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Rheinisches Wörterbuch 
 
Falz bis Familienhimmel (Bd. 2, Sp. 279 bis 281)
 
  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB Falz m., f.: in der Gewerbesprache des Schreiners, Schmieds, Schusters, nach dem Nhd.

 PfWB  ElsWB Falz-hobel,  PfWB  ElsWB Falzmaschine,  PfWB  ElsWB Falzort, Falzzange : ebenso. Falz-seite -zī: MGladb-Rheind f.: Nervenseite der Tierhaut. NRhWB Falz-pfanne -pa·n. Köln, Aach f.: -ziegel.

falzen schw.: einen F. ins Hufeisen schlagen Kemp; die Fleischseite des Leders abschaben Sol, Mettm.

Fam s. Fadem; fämeln I s. fädemen; fämeln II = tändeln s. famen.
 
 
 NRhWB famen schw.: 1. -ā- mit der Hand herumtasten, bes. in einer Flüssigkeit, z. B. etwas

[Bd. 2, Sp. 280]
durch Tasten der Hand, mit einer Stange, mit dem Fusse zu finden suchen; auch en der Loft erömf. herumfuchteln May-Gering. — 2. -- nicht auf einer Rede bleiben, faseln; fade, zusammenhanglos sprechen; im Fieberwahn reden, phantasieren Malm-Vith, Prüm-Ihren Mürlenb. — Abl.: die Famerei, dat Gefams, der Famer.

Fam --, Pl. -mən Prüm-Mürlenb 1860 m.: Faselhans.

 NRhWB fameln -- Malm-Vith schw.: leicht phantasieren; leise schlafen.

 NRhWB fämeln --, –:- Neuw-Asb, Waldbr-Eckenhg König schw.: tändeln, langsam arbeiten; liebkosen in weichlicher Art. — Abl.: die Fämelerei, dat Gefämel(s), der Fämeler, sich zerf.

Fämel Neuw-Asb f.: en al (alte) F. eine Mutter, die ihr Kind verweichlicht.

Fämel-sack Neuw-Asb m.: verwöhntes Muttersöhnchen. Fämel-tasche -tęə Waldbr (s. o.) f.: langsame Frau. Fämel-tünnes Neuw-Asb m.: einer, der weibisch liebkost.

Fämelze Waldbr-Eckenhg f.: eine Frau, die fämelt.

fämen s. fädemen; Fämes = Hiebe s. fädemen.
 
 
Familie Rhfrk familjə; Mosfrk, Rip, SNfrk fami·l.iχ [Rip auch -me·l.-; WBitb -mīlĭ; Saarl -mil], Dat. Sg. u. Pl. -ləjə; NBerg vielfach Sg. u. Pl. -miljə; Mörs, Geld vielfach -mīli , Pl. -liən f.: 1. im engeren Sinne, Vater, Mutter u. Kinder. Das ist der Vater lieb u. gut, das ist die Mutter mit frohem Mut, das ist der Bruder schlank u. gross, das ist die Schwester mit dem Kindchen auf dem Schoss, das ist das Kindchen, K. klein, das soll die ganze F. sein Trier-Ehrang. — En gruss (klen) F. han viele (wenige) Kinder; de setz ohne F. do ohne K.; häste och F.? Rip, Allg. RA.: De zert (ziert) en F. we der Esel der Perdsmart, — de Ruppen de Kühl (Kohlpflanzen); do es en F. mit gezert we de Zint Märgen-Ablass mem ale Grave (Kirchplatz, jetzt berüchtigte Strasse) Köln. — 2. im weiteren Sinne, Sippe, Verwandtschaft; dat es en gruss F. weitverzweigte Sippschaft; en rich F.; en klok (kluge) F.; en de F. herenhirode; et blif jo en der F.; dat lit en der F. von Krankheiten, Charaktereigenschaften, die sich vererben; der es noch F. met us (van us), — es us (uns) F. Rip, Allg.; en kla F. matenän oder se sen noch ebbes Klans F. matenän entfernte Verwandtschaft Bitb; hej es noch e betje (bisschen) F. van ons Klevld, Allg.; he is äs F. genöt (genötet) als Verwandter eingeladen Heinsb-Millen; sej sin sovöll F. vanen (voneinander) as twe Paar Klompen üt ene Welg (Weide) Klev, Rees; en as mat mir F. übertr. er schuldet mir Bitb; he is F. van

[Bd. 2, Sp. 281]
em dass. Heinsb-Millen. RA.: Von einer weit verbreiteten F. heisst es: Dere sen fröhder (früher) wennig gehange worde Rheinb-Queckenbg. Bei de F. geht mer Zopp essen, äwer net denen (dienen) Prüm-Ringhuschd. — In MüEif Bed. 2 meist Pl., meng F.ə reichene all op en Erfschaf us Amerika.

Familien-bild Allg. n.: wie nhd. Fällt ein F. von der Wand, so stirbt bald einer aus der Familie Heinsb, Rees. Familien-dach Verbr. n.: scherzh. grosser Regenschirm, in Köln auch Familien-himmel.