NRhWB Fackel -a- Allg. [NSaarbg Trier-Ld, Wittl -ā-; Bitb -ā:-; Kempld -ǫ-], Pl. -ələ [-əln], Demin. fękəlχə, –kə, -tjə f.: 1.a. Bund Stroh zum Aufbinden der Reben; ein Arbeiter gebraucht pro Tag 5—6 F.n Wittl-Piesport. — b. Bund Lohe Bernk-Merschd. — c. ein Bündel Getreide, beim Kornschneiden, bes. wenn dies noch mit der Hand geschieht; drei F.n bilden dann eine Garbe u. 10 solcher G. bilden einen Kasten Aden-Herschb. — d. Fäckelche gesplittertes Holz, Reisig zum Feueranmachen Bernk-Merschd. — 2. wie nhd. a. Strohfackel Allg., bes. wie sie bei dem Martinsfeuer verwandt wird, ein um eine feste Bohnenstange gewundener Strohbausch; vor dem Anzünden des Feuers ziehen die Knaben mit diesen F. durchs Dorf. RA.: Jetz geht der en Lich op wie en F. Verbr. Ich haən dich, datste F.ən kotzt! Merz-Losh [Bd. 2, Sp. 230]
Büschf. Et es bal nüdeg, dat me der en F. an de Hendere (Arsch) hängk Ahrw-Remag. — b. Papierlaterne. — 3.a. Klatschmohn, papaver rhocas Rhfrk, Simm, Goar, Kobl-Wallersh. — b. Fackelche Hirtentäschelkraut, capsella bursa pastoris Birkf-Oberst. NRhWB Fackel-blume (s. S.) Rhfrk f.: Mohn. NRhWB Fackel-männchen Trier-Ld, Wittl, Bernk n.: sagenhaftes Gespenst; Irrlicht; de lacht (hat Lach geduhn) wie e F. PfWB fackel-rot fǫuərfagəl- Simm-Laub Adj.: knallrot. Fackel-sonntag -zondĭχ Aach m.: der erste Fastensonntag; die Knechte u. Mägde riefen, wenn sie mit brennenden Strohwischen durch die Wiesen liefen u. mit diesen auf die Baumstämme schlugen: Esuə männije Fonk, esuə m. Appel! PfWB Fackel-zug Allg. m.: wie nhd.
NRhWB fackeln schw.: 1.a. Lampion tragen Schleid-Hellenth. — b. mit Feuer spielen Siegld-Bruchhsn. — c. mit einem brennenden Strohwisch einem geschlachteten Huhn die Federstümpfe absengen Heinsb-Breberen. — 2. sich hin- u. herbewegen. a. die Lampe fackelt brennt unruhig, schwalkt Wittl-Piesport, Bitb-Geichl NWeis, Rheinb-NCastenholz, Elbf, Rees. — Der Wengk (Wind) fackelt; wenn de W. f., dog et net Dür-Geich. — Ein Gegenstand fackelt bewegt sich im Gefüge hin u. her Schleid-Nettersh. — b. met den Augen f. zwinkern Bitb, Wittl, Zell, Sieg-Fussh, Sol, uWupp. — Auch et fackelt mir fir den Aən es flimmert Bitb. — c. die Stimme fackelt zittert; ehr Stemm fackelte we et Flämmchen an er Ünkelskerz Köln. — d. met de Hänn für de Ogen f. herumfuchteln Ahrw, Sinzig (-:-), uWupp, Waldbr, Siegld, Rees, Saarbg-Cahren, sicher Verbr. — e. erömf. herumlaufen ohne Ziel Aach-Merkst. — 3. [Rip auch -ā:-] a. unbeständig sein, nicht bei der Rede, beim Wort bleiben, drum herumreden, Ausflüchte machen, zaudern, zögern; net f. nicht lange zögern, nicht lange Umstände machen, nicht spassen, schnell u. entschlossen zu Werke gehen; de fackelt net lang; he wird net gefackelt Allg. — b. im Fieber irr reden, phantasieren Ahrw, Rheinb, Eusk, Sieg. — 4. -ę- schnell laufen MülhRuhr-Fulerum, Dinsl-Aldenr. — Abl.: die Fakel(er)ei, dat Gefackel(s), sich zerf.
fackel-haft Dür Adj.: unentschlossen, wankelmütig.
Fackeler Allg. m.: unbeständiger, unentschlossener Mensch.
PfWB fackelig Adj.: unbeständig, von Personen u. vom Wetter Allg. — F. ist auch der, der mit dem Feuer unvorsichtig hin- u. hergeht, der nicht im Zimmer an einer Stelle bleibt, seinen Platz stets wechselt Sieg-Ägid.
fackeln s. Facke, Fackel.
facken I = schlagen s. Facke.
NRhWB facken II -a- schw.: 1. in etwas mit den [Bd. 2, Sp. 231]
Fingern herumfahren; auch herumwaten; zu viele Besuche machen Siegld-Obersd 1840 (Wort jetzt nicht mehr bekannt). — 2. stürmisch eilen Heinsb-Breberen. — Abl.: die Fackerei, dat Gefack(s).
fackelieren -lērn Siegld-Obersd, Rees schw.: mit einem Gegenstand unnötige, dumme Bewegungen machen, die einen andern aufregen; fackeler nit met der Scher so herem; ich fackeler nit lang bin kurz u. bündig.
Fackert -ā:- = leichter Schlag s. Facke.
Facking fake·ŋ. , Pl. -·ŋ.ən Prüm-Mürlenb 1860 m.: Windbeutel, frz. faquin.
Facksen = Spässe s. Faxen.
fäcksen -ę- Neuw-Datzeroth schw.: 1. heimlich herumsuchen, alles ausspionieren, auch aus-. — 2. betteln u. stehlen. — Abl.: die Fäckserei, dat Gefäcks, der Fäckser (Fäcks f.), fäcksig.
facksig = geschmeidig s. Facke.
NRhWB Fadem Rhfrk fārəm [NWOttw -āz-, in der Mitte -ār-], Pl. -ē-; WMosfrk von Saarbg an -d-, –ăd-, –ō(ă)-, Pl. -d-, –ē(ă)- [Sg. Trier-Heidenbg -ǫd-; Ruwertal, Saarbg, Merz in geschloss. Geb. -d-, –-, -:-; Zell -r-; Merz-Saarhölzb -ęd-]; OMosfrk -ā:d-; Siegld fārm, Pl. -ī-; Altk farəm; Rip -ad-, Pl. -ę- u. fadəmə [Aden-Liers, MülhRh hier u. da Sg. -ęd-, Pl. -mə]; Monsch, Aach, Eup, n. Jül-Linnich, NBergh, Grevbr, Düss, Kref-Ürding vā:m, Pl. -:-, –·ə.-, -ē·ə.- u. vā:mə bis n. einschl. Geld-Niederd Herongen Wankum Harzbeck, Kemp-Schmalbr Broich SHubert Orbr Hüls, Mörs-Niep Vluyn Neuk; n. davon u. n. Ruhr faəm, Pl. -ę-; NBerg -ad-, doch Elbf, Barm, Wermelsk -ār-; Gummb fām, Pl. --; Demin. fdəmχə (-ē-, –ēr-, –:d-, –ę-), SNfrk vę·m.kə [Klevld bevorzugt drt] m.: 1. wie nhd.; lenge (leinen), wölle, bauwolle, sigge (seiden) F.; Reih-, Röllches-, Schwiərnsf. Rip, Allg.; Fosch-, Gor-, Nähtsf. Mosfrk; dohmer es en F. Garn en de Nol! Rip, Allg.; e raue F. dicker, grober F. Bitb; sonst e decke (grove) F.; verresde (verreister) F. verstellter F. Aach; der Bindfaden heisst Kord, Fissel (s. d. W.). RA.: Wie der Flass (Flachs), su der F. Köln. Et wed kei Fämke su fin gespunnen, et kümmp al an et Lich der Sunnen MülhRuhr. — F. im Gewebe; met den Färem te donn han in der Textilbranche tätig sein Elbf; heə werkt a jen Fäəm; Fäəm mache auf den Feinspinnmaschinen zerrissene F. wieder anknüpfen Aach; op der F. säume, ganz grad, jeə Fäəmchen erop of eraf Aach. RA.: Et ös kene ganze F. an em seine Kleider sind zerrissen Rip. Ech han kene drüge F. (k. F. dr.) mih om (am) Lif bin durchnässt Rip, Allg.; he ös bes op de letzte F. nass Sieg-Ägid. E hat kei gude F. an em geloss Schlechtes ihm nachgesagt Mosfrk, Rip. Sich en de F. leə sich fügen, ins Zeug legen [Bd. 2, Sp. 232]
Saarbr, Ottw. Der hat de F. verlor Hunsr, Allg. Schwätz doch dem F. no! sprich hochdeutsch Bitb-Fliessem. — Beim Stricken, F. fasse, ufleə Hunsr; en F. falle losse; beim Nähen, de F. endohn Zwirn einfädeln; en F. en der Nol (Nadel) han Rip, Allg.; auch übertr. bereit sein Barm. RA.: We genne vergese (vergeblichen) Steck wellt dohn, de mott ene Knopp en der F. maken Kref-Osterath. Ful Dearnes, lang Fäm MülhRuhr; ene lange F., en ful Niəhsche (Näherin) MGladb, Allg., — e faule Schneider Trier-Mehring, — e faul Mädchen Wittl, Birkf; ne lange F. git en ful Noht Dür-Gürzenich. — Rätsel. Et os net migelich, en al Frau probert et doch? sie versucht, den Zwirnfaden in die Spitze, statt ins Öhr zu tun Koch; et es net gescheht, on et geschüch och net, en al Frau probiert et douch? Aach-Eschw. Ech soət ens op e Stöckske, do kik ech dur e Löckske, on ech deit (dachte) en minge Senn, hätt ech de lange mar dren MGladb. Et wor enmol en stohle Perdje, dat hatt en lang Stetje (Sterzchen), je härder dat dat P. liep, je kotter (kürzer) wodde dat St. Nähnadel mit F. Meiderich; et stöhle Perdche on e linge (leinen) Sterzche, wie fernter (ferner) dat dat P. löf, wie kürter wird dat St. Sieg. — F. als Bindmittel; dat hängt an em (sije) F. wie nhd. Aach, Allg.; enen ant Fämken häbbe zum Besten haben Kemp; Bohnen uf en F. ziehen Hunsr, Allg. — Verschiedenes. RA.: Do biss ken Mus en F. van af das ist unabänderlich Rip, Allg. Et es en Lof wie en siə (seidener) F. besonders gutes Wetter Kref (Weberspr.). Va F. kalle (spreəke) frisch von der Leber sprechen Aach, Jül, Erk, Geilk, Heinsb. Et geht (rümt) va F. macht Fortschritte, geht gut voran Aach-Merkst. — Genge F. rein nichts; do ös g. F. va wohr; ech en han g. F. Zit miəh; dem trau ich noch g. F. Aach, Eup, Bergh, MGladb. — Der goldene F., im Fastnachtsld. Streiss-che steht om Sterchen, lichte meinem Herchen, gelle F. om et Haus, get de Fosichteier eraus, oder mer schecken eich de Wolf an't Haus! Wittl, Bitb. — Der F. in der Volksmedizin, s. bei Warzel. — 2. übertr. a. en lange F. langes, schmales Feld MGladb-Hockst. — b. F., am Messer, bei ungeschicktem Schleifen an der Schärfe sich bildend Allg. — c. Seitenfaser der grünen Bohne Allg. (neben besondern Ausdrücken, wie Pirem, Schlinkse, Fese, Fesel, Rang). — d. Faser des Holzes; et Holz het kenen F. es ist spröde; Holz gint de F. schneiden Widerholz mit gedrehten Fasern WEif. — e. der F. der Spinne; de Spönn schete Fäm, da göft et got Weər MGladb-Rheind, Allg. — f. fadenartiges Gebilde in der Milch Allg. — g. herabtriefender Nasenschleim Merz-Saarhölzb. RA.: Enen un [Bd. 2, Sp. 233]
de F. hollen strafend zurechtweisen. — h. spansche Fädem Laub udgl., das sich dem an die Kleider setzt, der unter den Sträuchern lagert Elbf. — i. Längenmass, entsprechend der Spannweite der Arme, etwa 1,80—1,88 m, in der Spr. der Rheinschiff. — k. der singt der och en F. zesamme ein Zeug May-Ochtendung. — Abl.: dat Gefädems.
Fadem-beutel v:mbyəl Eup m.: verächtl. Weberlehrling, Junge oder Mädchen, in der mechanischen Spinnerei anlernend. fadem-dick fōădəms- Bitb-Rittersd Adj.: von der Dicke eines Fadens. fadem-dünn Wend-Sien Adj.: sehr dünn. Fadem-geknuddel -rəm- Simm-Castellaun n.: verwirrter Garnknäuel. Fadem-getrecke Barm n.: dass. Fadem-getühns -rəmjəd:nts Mettm-Velbert n.: dass.