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Rheinisches Wörterbuch 
 
enkel II bis Enten-arsch (Bd. 2, Sp. 134 bis 138)
 
 enkel II -e- Nfrk, Eup (ę-), Elbf, Rip (hier auch ę-) in Eusk, Köln (e-, i-, eŋkəlt), Bergh, Dür, Jül, Aach, Monsch; enkəlt, -ē-, fl kt. -də Klevld, Kref, Ruhr [abseits ęŋkəlt Kobl-Neuend] Zahladv.: 1. einzeln, einzig; ek häbb bloss noch e paar e.ə Pennenge; gene e.ə P keinen einzigen roten Heller; en e. Kihr ein einziges Mal; enen e.ə Fulen (fauler Kartoffel) hi en do; e. för e. Stück für Stück, eins nach dem andern. RA.: Dat es en e.ə Krent (Korinthe) en em Brötsche eine auffallende Ausnahme Kref. — 2. nicht gefüllt, von Blumen, z. B. e.ə Flette Nelken; nicht dicht, zu weit auseinander stehend, z. B. von Pflanzen. — Einfach; die e. Bredde Breite des Stoffes; pack die Kord (Schnur) e.; die Beinlängen der Strümpfe werden mit e.

[Bd. 2, Sp. 135]
Garn, die Fersen mit dobbel G. gestrickt Selfk, Allg.; e.ə Gries einfacher Wachholderschnaps im Gegens. zum dubbele Gr. Aach; e. Pordiese Apfelsorte Geld-Aldekerk, Kref-Willich; e. Ponni Jül-Boslar; ich setze (wett) dubbel on e. ich wette doppelt u. einfach Bergh-NEmbt, Aach-Merkst.

enkelig -ələχ Mörs Adj.: dass.; en e. Mol.

 NRhWB enkeln Heinsb-Höngen, Geld-Leutherheide schw.: auf einem einzelnen Beine hüpfen.

ver- enkeln Nfrk schw.: vereinzeln, z. B. dicht stehende Pflänzlinge.
 
 
 NRhWB Enkel I ę- Allg. [e- Saarl-Diefflen Nalb Bilsd Bettstdt Prims Piesb; i- Simm-Schlierschd, WBitb, MülhRuhr; e- Klevld; hęŋkəl Kemp-Süchteln], Pl. -əln, –ələ, –əlts m. [Altk f.]: 1. Knöchel am Fussgelenk; bes üver de E.ə em Dreck; sich de E.ə verstuche; de Foss es geschwolle bes an de E. Rip, Allg. RA.: O weh, min Fott (Gesäss), wenn ech spoule (spulen) mott; o weh, minen E., ech mott noə de Wenkel! Ausdruck der Arbeitsunlust Kref. — 2. Rist des Unterschenkels Merz. — 3. Teil des Strumpfes oder Schuhes, wo der E. 1 sitzt Allg.

Enkel-dopp Düss-Stdt m.: Kreisel, der durch ungeschicktes Spielen einem andern Jungen an den Enkel fliegt u. von diesem konfisziert wird. Enkel-plänkchen -kskə Kemp-Süchteln n.: kleines, viereckiges Stück Holz, das Kinder beim Spiel mit dem Fuss von einem Karree ins andere zu stossen suchen. Enkel-riemen -rē:m MGladb-Rheind m.: Holzschuhriemen. Enkel-zange Monsch, Aach f.: die Beiszange des Schusters.

enkeln ęŋkələ Saarbr, Birkf, Bitb, Sieg, NBerg, Grevbr, Kref schw.: absol. u. sich e., so gehen, dass man die Enkel beider Füsse aneinander reibt; s. auch harenkeln.
 
 
Enkel II lautend wie E. I m.: Grossohn; doch meist umschrieben: N. moss für den N. Grossvatter sage Rip; van dat Kengk bön ech de Gr. Nfrk. — Aach kennt nur Kengskengk; doch neuerdings hört man überall bes. das Demin. Enkelche sehr oft. [Auch E.kend ist beliebter als E. allein; Mörs-Orsoy überliefert E.dochter, E.sohn; Heinsb-Millen Enkelkejudj].

Enkels = Tinte s. Ink.

Enn = Zwiebel s. Ünn; en-nein s. nein.
 
 
enneke ęnəkə SNfrk: im Abzählr.: E., denneke, zickemani, fickele, fackele, Domini, ake, bake, bonne, krake, erke, berke, bonne, buff.

ennelich = fleissig s. endelich.
 
 
enragiert aŋrăē:t  Köln: erbost, wütend.

enricht = sofort s. Richte u. ein; ens = einmal s. ein; Enster = Elster (s. d.); Ent = Pfropfreis s. inten.
 
 
ent ent Eup Negation: nicht; in Verb. mit ən, z. B. ich ən kann ent miəh.
 
 
ent- I: in entweder-oder, nach dem Nhd.

[Bd. 2, Sp. 136]
Allg.; scherzh. ent oder wedder Saarl-Berus; in Mörs-Neuk ēntər-ǫf.
 
 
ent- II Partikel in der Zs.: 1. bei Verben, lebendig nur im WMosfrk n. Mos, bes. WEif, Malm in folg. Kompos. mit eigener Bed.: entbähen, –boken, –bügen, –dämpen, –fallen, –focht, –flutschen, –futschen, –holen-, -hurscht, –laufen, –leiden, –nehmen, –nippen, –rauen, –schlafen, –schlagen, –setzen, –sinnen, –tüən (tauen), -tröllen, –tun, –uchten, –winnen, –witschen, –wutschen; im RRip sind mdl. enthalten, –sehn; SNfrk ent-halten, –hältnis, –richten, –sehn; Saarbr -spänen. — Aus dem Nhd. ist dann in allg. Verbr. eine grössere Anzahl entnommen. — 2. mit Adv. -gegen, –wers, –wider, –zwei; doch hat das Rip hier tsəntj:jə (Nfrk tēəjə), -wr, -widər.
 
 
 NRhWB Ente ęnt, Pl. -tə [im Rhfrk, Mosfrk u. Klevld (auch Aach-Ld, SNfrk hier u. da) daneben -də]; doch geschlossene Gebiete mit lautl. Änderungen: ent Saarl-Diefflen Nalb Bilsd Piesb u. nw. Ihn Rammelfang OLimbg Siersd; ęndən Sg. u. Pl. Saarl-Ittersd Düren Bedersd Kerling; ənt Saarl-Düppenw; int Merz, Saarbg, Trier, Wittl, Bitb, Prüm durchweg [ī- Bitb-Mettend Geichl, Wittl-Sehlem; iənt Eup-Raeren; ynt neben ę- Trier-Mehring; - Koch-Kaisersesch; nt Eusk, Schleid (hier u. da), Monsch-Witzerath; ēəŋ u. ·ə.ŋ, aber Pl. ēəŋə Selfk (Geilk, Heinsb bis Kemp-Brüggen Lobberich); ę·ŋ., Pl. -·ŋ.ə Kemp; ęin, Pl. -nə Mörs [ęin u. ęnt, Pl. -ndə Mörs-Friemersh; nt, Pl. -nde Mörs-Xanten]; Klevld ent, ę-, Pl. -ndə; das Geb. ö. der Ürd-L. hat ęntə (Sg. u. Pl.) [Mülh-Ruhr entə u. ęn, Pl. -nən; Dinsl-Aldenr n, Pl. -nən]. S. auch Ante f.: 1. wie nhd , unterschieden in well u. zahm E.; durchweg das Männchen u. Weibchen gleich bezeichnet als Gattung; doch wird der Enterich auch Enterich, Entert, Ent(ən)gunz, –hahn, –mann, –vogel, Erpel, Gänt, Vogel, Wilder, Weik, Winder, die junge E. Pillent u Pill, Pullent (Nfrk) genannt (s. d. W.). Lockruf: pill, pill; pulle, pulle; hull, hull; schibb; wulle, wulle (s. d. W.). RA.: Weə ger Strit met de Nabber hat, mott sech E.ə on Honder anschaffe Heinsb-Orsbeck. De Önt op et Wasser setze im Glücksp. u. bes. im Geschäftsleben alles auf eine Karte setzen Eusk, Rheinb, Bergh (en bleien E. Neuw-Unkel) Wenn de E.ə Water siehn, dann quackt ör et Gat Mörs-Xanten. He wogt et wie den Bur de E.ə; versuppe se, dann versuppe se Geld, Mörs, NBerg. Do soll dech doch en E. tredde, date schwarz on blo wiərsch! scherzh. Drohung Rheinb-Meckenh. Irren es menschlich, sat der Hahn, un trot en E. Köln; halt, Irrtom, sot der Hann, do soss er of der E. May-Trimbs. Dat es mer als jet, meng E. get göss (unfruchtbar) eine wertlose Sache Bergh-Hüchelhv. Hurrah, die E.ə, mei Moder

[Bd. 2, Sp. 137]
kann schwemmen! Ausruf der Freude Koch-Laub. De hat Pastuər de E.ə gestoəhle, do hange de Ben all herut er hat eine Rotzfahne Erk-Keyenbg. Die Glocken zu Grevbr-Morken beiern: De Gängs (Gänse) on de E.ən lofen en de Bände (Wiesen). De Mann het de E. ist betrunken Elbf; de I.ən feidern (füttern) sich erbrechen Merz-Bessering. Wo gehst du hin? Antw.: Uf Trippstrill, wo die Gäns Horbeidel draə un die E.ə Baricke (Perücken) Wend, — Gamasche Meis. — Vergleiche. Schwemmen wie en bleien E. Rip, Allg.; sou flenk wie en bl. E. Merz-Saarhölzb; de süff wie en E. trinkt stark Dür-Winden; de watschelt (waggelt mem Arsch, met de Kont) wie en E. Rip, Allg.; die schwenk mem Kled wie en E., die us dem Wasser küt Köln; se driəht met der Hengeschten wie en Iənt, die op ene Pohl a geht Eup-Raeren; he geiht te Water wie en E. Mörs; die gont hengeren (hintereinander) wie de E.ə van Kelz (Ort) Dür; en Gesicht mache, als wenn em de E.ə fortgeschwomme wöre Bergh; de Wäsch sieht ut, as wenn en E. se am Pot (Pfütze) gehat hei (gehabt hätte) Neuss; en Boch (Bauch) wie en schwanger E. Gummb, Waldbr; dem geht de Mul wie er E. de Arsch (Fott) Rip, Allg., — der Stert Remschd. — ebbes annersch Trier. — Kemmt de well E., hat der Wenter en End Mos (o. O.). Ziehn de well Gäns on E.ə fort, get et viel un grusse Kält ebd. — Rätsel. Wiggel-di-Waggel geht över die Bröck on hät der Köneng si Bett op en Röck E. oder Gans Heinsb. Schräck stong op Schrivendahl, do sohch (sah) heə veər (4) to Water gohn, ver Härter on twie Sterte (Sterze); do sats (sollst) et ne roə (raten), on wenn de rits (rätst) bös sint Märte zwei E., die zwei Frösche im Maule haben ebd. — Im Kinderld. Wann ich dann en Höhnche han, dann moss ich och ne Hahn han, kückelekü, sat der Hahn; schnibberewipp, sät mi Höhnche dann; wann ich dann ne Hahn han, dann moss ich och en E. han; quiddelequänt, sät de E. usf. Dür. Alle meine E.cher schwemme of der See, Käppche en das Wasser, Schwänzche en die Heh! Wend-Remmesw, Allg. En de Wade Bände (Wiese), do zänke sich de E ə der ganze Dag, dat dat Kengk net schlofe mag; wie hesch dat K.? Gölde K., Äppelche, Bäppelche, Buchfenk Jül-Langw. (egen Möllebände .. Aach-Würselen). Itche, Studitche, E.che, Studentche Aach. Madudilamenden = Magd tu die lahme E. ein, Schnellsprechübung u. Worträtsel Saarbr-Sulzb, Simm-Schlierschd. — 2. übertr. a. Mädchen mit wackeligem Gange Verbr.; dau kromm E. Schimpfw. Kobl. — b. sachl. α. bleier E. Klicker aus Blei Köln. — . c. Butterweck in der Form einer E. Bitb-Geichl.

[Bd. 2, Sp. 138]

Enten-arsch Allg. m.: in der RA.: En hat ken Ruh wie en E. Trier-Mehring; en hat en Maul wie en E. es steht nie still (schmutzig. abscheulich, rücksichtslos Prüm-Ihren) Mosfrk, Allg.; wackeln wie en E. Allg.