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Rheinisches Wörterbuch 
 
Furasch bis Furchtenne (Bd. 2, Sp. 911 bis 915)
 
 Furasch furā: uSaar, Trier, Köln; -ə Siegld; -: Merz; vorā: u. -t  Heinsb Sg. t. f.: 1. Futtervorrat, frz. fourage; scherzh. Esswaren in Menge; die Menge, die einer isst. — 2. forā: Gang, der dem Steinlager nachgeht, um in einen Abbau zu führen, Grundstrecke; Anfang eines neu anzulegenden Stollens; auch jede andere nicht in der Dachschieferschicht getriebene schmale, streichende Strecke Mayf.

furaschieren schw.: 1. aus der Soldatenspr. — 2. futtern Siegld.

Fürbes = Spitze des Strumpfes s. Fuss.
 
 
 NRhWB Furche Rhfrk uNahe ö. Kreuzn-Sobernh Burgsponh Daub Rehb Winterb (südl. Soonwald) fǫăχ, –uă-, Pl. -χə; w. fōr, –ūə, Pl. -rə; n. Soonwald in Simm, Goar fōr, Pl. fēr, Demin. fērχə; Saar, Mosfrk fūər, fūăr, Pl. -rə(n) [Trier-Stdt furχ, aber rfū·ə.r], Demin. fĭrχə, –ē-; Rip, Berg fūr, fūər; Eup, SNfrk vū·ə.r [Eup auch vō:r], Pl. -rə [NW Westerw bis Sieg-Ägid Pl. fu·r.ə, –o-], Demin. fȳ(ə)rχə; Eup, SNfrk vy·r.kə, –ø-; Klevld fōr, fōă [MülhRuhr fūr; ö. Dinsl-Besten Gahlen Bühl Damm Wachtenbrink fūă; innerh. Ruhrort-Meiderich Holten Fahrn u. Rees-Heelden Isselbg u. Rees-Loikum Elsholt fă; Rees-Grietherbusch Elten vōă], Pl. -rə, Demin. førkə f.: Rinne, u. zwar 1. im Acker. a. die vorübergehend durch den Pflug entstehende F. u. die Erhöhung zwischen zwei F.; en grad (richt, schnacke), kromm (schlemm) F.; en depe (dreg, dinn, flote) F. (s. d. W.); en blong (blinde) F. ohne Kartoffeln Sieg-Ruppichteroth, Gummb-Hombg; en lang (kuərte) F.; en läue F. schlecht gezogen MGladb-Hockst. RA.: En F. su krommt, wie en Sau secht (pisst) Wittl-Neuerbg, — we en

[Bd. 2, Sp. 912]
Oss (Ochse) seck Dür-Pier. — Über die verschiedenen Arten von Ackerfurchen s. Aufholes-, Gewanns-, Graben-, Grenz-, Hawer-, Kant-, Kolter-, Kopp-, Längs(t)-, Mal-, Plug-, Rad-, Rand-, Regen-, Reih-, Ritz-, Rück-, Scheid-, Schick-, Sech-, Sträuf-, Streich-, Stoss-, Stülp-, Stürz-, Wasser-, Winter-, Zuschlags-, Zwerg-, Zwischenf. —, Man unterscheidet op der F. u. en der F. Allg. — En F. plöge (baue), trecke, ziehen (s. d. W.); sengem Nober en F. afplöge (afbaue) Rip, Allg.; de F. anmache die erste F. pflügen Prüm; de F. opbaue die Randfurche, den Anfang pfl. Zell-Raversbeuren, Eusk-Friesh, Sieg-Rheidt, Erk-Keyenbg Doveren, MGladb-Viersen, Geld-Sevelen, Dinsl-Walsum; F. opholen Grenzfurche herstellen Nfrk; F. herusbaue (-holle) die letzte F. pfl. Eusk-Friedrichsruh; en F. opsette Geld-Sevelen; de F. opstriche nach Bestellung der Felder die Grenzf. markieren Eusk, Bo; F.ən fohren pflügen Mosfrk; en grad F. halen gerade pfl. Sieg; en F. lohinreissen oberflächlich pfl. Merz-Schweml; en F. ströfe (ströpe) ungleich, seicht pfl. Rip, Nfrk, — streppe (-ę-, –-) Mosfrk; en F. stürze Rip; de F. zoschlage eggen Neuss-Strabg; he hät ein gouw (gute) F. astoəhne, — fährt ein g. F. pflügt gut Heinsb; uf de hohe F. zackere dass die F. übereinander liegen Wend-Merzw; die Kartoffeln im Felde op F.ə hacke behäufeln Sol-Rheind, — trecke Köln-Kendenich, Sol-Monh, — haue Sieg-Sieglar Spich, MülhRh-Ensen Zünd; ein gepflügter Acker, der noch nicht geeggt ist, leit uf de F.ə Zell; et Land op (huəhch) F.ə sette brachen Nfrk; op de letzte F. meste beim letzten Pflügen Stalldünger aufbringen Jül-Tetz; en de F.ə eje die Saat untereggen Aach-Eilend; in e F. gohn beim Pflügen oder beim Kartoffelpflanzen Klev, Allg.; Füərche lofe hinter dem Pflug, wenn mit demselben die Kartoffeln ausgepflügt werden, diese auflesen Rheinb-Meckenh. RA.: Geht den Eggentant (-zahn) dipper (tiefer) as Plug en F., krasst (kratzt) sich den Bur in den Herst acher't Ohr Klev. Dau fehrsch jo F.ən, dat mer e Perd dren begrowen kennt Bernk-Berglicht; mit dem is ke grad (richt) F. ze fahre (zackere) mit dem ist nicht auszukommen Saarbr, Ottw, Saarl.; der fiəhrt e schen F.! er arbeitet schlecht Birkf; bos Johr (bis nächstes Jahr) machen de Ossen (Ochsen) de F. können sie den Pflug ziehen Prüm-Ihren. Bartholomives, we da drei F.ə zur Soot gebaut hät, de ös net für on och net hönge Dür-Golzh. Kromm F.ə dragen de meste Froch Grevbr-Wickrathbg. Schnifur (Schnee-), Gedeihf.; en gefrore F. os en verlore F. Prüm-Ihren. We et iərschte kömmt, de schürt (fegt) de F.; we et leste k., de kickt derdur Dür, Grevbr-Otzenr, Erk-Grambusch; der örschte schnitt de F., der tweide kickt

[Bd. 2, Sp. 913]
scheel derdur Erk-Keyenbg. De lösst sech en F. üwer den Röckstrang ackere so zäh, geizig ist er Altk. — Et geht zum Enn, sat der Bur, du fuhr hen an der irste F. Prüm-Rommersh. F. an F., dat get Kor wenn zwei Nachbarskinder heiraten Neuw-Datzeroth. Op kromm F.ə wässt (wächst) et mes Kemp, Allg.; en den kr.ən F.ən wassen och stracker Muhren (Möhren) Gummb-Nümbrecht; en er krommen F. wiəsst och en stracke Muhr Waldbr. Op de F. sen in rechter Weise seinen Vorteil wahren MüEif. Bur, drit en de kromme F.! Neckruf, wenn der B. kr. F. zieht Mörs-Schwafh. Schennoos, legg dech en de F. on gang kapot! Fluch zum Zugtier Erk-Bellinghv. En de F.ə lege durch ausschweifendes Leben sich erniedrigen Schleid-Hellenth. Dem Kerl kammer e dubbel Brut an der Hals hange on schecke öm dur de F.ə, för Mes (Mist) te make MGladb. Längs (dur) de F., l. de F. leəst de Eərpel (Kartoffel) op, leəst de E. op en de Korf! beim Kartoffellesen Waldbr. — Lange Reihe gemähten Grases Ottw-Bub Calmersw, Sol, Mettm-Mosnacken, Aach-Aue Eschw. — b. Grenzfurche, Grenze zwischen zwei Feldern, bestehen bleibend [auch so genannt, wenn eine F. selbst nicht mehr vorhanden ist] Allg. RA.: De hät hart bös an de F. gebaut Rip. Spetz, op (en) de F.! oder gehste en de F.! mit diesen Worten schickt der Schäfer seinen Hund hinter die Schafe, damit sie innerhalb der Grenze, von verbotenen Feldern, bleiben Rip, Nfrk. Bei de F. bliven in der Nähe bleiben, sich nicht zu weit entfernen; pünktlich sein, Ordnung halten, nicht abschweifen MüEif, Eusk-Zülp, Dür-Winden, Kref-Linn; blif en der F.! halt Ordnung Prüm-Mürlenb, Bitb. Wenn et gelt, es e bei der F. auf seinem Posten MüEif. Mach, dat alles bei de F. küt! zur Stelle Eusk; sorg dat gestolle Geld bei de F.! MüEif; he hält alles got bei der F. verschwendet nichts Eusk-Zülp; ömmes bei der F. halde unter Aufsicht Kref-Linn, Bergh-Ahe; du hälts ken F. on Mol kein Mass u. Ziel Sieg; enen bei F. on Mol hale Eusk-Billig; jet bei de F. holle zur Stelle holen Schleid; enen bej de F. kriege jmd., den man gerufen hat u. der nicht kommen will, zur Arbeit heranziehen Mörs-Marienbaum. He, Männche, bei de F.! hier, angepackt MüEif. Jet met F. on Pohl (Pfahl) mache vollständig zu Ende führen Bergh-Heppend. He hät net F. on Mol engehale über die Grenze gepflügt Sieg-Rheidt. Dat Fürchen weist det Mol bei Grenzstreitigkeiten Wittl-Cröv. Eich weren dir de F. weisen! dich zurechtweisen Trier, WEif. — c.α. die Stelle des Ackers, wo der Pflug wendet Saarl-Überherrn, Merz-Rech, Saarbg-Besch, Wittl-Ürzig, Prüm-Kopp Wallersh,

[Bd. 2, Sp. 914]
Zell-Alf, Koch-Driesch Ernst, Goar-Bickenb Braunshorn Laudert Lingerhahn Rheinbay, Aden-Kempenich Lederb, Siegld-Eiserf Lützeln NSchelden, Gummb-Drinsahl Marienhg Neuenroth, Aach-Berensbg, Neuss-Dormag, Geilk-Grotenr, Klev-Calcar. — β. Rain, Böschung, erhöhter Grenzstreifen im Felde (auch Rand von Hohlwegen) Verbr. OBerg, Altk, Siegld; donn an der F. gleich vorne am Rain; F.ən dräən die an den Rainen zwischen den abschüssigen Feldern sich sammelnde, angeschwemmte oder herabgepflügte Erde mitten auf das Feld tragen Gummb-Rebbelr; Fur fahren Gummb-Berghsn. — d. die Gesamtheit des Ackerbesitzes, in der Wend.: De hät nemmen e paar F.ən ein kleiner Bauer Mosfrk, Allg.; de Kerl hät ken F. Land un left (lebt) wie ne Korförscht Jül. — e. durch Regengüsse verursachte Rinne im Felde; et het F.ən gedriəwen; do es en F. utgedriəwen Gummb, Allg. — 2. im Garten. a. wie bei 1 a. — b. der schmale Weg zwischen den einzelnen Beeten des Gartens, gern Demin. Fehrchen, Förken Saarbr, Siegld, NBerg, Ruhr, Klevld; F.ən schüffeln die Gartenwege ausschaufeln Elbf. — 3. in der Wiese, die Grenze im Grase Daun, May, Aden, Rip, SNfrk; de F. trede, optredde, opgohn, afgohn [afschlämme Jül-Linnich] das Gras an der Grenze niedertreten zur Bezeichnung der Grenze. — 4. Gosse; he kiəhrde de F. no höne Gaərden af Eup. — Auch sonst wird ein absichtl. gezogener Graben zum Leiten des Wassers F. genannt. — Furt Elbf. — Karrengeleise Verbr. — 5. am menschl. Körper. a. Arschkerbe, auch Arschf.; de hät ken ege F. als die am Arch Sieg-Ägid; enem de F. usrive beim Namenstag einem die F. mit den Händen tüchtig reiben (s. furchen) Sieg. — b. Falten in der Stirne; Strieme Allg. — c. Haarscheitel Bernk, Zell, Kobl. — 6. forχ Einschnitt, auch langes, schmales Tor Dür.

Ab- furche: afōr Mörs-Wallach, Rees f.: die letzte F. im Ackerstück; :fūər die letzte Furche am Wege, wo noch wenig Boden ist Altk-Hecken.An -furche: die erste F., die auf dem Acker vom Pfluge gezogen wird; die F., in der das Pflugrad läuft Sieg-Hänschd, Gummb-Dieringhsn, Dür-Frauwüllesh Scherpenseel, Geld-Kevelaer, Rees. — Anfūrt die Stelle des Ackers, wo der Pflug wendet Zell-Panzw.Ge -furche gəfǫrχ n.: in der Wend.: In's G. kommen gelegen k. (veralt.) Meis-Meddersh.

Furch-art fūrārt Gummb-Belmicke f.: die Stelle des Ackers, wo der Pflug wendet. Furch-ende -ę·n., –ę·ŋ. May-Plaidt, Schleid-Alend Waldrf, Neuw-Haarhsn Linz, Sieg-Altenr Eckhsn Heide Lohmar Scheiderhöhe Seelschd Wahlschd, Wippf (hier u. da auch fȳərę·ŋ.k u. -ārt; s. d. W.), Gummb-Bellingr Bielst

[Bd. 2, Sp. 915]
Bickenb Berghsn Nochem Preisel Pernke Ründeroth Vollmershsn Wallef (sonst fȳərę·ŋ., –ārt, fȳərliŋ, fūr), MülhRh-Bärb BGladb Forsb Heiligenhs Hoffnungsth Immenkeppel Paffr Moitzf Refr Sand Overath Rösr Volkerath, Sol-Gräfr Höhschd Soling Stockdum Wald (fūrən-) Wiesd, Lennep (weniger fȳərjəwę·ŋ., –ārt), Mettm, Düss, Kemp-Orbr SHubert Tönisbg, Kref-Linn Ostrich, MülhRuhr-Fulerum Heissen Saarn, Ess-Heidhsn Ikten Rellinghsn Überruhr Schonnebeck, Mörs-Repelen Utfort [fornt Mörs-Budbg Hülsdonk; forn Mörs-Lohmühlen] n.: dass. Furch-gat fōrγāt Rees n.: brachliegende Anfahrtstelle im Acker. Furch-gewände -jəwę·ŋ. Köln-Dellbrück Flittard, Sol-Auf der Höhe Berghsn Höhschd Immigr Leichl Richr Wald Widdert, Wermelsk n.: -art. furch-haft fūərhaft fārə Koch-Greimersbg Adv.: in gerader Furche pflügen. Furch-häupt fūrh:ft, fōr- (s. S.) Koch-Brieden Binning Eppenbg Forst Kail Kennfus Leienkaul Lutzerath Möntenich Wirfus, Kobl-Kesselh Kärlich Mallendar Metternich Mülh Pfaffend Wolken, May-Allenz Dreckenach Einig Gering Hausen Kaan Keldung Kerben Kehrig Kretz Lonnig Mertloh Monreal Naunh Ochtendung Pillich Polch Ruitsch Rüber Reudelsterz Trimbs Welling Wierschem, Ahrw-NBreisig NZissen, Düss-Himmelsgeist Holthsn Itter, MGladb-Beberich Steinforth, Kref-Anr Fischeln Willich [vorət Düss-Serm, Kref-Bockum Lank Linn Ossum Stratum Strümp Traar Ürding Verberg; vort Oppum], Geld-Kevelaer, MülhRuhr-Holthsn Speld Styrum Raadt, Meiderich, Rees-Elten Vehling [fūrhwəlts Rees-Schermbeck; fōrhγəlts Rees-Crudenbg; forftə Ess-Stoppenbg; furfəlts Ess-Borbeck]; forf Mörs-Binsh Baerl Pelden Utfort, Rees-Möllen Mehrum Eppinghv Hiesf; -a- Dinsl-Löhnen; s. auch Für-Haupt n.: -art. Furch-hof -hǫf Mettm-Sudbg m.: dass. Furch-hühnchen -ē:- Koch-Kennfus n.: Bachstelze. Furch-kante fōrəkant Rees f.: K. des Gartenweges. Furch-land fūrlant Lennep-Radevormwald n.: -art. Furch-maul fūrənmǫul Merz-Haustdt n.: Mund mit Hasenscharte. Furch-pfahl fūərp:l Mettm, Grevbr m.: Grenzstein. Furch-pflug fūrplūəx Lennep-Lüttringhsn, Trier-Heidenbg m.: Pfl., mit dem die Kartoffeln behäufelt werden. Furch-rechelchen Saarbr-Güding n.: schmaler Rechen zur Bearbeitung der schmalen Pfade im Garten. Furch-seil foărn- Siegld n.: Gartenseil zur gradlinigen Abtrennung der Beete. PfWB Furch-stein fūər- Kobl, May, Rip m.: 1. Grenzstein. — 2. übertr. scherzh. derbes Stück Brot Ahrw-Sinzig. Furch-stück vū·ə.r- MGladb-Rheydt n.: Feld, an der Grenze des Besitzes. Furch-teil vū·ə.dəl Heinsb-Schaffhsn n.: -art. Furch-tenne fūərdę·n. Schleid-Blankenh; -ouər- Schleid-Hüngersd; fūətę·n. Schleid-Blankenheimerd Engelgau Tond; fūərtę·n.t Daun-Birgel Glaadt f.: dass.

[Bd. 2, Sp. 916]