Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Gurt III bis Gus V (Bd. 2, Sp. 1502 bis 1503)
 
  NRhWB Gurt III uNahe gǫāt; Simm -õr-; sonst -ūə- m. [Monsch Witzerath -u·ə.- f.]; doch -ȳ·ə.- f. Schleid-Nettersh, Monsch-Vossenack, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür, Grevbr, Erk, Heinsb, Kemp-Brüggen, Kref, Sol; -:- Grevbr-Holz, Neuss, Düss-Serm; -ūə- m., Pl. -ȳə- Aach; -ǫ- m. Klevld; Pl. -tə(n): 1.a. Leibgurt, um den obern Rand der Hose geschnallt, um diese festzuhalten, jetzt mehr Riemen genannt, auch mehr durch die Hosenträger ersetzt; soll ech de G. afmache? um zuzuschlagen Rip, Allg. — b. Geldgürtel (veralt.) Simm. — 2. am Pferdegeschirr der G., um den Panz des Pferdes gelegt, der das Aufkippen der Karre nach rückwärts verhüten soll, Bauchg. Allg. — 3. ein Stück Holz, Knebel, welches dazu dient, irgend einen Gegenstand, wie einen Wagen, der schwere Lasten tragen muss, oder ein Fass auf einem Schlitten fest zusammenziehen Saar. — 4. Scheide zwischen zwei Stück Vieh im Stalle Koch-Düngenh. — 5. jȳərtχə Trockenhürde aus Weidengeflecht Mayf; doch s. Hurde.

 PfWB  ElsWB Gürtel uNahe gęădəl; sonst Rhfrk, Mosfrk -īrd-, –īă-, –ēă-, –ī·ə.d- [-ę·r.d-, –ęd- Koch-Lieg Mörsd, Trier-Minden, Bitb-Mettend; gīrəl Saarbg-Tavern]; Rip -ȳ·ə.(r)d- [-ūərd- Waldbr-Schladern]; Eup, Aach-Ld -·ə.rd-; Klevld -ǫrd-, –ǫăd-, –ad-; Pl. -ələ(n) m.: 1.a. wie nhd., bei der Frauenkleidung. — b. Klevld auch = Gurt 1., 2. — 2. übertr. Geardelche schmales Stück Feld Kreuzn-Boos.

Gürtelchens-suppe gērdəlχəsup Ottw f.: scherzh. G. kriən Hiebe, d. h. mit dem Leibriemen.

 PfWB gurten schw.: 1.a. -ūrd-, –ū·ə.rd- ein Gerte zum Binden biegsam drehen; den Wagen g., mit einer biegsamen Stange binden Mosfrk. — b. ȳ·ə.d-, Part. jəjūərt im Frühjahr die Reben umbiegen u. mit Stroh nach unten an den Weinstock binden; en de Wengert g. gohn; den Wengert g. Siebengeb., Ahr, Neuw, Kobl; -ī·ə.rd- May, Goar; -ū·ə.rd- Koch-Bremm. — 2. übertr. einen g., einen prügeln, d. h. ursprüngl. mit dem losgeschnallten Leihgurt, -ū·ə.rd- Merz-Losh, Neuw-Dierd; -õ- Goar; -ȳ·ə·d-, Part. jəj·r.t, –y-, –ø- Kemp-Süchteln, Kref, MGladb-Rheind Viersen, Kref.

[Bd. 2, Sp. 1503]

auf- gurten: die Reben a., aufheften Siebengeb. (-ȳ·ə.).er -gurten: ăgēădən Bitb-Geichl NWeis; -gõărən, Part. -rt Trier-Heidenbg: einen e., ordentlich prügeln.um -gurten: etwas u., etwa den Wetzsteinbehälter, nach dem Nhd. Rip.ver -gurten -urt-: einen v., tüchtig verprügeln Kobl-Bend, Neuw-Breitschd.

Gurt-ding γǫrdeŋ, γ- Klev, Rees n.: der quer in der Mitte des Dachstuhls parallel dem First verlaufende Sparren, auch Gördengsplat. NRhWB Gurt-holz Merz-Krettnich n.: die Verbindungsstange zwischen den Seitenbrettern der Karre. Gurt-kette (s. S.) Nfrk f.: Bindekette, z. B. zum Binden des Wagens. Gurt-kleid -ē- Prüm-Schlausenb m.: Weste (veralt.). Gurt-knebel -ēw- Mosfrk m.: Kn. zum Festwinden etwa des Wiesbaumes. Gurt-stroh jȳ·ə.rttrȳ: Siebengeb., Ahr, Neuw; jūərt- Ahrw-Neuenahr Burgsahr Bodend n.: Str. zum Binden der Reben; en Schöfche (Schaub) G.; G. schödde zurechtmachen. Gurt-stab -tāf Mosfrk m.: -knebel.
 
 
Gurtsch -ūə- Kemp [Kemp-Born -r]: 1. Sg. t. m. Wasserguss, ene G. Reənger (Regen); ech habb en öərdliche G. drop kregen.2. -ũə-, Pl. -tə f. Kemp-Vorst. a. biegsame Rute. — b. lange, schmale Person.

Gürtsch(el) = Goldammer s. Gürsche; Gurz -õ- = Gurgel (s. d.).
 
 
gürz -ȳ- Kemp-UWeiden: der Buchfink singt: G., g., g., Marie!
 
 
Gürze jȳəts, Pl. -tsə MüEif f.: en al G. ein altes Weib.
 
 
gürzen -ȳə- Kemp schw.: einen Bissen herunterzwingen (Wort selten gebraucht).

Gus I = August (s. d.); Gus II = Gustav (s. d.); Gus III = Goldammer s. Gürsche; Gus IV = Schwein s. Guss I; Gus V = Gans s. Guss II;