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Rheinisches Wörterbuch 
 
flau bis Flauer (Bd. 2, Sp. 573 bis 575)
 
  PfWB flau Rip, Berg, Nfrk flǫu [im Geb. der Schärfung flekt. -ǫ·u.ə]; doch stark durchsetzt mit -y, oft im selben O. die beiden

[Bd. 2, Sp. 574]
Formen; einige MA. unterscheiden -y 1 von -ǫu 2, z. B. Bergh-Hüchelhv [Klev -; Malm-Weywertz -yχ]; auch aus dem Mosfrk -ǫu Goar-Laudert Boppard OGondershsn, Kobl-Stdt Niederbg Weissenthurm Kaltenengers, Bitb-Rittersd, Wittl-Minh, Prüm-Mürlenb Elchr; -ǫ·u. Trier-Stdt; -ęi Koch-Stdt Adj.: 1. vom Menschen. a. matt, ohnmächtig, bes. vor Hunger, bei grosser Hitze, in folg. Konstr., nur präd.: Et es (wird, get) mer fl.; er es fl. wuərde Rip, Allg.; fl. falle Nfrk; fl. mache Dür; et wörd em bald fl. von Honger Kemp, Allg.; fl. wie en Jüdd Heinsb-Erpen. — Attrib. nur ein Beleg: Ene fl.ə Potentoət körperlich schwacher Mensch Geld-Straelen. — b. gleichgültig, lau; er es fl. en der Arbet, her schafft fl. Rip, Allg. — 2. schlaff Allg. a. vom Wind; ene fl.ə Wend.b. vom Wetter, schwül, drückend heiss; fl. Wedder; et es fl.c. von Getränken, fade; en fl.ə Köll fades Geschwätz Emmerich. — d. von Handel u. Verkehr; e fl. Geschäft; et G. geht (es) fl.3. zu weich, vom Stroh; et Strüəh es te fl. on te kott (kurz) Geilk-Üb.

flau-achtig -ęχtəχ Köln-Widdersd, Klev-Üdem, Rees; -ętiχ Grevbr-Kapellen Adj.: et es mer fl. ich bin der Ohnmacht nahe. Flau-müffel flymfəl Mettm m.: Stärkungsbissen. Flau-püllchen -pølkə Duisb; -ə MülhRuhr n.: ein Imbiss, den der nimmt, der nicht mit frühstückte, damit er nicht flau wird. flau-warm -ę-  Monsch, Aach, Eup, Dür-Winden Adj.: drückend w.

Ge-fläu Dür-Nideggen Sg. t. n.: Krankheitsanfall; flöck et G. om Lif han.

Flaude SNfrk, Eup, NBerg -·y.də; Heinsb-Dremmen Tüddern -ǫ·u.-; Geld, Klev, Rees -ǫutə; Heinsb-OBruch -təs Sg. t. f.: 1. Ohnmachtsanfall; en Fl. kriəge; en de Fl. fallen Allg.; de fällt ut en Fl. en de anger Elbf. — 2. scherzh. dumme Einfälle MGladb-Rheydt.

flaudig Neuw-Rengsd Adj.: ohnmächtig.

Flaue -ǫ·u. u. -·y., Pl. Dür f.: Anfall von Narrheit, Liebe, Krankheit; verrückte Idee, Laune; gecke Fl.ə.

Fläue -·y. Rip Sg. t. f.: 1. Ohnmacht. — 2. grosse Gleichgültigkeit.

flauen -ǫ·u.-, –·y.- schw.: 1.a. kränkeln; he wor at lang am fl. Bergh-Glessen, Dür-Birgel Langerwehe. — b. phantasieren, lügen Dür. — c. et flaut (mich för jen Oge) es flimmert, bei Schwächeanfällen Köln-Deutz, Aach. — 2. (meist negat.) zögern Eusk, MüEif, Monsch, abseits Wittl-Binsf; et hescht sich e wennig gezaut (geeilt) on gar net geflaut Monsch; de Lihrer flaut net lang on häut drop; net lang met enem fl. MüEif; du moss net fl. verzagen Eusk-Billig. — 3. langsamer, geringer werden; et Werk flaut; et flaut op der Fabrik uWupp, NBerg, Eup, Grevbr. RA.: Fangen de Dage an te fl.,

[Bd. 2, Sp. 575]
fangen de Fulen an te tauen (eilen) Elbf. — 4. nicks dröm fl. nichts drum geben (um Verletzungen, schwere Arbeit), es nicht beachten; he flaut no nicks jet ihm bleibt alles gleich; de flaut net vill deno (dröm) Köln, Bergh, Grevbr.

 PfWB ab- flauen: geringer werden, abkühlen, z. B. et es am a.; et Wedder flaut af; der Wöngk es afgeflaut Rip, Nfrk.

fläuerig MülhRuhr Adj.: et üs me soa fl. unwohl, ich bin hungerig.

Flauert -ət, Pl. -tə MGladb m.: verkommenes Frauenzimmer.

Flauig-keit -ǫ·u.əxkeit, –əχ- Eup, Aach, Kemp Sg. t.; flǫuheit, Pl. -tə Selfk f.: Schwäche, Ohnmacht.

Flauch I = Vogelbauer, üble Laune s. Flog.
 
 
Flauch II -ǫu-, Pl. -xə(n) Saarbg, Bitb, Trier, Wittl, Bernk f.: Notbrot, flaches Br., meist vom Teigrest, im Kuchenblech zuletzt in den Backofen geschoben, das schnell backt u. zuerst genossen wird, wenn kein Br. mehr vorhanden ist u. man keins beim Bäcker kaufen will, Flammkuchen; wammer mat dem Brut ze korz kommen, da bache mer en Fl. RA.: Den as met der Fl. ausgangen (ausgedohn) hat nicht viel Verstand Allg. Fl., den as got fir an (in) de Bauch Bitb-Hütting.
 
 
ab-flauchen Ahrw-Rech schw.: die Loden des Rebstockes, die nicht für Bogreben des nächsten Jahres in Frage kommen, auf mehrere Knoten stutzen.

Flaude s. flau.
 
 
Flauder -ǫud- Daun-Kirchw Sg. t. m.: breiartige, breite Masse, wie Kuhmist, Schlamm.

flaudern sch.: die Kuh flaudert mistet dünn.

Flauder-janes -j:nəs Wittl-Binsf m.: ein sich dumm stellender Mensch. Flauder-maus Wittl-Heckenmünster Heidw f.: Fledermaus.

flauen s. flau.
 
 
fläuen -·y.-, Part. jəflǫut Sieg-O u. NDollend schw.: umziehen, die Möbel beim Umzug transportieren. RA.: Dreimol geflaut es emol afgebrannt.
 
 
Flauer Goar-Steeg; lǫuər Goar-Neurath Sg. u. Pl. m.: Schmetterling.