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Rheinisches Wörterbuch 
 
fliessen bis flimmen (Bd. 2, Sp. 617 bis 618)
 
  NRhWB fliessen -īs-, –ī:-, –e·i.-, –ē:-, –ē:t- [Eup -eət-], -e·i.-, –ę·i.-, –ī·ə.-, –ęi-, –ē-, –ī-; doch fehlt den meisten MA. in lebendiger Anwendung das Wort, dafür laufen st.: wie nhd. RA.: Wo Wasser es, flesst et hin Altk-Wissen. Dat es langst et Gold gefloss, hot awer neist dervo genoss kein echtes Gold Trier. Der hat Geld wie Bach, nure dass et net fliesst Ottw-Uchtelfang. — Flesse Wasser fliessendes Wasser Rip. — Dem fl. de Werder (Wörter) su schin aus de Maul Neuw-Datzeroth.

ab- fliessen, aus- fliessen, zu- fliessen: nur nach dem Nhd.ein -fliessen: (mit) e. lassen, in dem Gespräch zwischendurch erwähnen Verbr.

 NRhWB Fliess Sg. t.: 1. -īt m. Fliesssand Dinsl-Aldenr. — 2.a. -ī:t f. Abzugsgraben städtischer Abwässer Kemp-Stdt. — b. -ī:s, die Elsdorfer, Escher u. Ohndorfer Fl. im Kr. Bergh.
 
 
 NRhWB Fliet, Flietem -ī:t Bergh-Hüchelhv; -ē:-, Pl. -tə Rheinb-Meckenh; -itəm Bitb; -e- Daun; -ē-, Pl. -mə(n) Saarbg-Wilting; -itən Trier-Newel; -īrn Meiderich; -entə Sg. u. Pl. Birkf-Herrst; -:m, Pl. -mə Malm-Grüffl m.: 1. Aderlassmesser, Operationsm.; eine in einem Messergriff stehende Klinge ohne Schneide, an deren Ende sich eine Art Meissel befindet, der in die Ader geschlagen wird, beim Vieh; s. Flimme II, mhd.  Lexer vliedeme, vlieme. RA.: Dat Messer schneid wie en Fl.2. scherzh., verächtl. Messer Bitb-Speicher.
 
 
 PfWB Fli-flack vlīvlak Neuss-Anstel; -kər Neuss-Nettesh m.: Nachtfalter. Fli-flämmchen flīflę·m.χə Jül-Fronhv, Aach-Alsd; -kə Geilk-Immend Üb, Kemp-Waldniel; vli- Heinsb-Ophv; flȳ- Dür-Heistern n.: Marienkäfer, Siebenpunkt. S. Flider-, Flieg-. Fli-flatter in dem lrhn. Geb. von Fifalter, im nördl. Teil flīflatər Bergh-Bedbg Buchholz Frauw Garsd Glesch Hüchelhv (u. -faltər) Harff Kird Kirchherten Königshv Langenbg NAussem OAussem Wiedenf, Dür-Arnoldsw, Jül-Boslar Gevelsd Gottorf Güsten Hasselsw Hompesch Kirchbg Rolshv Röding Selgersd Spiel Tetz Welld, Erk-Borschemich Körrenz Glimb Holzw Immerath Keyenbg, Grevbr-Barrenst Bedburdyk Belmen Elfgen Elsen Frimmersd Garzw Gind Gierath Jackerath Jüchen Laach Neurath Neuenhsn Noithsn Oekoven Orken Wanlo, Neuss-Rommersk Vanikum m.: Nachtfalter, auch Gattungsn. für Schmetterling.
 
 
fliggern schw.: 1. -e- flackern n. Ruhr. — 2. -i- Kahn fahren Ruhrort.

Flim(e) I = dünne Haut, Weiche s. Fläme; Flime II = Bohrer s. Flimme II; Flimme I -im, –e-, –ę- = Weiche s. Fläme.
 
 
 NRhWB Flimme II fle·m., vl- Bergh, Jül, Erk, MGladb, Grevbr, Geilk, Heinsb, Kemp (hier u. da -ę-); -i- Aach, Kemp-Stdt, Kref, Mörs, Rees; -ø- Rheinb-Meckenh, May; -ē:- Bernk-Neumag,

[Bd. 2, Sp. 618]
Sol; -ə·i.- Prüm-Ihren; Pl. -mə(n) f.: 1. Aderlassmesser für die Haustiere; s. Fliet, Flietem (veralt.) Allg. RA.: Et schnid wie en Fl. Mörs-Wallach; dat Metz es schärp wie en Fl. Aach. — 2. Bohrstift, in die Dran der Brustleier eingesetzt, der das eigentliche Bohren besorgt Allg. RA.: Et geng alles wie en Fl. Kref.

flimmen Heinsb schw.: en Koh (Perd) fl. einen Einschnitt in die Milzgrube der K. machen, wenn ihr der Wanst stark aufgetrieben ist.
 
 
Flimme III -i·m., –im, Pl. -mə Mörs, Rees f.: 1. Fischbeinstab für Korsetts, auch Blimm.2. Instrument aus Bein oder gebogenes Rohrstöckchen, um Därme des Schlachtviehs auszukratzen.

flimmen schw.: Därm fl. sie von dem äusserlich anhaftenden Schleim durch Auskratzen reinigen.
 
 
 NRhWB Flimme IV -i·m., –im, Pl. -·m.ə, –mə Kref, Mörs, Geld, Klev-Goch Grafwegen f.: 1. Seitenfaser der Hülsenfrüchte, Pressrückstände Allg. — 2. übertr. leichtsinniges, viel herumlaufendes Mädchen Kref, Geld-Straelen.

 NRhWB flimmen schw.: Hülsenfrüchte fl., abziehen.
 
 
Flimme V -i·m., Pl. -·m.ə f.: 1. Quaste, Troddel; die Schlagkordel an der Peitschenschnur, mit der der Knall erzeugt wird Sieg-Ägid, Waldbr-Denkl Dickhsn Hahnenseifen, Schleid-Mechernich; s. auch Flümme. — 2. übertr. leichtsinniger Mensch Köln-Stdt.

Flimm-mütze -møts Sieg-Ägid f.: Zipfelmütze.

Flimmelchen -i·m.-, Pl. -·m.əlχər Sieg-Ägid n.: ein kleines Stückchen.

flimmen schw.: 1. -i-, enen, se enem fl. mit der Peitsche schlagen Sieg-Ägid. — 2. übertr. -e- sehr rasch fahren Waldbr-Mittelagger.
 
 
Flimme VI -i·m. Köln, Aach, Eup, MGladb; -e- Eup-Hergenr; Pl. -·m.ə f.: 1. schleimiger Auswurf, ndl. vluim, so auch in Heinsb-Bocket Höngen Süsterseel vlȳ:m(ə); altfrz. flemme, frz. flegme »Schleimblütigkeit«. — 2. übertr. Ohrfeige Erk-Gevenich.

flimmen schw.: eine Fl. ausspucken.