| NRhWB Flatsch III, Flatschen Allg. [doch im SNfrk nur aus Grevbr, Neuss, MGladb, Kemp, Kref u. aus Düss bezeugt], u. zwar flat, Pl. -tə(n) m. (Rhfrk auch f.); daneben steht im Rhfrk, Mosfrk, Rip, OBerg -tə(n) Sg. u. Pl. m.; in Trier-Ld, Bitb, Prüm -āt, –ā:-, Pl. -tən f.; auch im Rip (Neuw, Sieg, Eusk) -ā:tə (seltener -ā:t), Pl. -ā:- u. -:- m.; -ęt, Pl. -tə f. Heinsb-Lümb; -ętən Sg. u. Pl. m. Wittl-Gladb, [Bd. 2, Sp. 565]
Koch-Ernst Lutzerath; -ats, Pl. -tsə Klevld m.: 1. meist in verächtl. Sinne, ein flacher dünner, oft weicher Körper, Brei, oft nur durch Hinwerfen, Vergiessen geworden u. ausgebreitet; auch eine ausgedehnte Fläche; en Fl. Dreck, Mist, Lehm, Spei, Blut, Botter, Käs, Fleisch, Wurscht; abgetrennt, z. B. en Fl. Haut, Spän Allg.; et sen Fl.ə Schnee gefalle dicke Flocken Saarbr, Allg.; he sägt, dat de Fl.ə flege vom Schnarcher MGladb-Rheind; setz mer net ze grusse Fl.ə op de Botz! Flicklappen Sieg-Ägid; Fl.ə em Gesech Hiebwunden Rip. — Im bes. 1. sachl. a. Kuhfladen, Kuhfl. Allg. — b. verächtl. grosses breites Feld Allg.; en gröussig Fl. mat Wess (Weizen) Saarbg-Winchering. — c. das Gebäck vom Rest des Brotteiges Trier-Welschbillig; Flätschken kleines Küchelchen Sol; kleiner, dünner Pfannkuchen uWupp; Flätsch (f.) dünne Brotschnitte Heinsb-Lümb; en decke Flätsch dickes Butterbrot Trier-Waldrach. — d. verächtl., meist Pl. -tən plumpe, breite Gliedmassen, u. zwar α. Hand. — β. Fuss Allg. — γ. dicke Lippe Koch-Lutzerath (-ę-). — e. verächtl. meist Pl. breite plumpe Schuhe Allg. — f. verächtl. schäbiger Hut Kemp-Waldniel. — g. grosse, breite dicke Bohne, vicia faba Neuw-Dierd, Grevbr-Hochneuk (f.); Flätsche Aden-Kempenich. — h. Pflanzenbüschel; s. Eierfl. — i. dat os en ale Flätschen eine altbekannte Tatsache, nichts Neues Koch-Lutzerath. — 2. auf Menschen übertr. a. der sich gern hinwerfende, breit hinlegende Mensch Saarbr. — b. ein aus der rechten Form gewachsener Mensch Geld-Kevelaer. — c. stets flat, gern -ā- u. -ā:- f. in die Breite gegangenes, dickes, unbeholfenes, faules, träges, unordentliches Weib Rhfrk, Mosfrk, Rip. — d. flat m. nachlässiger Mensch Siegld. — Ein anderes Fl. (Subst.) ist vom Verbum flatschen abgeleitet (s. d.). flatschen -a-, –ā-, –ā:-, –ę-, –-, je nach der Bed. (im einz. angegeben) Allg.; -ǫ- Heinsb, Erk-Merbeck, Kemp-Süchteln Waldniel; -ak- Monsch; -ats- Klevld schw.: 1. intrans. einen klatschenden Laut abgeben beim Hinfallen, –werfen nasser oder weicher Massen; beim Schlagen, Schiessen; beim Gehen durch Schmutz, beim breiten Auftreten [das Geräusch zweier flach zusammenschlagender Flächen bezeichnend Klev (-tsə)], z. B. et rent (regnet), dat et flatsch; ech hauen dech, dat et nur su flatsch; he tritt op, dat et flatsch usf. Rip, Allg. — Et flackscht es taut auf Monsch-Imgenbr. — Im bes. a. -a- mit klatschendem Geräusch herunterregnen, in Strömen giessen; hür es, wat dat (et busse) flatsch; der Ren flatsch (nider); et het gehüreg geflatsch Rip, Allg. [-ā:- Trier-Waldrach]. — b. -a- ebd. [-ę- Daun-Tettschd; -- Aden-Weibern, Bernk-Dhron, May-MMaif Rieden]. α. durch [Bd. 2, Sp. 566]
Wasser, Schlamm unachtsam, hörbar tratschen, darin mantschen, herumwühlen; mosste dann durch et Wasser (den Dreck) fl.; do beste aver noch ens derdurchgeflatsch, sich ens, wie de dech erusgemat häs! Rip, Allg. — Die Enten fl. im Wasser; die aufs Wasser aufschlagenden Schaufelräder der Schiffe fl. Rip, Rees. — β. mit breiten Füssen (Plattfüssen), auf breiten Schuhen, mit schwerem Tritte plump gehen; schwerfällig mit aller Wucht mit dem ganzen Fusse auftreten beim Gehen; nachlässig, schlürfend, bummelig gehen ebd. (nicht Nfrk, aber Duisb); lu emol, wie er doher geflatscht kommt Saarbr; angeflatsch kunn Rip, Allg. ; erogefl. (-ā:-) kommen Bitb; der Kerl kummt eringeflatscht, ohne onsekloppe Hunsr, Allg. — Bummelnd dem Trunke ergeben sein; dat Fl. moss mer bal ens ophüre! Dür-Winden; erimfl. müssig umhergehen Mosfrk. — γ. ungeschickt, lang hinfallen; lohin-, herab-, herunnerfl. Rhfrk, Mosfrk, Rip. — δ. zu fliegen versuchen, flattern, von jungen Vögeln Saarbr, Siegld. — Met de Flügele fl. schlagen Rip. — ε. gegen etwas hinklatschend anschlagen; et Water flatsch gegen et Over Düss, Klevld, Rip. — c. -ats- fehlschlagen, an der Nase vorbeigehen; dat es öm äwel geflatzt Klev-Calcar. — d. dat flatscht ower die Arbeit geht flott voran Siegld. — 2. absol. a. breit misten, von der Kuh; de Koh flatsch; ein breites Sputum auswerfen; wer hät he en et Zemmer geflatsch! Rip. RA.: Hohnderkack, en et Hemb (Hemd) geflatsch, sebbe (7) Elle lang, et Hus voll Stank! Spottr. gegenüber dem Langschläfer Dür-Langerwehe. — b. verschütten; du flatsch jo Rip, Rhfrk, Mosfrk, auch Düss, Mörs. — c.α. -ę- in die Hand klatschen Wend-Dörrenb. — β. -a- mit den Fingern schnalzen Saarl-Sprengen, Bitb-Mettend; -ę- Trier-Beuren, Sieg-Hoven, Waldbr-Wildbg, MülhRh-Ensen, Köln-Stdt, Grevbr-Spenr, Kemp-UWeiden Waldniel. — γ. -a- mit den Zähnen fletschen Merz-Saarhölzb, Bernk-Rhaunen; zornig sein, wütend anfahren Eup, Aach, hier auch de Mull fl. — δ. -a- mit Geräusch kauen, zerbeissen Kreuzn-Kirn; -ę- Köln, Mettm-Düssel, Mörs-Kengen. — ε. -a- die Augendeckel lebhaft auf- u. abbewegen Saarl-Hüttersd; gierig nach etwas hinsehen -a- Saarbg-Ayl, Sieg-Siegbg, Wippf-Engelsk; -ę- Bitb-Dahlem, Wittl-GrLittgen. — ζ. -ę- mit der Flätsche schlagen uWupp; -a- mit der Peitsche knallen Wittl-Meerf. — η. -a- schallend küssen Elbf. — 3. trans. a. die Türe, das Fenster toufl. zuschlagen Kemp-Süchteln. — b. eine Flüssigkeit hingiessen, verschütten; eine weiche Masse hinwerfen (Auswurf, Mörtel, Schlamm, Lehm udgl.), dass sie sich ausbreitet; den Lehm gent de Wangk fl.; wer hät den Klatschen dohingeflatsch? Rip, Allg. — Sich hinfl. [Bd. 2, Sp. 567]
unanständig, breit hinsetzen Mosfrk, Rees. — c. -a-, einen fl., ins Gesicht schlagen mit der flachen Hand Allg.; auch Nfrk, Klevld (-ts-) [-ę- Bitb-Geichl, Kemp; -- May-Rieden; -ā- Kobl-Waldesch; -ā:- bei lang ausholendem Schlag Rip, Prüm; -a- Saarl-Roden]; enen fl.; ek sall er dech ens e paar öm de Uəhre fl. Kemp, Allg.; ek flatz ow om de Ohre Klev; dau gescht ze gots geflatscht Merz; enem en fl.; he krig en geflatsch; dropfl.; op enen fl. Rip, Allg. — Sich fl. die Oberhaut des Körpers wegschneiden uWupp (-ę-). — d. -ę- einen Baum fl., anhauen, einen Teil der Rinde abhauen, bes. als Zeichen, dass er zum Fällen bestimmt ist Rip. — Kille fl. dürre Äste herabziehen Saarbg. — e. absol. u. trans. -ę-. α. mit losem Pulver schiessen; mit dem Florbert sch.; wenn das Zündhütchen allein abbrennt, vom Versagen des Schusses Rip, OBerg, Heinsb-Kirchhv, Kemp-Süchteln, Düss; no em Kegel fl.; Sprole (Stare) fl. gohn; den han ech geflätsch (weggefl.) Rip, Allg. — β. mit dem Flitzbogen schiessen Köln; mit Steinen aus einer Schleuder werfen Köln-Ehrenf. — γ. mit untergelegtem Daumen den Klicker schnellen Trier-Waldrach, Bernk, Ahrw, Rheinb-Meckenh, Mettm-Vohwinkel; ech han ene Häuer (Kl.), de kann et; de flätsch se all fort Rheinb-Meckenh, Allg. — δ. etwas schnell durch die Luft werfen, bes. flache Steine über eine Wasserfläche, dass sie mehrfach aufhüpfen Trier-Braunshsn, Daun-Neroth, Sieg-Ruppichteroth, Düss, Mörs-Utfort; Botter fl. Ess-Kupferdreh; flatschjes Siegld-Hilchenb. — f. -ę- Kemp; -a- MGladb-Helenabrunn, Kref-Fischeln; -ats- Geld-Kevelaer Aengenesch, Klev-Üdem: die obere bewachsene Ackerschicht umgraben oder umpflügen; das Stoppelfeld, den Kleedriesch flach pflügen, meist ömfl.; den Mest onderfl. — g. absol. u. trans. -a- (Tabak) kräftig rauchen Birkf-Idar, Wend-Dörrenb Pfeffelb, Ottw-Uchtelfang, Merz-Saarhölzb, Saarbg-NLeuken; -ę- Saarl-Roden, Merz-Stdt, Trier-Heidenbg; dau flätschs och emmer un (an) der Peif; hen raucht, dat et flätscht; vill Sigare fl. — h. absol. u. trans. (dies aber nicht allg.) -a-, oft -ā- (dies bes. zur Bezeichnung des langen Geschwätzes) die Zeit durch müssiges Reden verbringen, über andere schwatzen, Übles weitererzählen; auch etwas fl., antragen (doch nicht allg.) Simm-Argenth, Koch-Kaifenh Treis, May-Monreal Ochtendung (-ę-), Aden-Langenf, Neuw-Rodenb Leutesd (-ę-), Altk-NFischb, mSieg, Berg, MülhRh, Köln, Neuss, Mörs, Ruhr; -ats- Klevld; häste et van mi geflatscht Gummb, Allg.; ebbes herausfl. unüberlegt aussprechen Bitb. — Abl.: die Flatschərei, dat Geflatsch, der Flatscher (Angeber), sich zerfl. PfWB ab- flatschen: etwas a., in breiten Stücken abhauen Rip.aus -flatschen: usgeflatschte Schohn [Bd. 2, Sp. 568]
ausgetretene Schuhe Koch-Clotten.be -flatschen: 1. etwas (sich) b. a. beklecksen mit Tünche, Wasser Sieg-Ägid Rhönd, Mettm (-ā-), Rees (-ā-). — b. behauen Neuw-Datzeroth. — 2. einen b., beschwätzen Sieg-Ägid, NBerg. nach -flatschen: zum Spott jedes Wort nachsprechen Mörs-Utfort (-ę-), Koch-Müllenb (-ā-).um -flatschen: die obere bewachsene Schicht des Ackers leicht umpflügen Kref (-a-), Kemp (-ę-), Geld (-ats-).ver -flatschen: die Schuhe v., aus dem Gefüge treten, draufmachen Ottw-Merchw.zu -flatschen: zuschlagen mit Federkraft Allg. PfWB LothWB flatsch I [Selfk -ā-], auch flattĭχ Allg. Schallwort als Interj.: klatsch! Ein vorlautes Kind, das sich in ein Gespräch Erwachsener einmischt, wird mit den Worten zurechtgewiesen: Wart, bis die Kuh scheisst; dann säsde (sagst du): fl., de Haf (Haufen) is mein! Simm-Laub, Daun. He hät ene Gangk an sich wie fl., fl., driss en de Bach MüEif. De Känner (Kindern) kun die Wöter (Wörter) us der Mul, bie der Koh der Dräss (Driss, Kot) us dem Arsch; fl., da sin se do Neuw-Asb. Fl.; do häste enen! (Schlag); fl.; do fel he hin Rip, Allg.; fl. dibumm! Saarbr; doə kreg er ne flatschedeflatsch över de Bucksebom (Hosenboden) Prügel; dat gung flatscherdeflatsch (-ā-) beim Klatschen mit der Peitsche; doə kreg er se flaterteflatsch, um die Ohre Selfk. flatsch II -t Kref, Kemp, MGladb; -ts Geld Adj.: 1. breit, flach u. dabei weich; fl. Uəhre lappige Ohren; flats gebacke ist missratenes Backwerk oder beim Brennen im Ziegelofen auseinandergelaufener Ziegelstein, ein aus der rechten Form gewachsener Mensch. — 2.a. so fl. erauskomme breit in der Mundart sprechen Wend-Dörrenb; suə fl. en de Mul sen geschwätzig, redselig Kemp-SPeter. — b. fl. sen verwirrt, perplex MGladb-Rheind. Flatsch, -t, Pl. -tə(n) [-ts Geld-Sevelen] m.: 1.a. klatschender Fall einer weichen Masse; Schlag auf eine solche; er hot sei Fl.ə krit Hunsr, Allg.; gej kriegt glick en Flats (an't Gesecht)! Klevld. — Ein Guss Wasser Rip; eine vom Wasser ausgehöhlte Rinne Mörs-Xanten (-ts) [flǫt Schlag, Stoss Heinsb-Kirchhv, -ę- schwacher Schlag, Hieb, Schuss Sol]. — b. Geschwätz, Klatsch; sengen Fl. halen Allg. — Mit Trinken verbundener Bummelgang Dür-Winden. — 2.a. Überraschung Eusk-Zülp. — b. Kuss Elbf. — 3. -ǫ- Heinsb; -a- MGladb-Neuverk: einer, der nicht ganz gescheit ist, geistig Minderwertiger. — Im übrigen sind die Abl. verbr. wie die zugehörigen Bed. des Verbums, was auch für das folg. gilt. Flatsch-arsch Sieg-Fussh m.: Anträger. Flatsch-beck Gummb-Lautenb m.: dass. NRhWB Flatsch-beil Rip (Sieg, MülhRh, Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo), Düss, Mörs-Rheinbg (-ts-), Dinsl (-ts-) n.: [Bd. 2, Sp. 569]
breites Zimmermannsbeil mit seitlich gebogenem Döllauge zum Abschälen der Rinde u. Schwarten, zum Behauen der Baumstämme, des Bauholzes. RA.: Ein grobes Gesicht es wie met em Fl. usgehaue; de es mem Fl. usgehaue plump, ungeschlacht; zurückstehend in der Kultur, närrisch. Flatsch-beutel -bęidəl Bitb-Geichl NWeis m.: weichlicher, kraftloser Mensch. NRhWB Flatsch-bogen flętə- Trier-Stdt Olewig, Wittl, Bernk-Neumag m.: selbstgefertigter Flitzbogen der Knaben. Flatsch-bohne -bu·n. Bergh-Elsd, Koch-Laub; -ętə- Trier; -ā- Bitb f.: dicke B., vicia faba [Wollbohne Berg-Elsd]. Tunn (Anton), dau al Fl.! Flatsch-bruder -ō:- Dür-Winden m.: einer, der bummelt u. dabei trinkt. Flatsch-eule flāt·y.əl (s. S.) Sieg-Fussh Leuschd, Waldbr, Gummb f.: 1. Nachtschmetterling; kleine weisse Motte, die abends ins Zimmer kommt; Kleeeule. — 2. Fledermaus Altk-Birkenb Eichelhardt, Waldbr-Dattenf. Flatsch-fladen Saarbr m.: Käsefladen. Flatsch-grete -grit Koch n.: unordentliches Weib. Flatsch-hand Saarbr, Ottw, Eusk-Rheder f.: verächtl. breite, tappige H. — Flätschhängkche drive beliebtes Gesellschaftssp., das noch heute regelmässig am Abend des Kartoffelerntetages von allen an der Ernte Beteiligten gespielt wird; ein Mädchen setzt sich auf einen Stuhl, ein Bursche oder Mädchen bückt sich, legt den Kopf in den Schoss des M., das die Schürze ihm über den Kopf deckt; der Geblendete legt beide Hände mit der Handfläche nach oben auf sein Gesäss, und die Mitspielenden stehen im Halbkreis um das Paar; plötzlich schlägt einer mit der flachen Hand auf eine der Hände des Geblendeten, der nun das Recht hat, emporzufahren u. den Täter zu bezeichnen; rät er den Täter, so kommt dieser an die Reihe, andernfalls muss er sich wieder schlagen lassen MülhRh-Overath. Flatsch-hannes Dür-Derichsw m.: ein Fussballspieler, der unüberlegt auf den Ball losstösst. Flatsch-huhn -ō:- Waldbr-Windeck n.: schwanzloses H. Flatsch-hut -ō:- Grevbr, MGladb, Erk m.: weicher Filzhut, der schon in Mitleidenschaft gezogen ist. | |