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Rheinisches Wörterbuch 
 
franz bis französisch (Bd. 2, Sp. 731 bis 733)
 
  NRhWB franz -ants Dür (-ā-), Eup, Aach; -n Kref-Osterath, Mörs Adj.: 1. französisch; ich well der Jong an et Fr. setze er soll frz. lernen; de fr.ə Letz lihre Aach. RA.: De sprecht fr. wie de Kouh Latin Aach; de kann fr. wie de Koh Spansch Dür, Kref-Osterath. — Wart ühr märr, ühr fr.ə Bieste! im sog. Marseiller Marsch; de Fr.ə komme Aach. — De fr.ə Seve im Kegelsp. die sieben Kegel, die mit einer Gassenkugel fallen können, es bleibt der König mit einer hinteren Dame stehen Aach-Merkst; de fränze Schnaps Franzbranntwein MüEif; en fr.ə Kruən frz. Kronentaler Aach; fr.ə Bäng Eisenbänder, im Eisenhammer verfertigt Gummb. — 2.a. -antsə Eup; -ā- Erk-Körrenz, Mettm-Cronenbg m. Franzbranntwein. — b. -ęntsəlχə Bergh-Blatzh; -ęntskən (Pl. -kəs) MGladb, Kemp-Süchteln n. Backwerk in Sform, Gebildbrot zu Nikolaus.

Franz(en)-apfel -ęntsabəl Merz-Waldhölzb m.: A.sorte. Franz(en)-bohne -ęntsəbønχə Bo-Rheind n.: B.sorte. PfWB Franz(en)-branntwein -āntsəbrandəwiŋ Köln m.: Weinheffebranntwein. Franz(en)-brot -antsəbrōət Siegld, Altk; -antsbrȳ:tχə (-:-) LRip, MülhRh, Berg; -brtjə Eup; hier u. da -ānts- Rheinb-Meckenh, uWupp n.: 1. rundlicher, stark gewölbter, in der Mitte mit einer Kerbe versehener Weck aus mit Milch gemengtem Teig von feinem Weizenmehl Siegld, Altk; Milchbrötchen, wie man sie zum Kaffee isst Aach, MülhRh, uWupp, Sol. — 2. Wasserbrötchen, im Gegens. zum Stüttchen LRip; Herdbrötchen Eup. Franz(en)-büsch -nsəbi Saarbr m.: Friedhof bei Püttl. Franz(en)-fusel Mettm-Cronenbg m.: Franzbranntwein. Franz(en)-jagd -āntsə- uWupp 1870 f.: der erste n. zweite Raubeinfall der Franzosen ins Bergische 1672 u. 1702. Franz(en)-klee -ntsəklī·ə. Aach-Merkst m.: franz. Klee. Franz(en)-krone -antsə(n)krōn(ə) Gummb-Berghsn f.: franz. Kronentaler; en F. galt enen Reichsdaler un 55 oder 57 Stüber (veralt.). PfWB Franz(en)-mann -ants- m.: Franzose; die Bezeichnung durch den Weltkrieg wieder allg. geworden. RA.: Das dich der Fr. holt! Fluch Birkf-Sötern. Onder de huəhge Buəme, do loəg en Engels Schepp; Fr. wor gekoəme, he wor noch gecker as ek usf. im Abzählr. Geld-Straelen. Hier ene Stuhl on doə en St., op jidder St. e Kösse on doə ene Fr. tösse (zwischen)! aus dem Fastnachtsld. ebd., Kref. Franz(en)-nägel -nts- Eup Pl.: Pariser N., kleine, rundköpfige Schuhnägel. Franz(en)-sauern -ntsəzū: Heinsb-Schalbr Pl.: Apfelsorte.

 NRhWB Franzose -tsōs Klevld, Rhfrk; -ō·ă.s Elbf; sonst -ū:s, –ū·ə.s, Pl. -zə(n) m.: 1. wie nhd., als Einwohner Frankreichs u. als Soldat. RA.: Su lus (klug) wie en Fr. Dür;

[Bd. 2, Sp. 732]
su aleərt wie en Fr. Dür-Heistern; su weseleg wie en Fr. Dür; su frech wie en Fr. Sieg-Ruppichteroth; he löpp wie en Fr., dem se henger (hinter) den Strang send SNfrk (o. O.). Wann de Fr.ə Honger hant, dann flöten se Dür. Fr. met de Fott bluəss! Aach. De Fr.ə hant et Geld geholt, de Prüsse holen et wiər Aach. Der Fr. nömmp et Lond (Land) net möt eigener Acker ist mehr wert als Geld (von alten Leuten gesagt) Kemp. Die Spuke u. Hexen send van de Fr.ə üəver de Rhin gejagt wuəde (1797—1815) Kempld. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, wo sind die Fr.ə gebliəve; in Moskau in dem tiefen Schnee, da riefen sie alleo weh, o weh’ Abzählr. Grevbr-Otzenr. 1, 2, 3 bis 20, die Fr.ən zogen nach Danzig; D. fing an ze brennen u. sie mussten rennen ohne Strümpf u. ohne Schuh Frankreich zu Saarl, Merz. Dort unne, dort owe, do hot's geblitzt. dort hon die Fr.ə Blut geschwitzt; dort hot sich de Kaiser e Schanz gebaut aus lauter Kadoffel un Sauerkraut Meis-Medard, Aach-Warden. Fr.ə mit de rote Hose, mit de blaue Jacke, ich schlahn der e paar an de Backe! Saarbr. Dusend (1000) zo Perd, de Stevvele geschmert, Fr.ə geschosse, derbau (dreimal)! beim Kniereiten der Kinder Schleid-Berk, Verbr. — 2. übertr. a. alter Krieger, der noch unter Napoleon I gedient hatte; dem si Grossvatter wor ne Fr. MüEif; 1844 wurden die in Berlin dienenden Rheinländer von den Berlinern u. Ostpreussen Fr. genannt. — b. Bewohner des ‘Klein Frankreich’ genannten Ortsteils von Ahrw-Neuenahr. — c. ein Schmetterling, Rotfleck, Steinbrechwidderchen, zygsena filipendulae Birkf-Idar. — d. schössige Fr. Pferderasse Jül-Röding. — e. Krankheiten. α. de Fr.ə han venerische Krankheit, Siphilis Simm-Schlierschd, Prüm, Daun. uWupp. Scherzh. alter Vers: Voasse Maid on Drabbe (alte Bauernhöfe) Maid, de blöühe wie de Ruəse; die ein, die hät de Krätz an dem Bätz (Arschbacken), die anger de Fr.ə! Kemp-SHubert. — β. de Fr.ə han Lungentuberkulose beim Rindvieh Bitb, Wittl, Bernk, Zell. — γ. de Fr.ə sin im Lann (Lande) sagt die Frau, wenn sie die Menstruation hat (nach den roten Hosen) Neuw-Asb, Birkf. — f. Inkarnatklee Geilk-Frelenbg. — g. kleines, flaches Hölzchen, das der Weber unter den Brustbaum legt, wenn er zu niedrig liegt Kref.

 PfWB Franzosen-bart Saarbr m.: Kinnbart. NRhWB  PfWB Franzosen-blume (s. S.) f.: 1. Saatwucherblume, chrysanthemum segetum Koch-Kaisersesch. — 2. gelbe Wucherbl. Ottw-Stennw. — 3. Ringelblume, calendula offic. Ottw. Franzosen-kappe Hunsr (o. O.) f.: blauer Eisenhut, aconitum Napellus. Franzosen-korde -k·ə.rt Kref f.: eine feine Kordel, Bindfaden. PfWB Franzosen-krankheit Bitb, Gummb f.: Rindertuberkulose. NRhWB  PfWB Franzosen-kraut (s. S.) n.: 1. einjähriges

[Bd. 2, Sp. 733]
Bingelkr., mercurialis annua Kref-Willich, MGladb-Kleinenbr. — 2. Knopfkraut, galinsoga parviflora Ottw. Franzosen-nägel Wittg-Laasphe Pl.: Schuhnagelsorte. Franzosen-öl -ǫlīχ Merz n.: stinkendes Tieröl. Franzosen-stengel Hunsr (o. O.) m.: kanadisches Berufkraut, erigeron canadensis. NRhWB  PfWB Franzosen-suppe (s. S.) Verbr. f.: S. aus verschiedenen Gemüsen. Franzosen-zeit (s. S.) f.: Z. von 1797 bis 1815, in der die Fr. die Rheinlande besetzt hielten.

 NRhWB französisch Rhfrk -tsē; Mosfrk -tsē:, –ī:; Rip -ȳ:; Elbf -·ă.; SNfrk -ȳ·ə.; Klevld -s Adj.: 1. wie nhd. RA.: Et es fr. taugt nicht Mörs. Fr. schwätzen furzen Bitb-NWeis. De sprecht (kann) fr. wie de Koh Latin (Spansch) Aach, Verbr. Eich kann och siewe Werder fr.: dreimoldutswitun veirmolWuiBernk. — Fr.ə Zeilen Falzziegel Saarbg; fr.ə Panne Rip; su klen bi fr. Salz; ich hauen dich su klein wie fr. S.! Kobl-Stdt; ich hauen (machen) dich noch ze fr. S.! Kobl-Bend, Trier-Mehring; fr. Schreft schlechtes Gekritzel Prüm-Rommersh. — Wem es dat Ei, wo e fr.ər Hahn of deitsche Borem (Boden) lät (legt)? Der lät känt Bernk-Allenb. — Sech (of) fr. denn machen (emfehlen) fortgehen, ohne sich zu verabschieden Mos, Verbr.; de Äbbel fr. schneiden in dreieckige Schnitzel Saarbg-Wilting. Hopp, Marjännche, Kaffeekännche, loss die Pöppcher danze; de han su lang fr. gedanz, nu loss se och ens walze! am Spinnrad gesungen MülhRh-BGladb. — 2. von Krankheitserscheinungen. a. de fr. hitzig Krankhet Syphilis Trier. — b. de Kuh as fr. tuberkulös Bitb, Wittl, Bernk, Zell.