die Deichsel eingefügt; an dem F. des Hinterwagens ist der Langbaum durch den F.nagel befestigt, so dass der Hinterwagen dadurch in der notwendigen wagerechten Stellung erhalten wird; auch trägt dieser F. die Bremseinrichtung Allg. — b. der Hauptbalken des Hinterpfluges, zwei nach vorn zulaufende geschweifte Hölzer Allg.; førkəlts Ahrw-Burgsahr.

Fürkels-arm Allg. m.: Seitenstück des Fürkels 2 a, der durch die Press geht (s. d.). Fürkels-bein Altk-Weitef n.: Wassermolch. Fürkels-kette (s. S.) Allg. f.: am Pflug die K., welche den fischte Pfl. verbindet mit dem Pfl.baum,

[Bd. 2, Sp. 919]
an dem Schor, Kolter udgl. sich befinden. Fürkels-nagel (s. S.) Allg. m.: der N., der den hintern Fürkel 2 a mit dem Langbaum verbindet. Fürkels-ring Allg. m.: der Eisenring, der den Langbaum u. den vorderen Teil des Hinterwagens verbindet. Fürkels-zange -tsa·ŋ. Trier-Heidenbg f.: um beim Doppeljoch an eine Kette anzuspannen, befestigt man an derselben die sog. F., eine Gabelung.