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Rheinisches Wörterbuch 
 
Ente bis Entenprutsch (Bd. 2, Sp. 136 bis 138)
 
  NRhWB Ente ęnt, Pl. -tə [im Rhfrk, Mosfrk u. Klevld (auch Aach-Ld, SNfrk hier u. da) daneben -də]; doch geschlossene Gebiete mit lautl. Änderungen: ent Saarl-Diefflen Nalb Bilsd Piesb u. nw. Ihn Rammelfang OLimbg Siersd; ęndən Sg. u. Pl. Saarl-Ittersd Düren Bedersd Kerling; ənt Saarl-Düppenw; int Merz, Saarbg, Trier, Wittl, Bitb, Prüm durchweg [ī- Bitb-Mettend Geichl, Wittl-Sehlem; iənt Eup-Raeren; ynt neben ę- Trier-Mehring; - Koch-Kaisersesch; nt Eusk, Schleid (hier u. da), Monsch-Witzerath; ēəŋ u. ·ə.ŋ, aber Pl. ēəŋə Selfk (Geilk, Heinsb bis Kemp-Brüggen Lobberich); ę·ŋ., Pl. -·ŋ.ə Kemp; ęin, Pl. -nə Mörs [ęin u. ęnt, Pl. -ndə Mörs-Friemersh; nt, Pl. -nde Mörs-Xanten]; Klevld ent, ę-, Pl. -ndə; das Geb. ö. der Ürd-L. hat ęntə (Sg. u. Pl.) [Mülh-Ruhr entə u. ęn, Pl. -nən; Dinsl-Aldenr n, Pl. -nən]. S. auch Ante f.: 1. wie nhd , unterschieden in well u. zahm E.; durchweg das Männchen u. Weibchen gleich bezeichnet als Gattung; doch wird der Enterich auch Enterich, Entert, Ent(ən)gunz, –hahn, –mann, –vogel, Erpel, Gänt, Vogel, Wilder, Weik, Winder, die junge E. Pillent u Pill, Pullent (Nfrk) genannt (s. d. W.). Lockruf: pill, pill; pulle, pulle; hull, hull; schibb; wulle, wulle (s. d. W.). RA.: Weə ger Strit met de Nabber hat, mott sech E.ə on Honder anschaffe Heinsb-Orsbeck. De Önt op et Wasser setze im Glücksp. u. bes. im Geschäftsleben alles auf eine Karte setzen Eusk, Rheinb, Bergh (en bleien E. Neuw-Unkel) Wenn de E.ə Water siehn, dann quackt ör et Gat Mörs-Xanten. He wogt et wie den Bur de E.ə; versuppe se, dann versuppe se Geld, Mörs, NBerg. Do soll dech doch en E. tredde, date schwarz on blo wiərsch! scherzh. Drohung Rheinb-Meckenh. Irren es menschlich, sat der Hahn, un trot en E. Köln; halt, Irrtom, sot der Hann, do soss er of der E. May-Trimbs. Dat es mer als jet, meng E. get göss (unfruchtbar) eine wertlose Sache Bergh-Hüchelhv. Hurrah, die E.ə, mei Moder

[Bd. 2, Sp. 137]
kann schwemmen! Ausruf der Freude Koch-Laub. De hat Pastuər de E.ə gestoəhle, do hange de Ben all herut er hat eine Rotzfahne Erk-Keyenbg. Die Glocken zu Grevbr-Morken beiern: De Gängs (Gänse) on de E.ən lofen en de Bände (Wiesen). De Mann het de E. ist betrunken Elbf; de I.ən feidern (füttern) sich erbrechen Merz-Bessering. Wo gehst du hin? Antw.: Uf Trippstrill, wo die Gäns Horbeidel draə un die E.ə Baricke (Perücken) Wend, — Gamasche Meis. — Vergleiche. Schwemmen wie en bleien E. Rip, Allg.; sou flenk wie en bl. E. Merz-Saarhölzb; de süff wie en E. trinkt stark Dür-Winden; de watschelt (waggelt mem Arsch, met de Kont) wie en E. Rip, Allg.; die schwenk mem Kled wie en E., die us dem Wasser küt Köln; se driəht met der Hengeschten wie en Iənt, die op ene Pohl a geht Eup-Raeren; he geiht te Water wie en E. Mörs; die gont hengeren (hintereinander) wie de E.ə van Kelz (Ort) Dür; en Gesicht mache, als wenn em de E.ə fortgeschwomme wöre Bergh; de Wäsch sieht ut, as wenn en E. se am Pot (Pfütze) gehat hei (gehabt hätte) Neuss; en Boch (Bauch) wie en schwanger E. Gummb, Waldbr; dem geht de Mul wie er E. de Arsch (Fott) Rip, Allg., — der Stert Remschd. — ebbes annersch Trier. — Kemmt de well E., hat der Wenter en End Mos (o. O.). Ziehn de well Gäns on E.ə fort, get et viel un grusse Kält ebd. — Rätsel. Wiggel-di-Waggel geht över die Bröck on hät der Köneng si Bett op en Röck E. oder Gans Heinsb. Schräck stong op Schrivendahl, do sohch (sah) heə veər (4) to Water gohn, ver Härter on twie Sterte (Sterze); do sats (sollst) et ne roə (raten), on wenn de rits (rätst) bös sint Märte zwei E., die zwei Frösche im Maule haben ebd. — Im Kinderld. Wann ich dann en Höhnche han, dann moss ich och ne Hahn han, kückelekü, sat der Hahn; schnibberewipp, sät mi Höhnche dann; wann ich dann ne Hahn han, dann moss ich och en E. han; quiddelequänt, sät de E. usf. Dür. Alle meine E.cher schwemme of der See, Käppche en das Wasser, Schwänzche en die Heh! Wend-Remmesw, Allg. En de Wade Bände (Wiese), do zänke sich de E ə der ganze Dag, dat dat Kengk net schlofe mag; wie hesch dat K.? Gölde K., Äppelche, Bäppelche, Buchfenk Jül-Langw. (egen Möllebände .. Aach-Würselen). Itche, Studitche, E.che, Studentche Aach. Madudilamenden = Magd tu die lahme E. ein, Schnellsprechübung u. Worträtsel Saarbr-Sulzb, Simm-Schlierschd. — 2. übertr. a. Mädchen mit wackeligem Gange Verbr.; dau kromm E. Schimpfw. Kobl. — b. sachl. α. bleier E. Klicker aus Blei Köln. — . c. Butterweck in der Form einer E. Bitb-Geichl.

[Bd. 2, Sp. 138]

Enten-arsch Allg. m.: in der RA.: En hat ken Ruh wie en E. Trier-Mehring; en hat en Maul wie en E. es steht nie still (schmutzig. abscheulich, rücksichtslos Prüm-Ihren) Mosfrk, Allg.; wackeln wie en E. Allg. Enten-babbe Neuw m.: in der RA.: E giht wie en E. watschelnd. Enten-beck Aach-Stolbg Eschw m.: Art von Schuhnagel. Enten-beinchen -ē:- Jül-Röding n.: Rotzfahne. Enten-bunes īntəbūnəs Bitb-Geichl m.: einfältiger Mensch. PfWB Enten-bürzel -ē-, –ī- Rhfrk m.: -arsch; in derselben RA. PfWB Enten-ei n.: wie nhd. NRhWB  PfWB Enten-flott -ǫ- Kref, Mörs, Geld; -flǫtsəl Klev-Calcar m.: Wasserlinse, lemna minor. NRhWB Enten-futt -o- Rip, Nfrk f.: -arsch; in derselben RA.; dazu: He hat van de E. gefretten der Vielschwätzer Ess, Geld-Straelen. En Gesicht wie en E. Bo. He schüsst (schiesst) ut der E. schnellt beim Klickern Düss. Was haben wir gekocht? Antw.: Rabönselkes met Enteföttsches MGladb. Wie viel Uhr ist es? Antw.: E Vierdel op en E., wenn et schleəht, dann schleəht et drop Jül-Boslar, MGladb, Eup, Malm-Rodt. Enten-futter (s. S.) n.: 1. wie nhd. — 2. Wasserlinse, lemna Sol-Hitd. Köln. — 3. suppenartiges Möhrengericht Kemp-Hüls. Enten-gunz Saarbg-Portz Kelsen m.: Enterich. Enten-hahn Bernk-Piesport, Prüm-Büdesh Densborn Hallschlag. Aden-Bodenb. dann Rip, Nfrk verbr. m.: dass. Enten-hüter -ē:d- Wittl-GrLittgen m.: Enterich. Enten-klee -ī:- Sieg-Menden Rott m.: Wasserlinse. Enten-küken (s. S.) n.: 1. wie nhd. — 2. dumme Weibsperson Emmerich. Enten-lauf -ō- Bergh-Hüchelhv m.: einläufige Flinte mit bes. langem Lauf. PfWB  ElsWB Enten-loch Saarbr n.: -arsch. RA.: En Schniss wie en E. Enten-mann Remschd m.: Enterich. Enten-markt m.: Marktname in Xanten. NRhWB Enten-moos -ō- Simm-Laub (aber auch -ū- = Mus); -ǫ- Aach-Aachen Merkst n.: Wasserlinse. Enten-mutter Simm-Schlierschd f.: alte Ente. Enten-pfote -pū·ə.t Kemp-UWeiden f.: in der RA.: Ek habb Häng (Hände) wie Engepüət so kalt. PfWB Enten-pfuhl (s. S.) Allg. m.: -teich. Straelen (Straelen) es en Stadt, Wonkem (Wankum) es noch wat, Woachendonk es en Engenpuhl, Herongen es en Kackstuhl. — — E., Strasse in Kobl, auch Enten-puddel genannt. Enten-pipert -ī- Bitb-NWeis m.: dummer Kerl. Enten-prutsch -ū- Dür m.: in der RA.: Dem geht de Mul wie en E.