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Rheinisches Wörterbuch 
 
Finger bis Fingerspitze (Bd. 2, Sp. 466 bis 474)
 
  NRhWB Finger Rhfrk -i- [-e- s. finden]; Mosfrk -e·ŋ.-; WMosfrk n. Mos -u-, –a-, –ǫ-, –ę-; Rip -e-, –ę-, –ø-, –-; SNfrk -e-, –ę-, -ø-; w. Heinsb-Süsterseel Saeffelen -i-, auch MülhRuhr; Klevld -e-; Pl. wie Sg., selten -ərə, Klevld -ərs m.: wie nhd. 1. der F. schlechthin Allg. [im Selfk steht für F. schlechthin mehr dūmə]. RA.: Dat kost fönf F. on ene Greff weil es gestohlen wird Rip, Allg.; dat hät he met f. F. krege ist gestohlen Mü-Eif.; dat kunnt hea sich schung on de f. F.ərn ofziəhlen Bitb, Allg.; em f. F. an (in) et Gesicht gen mit der Hand ins Gesicht schlagen Bitb; ich mol dir f. F. en et Gesech! Düss, Altk; of emol kommen dir f. F. un (an) de Backen geflug, dat de mens, et wir en ganz Hand! Drohung zum Schlagen Saarbg-Greimerath. Dau lecks noch all de zihn F.n derno Trier. — Kas mi drei F. afhaue! Beteuerung Meiderich. — De F. brennt (bröht) bei Vereiterung; de F. kloppt; de F. wird gebäht; de F. singelt (brimst) bei Frost Rip, Allg.; de Worm (Fit) em F. han den Umlauf Allg.; Schöpen an de F. han lange Nägel Rip, Allg. Wat notz et, dat mer sich de Näl rack vun de F.ə käut? Köln. — F. wie en Hiəwann lange F., — en Nihəsch (Näherin), — en Kirchendief, — Graffeln (Griffel) Bitb, — Klöppele (grob) Rip, — Würschkes Kemp, — Frankforter Würschtcher Neuw-Dierd. — Adelige F.ə feine Hände Rees. — Den hot lang F. stiehlt gern; dem sein F. se (ze) l.; l. F. machen Eif, Allg.; kromm F. maken (häbben) Gummb-Wasserfuhr, Mörs-Neuk. Do mach ich mer ke F. kromb strenge ich mich nicht an Ottw-Wiesb. De F. kuərt (kurz) halen bei sich halten Bergh-Heppend, — strack h. nichts stehlen Gummb. He hät kein Rauh, bes im de F.ə glich lang sind bis er tot ist Köln. Lang Näl, faul F.n Trier-Mehring. Mei F.ə semmer su steif fir lauder Kält; eich kann bal ka Put mih mache Westerw, Allg., — dat ech ken Klau mih regen kann Sieg-Sücherschd. — Namen der einzelnen F. De Daumen, de fischten, de möttelsten, de Rangk-, de klane F. Bitb; Dumm; de grote F. (Zege-), Meddel-, Gold- (de viert F. MüEif), klene F. Mörs, Allg. In den F.märchen der Kinder führen sie besondere Namen. Deimchen klappert wie en Bemchen; Leckerspess leck alles, wat ze lecken es; Mettelchen alles, wat ze metteln es; Goldschmid alles, wat ze schmiden es; klen, kl. Benchen Daun-Demerath. De Deimling is in de Bore gefall, de Fingerling hot en rausgezo, de Langemann hot en in's Bett gelet, Michel hot en zugedeckt, 's kle Bibche hot alles iwer sei Modder gesat Simm-Ellern. Hanəfen Tünchen, de decke, fiel en de Bach; h. dat spötz Kläs-chen

[Bd. 2, Sp. 467]
zug hen herus; h. klen, deck Hännes-chen botzt hen af; h frech Feldhöhnchen drug hen hem; h. klen, schmudelig Dörəs-chen gung un klatscht senger Muder et Prüm-Ormont. Dümmling wor in't Water gefallen, Lakemann wor gekommen; Fingerling ös geschwommen; Tünnes hat öhm rutgetrocken, on et Stüppken het öhm afgedrög Mörs-Repelen. Dümmlengk ös en ne Pötz gefalle; Lecksplöss hät en erusgeholt; Langkmann hät en no hem gefahre; Johann hät en enne Bett gelet, kle Ditzche hät et senger Mo gesat Dür-Bergst. D. woəl schlopen gohn; Landmann woəl wat eten; Kochmann sag, wo es dann wat; Johann sot (sass) henger de Düər on ot (ass) sek wat; klen Pipmüsken sog (saugte) am Fläschken Barm (u. so viele Var.). — Auch ohne besondere Bezeichnung der einzelnen F. Das is der Daume, der fresst ger Praume, der sat: wu geh mer se holle; der sat: im Paschtor si Garde; der sat: wart, w., ich gehn em Herche son Saarbr-GRosseln. Der lo kleddert uf de Bam, de lo bring de Lerer, de lo bringt's Kärbche, de lo hebt se uf, un der lo frisst se allegar Bernk-Hottenb. Das is der Schullehrer, der schneid die Stecken, der rafft sie uf, der dräht se häm, der krit die Schläh alle ganz allän Wend-Steinb. Deə wor e jene Bösch gegange, deə hau ene Has gefange, deə hau em no heəm brat, deə hau em gebroəne, en deə hau em verroəne Aach. De kockt, de stockt, de breckt Hot (Holz), de schöppt ut, on de frett alles ut Nfrk. De giht Gromberen rafen, de schellt se, de rappt se, de backt se, on de fresst se Mosfrk. — Auch ohne Märchen werden die Namen einfach hergesagt: Kleindingk, Goldfink, Langenbrink, Wintäpper, Luseknäpper (Daumen) Rees-Ringenbg. Dumendick, Wisert, Langemann, Goldmann, Dümelingsken (Knickerdümken) Ess. Dömmelengk, Leckfenk, Langkmann, Juhann, kle Dibbeditzche Dür. Dommeleng, Fengerleng, Waldmann, Godemann, Piphahn Sieg-Rhönd. Mit dem kl. Finger beginnend: Klelinger, Goldf., Langhannes, Konzepter, Leisknicker Simm-Argenth. Klene F., goldene Ringer, langen Mats, Dippelecker, Lausklickert Merz-Nunk. Kleindeng, Goldfeng, lange Mäker, Wintäpper, de decke Luseknäpper Rees-Brünen (u. so viele a. Var.). — Im einzelnen kommen folg. Bezeichnungen vor (s. d. W.) α. Daumen. Daumen, D.finger, Dum-mann, Daumling, Daumendick, Läusknicker, –knickert, –klicker, –knäpper, –knöpper, Lötschert, Schlüppf. β. Zeigef. Fingerling, F.mann, F.steck, Jingling, Spesseling, Spetzerling, Spetzenick, Weisef., Düppenlecker, –schlecker, –schmän(d)er, –flicker, Leckf., –fing, –fink, –spiss, –spitz,

[Bd. 2, Sp. 468]
Fettfink, Lutschf., Schnösel, Schreibf., Konzeptor, Weinzäpper, Hännes, Johannes, Eckspeng (-spind). γ. Mittel f. Mittelfaust, –mann, Metzef. –kengkche (-kindchen), der langen, Lang(e)f., –baum, –mann, –mattes, –hannes, –helmes, -schwänzchen, –häppchen, –mäker, Langling, Landmann, Grossmann, –hannes. δ. Ring f. Ringeling, Goldringel, goldene Ringer, Goldf., –feng, –schmid, –mann, Johann, Jann, gode Jann, Michel, Jaköbchen, Jäbchen, klen Jäckchen, Juchem, Jüppchen, Hanettchen, Julian; Halflangen, Langhals, Stangmann, dere (dürr) Mann, Wiesbaum, Schneider, korze Frau, Korzemann, kle Jüfferche, Stuppteis, Fickfack, Fillefack, Flickflack, Wuppert, Topert, Graukopp, –häns-chen, –katze, Furfess-chen, Hippchen, gode Mann, Jagdhund. ε. kleine F. Klenfinger, –linger, –ding, –mann, klenen Deiwel, — Spitzbübchen, — Fresspanz, — Pompsack, — Rittersmann, — Schelm, — Witzmann, — Schnippschnapp, korte Steck, Stiefelschisser, Stubenschisser, –rütscher, Schustermännchen, Nikläs-chen, Benjamin, Ditzchen, Ditzenmann, Dibbeditzchen, Pipe-, Diddel-, Make-, Labbe-, Klappe-, Gubbe-, Knilbe-, Kebeditzmann, Didichen, Bupsesack, Dibes-chen, Dibessendibes-chen, Düppchen, Dibbesdabbes, Dubbeteis-chen, Stüppchen, Stubbes, –ərt, Stumpes, Knubbes, Küətel, Bünzelchen, Knirps-chen, Mekes, Butzhäns-chen, Fippchen, Fippopp, Fizchen, Fitzef., –mann, Pipef., –mann, –ditzchen, –han, –mats, –hans, Pimperling, Pimpelemännchen, Wibbeling, Wibbelewippchen, Quickstert, Knipp-, Sterzel, Fickssterz, Schnippschnapp, Winkes, Pitzmännchen, Kink, Pink, Klinkes, Kleimchen, Pöərzchen, Schmetskäppchen. — Verschiedene RA.: Et geht him wie de klenge Kanner; wann mer enen de F. get, dann hätten se ger de ganz Hand Bitb, Allg.; wammer em e F. langt (git, reck), da wellt en de g. H. ebd., Allg.; wann me de F. geft, dann mene se de g.ə H. Mörs-Xanten. Makt es en Fust, wej (wenn du) gen F.s hät die erforderlichen Mittel fehlen Klev, Rees. — Öm wassen (wachsen) de F. er ist ungeduldig Schleid-Hellenth. Die Frau hät de F. nom Gripen stonn ist arbeitsfreudig Sol. Dem dohn die F. net mih wih er ist gestorben Sieg. Halt de F. drop! halte fest dran Allg.; hal deng F. bei dir; he kann de F. net bei (an) sech hale er stiehlt, betastet obszön Rip, Allg.; wu neist as, ka mer de F. got halen nicht stehlen Wittl-Binsf. F. von de Belder! F. weg! Grevbr-Wickrathbg, — vom Abzug! Bernk-Andel; lot de F.s dervan! Nfrk, Allg.; loss deng F. va gesente (gesegnet) Sache! ein Mädchen zu einem, der sie knutschen will Rheinb-Hilberath.

[Bd. 2, Sp. 469]
En alles (üverall) moss de de F. han (steche han) Rip, Allg.; de muss sein F. üwerall lafe lossen Merz-Saarhölzb. Verbrenn dich de F.ə net dra! wenn du vor Schaden bewahrt bleiben willst Aach, Allg.; hätt der Bauer et Kraut gekannt, da hätt en sech de F. net verbrannt Aden-Borler; der Faulenzer hat sich de F.ə verbrennt an de Arwet, well em die Schipp glihdig wor is iwerm Schippe Saarbr. De F. no jet lecke nach einer begehrenswerten Sache Allg.; et hat esu got geschmacht, ech ha mer de F. alt geleckt Malm-Vith; do sall mer met alle F. no lecke Köln. He bitt sich liewer en F. af, es dat he en Penneng utgif MülhRuhr, Allg. He krimmt (wegt, quetscht) ke F. faulenzt Bitb, Allg.; der gräuelt, e F.che opzehewe Wend. Enem en F. machen mit dem F. drohen Allg. Ke F. nass machen sich nicht bemühen Bitb, Verbr. Wen wöll Flih fänken, muss de F. nass m. Trier-Schleidw. Ech botz der gleich de F. en't Gesicht of! Drohung zum Schlagen Saarl; de F. of de Backen afmolen Altk; glick fühlste min F.s! Mörs. De F. strecke schwören Rhfrk, Mosfrk; de F. opböre Nfrk; de F.ə opsteəke Selfk; de kret de F. an (in) de Hüh ze strecken Prüm-Burb. Ne F. langs de Nas stippen an die Nase legen Schleid-Hellenth. De suckelt de F. er ist sehr arm Merz. F. falls! Ausruf der Kinder beim Klickersp.; der Kl. ist nicht geschossen, sondern gefallen; es gilt also nicht Elbf. — Me kann och ene F. em Arschloch zerbreche Bo, Rees; wer en Oglöck ha soll, kann nen F. em Arsch terbreken Sol; de micht mer kene F. kromm em A. Kobl-Bend. (s. weiteres bei Arsch). A.: Ech ho ke Kleppel fer drop (auf das Vieh) ze schlohn. B.: Da stech er alt e F. hanner eran! Bitb-Kyllbg. We en Onglöck sall ha, deə brecht ene F. e jen Spinat Aach, Dür, — e jene Risbrei Aach, — in de Papp Rees-Ringenbg. — en der Westenteisch Ahrw, Schleid. Steckt ow F.s nit in andermanns Kalk! Klev. De wet (weiss) der F. en der Zupp to halde Nfrk. Kene F. en de Äsch steke, ohne te froəge sehr unselbständig sein Kref-Linn (s. Asche). De F. om richtige Loch (em verkihrte L.) han (nicht) richtig beurteilen Eusk, Wend, Saarbr, Ottw, — en et reite Loək Kref. Eich halen em ke F. an't (ins) Maul traue seiner Ehrlichkeit nicht Trier-Mehring. Stech mer ens ne F. en de Mul un süch, of ich geck ben! Köln. He süppt wie e nöchter Kolf on hät gene F. vandohn (nötig) damit das Kalb saufen lernt, steckt man ihm während des S. einen F. ins Maul Geld-Leuth; dem bruckste kenne F. te halde er trinkt gern MGladb-Giesenk; de brocht de F. net Prüm-Ihren; de Kerl seift ohne F. Altk-Birken.

[Bd. 2, Sp. 470]
De F. met Ring gezert (geziert), dat Brot met Berekraut geschmert! Goar-Gondershsn. — Mit Präp. An de F. lutschen (sugen) Rip, Allg.; dat kannste der on de F.n ofzehlen! Bitb, Allg.; loss dech net an de F. hollen! tue deine Pflicht Prüm-Rommersh.; dem blift alles an de F.ə kleve er stiehlt Schleid, Allg., — hangen, blos gen wärm Iser en Möllesten Geld-Issum; an dreckige F.ə blif vill hange Köln; de hot ebbes an de F.ə ist reich Zell-Pünderich, — Knöpp an de F. Bergh-Königshv; dot Mädchen hät a jede F. en Freier Allg. Enem op de F. kloppe entgegentreten Rip, Allg.; dem moss mer op de F. sehn (gucken, passen) Allg.; op de F.n erof (herab)zehle kennen um eine geringe Zahl auszudrücken Bitb; dat konns de der doch op zwei F. zälle doch leicht merken, dass dieses so kam Monsch-Rohren, Rip; der brauch net of de F. ze kucke ist reich Koch-Bremm.; de kann om F. flöten Remschd. Dat han ech mer äver och net us dem F. gesoge (gezoge, getrocke) Rip, Allg.; aus de F. melken nicht mit der Faust Verbr. Enem jet durch de F. sehn (kicken, kucken, loten gohn) Allg.; e guck durch de F. ist nicht so strenge Mos, Allg.; dat geht alles durch seng F. Hände Rip, Allg. He hät sech selvs en de F. geschnidde Rip, Allg.; leck mich för zwei Penneg en de F. geschnige! abschläg. Antw. Jül-Tetz, Düss-Gerresh.; haste dech net on de F. geschniden? fragt man, wenn beim Teilen einer Speise der Teil klein ausgefallen ist Koch-Laub; doə sall ich mich wahl för en ene F. bisse! ich werde mich hüten Aach, Rip; enem jet en de F.ə däue ihn bestechen Rip, Nfrk; wer dem en de F. geröt, es verspellt Rip, Allg.; wat de en de F. krit, es verlore Rip, Allg.; su bal he seng Sach en de F.ə krit erbt Rip, Allg.; de kann och ken Geld in de F.ə hale Rip, Allg.; et früst (friert) em nit en de F.n dem, der schnell Geld ausgibt Berg; et kribbelt mer en de F. ich empfinde den Drang, zuzuschlagen Rip; de hät net en singe ganze Kopp, wat de en senge F. hät Rip, Allg. Mom F. keiwe drohen Aden-Weibern; he lügt, dat mer et met de F. gripen kann Nfrk, Allg.; dat kammer met F.ə föhle Köln; he es esu satt, dat e met dem F. dran föhle kann Ahrw, Rip, Nfrk; hen os esou voll, mer kann mot dem F. dra rihren (an den in der Kehle steckenden Alkohol) Prüm-Ihren; mat den F.ən von ebbes bleiwen Bitb, Allg.; blif met de F.ə van der Höitskiəs (Schweinesülze)! den Mädchen von den Brüsten Aach.; mer muss net mat F.n of de Legd (Leute) weisen Bitb; möt de F.ə kiken (sehen) alles betasten Kref. Den kammer öm de F. weckele (drihe) Rip, Allg.

[Bd. 2, Sp. 471]
Ne kranke Lapp om ne gesonge F. Scherz Kref-Fischeln. Gras unner de F.ə wachse losse faul sein Ottw-Wiebelsk. Et fällt öm van de F.s as de Schuster et Peck er ist geizig Klev. Den hät ebbes zweschen den F.n ist reich Merz-Merching. — F. als Mass; et as grod nummen esu bret wie e F. Bitb, Allg. RA.: Beter en F. lang Geschäft as en Arm lang Arbeit Ruhr, Rees. Lecker es mar en F. langk die Befriedigung der Gaumenlust ist ein sehr kurzes Vergnügen Klevld (F.lang auch Zs.). An enem F. wor et, on he log do beinahe Rip. — Rätsel. Tihn Töntelönte trocke Pommelsack den Berg herop; roje, r., wat es dat? die 10 F. der beiden Hände ziehen den Strumpf das Bein herauf Geld, Rees. Et es net on wiərd net, on wemmer op de F.ək ick, da süht mer et die F. sind und werden auch nicht gleich lang Schleid-Wollenbg. Wann es 5 — 5 = 5? Wenn man von den 5 F. der Hand die 5 Fingerlinge des Handschuhs abzieht Bernk-Graach. Wat hot mer on der rechte Hand, wenn mer iwer de Brick geht? Antw. fenf F. ebd. — Kindersp. Man hakt die F. der rechten Hand um die gleichnamigen der linken H., die H.rücken sind dabei einander zugekehrt; dann dreht man die Hände nach innen, so dass der Daumen der rechten H. zwischen Daumen und Mittelf. der linken H. herausguckt und spricht dabei: Schluff, Pantuff, Stivvel, Schohn, setz Pastur om Predigstohl Bergh-Blatzh; Emmer, Wasser, St., Sch. ... Aach; twee Beginnekes Water halen, tw. B. pompen, hohg op de Klompen, leg (niedrig) op de Schuhn; ragt dann der Daumen der rechten H. zwischen D. und Zeigef. der linken H. heraus, Poater in de Prekstuhl (man bewegt nun den D.), prek (predigt) van Appelen en Ek (Essig), van Melk en Beschüt, en de Prek es üt Emmerich; twie B. Water dragen, tw. B. pompen, huəhch op de Klompen, leəg op de Stompen, Annemarie, Sabel op Si (Seite), Spellmon ös verdronken Kemp-SPeter; zwei Mädche gingen Wasser holen, zw. Jonge dähte pompe; da guckt de Pastur zum Fister eraus un sat: Goden Dag, ihr Lompen Mos. Mit Daumen und Zeigef. einen Kreis bildend, lässt man einen anderen einen F. hineinstechen: N. schmeiss et Herrgöttche (Zeigef.) us et Bett (Mittelf.) on let (lässt) der Düvel (Goldf.) dren Grevbr-Hochneuk. Ein Knabe bückt sich, das Gesicht nach der Wand; ein anderer streckt einen F. in die Höhe, den dieser erraten soll: Dipper-dapper, welcher F. steht? hat er nicht richtig geraten, dann heisst es: hättste den Daume (oder je nachdem) gerode, dann brauchste dech net ze becke, worauf er mit Fäusten bearbeitet wird Bernk-Zelting; bombele, b., Howerstrih, bi vill F.

[Bd. 2, Sp. 472]
stih Koch-Poltersd u. sonst Mosfrk (s. Bock, Horn). — Beim Beiern singt man: menge Daume, m. F., m. Ellenboge, kriste m. Schwester, wiərschte me Schwoger Rip. — Mädchen, denen die F.gelenke knacken, bekommen einen Mann Kemp-UWeiden. — Volksbr. Zur Bekräftigung des Gesagten legt das angeredete Kind seine Zeige- u. Mittelfinger der einen Hand gespreizt quer über die der andern Hand; in die Öffnung zwischen den F. muss nun der Bekräftigende seinen Zeigef. von oben herunter hineinstecken Bitb. — 2. besondere F. a. der klene F. wie nhd. RA.: Göfste den Deuvel mar de kl. F., so hätte bald de ganze Hand Kref. Enen um de kl. F. wickele kinnen Bitb, Allg. Mih em kl. F. han, wie en anderer en der ganze Hand Rip, Allg. Menge kl. F. däht ech dröm gen, wann ... Sieg-Ägid. Mei kl. F. hot mer et gesot Bitb. Wie alt bist du? scherzh. Antw.: So alt wie mein kl. F. Allg.; Rückantw.: stech en in den Arsch, dann werschte en Johr jinger Simm-Schlierschd. — b. der grote F. Mittelf. Geld, Zell. — c. witte F. Geschwür am F. Eup-Herbesth. — 3.a. F. steht für ‘Hand’; so sagt man stets de F. wäschen die Hände w.; auch in den o. RA. tritt dieser Ersatz oft hervor. — b. der F. des Handschuhs Allg. — 4.a. sachl. übertr. ve·ŋ.ərχə die der glatten Seite des Spielknöchels gegenüberliegende S. Eup-Raeren; vę·ŋ.ə Eup-Moresnet Walhorn. — b. persönl. F. nöchst dem Dümken Lieblingskind Lennep-Radevormwald.

 PfWB  ElsWB  LothWB finger-breit  (s. S.) Allg. Adj.: wie nhd. PfWB  LothWB finger-dick  (s. S.) Allg. Adj.: wie nhd.; de hät et f. eiter de Uəhre Kemp; f. schmeren Allg. Finger-dopp -ǫ- Wippf m.: -spitze. Finger-flöte -vlt MGladb-Rheind f.: einfaches Röhrchen, das unten mit einem Finger zugehalten wird. Finger-geschwell -ę·l. Eup-Herbesth n.: -geschwüre. Finger-haar -:- Trier-Fell n.: Hautstreifen an den Seitenrändern der F.nägel. PfWB  ElsWB Finger-handschuh -hęnt usf. (s. S.) Allg. m.: H. mit Fingern im Gegensatz zum Fausth., Wante. finger-hoch  (s. S.) Allg. Adj.: wie nhd. NRhWB Finger-hut (s. S.) Allg. [Bitb fa·ŋ.ərūt; dass das Grundwort ‘Hut’ bedeutet, ist dem Sprachempfinden verloren gegangen] m.: 1. wie nhd. RA.: Der Hut setzt wie e F. of er Kohlrab Birkf-Idar. Dat es mär ene F. voll sehr wenig, z. B. ein Schnapsgläschen, das sehr wenig gefüllt ist Aach, Allg.; de drenkt su winnig, mer könnt et all en en F. dohn Rip, Allg. We versuffe sall, de versüff en em F. met Wasser Köln. Huregut geht en e F. Saarbr-Sulzb. Rätsel. Wat es noch klenger als en Mus en hat miəh Fenstere als et Stadthus (Borghus)? der F. Aach, Dür; klener wie en Maus, gresser wie en Laus, hat meh Fistere wie det Herehaus (Förschtenhus Waldbr)

[Bd. 2, Sp. 473]
Bernk-Wederath; ech wess (weiss) dusend Finstere on kann doch dorch kent (keines) luren MülhRh. Wat es der klenste Hut? der F. Bernk-Graach. Welcher Hot passt op kenen Kopp? Daun-Strotzbüsch. Innewennig en Loch, ausserwennig viel Lächer? Bernk-Talling. Et geht ebbes iwer de Brick mit neinunneinzig Aən (Augen) Meis-Medard. — 2. übertr. a. Pflanzen. α. Büschelglocke, campanula glomerata Koch. — β. blauer F. pfirsichblätterige Glockenblume, camp. persicifloria Daun, Simm u. sonst verbr. Blaue, bl. F., hei (hätte) ech ene Mann, dat wör wahl gout; Bloume en de Gardes, Rosen alle Dages; wat bat (nützt) mech all mi Gout on Geld, wenn mich de Mann tu de Hirot fehlt? Reigensp. Kref (u. a. Var.).γ. der rot F. digitalis Birkf, Allg. — γ. Rittersporn Rheinb-Wald. — δ. Blüte der Herbstzeitlose Neuss. — b. scherzh. ebbes Saures un Fengerhet (Arschlächelcher met F.) Speise aus klein geschnittenen Därmen u. Magen des Schweines, mit saurer Tunke hergestellt, viel zu Fastnacht bereitet Koch. — c. spött. Mann mit stumpfer Nase Koch-Driesch. finger-kalt  Kemp Adj.: et ös f. Finger-kitz Aach-Alsd m.: -spitze. PfWB Finger-kopf -kǫp u. -ər- Monsch, Aach, Jül, Dür, Bergh, SNfrk m.: dass. Finger-küppe -kyp Sol-Ohligs f.: dass. finger-lang [Saar, Eif auch -ər-]  Allg. Adj.: 1. wie nhd.; alle F.(s) stohn blive Rip, Allg. RA.: Beter en F. Geschäf (Hangel Handel Elbf) as en Ärmlangk Arbet Mörs-Hombg, Rees; F. G. es mir lewer as be Handlang geschafft May-Trimbs. F. Glick is meh wert wie Armslang Verstand Saarbr. — 2. en F. ungewöhnlch kleiner Mensch Schleid.  PfWB  ElsWB Finger-ling -liŋ-, –e- Hunsr, Saar, Eif, Mörs, Geld, Duisb; -lek uSaar, Bitb m.: 1. Zeigefinger, im F.märchen. Daumeling hot Ochse kaft, F. hot hem gefahr, grosser Mann hot dot gestoch, Mittelmann hot Worscht gemach, kle Stibbes-che hot se all gefress Zell-Sohren. — 2.a. Handschuhf. Wippf. — b. Überzug bei einem wehen Finger Allg. — c. –hut Wippf-Lindlar. — d. eiserne Spitze des Steuerruderschaftes, mit der er sich in der am Hintersteven befindlichen unteren Öse (Teller oder Pott) bewegt Rheinschiff. Finger-lingshandschuh -liŋkshęntə Siegld-Struthütten NSchelden, Gummb-Bergneustdt Pl.: H. mit Fingern. Finger-lutsch Zell-Enkirch m.: purpurrote Taubnessel, lamium purpureum. Finger-mann Geld-Praest Menzelen m.: Zeigef. PfWB  ElsWB  LothWB Finger-nagel (s. S.) Allg. m.: wie nhd.; an de F.näl käue mosse sehr arm sein Rip; keine F. voll rein gar nichts Kobl-Metternich. — Volksgl. Wenn man Säuglingen die F. schneidet, werden sie später Spitzbuben Verbr. Weisse Flecken auf den F. bedeuten Todsünden Allg. PfWB finger-nagelsdick  Birkf, Saarbr Adj.: sehr dünn; noch net f. krischde!

[Bd. 2, Sp. 474]
 PfWB  ElsWB Finger-ring (s. S.) m.: 1. wie nhd. Allg. — 2. Geschwür am Finger Klev. Finger-ritzchen -e- Bernk-Dhron n.: Name des kleinen Fingers im F.märchen: De Kichemod hat Wurscht gemach, et F. hat se all gefreass. finger-scharf  Trier-Mettnich Adj.: haarscharf. Finger-schwären Verbr. m.: Geschwür am Finger. PfWB  LothWB Finger-spitze -pets, –petst (s. S.) f.: wie nhd.; kein F. rein gar nichts Saarbg-Weiten.