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Rheinisches Wörterbuch 
 
Eiche bis Eichenklüppel (Bd. 2, Sp. 44 bis 46)
 
  NRhWB Eiche χ, i-, ai-, ē-, ā-, ei-; Nfrk ēk, ei-, īə-, ī-; Klevld ai-, ē-, -, -; s. bleich; dazu ēχt, Pl. -tə Monsch-Witzerath Rohren f.: wie nhd. Die Kinder kommen aus de holl E. Altk-Horhsn; dat es enge us en au (alten) E. aus alten Zeiten Aach-Burtschd; suər (sauer) E. Wintereiche Gummb-Berghsn. Op dem Süssendäll im Gemeindewald Gressenichs stand früher eine gewaltige E., wo die al Hede dronge gebett han; in Elbf stand früher eine alte E. ‘der schwarze Peter’, an dem die Kinder die ersten Waldbeeren zerdrückten; im Wald bei Sol-Imb (Wupper) stand eine gewaltige E., heilige E. genannt; diese floh man u. wagte keine Axt an sie zu legen, so dass sie vor Alter endlich zu Boden stürzte u. vermoderte; an der oNahe (Bischw Hussw) schloss die Hochzeit mit einem Tanz um eine Grenzeiche (1840); de gebildte E. in der Nähe von Altk-Horhsn, an der ein Heiligenbild angebracht ist u. von der allerhand Spukgeschichten erzählt werden. — De E.ə klatsche reissen mit klatschendem Geräusch bei starkem Frost Sieg-ODollend; de E. ös raderschälig, hat Wönterbäsch (-barst) Sieg-Ittenb. Et es su kalt, dat de E.ən barschten Altk-Wissen. Drift (küt) de E. für de Esche, häult der Summer grute Wäsche; drift (küt) die Esche für der E., häult der Summer grute Bleike Sol-Merschd. Elbf, Erk-KlBoslar. Em Bletz on Donner E. en Pappel scheu, äwer Bök (Buche) sök flöck! MGladb-Rheind; beim Gewirer soll mer E.ən meiden on Bichen sichen (suchen) Koch. So lang as E. on Erd steht Mörs-Xanten. Su stark wie en E.; dat es ener wie en E.; he steht wie en E.; dat es ener, wie us er E. gehaue stark, knorrig, festen Charakters Allg. Su alt be en al E. Koch-Lutzerath. Nu es der Käwer en der E. der Streit ist da Sol-Merschd. Möt de Zick (Zeit) wiarde Echele zo E.ə Bo-Dransd. Et fällt ken E. von enem Strech Daun-Tettschd, Verbr. — Rätsel. Wie ech noch jongk woər on noch leəfde on ömmer huhjer streəfde, do hau (hatte) ech der Pris; ech goəf de Leəvende te freəte; nu bön ech duət on li (leide) gruəte Nuət on bön för Weəg, die ongesch (sonst) gene goəhn kann Heinsb-Aphv. Geboren os ongeboren op em həie (hohen) Bom enner dem

[Bd. 2, Sp. 45]
Boddem; wat es dat? die Eichenrinde unter der Erde an Stamm u. Wurzel, sog. ‘ungeborene Lohe’, bei Blasenkrankheiten gebraucht Prüm-Ihren. — Volksbr. Eine armdicke E. wird gespalten; dann zieht man das an Bruchschaden leidende Kind hindurch u. bindet die E. wieder zusammen; verwächst die Spaltung wieder, so ist das Kind vom Bruch geheilt Goar. Eichenunterholz soll man bei Vollmond fällen Koch. Wer E.holz well reissen met Verstand, der fängt on am Stamm; wer Bichenholz well reissen met Witz, der fängt on on der Spitz Koch.

 NRhWB Eich-apfel meist -ępəlχə (-kə) Rip, Nfrk m. (n.): Gallapfel auf den Blättern der Eiche. RA.: Dij hät Wange wie en paar E. Geld-Aengenesch Eich-baum s. Eichen-. Eich-birne Trier-Ld f.: Trankobst, Vizbirne; reiner Echbirenviz wirkt besonders auf den Stuhlgang; er geht net iwer de Bann (Gemeindegrenze) Trier-Mertesd. Eich-farn eikfārə Geld-Schravelen m.: Farn, auf Stümpfen wachsend, polypodium vulgare. Eich-käfer MülhRh-Overath m.: Hirschkäfer. NRhWB Eich-horn allg. bezeugt -hęrnχə, h·ə.nχə, –h·ə.rχə bes. Rip in Bergh, Dür, Jül [eih·ə.χə Jül-Freialdenhv], Aach, Monsch; Nfrk in Grevbr, Neuss, Erk, Geilk, Heinsb, Geld, Kref, Mörs u. NBerg ēk·ə.rkə, eik- (ēnk·ə.rkə, eŋk- bes. Geilk), -h·ə.rkə [ēkhǫn, –hnən Barm, Mettm; eikntjə Geld; ēnkntjə Elten]; doch meist neben andern Bezeichnungen wie Eichelchen, Eichering, Eichert, Eichkatze, Kabeichel, Kabeichhörnchen, Kackeich, Karweichel, Katzeichchen, Katzenkauert, Kaueichert, Kauert, Kaweichering, Quack-, Gack-, Kackeicher(ing) (s. d. W.) n.: 1. wie nhd. Wenn et E. küt, dann sein de Nöss reif Ahrw-Rodder. He posst op et Ekhoəre hat etwas zu erwarten Kemp-SPeter. Fussig Eichhorn Rothaariger Köln. Beim Heimweg vom Waldbeerpflücken singen die Kinder: Ekhon, E., mine Korf es schlekvoll (gestrichen voll); wenn minen K. nit schl. wör, dann söng ek ok nit E. Elbf [Ekoll Barm]. Rode, r., Eichhorn, gef mer jet en dat Zeichhorn! Neuw-Unkel. — Der Angang eines E. bedeutet Glück NBerg. — 2. übertr. -hęrnχə Tannenzapfen Ottw-Schiffw. Eich-kater eikātər, ēk- Geld-Wetten Winnekendonk, Mörs-Alpen Bönninghardt Hammerbr Labbeck Sonsbeck Veen, Klev-Calcar Bedbg Hau, Rees-Bislich Diersfordt Hamminkeln [abseits ęiχ- Bernk-Kempf] m.: dass. 1. NRhWB Eich-katze -kat, –ǫ-, meist -kętskə(n), –tjə [īkętskə Düss-Benr, Kemp-Süchteln; enkętskə Geilk-Brüxgen; ēnkatjə Rees-Hüttum; inkat Rees-KlNetterden Speldrop; ēkǫut Kemp-Schmalbr; ēkǫuts Kemp-Stdt] Nfrk die geläufigste Bezeichnung (rrhein. erst von Sol-Ohligs Biesig Baumbg Berghsn Gräfr an durch Mettm, Lennep, Düss nach N.); aber auch Rip hier u. da -kętsχə Sieg-Fussh

[Bd. 2, Sp. 46]
Ägid (neben Kauert), bes. Köln-Esch Berzd Stommeln, Bergh-Buchholz Hüchelhv Kirchherten Manh OAussem, Dür-Kreuzau Leversbg Winden, Jül-Selgersd, Aach, Schleid-Nettesh, Eusk-Lechenich, Rheinb-KlBüllesh; auch Rhfrk, Mosfrk aiχkats in Kreuzn-Stdt, Saarbr-Völkl, Ottw-Lautenb, Saarl-Hostenb, Saarbg-Ayl, Koch-Ulmen, Aden-Langenf f. (n.): 1. –hörnchen. RA.: Lösteg wie en E. MGladb. — Eikkätzkepott Nest des Eichhörnchens Mörs. — 2. übertr. Weidenkätzchen Duisb. Eich-stein -- Kreuzn m.: Porphyr.

Eichen- ist das erste Glied betont, so liegt Komp. vor; ist das zweite Glied betont, so liegt das Adj. vor, das die MA. bevorzugt, z. B. en Echebom  oder en eche B. ; ausser –ast, –diel, –holz, –lohe usf. folgende: PfWB  ElsWB  LothWB Eichen-baum neben seltenerm ēχ- meist ēχə(n)- [Nfrk ēkəm-] m.: wie nhd. RA.: Mot Gewalt kamer en Vijelin (Violine) an em E. zerschlohn (kapot schl.) Prüm, Verbr. He rennt met sengem decke Kopp durch en E. Rheinb-Arloff. Su alt as en E. Lennep-Kräwinklerbrück. En Fraumensch wie en E. kräftig Rip. Wann Noss- on Echböm voll hange, su küt ene harde Wöngkte on fällt vell Schni Bo-Dransd; wann de E. lang et Lof behält, git et en strenge W. Rip, Allg. Eichen-beune -by·n. NBerg f.: -rinde. Eichen-blätter Allg. Pl.: wie nhd. RA.: Donnerwedder, E., Bichenholz (Birenbomsholz), den as stolz! Bitb. Eichen-bollen Kemp m.: schwerer E.stamm. Eichen-brett wie nhd. n.: RA.: Dunnerwere, Eichebrere, Bucheholz, ei wie stolz! Simm-Laub, Bitb. Eichen-busch -ø-, –e-, –o- m.: -wald. RA.: Wen en Esel hät, mott uk en E. häbbe Nfrk. Eichen-dingen Koch-Urschmitt n.: junge Eiche. eichen-ganz  May Adj.: nicht entzwei. eichen-gesund Wend-Remmesw, Saarbr-Quierschd Adj.: kerngesund. Eichen-hof Gummb m.: Hofraum mit Graswuchs unter hohen Eichen. Eichen-kas -ā- Prüm-Leidenborn; -- Bitb m.: schwere Eiche. Eichen-kläfer -w- Siegld m.: Maikäfer. Eichen-knorz Siegld-Heisbg m.: knorrige Eiche. Eichen-knuren -ū- Wippf-Bechen m.: dass. RA.: Zäh wie en E. Eichen-klüppel , Eichen-knüppel Allg. m.: wie nhd.