NRhWB PfWB Fehl Rhfrk -ē-, –-; sonst -:-, –·ə.-; Klevld --: 1. Subst. Sg. t. a. in der Wend.: Ohne F. zweifelsohne, ganz bestimmt Prüm-Mürlenb 1860, uWupp 1870, MüEif 1900. — b. F. am Ben han ein erkranktes Bein Gummb-Berghsn; he heət F. an ist krank Waldbr; e hät jet F.s an em Ben MüEif. — 2. Adj. a. präd. bei sein, gehen, greifen, schlagen, treten, schiessen, wie nhd. Allg.; f. am Ort sin am falschen Orte Gummb. RA.: Men mott net de Kopp hangen loten, as enen wat f. geiht Mörs. Nehm di necks för, dann [Bd. 2, Sp. 358]
schleht di auk necks f. Duisb, Wesel, NBerg. Et beste Peərd schleiht och ens f. Köln. E Kuh hat jo vier Ben un trett als emol f. Saarbr. — b. attrib. α. fehlerhaft; en fən Trett der etwa zum Beinbruch, zur Verstauchung führt Rip, NBerg; mer hatten em Hers kenen f.ən Dag der ungünstig gewesen wäre, alle Tage hatten Sonnenschein Rip, Mosfrk, SNfrk; en f. Johr mit Misswachs ebd.; et wor ken f. Plaz do an keiner Stelle fehlte das Erwartete, z. B. auf dem Felde waren alle gesetzten Kartoffeln hoch gekommen ebd.; dat Peərd hot ke f. Pläzchen o singem Leif Eif; en f. Plaz (Platz) z.B. im Nutzholz; en f.ən Brief im Kartensp., wenn die betr. Karte nicht da wäre, gäbe es ein Spiel; e f.ər Placken Stelle ohne Zusammenhalt Wend-Heimb. — β. falsch, schlecht, verkehrt; en f. Lut falscher, verderbenbringender, rauher Luftzug; en f.ə Wond (Wind); en f. Wort böses Wort; en f.ər Kerl hinterlistiger Kerl; en f.ən Hond bissiger Hund, hinterlistiger Mensch Eif, Neuw, Rip. — c. Adv. bösartig, in böser Absicht, z. B. f. haue Neuw, Sieg. PfWB Fehl- in der Zs. wie –geburt, –griff, –tritt nach dem Nhd.; dazu Fehl-gewicht Gummb n.: en F. an der Ladung fehlendes G. Fehl-kote -kū:t Prüm-Burb f.: After-, Spornklaue der Kuh. NRhWB Fehl-ort Gummb m.: eine fehlerhafte Stelle im Tuche, wenn beim Weben ein Faden riss. Fehl-rippe -rep Rees-Brünen f.: Fleischstück, vom Bug aus den unteren Rippen geschnitten, Leiterstück. Fehl-schoss Birkf-Idar n.: Durchlass vom Stauhweiher, der nicht auf das Wasserrad mündet.
fehlen -ē-, –-, –:-, – ə.- schw.: I. intrans. 1. nicht vorhanden sein, mangeln. a. mit bestimmten Subj.; de N. hät gefehlt; Jong, do has du noch g., du mots do sen! Rip, Allg. RA.: Wo et Bruckt fehlt, krächt de Streit Prüm. Dem fehlt bloss noch et Joch, dann es e ne Oss (Ochse) MülhRh. Fehlt om Schauredach en Lei (Schiefer), verdirft dir leicht e Wagen Hei May-Polch. Wu genge (kein) Mann es, do es genge Rot; wu geng Frau es, do fehlt der Stot Monsch-Rötgen. Dem fehlt de Hill an der Löpp (Lippe) er hat eine Hängelippe Bernk-Zelting. Et f. Sprosse em Räff bei einer Zahnlücke Simm-Buch. Et fehlt em en Schruf er ist närrisch Rip, Allg., — e Rädche ebd.; dem fehlt einer Sieg-Eitorf, May; dem fehlt wät he Altk-Wissen, — et em Overstüffche Rip, Allg.; öm fehlt ok en van de sewen Ess-Rellinghsn. Wenn ik den schon seih, dann f. mi grad fif Pennig an ne Mork der Kerl taugt nichts Ess-Bergeborbeck. Dem f. Moses on de Propheten er ist ein armer Schlucker Allg. Do fehlt net mih wie alles Rip, Allg. Do fehlt nit et Tippelchen om i Köln, Rip, Nfrk. — [Bd. 2, Sp. 359]
Den fehlt necks mehr, den hät den Hemel op Erd Mörs-Wallach; dem fehlt weirer nicks, als wie mit em stomben Pickel Oder geloss dem Stolzen u. Dickköpfigen Bernk-Thalfang. De lät (lässt) sech necks f. Allg. De kann got messe, wat em fehlt er kann sich alles leisten Rip; wat dem fehlt, kann ech got messen Schleid-Call. Et fehlt em, wo mer de Oss (Ochs) schleht der Verstand MülhRh. — b. et fehlt. α. et fehlt an allen Ecken un Kanten keine Mittel sind vorhanden; et fehlt a Geld; an mir sall et net f. Rip, Allg. RA.: Enmol fehlt et an de Viol, en andermol an de Strickstock (Streichbogen) er hat alle Tage eine andere Entschuldigung Rees. — β. et (dat) fehlt (och) noch grad, dat .. nun muss mich das Unangenehme oder Unglück bei dem bereits vorhandenen Ungemach noch treffen; dat fehlt grad, dat e dat och noch sage moss, — dat de mer do och noch met küs; dat däht noch grad f., dat ming Motter noch dabei krank wüərd Rip, Allg.; wej häbben all van't Johr so völ Schaden gehat, ond nau geht ons noch et beste Pogg kapot, dat fehldne ok noch grad Mörs-Orsoy. — γ. et fehlt net vill (et hät net völl (bloss noch en bess-chen) gefehlt) u. dies oder jenes geschieht Rip, Allg. — δ. et fehlt mer jet ich bin krank; et f. mer nüs (nichts) ich bin gesund; wo f. et dir dann? wo hast du zu klagen, an welchem Gliede; de wess net, wat (wo) et em f. Rip, Allg. RA.: Heidewiderumm, mei Mann es krank. Wat f. em dann? E Schäppche Wein. Dat kann net sein Kobl. — Daraus die sonderbare Konstr. et fehlt mer en Krankhet ich bin irgendwie krank Rip. — ε. et kann em net f. es wird ihm gut gehen Allg. — ζ. et as gefehlt für en er kommt in Ungelegenheit; et as g. fir Hannes un seine Schliden Daun-NStadtf. — η. dat fehlt sich nit daran ist kein Zweifel Simm. — 2. fehlschlagen, –gehen, irren. a. mit sachl. Subj.; ech hatt der Wess (Weizen) at verkof, dat wor gefehlt Rip, Allg.; do war's gefehlt ein Fehler gemacht, u. nun ists vorbei Saarbr; dat es glätt gefehlt von Grund aus falsch Rheinb-NDrees; die Arbet as neist notz, die as am Plan gefehlt Prüm. RA.: Et es doch nit ganz gefehlt, seit de Jong, do schmiət he nam Hong (Hunde) on trof de Steifmoder Sol. — b. mit persönl. Subj., zielend verfehlen Allg. RA.: Hex, H., Hehnerfoss, mach, datsde f. moss! rufen die Kinder dem Fangsteinchen spielenden Kinde zu, damit es sich vergreift Koch-Leienkaul; Hex, H., Hosefuss usf. Trier-Stdt. — Sittlich irren; dem Beste kann f. Nfrk, Allg.; er hät gege se Motter gefehlt Rip, Allg. — II. trans. 1. ein Ziel nicht treffen; er hät der Fuss (Fuchs) gefehlt beim Schiessen; he [Bd. 2, Sp. 360]
fehlt der drei er wird keine drei von den etwa fünf stehenden Kegeln umwerfen; he fehlt die drei er lässt die drei stehen Rip, Allg. — Wit gefehlt! deine Meinung ist irrig Allg. — 2. sittl. verfehlen; in der Wend.: Wat de Ellersch f., kömmpt hön an de Kenger (Kindern) hem Heinsb.
ver- fehlen: 1.a. einen (etwas) v., nicht antreffen Allg. — b. sich v., sich versündigen Allg. — c. Part.; dat is ein verfehlde Sak schwere, ungünstige Angelegenheit; ei verfehlt Wer ungünstiges Wetter Selfk, Allg. — 2. in Klev, Rees. a. -- verdriessen; et verfehlne min. — b. langweilen; ene verfehlende Kerl. — c. verfehlend lache heimtückisch.
NRhWB Fehler [Nfrk auch v·ə.ldər, –-, Pl. -dər] m.: 1.a. wie nhd. Allg. RA.: Et es ene F. em Welteplan, dat mer si Esse net drinke kann Köln. Wo Minschen sen, sen F. Merz-Nunk, Prüm-Mürlenb, May-Trimbs. Et os net männich Peərd, wat kene F. hat wenn jmd. zu wählerisch ist MGladb; neinonneinzig P. hon honnert F. Goar-Morshsn. Wer ke F. micht, micht ach ke Treffer Ottw-Uchtelfangen, — macht a nicks gut Saarbr. Scherzr. Fritzke Wäber hät en F. an de Long, an de Tong, an de Lewər! Meiderich. — b. am (im) F. sein α. einen F. begangen haben; β.Schuld an etwas haben Bitb-NWeis; im F. sein Simm, Saarbr. — 2. fallende Krankheit; er fällt in de F. Westerw.
Fehlung f:liŋ, Pl. -·ŋ.ə uWupp 1870 m.: Fehler, Krankheit.
be-fehlen Rhfrk -ē-, –-, Part. -fōl, –ū-; WMosfrk -ē-, –ēă-, –īă-; statt des Prät. das Part. ūbəfōl; eiχ hn em et ū.; et as ū. gøn; Rip -ę·l.-, jüngst auch -:-, Prät. -f:l, –ō:-, Part. -fǫ·l.ə; SNfrk -ēə-, Prät -vō:l oder -vęldə, Part. bəvōələ; Klevld -- st.: 1. mandare, anvertrauen, anempfehlen. a. einem einen (etwas) b., nur noch in der Formel: Ech befeəhl mech en üəhr Andacht; nu, Gott befohle! Rip, Allg. RA.: Dat es so got wie der Katz der Kiəs (Käse) befoəhle MGladb. — b. absol. trauen, verheiraten; Pastuər hat se befoəhle; sech b. loəte sich trauen lassen; e gen Nünuəhremess woərten ər twei befoəhle Eup, Monsch-Witzerath. — 2. einem etwas b., imperare. a. mit persönl. Subj.; wer hät he ze b. (mehr jet ze sage); du häs (he, mir) nüs ze b. (scherzh. dafür benedeie, kamelle); van dir loss ech mer nüs b. Rip, Allg.; e kreəg et befoəhlen, erut te goəhne Eup, Allg. RA.: Eich han vill Leit neischt zu b.; wie stehts dann met dir? du hast mir nichts zu sagen Ottw-Wiesb. He hät ze b. zo Trippstrill, wo nümmes en es Köln, — iwer en Huhn; ware befehlt, dat kann er ach duhn Simm-Horn; he es Her on Huhn, wat e befellt, mott e selver duhn [Bd. 2, Sp. 361]
Sol-Immigr. Irsch folge, dann b.! Bo. De Knech, de nüs deht ohn befolle, den soll der Düvel holle MülhRh-Eulenth. — b. mit sachl. Subj.; dat hot jet ze b. sagt man von jedem grossartig eingerichteten Werke oder Geschäfte, auch verächtl. von kleinlichen ärmlichen Einrichtungen Prüm-Mürlenb 1860.
an-be- fehlen: statt b. gern gebraucht; ūbəfōl vertritt das Prät. von b.; eich hon em et ubefohl; mach, datsde em et ubefölls; eich were em et schons ubefehlen WMosfrk.ent -fehlen ęmpf- u. ęmf-: nach dem Nhd. 1. einem etwas (einen) e., wie nhd. Allg. — 2. sich e., wie nhd. RA.: Sech mot Gestank e. einen schlechten Eindruck hinterlassen Schleid-Hellenth. Ich empfeəhl mich en ür Andach sagt man zu dem, wovon man weiss, dass er zur Kirche gehen will Aach.
Be-fehl Allg. Sg. t. m.: 1. das Befehlen; du häs en B. (Kommandoton) an der, mer ment, du hätts üverall jet ze sage Rip, Allg. RA.: De hos e B. wei en Hohn; wat de befiehls, dat moss de selwer dohn Wittl. Here B. es Kneits (Knechts) Order (Gangk, Dohn, Ärbet, kneətleje Ä.) Nfrk, Rip, Trier. — Dat es kene B.! das ist von dir unsachgemäss eingerichtet; so haben wir nicht gewettet; ich tue es nicht Rip. — Den B. geben, kriegen, nach B., auf B. sind der MA. fremde Wend. — 2. bəfęlĭχ Vorladung ans Gericht Altk-Wissen.
fei I = hinterlistig s. feige.
fei II Saarl-Schaffhsn, Prüm-Büdesh: in der Wend: Owen hui (hei), unnen fei!
Fei I = Pflaster s. Pavei; Fei II = Kurzform für Sophie (s. d.).
Fei III fe·i., Pl. -ə Aach, Malm-Büsb (auch fo·m.ə) f.: entgaste Kohle, Koks.
NRhWB Fei IV f.: 1. grüne Jungfer oder Fee in einer Sage Bergh; an der uWupp geht eine Sage von drei Feien von unbeschreiblicher Schönheit, die nachts in einer Wiese tanzend Gewebe flechten (Montanus); f·y.en unterirdische Feldgeister, die z. B. am Feuenkopp, einem Felsen im Madertal, sich aufhalten sollen Koch-Lutzerath. — 2. junges, unverheiratetes, freches u. verlogenes Frauenzimmer MüEif, Monsch-Witzerath.
Feibel Sg. t. m.: 1. fībəl Anschwellung der Maibomschen Drüse an der Kinnlade der Pferde uWupp 1870. — 2. Darmkolik; in dem Segensspr.: Unser Herr Gott ging Zackern, wohl auf einen guten Acker was fand er Trey Würm, der eine ist weis, der andere ist Schwartz, der Dritte ist Roth, ihr Feibel, Würm und Darmgicht legt auch alletrey zu Tod. im Nahmen des Vaters usf. (aus einem alten Notizbüchlein) Simm-Laub 1830.
Feicht(el) fęichtəl, –ei- Wend-NAlben, Trier-Heidenbg, Bitb; -i- Wend-Heimb Reichw; feiχəl Bitb-Betting Mettend; feiχ u. -χtəl [Bd. 2, Sp. 362]
Bitb-Geichl NWeis; feiχt Saarbg-Faha Serrig; -χtən Saarbg-Castel; fītən Saarbg-Perl; Pl. -əln, –tən f.: 1. knolliger Auswuchs am Unterleib der Kühe Allg. — 2. verächtl. knollige Nase Saarbg-Serrig. — S. Feistel, Fispel.
Feichtel-holz Bitb-Geichl n.: Seidelbast, daphne, womit die Feichtel unterbunden wird, worauf sie abfällt.
feien I = pflastern s. paveien.
feien II -e·i.- Elbf schw.: füttern, züchten.