| NRhWB Ecke ęk, Pl. -kə(n), –gə(n); Demin. -kχə, meist -kəlχə, Nfrk -kskə; ö. der Ürd.-L. Sg. ękə, Pl. -kə(n); WMosfrk n. Mos k; neben dieser Form auf -k (f, n., m.), kommt in Wend, Ottw, Saarbr, Saarl, Merz, Saarbg, Trier, Bitb, SPrüm ęgə(n) Sg. u. Pl. m. vor; ęk ist durchweg f.; doch m. z. B. in Bernk-Crummenau, Bitb-Rittersd (k u. -gə(n)), Barm; n. u. f. Köln, auch sonst Rip n. möglich; f. u. m. Eup; ęk m., -k(ə) f. Gummb; Simm-Laub unterscheidet E. 1 f. von E. 2 m.; Wend-Dörrenb ęgə m. (im Zimmer, am Haus udgl.) von ęk n. Teil des Dorfes, nur in der Zs. ōwər-, enər-, mīlęk: 1. scharf heraustretender Teil eines Gegenstandes, Gebäudes udgl., auch Kante; en scharpe E. Rip, Allg. An allen E ən on Kante fehlt et Bitb, Allg., auch an allen E.ən on Engen (Enden) Rip, Allg.; de wor an allen E.ən un Kanten em Weg hinderlich Rip. Drei E.ə der Welt auslafe vergebens nach einer Braut suchen Goar-NGondershsn; do werd beigedra von alle nein E.ə der Welt von allen Seiten gibts Unterstützung Saarbr-Sulzb. Wann E.ən an Not geht! Not an Mann ebd. Enen üver E.s ansehn anschielen Rip, Allg.; över et Eckske schete beim Klickersp. über die Kante des gegnerischen Kl. treffen, dass der Kl. in gerader Richtung weiterläuft Düss; üver E. (auch als ein Wort üvereck(s)) fahre, plöge, ege in der Diagonale pflügen, eggen Allg.; et Doch iwereck kneppen knüpfen Prüm-Leidenborn. — Im bes. a. Gebäudeeck, d. h. E. des einzelnen Hauses u. einer Häusergruppe, bei der der Weg umbiegt Allg.; am Deutsche E. in Kobl; op der (om) E. wonne; an de sösse E. bekannte Destillation u. Schnapsausschank in Düss; Schorven-E. Ortsviertelname Bitb-Mettend; am E. dass. Bitb-NWeis; en E.ən [Bd. 2, Sp. 7]
eine Gruppe Häuser, Dorfabteil, z. B. de langen E.ən Saarl-Hüttersd. — RA.: Wann de Huhzick no der Kirchen geht, op allen E.ən ne Gabbeck (Gaffer) steht Köln-Poulh. Op jede E. wiərd he gepreck, holdria, dat e flüg, et es en Spass, holdria! Lied beim Werfen des Strohmanns zu Fastnacht auf den Strassenecken Jül. Kömmste neit, dann gonn ech; op dat E., do stonn ech; eiter Biermanns Hüske gef ech dich e Küsske Kinderld Kref; könnste net, da goəhn ich; a jene E., do stoəhn ich bekannter Pfiff, dessen Melodie der Spruch untergelegt wird Aach. Do schüss e grad öm de E. biegt er in aller Eile um die E. Rip, Allg.; öm de E. schete nicht geradeaus sein MGladb-Hockst; e schüss öm de E. eröm ist übermässig vorsichtig Köln-Ehrenf; hej hat um de E. gekeken ein Gerstenkorn am Auge Rees-Brünen. De geht öm de E. er stirbt bald (in derber Spr.) Allg. Wer war das? Antw.: Et es grad öm de E. eröm; wenn et en Schwanz gehatt hätt, hättste't könne sehn Mayf; se sei grod im de E. erim; hären se länger Schwänzche, da häste se noch geseh Koch-Mörsd. Wohin gehst du? Antw.: Links öm de E. eröm, wo de Sack met Wasser an de Mur hängt Aach. Wieviel Uhr ist es? Antw.: ¼ öm de E., wenn de laifst, kömmste noch derbei Siegld-Hilchenb; ¼ öm de E. eröm Bergh-Elsd. De seckt alles langes de E.ən verschwendet sein Geld Mettm-Langenbg. — Eckpfosten des Hauses Gummb, Eup, Jül. — Im Verstecksp. E.ə piren an den E. eines Hauskarrés Mettm-Langenbg; E.ə lure Rip; Eckske l. Nfrk; hierbei der Ruf E.ə lurei! Aach; E.ə pinau! Nfrk; E.ə bibber (Eckeckerbibbe), komm! Kobl-Neuend; Eckerdebibberde, komm! Neuw-Linz; kumm-me, Ecko, Kasino! May-Andernach; kuck, Eckel! Dür-UMaub; Eckske luititi! Duisbg; Overloch, bo sticht dat Loch, in dem alde Eckerloch! Kobl-Rübenach; om E.ən, om Digels Deken! Trier-Fell. — Im Klickersp. E. wörpen die Kl. gegen eine Hausecke werfen, dass sie zurückprallen Neuss-Hackenbr; Eckske spiele in einer E. wird ein Kl. eingesetzt, den die Spieler vom Mal aus zu treffen suchen; wer ihn schliesslich trifft, dem gehören sämtliche Kl., die vergeblich nach der E. geworfen waren Ruhr-Blankenst; E. kippen wer beim Werfen aufs Mal am weitesten von ihm entfernt bleibt, muss seinen Kl. (Häuer) auf das E. setzen, auf den die Mitspieler vom Mal aus kippen; für jeden Treffer erhalten sie einen oder mehrere Kl.; haben alle gekippt, ohne zu treffen, so hat der auf dem E. Stehende vom E. aus auf die Kl. der andern zu kippen; wer getroffen wird, muss nun seinen Kl. auf das E. setzen Barm. — b. ein Quadrat, an deren E. Spieler stehen, in manchen Sp. E.ə lofe vier Kinder stehen an [Bd. 2, Sp. 8]
den E. des Quadrats, das fünfte in der Mitte; während die vier ihre Plätze vertauschen, sucht das fünfte eine E. zu besetzen Schleid-Ahrhütte; E.ə stehn Merz-Becking; E.ə spille laufen zwischen quadratisch gelegten Steinen nach derselben Art Aden-Dollend; E.ə rotches ein Nachlaufesp. um vier E.; wer an der E. gesehen wird, muss nachlaufen Kreuzn; E.ə fämmen Mörs-Repelen. — Ebenso ein Ballsp. E.ən spille Köln, — werpe Monsch, Aach-Bardenbg Merkst, — schmite Nfrk, — keiəle Kemp-Süchteln, — klatsche Jül, — haue SNfrk, — däue ebd., — fegen Dinsl-Aldenr, — jage MGladb-Giesenk; Eckches Saarbg-Cahren, s. Eckball. — c. die E. eines Ackerfeldes; auch eine kleine, nicht gradlinige Parzelle selber, e kle E.əlche; he han ech och noch en Eckche lige Rip, Allg. — Ecken u. Winkel in den Wiesen; so auch Wiesenparzellen benannt, z. B. Schäves-. Krinesecke Koch-Urschmitt. — Dunkel E. weit abgelegener Kohlenfeldteil Saar. — 2. Innenwinkel der herausstossenden E., bes. die Stubenecke; jed Eckelche hon ich ausgesucht Rhfrk, Allg.; en de E.ən erom stehn ebd.; en de E. ze stohn kunn in der Schule zur Strafe Rip, Allg.; se hoan en allen E.ən ze winig Prüm-Mürlenb; all E.ə on Hötte (on Hucke Nfrk) usfege Rip. RA.: War et (was es) Haus verlert, finne de E.ə wire Simm-Horn. Ech hau dech glike, datste dech henge en de E. wiərföngs (telversch)! Erk-Wegbg. Wenn den hemkennt, da get et e Gewidder en allen E.ən Merz-Saarhölzb. De het de Schmeck (Peitsche) en de E. gesatz er fuhrwerkt nicht mehr Rip. Dags geht et dur et Hus, neits (nachts) steht et en de E. der Besen MGladb. Den hat e klene Boch (Bauch) mot grussen E.ən der Vielesser Prüm, Bitb. — Winkel zwischen zwei Häusern Allg. — Augen-, Mundwinkel Allg.; ful E.ən entzündete Mundwinkel Verbr. — 3.a. en fein (köhl udgl.) Eckelche Plätzchen Allg. — b. en Eckche ein kleines Stückchen; schneck mer en E. af! Rip, Allg. — Ein Paketchen Bo. — 4. übertr. en Ecken m. ein Mann mit gleichmässig starkem, eckigem Oberkörper Koch-Müllb. — Abl.: dat Gəecks viele lästige Ecken. Eck- in der Zs., wie –haus, –kegel, –pfahl, –platz, –zahn wie nhd.; dazu: eck-achtig ękətiχ Aach Adj.: eckig. PfWB Eck-ball ęk- SNfrk; ękə- LRip, Mosfrk, Siegld; ęgər- Saarl-Busend; ęgəbalχəs Kreuzn-Münster; ękbaləs Birkf-Idar m.: B.spiel; an den vier Ecken (Bäumen oder Stöckchen in der Wiese) stehen vier Spieler, ebensoviele innerhalb des Quadrats; die auf den Ecken werfen sich den B. zu; hat der andere ihn aufgefangen, so wirft er ihn weiter entweder auf einen andern auf den Ecken oder er wirft einen drinnen; die auf den Ecken müssen dann laufen gehen; der Getroffene drinnen wirft von einer Ecke nach ihnen; trifft [Bd. 2, Sp. 9]
er einen, so entlaufen die drinnen, u. der Getroffene muss von einer Ecke nach ihnen werfen; trifft er keinen, so muss er austreten; die gewinnende Partei bekommt die Ecken für das neue Spiel. Eck-batz Dür-Gey m.: die innere Seite des Hinterschenkels des Schlachtviehs. Eck-bauerches ęgə- Kreuzn n.: -ball. Eck-brettchen Allg. n.: Br., in der Zimmerecke angebracht, worauf Lampe, Bilder udgl. stehen. Eck-dielchen Simm n.: dass. Eck-kast -kās Nfrk m.: -schrank. Eck-kopf -kǫp MGladb-Odenk, Malm-Grüffl m.: eigensinniger Mensch. Eck-krähe -krō: Wippf-Engelsk Hardt f.: Schneegans, Kranich. Eck-pfeiler -pęi- Nahe m.: -pfosten des Fachwerkhauses. NRhWB Eck-pfosten -pǫst(ə) Allg. m.: dass. Papierene E. ein Haus auf dem hohe Hypotheken lasten Waldbr-Wildbg. De starke Kerl, de schmisst mim Schandarm E.pöste us ebd.; mer kennt E.ə met em enrenne so dumm ist er Rhfrk, Allg.; wenn dou et ni gläuwe wos, da laup mim Kopp tegen den E.! MülhRuhr. Eck-pinnen -e- Düss m. Pl.: die rechte u. linke Ecke beim Kegelsp. Eck-schacht -āx, Pl. -χ Aden, Wippf; -χ (Sg.) Köln-Ld; -ęit Sol m.: -pfosten. Eck-schaff -ā- Rip, WEif; -āp NBerg; -aft Siegld, Altk; gern -fχə n.: 1.a. –schrank, nach alter Bauart mit dreieckiger Rückwand, gerade in eine Zimmerecke passend; der untere Teil dient zum Aufbewahren von Esssachen, der obere Teil ist ein Glasschrank. — b. –brettchen, worauf das Kreuz u. eine Muttergottesfigur mit ein paar Blumen steht MGladb-Kleinenbr. — 2. übertr. a. einer, der einen Buckel, Höcker hat Dür. — b. kleine, alte, hässliche, verkrüppelte Frau; puckeleg, knubbeleg E. Eusk, Bo, Dür, Sieg-Hennef. Eck-spinde -pe·ŋ. Dür-Geich f.: 1. –schränkchen. — 2. Zeigefinger, im F.märchen. Eck-steil -ei- Bitb, Aden; -ī- Schleid, Bergh, Dür, Jül, Aach, Monsch, Erk, Heinsb, Kemp, Neuss m.: -pfosten des Hauses. NRhWB Eck-stein Allg. m.: im Kartensp., auch Raute genannt. Kreuzjiss mot E.! Ausruf der Verwunderung Daun. — Enen E.-Oss (Ass) häbbe einen Höcker Kref; Fuhrmann Gersch, E. Oss! Neckruf hinter einem Fuhrmann her Neuss-Büderich; en E.-Knaus dreieckiger Kopf Saarbr-Pflugschd. PfWB ElsWB eck-steinig Adj.: e. strecken Rautenmuster stricken Bernk-Dhron; en e. Duch helles Sommertuch mit Rautenmuster Kreuzn, Wend. Eck-steipe -tip Aach f.: -pfosten. Eck-stempel Prüm m.: dass. Eck-stollen -tǫl Aach m.: dass. Eck-stück -ø- Mörs-Wallach n.: grosses Stück Magerfleisch von der Aussenseite des Hinterschenkels. Eck-weizen -wēs Sieg-Westerhsn m.: Buchweizen. NRhWB PfWB Ecken-gucker Neuw m.: Spiel, bei dem die Kinder sich um die nächste Strassenecke entfernen u. nun mit langgezogenem Rufe E., komm! diesen heranrufen, um dann schnell u. [Bd. 2, Sp. 10]
ungesehen um die nächste Strassenecke zu verschwinden. | |