NRhWB gucken gug- Rhfrk [Birkf -u- u. -ū-], Saar [Bd. 2, Sp. 1480]
bis Merz, Hunsr, Mos von Zell bis Kobl, May, Westerw, Siegld; im WMosfrk, NEif ist herrschend ku-, ohne dass gu- völlig ausgeschlossen wäre; Rip, Nfrk fehlend, dafür kikə, –ī-, das als kei- auch Mosfrk neben kǫu- steht schw.: beabsichtigt schauen. RA.: E guckt wie en Eil (Eule) Saarbg, — en Ochs op die Scheierpoart Allg., — so e scheeler Gaul Simm-Ebschd, — e gestoche Kalf Kobl, — en Laus aus em Roff (Ausschlag) Prüm-Preischd, — e Bock, wenn's bletzt Wend, Allg., — e Aff Allg., — e Deppche voll gequellde Deiwele Kobl, Allg.; er guckt verstohle dra (drein) wie en Elster Bitb-Neuerbg; der guckt eraus wie e Maus aus der Brotkorscht Ottw-Theley; de guckt em sich wie en Af Prüm; e guckt, as här (hätte) er Hihner gestohl Goar-NGondershsn; der guckt onneg (unter) sech be en Hehnerdef (-dieb) May, Mosfrk. Stur g. in einem fort nach einer Stelle Kobl; iwerecks g. schielen Kobl-Vallendar; iwernan (übereinander) g. schielen Bitb-Seimerich; hungrig g. Allg.; et (Mädchen) guckt glihnig drin wie e Katz (Hinkelsweih) Simm-Horn. Wieviel Uhr ist es? Antw.: Halwe Muck, gih heim un guck! Zell-Merl. Loss emol g.! Antw.: Guck deiner Motter unner de Rock! Birkf-Herrst. — Der lit (lügt) so sihr, wie mer guckt Merz-Wadern. Wenn de lang guckst, werschte alt Zell-Raversbeuren. Guck emol (lo)! Ausruf der Verwunderung Allg., auch gumol (lo)! Birkf, Kreuzn, Goar, Saarbr; siehschde, wie de guckschd! siehst du! Saarbr. — Hin-, heraus-, herin-, hinin-, zerekg. RA.: Speckmaus (Fledermaus), bo gucksde eraus; aus em ale Scheisshaus! Koch-Poltersd. De Zwiewel guckt eraus die Ferse schaut aus dem Loch des Strumpfes Simm. — Dem guck ich och lewer of de Reck Kobl, Allg. Der guckt aus kane gode Age (Augen) er taugt nichts May, Allg. Et eas mer eso lächerig, eas wan ich dorch en Seih geguckt hätt Merz-Nunk. Er guckt dorch die Dralje er lässt die oberen Augenlider herabhängen, ohne zu schlafen Simm-Laub. Wenn de em in de Hub (Hof) eninguckt, do frecke em de Hinkel er hat einen bösen Blick Simm-Laub. Der guckt en die anner Woch er schielt Allg. Der guckt noch e Loch en die Wand er stiert Allg. Mer g. all in ä (ein) Loch, heit un morge a (auch) noch; bes de liewe Sunndag kommt, hommer nicks ze koche als des biss-che Ribbefläsch un die derre Knoche Meis-Medard. Em wat guckt der Schuhmacher en die Schuh? Antw.: Wenn e dren setze däht, dähr e erausg. Bernk-Bruchw. — Abl.: die Guckerei, dat Geguck(s). PfWB ElsWB ab- gucken: 1. einem etwas a. Allg. a. absehen, z. B. in der Schule. — b. um es ihm nachzuahmen, z. B. eine Gewohnheit, Mode. — [Bd. 2, Sp. 1481]
2. scherzh. durch anhaltendes Sehen gleichsam etwas wegschaffen; dau gucksckt jo bal de Bläder vun de Bämen (Bäumen) ab Rhfrk, Allg. an -gucken: einen (etwas) a., anschauen; enen scheel (falkig, iwer de Scheller) a.; ebbes verlängerig (belösteg) a.; of e paar Grosche darf mer et net a.; de well of sein Dommhät noch gruss ageguckt sein; nu guck es (einmal) an! Allg. RA.: Er guckt äne an wie de Kuh (Ochs) dat Scheierdor (de nei, e grin Stallder) Allg. De Kaz (Katze) darf de Kaiser a. zu einem, der sich beschwert über scharfes Ansehen Mosfrk. PfWB ElsWB auf -gucken: aufschauen Allg. PfWB ElsWB aus -gucken: in der Wend.: Er guckt sich noch de Aən (Augen) aus Allg.be -gucken: etwas, einen b., besehen; änen so schecks (schräg) von der Seit b. Allg.; de beguckt sich vun innewennig er ist auf dem Stuhle eingenickt Simm, Allg. RA.: De werd vun käner Sau beguckt Allg. De muss alles b. un belecke wie en Af (Affe) Goar-Salzig. Wenn ich dich b. on mei klei Geld, dann wiərd et mer noch lang net besser Kobl.durch -gucken: etwas (einen) d., durchschauen: de Wand d. an eine Stelle stieren; de mächt Aue, als wenn e enen d. well Allg.nach -gucken: nachschauen Allg. PfWB um -gucken: (sich) u., umschauen; dau wirscht noch u.! eines besseren belehrt werden Allg.ver -gucken: sich v., sich versehen; an dem verguckt mer sich Allg. PfWB vor -gucken: mit sachl. Subj.; hervorstechen; dat musste wegmache, do tärf (darf) doch neist v. Simm, Allg. PfWB ElsWB zu -gucken: zuschauen Allg.
PfWB ElsWB LothWB guck -u-, –ū-: Ausruf zum kleinen Kinde, das sich versteckt u. beim Verstecksp., zum Zeichen, dass der Suchende kommen darf; et es g. Kobl; gucke hä! Neuw-Dernb; gūkches! Kobl-Rübenach.
PfWB Guck-äugelchen -ę·i.əlχə (s. S.) Allg. n.: Auge, in der Kinderspr. Guck-dingen (s. S.) Allg. n.: Fernrohr. Guck-eichelchen -ēχ- Malm-Dürler n.: Eichhörnchen. PfWB ElsWB Guck-kasten Allg. m.: 1. K. zum stereoskopischen Sehen; photographischer Apparat. — 2. scherzh. Haus mit vielen grossen Fenstern, bes. Eckhaus. NRhWB Guck-loch (s. S.) n.: 1. Giebelloch Kobl, May (auch juklək Geilk-Gillr, Düss-Kaiserswerth; -lkskə Düss-Angermund). — 2. -lęχər scherzh. Augen Verbr.
NRhWB PfWB Gucke guck, Pl. -gən f.: 1. Giebelloch Trier-Ehrang; -ū- Bernk-Neumag. — 2. verächtl. Gesicht, Miene; en hät en deischter (frech) G. Merz.
Guckelchen Saarbr, Ottw. Pl.: Augen in der Kindersprache.
guckeln -ug- Wend-Freisen schw.: blinzeln.
Ein-gucker iŋ- Kreuzn-Sponh m.: vom Stamme her eingelegte Rebe.
Guckes -gəs, Pl. -əsən m.: 1. Schielender; [Bd. 2, Sp. 1482]
scheeler G. Trier-Schleidw. — 2. -gəsχər Pl. Augen, in der Kindersprache Kobl.
gucksen -o- Wend-Reichenb schw.: lo erumg. umherschlendern, müssig einhergehen.
Guckert = Hahn, Tannenzapfen s. Gückel; Guckes I = huckepack s. Guck;