Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
glucks bis Glühicht (Bd. 2, Sp. 1285 bis 1289)
 
 glucks jluks Sieg, MülhRh Schallw.: das Geräusch des aus einer Flasche ausströmenden Wassers begleitend.

 PfWB  ElsWB  LothWB glucksen schw.: dieses Geräusch verursachen, beim Ausströmen u. Trinken; de

[Bd. 2, Sp. 1286]
Flasch, et Wasser glucks. — Abl.: die Gluckserei, dat Geglucks. — S. auch kluck, klucksen.

aus- glucksen: nach Neuigkeiten aushorchen Prüm-Burb.

gluckstern schw.: 1. glucksen Gummb-Hombg. — 2. verlegen lachen Gummb-Müllenb.
 
 
 NRhWB  PfWB glühen Rhfrk glīə, ījə, –eĭ- [daneben in Saarbr, Ottw, Wend, Simm, Zell glūdə, -ō-]; Mosfrk glī·ə.(n), –ē·ə.- [-ēi-, –e i.- in NSaarl, Merz, Saarbg, Bernk in geschlossenem Geb.] [Bitb auch -ī:d-]; Rip jl·ə., –:nə [Dür -:də]; Eup γlø·y.ə; SNfrk jl·ə. (Part. jejløt, meist nur der Infin. gebräuchlich, et es (woər) am (an't) gl.), -ø·y.-, –·y.-, –ȳ·ə., –yj-, –:jə; OBerg jlȳə; NBerg, Ruhr -ȳ·ə., –-, –:- [MülhRuhr -ø.y.-]; Klevld γlə, –- [von Geld, Mörs, Ruhr an auch lø·y.ə, –-, –-] schw.: wie nhd. 1. intrans. a. vom Feuer; et Für, de Kolle gl. Rip, Allg.; op glöhjende Kohlen setten Klevld; auch sonst ist hier u. da das Part. Präs. in Gebrauch, allg. Klevld γlənt; Selfk, Aach jlø·y.; Jül, Monsch jl:n [sonst glühig], z. B. der glöuhe Backovend; der Oəfend es glöhn Verbr. s. o.; dat es met glöhender Nöld (Nadel) gemäck schlecht genäht MGladb-Rheydt; dät es ene glöhje an et Für ein Ofenhocker Heinsb-Schalbr; dat es ene glöhne ein kräftiger, derber Witz Jül; et es glöhnd verdummt! Fluch Klev. — Vom Menschen, seinen Augen; he glöuht wie en Kiərsch ist erhitzt Aach Dür, — en Für, mər kann an de Backen en Strikholt ansteken Rees; he glöhnt van Ifer (Zorn) Rip; Allg.; der Rothaarige glöht wie ne Foss (Fuchs) Neuss-Nievenh; en glöhjende Tang (Zange) streitsüchtiges Weib Rees; de hat Ogen wie en glöuh Krei (Schlacke) Aach, — en glöuhende Tang (Zange) Wesel, — en gl. Pipert Emmerich, — en gl. Üll (Eule) Klev-Donsbrüggen; die Ogen gl. wie Kattenogen Geld-Sevelen, Rees. — 2. trans. Eisen gl., nach dem Nhd.; dafür in der MA. glühig machen.

 NRhWB an- glühen : anglimmen Klevld.ver -glühen: verglimmen Allg.

glüh-ächtig -ø·y.ətix Selfk Adj.: glühend. NRhWB Glüh-ärschchen γlrskə Mörs, Rees; -:rkə Duisb; jl:n:χə Dür n.: Johanniswürmchen, Leuchtkäfer. — Für gerötete Nase scherzh : Glüh-birne (s. S.) Kobl, Altk, Gummb, Glüh-bolz Dür, Glüh-eisen -ī:zər MGladb-Rheind, Glüh-kolben -·l.w- Ahrw-Löhnd, Elbf, Düss, Mörs-Veen, Glüh-kupp -o- Sol-Höhschd, Glüh-küppel -y- Klev-Cranenbg, NRhWB Glüh-lämpchen Saarbr-Scheidterbg, Glüh-laterne Ess-Rellinghsn, NRhWB  PfWB Glüh-licht Saarbr-Dudw, Kobl-Güls, PfWB Glüh-nase -ns Wesel, Glüh-strumpf -mp Trier [dazu sind die Bed. nach dem Nhd. bekannt]; dazu noch folg. Zs.: Glüh-holz Verbr. n.: in der Dunkelheit glühendes, moderiges H. Glüh-würmchen bezeugt in Kreuzn, Birkf, Saarbr, Merz, May, Bo, Köln,

[Bd. 2, Sp. 1287]
Dür, NBerg, Geilk, MGladb, Mörs, Klev n.: 1. Johanniswürmchen. RA.: En Nas wie en Gl. Mettm-Velbert. — 2. gerötete Nase Köln-Ld, Bo.

glühdig s. glühig.

 NRhWB Gluhe j(ə)lō:n Neuw-Buchholz, Schleid-Blankenh Marmag, Monsch-Witzerath Sg. t. f.: Glut, bes. die noch glühenden Holzkohlen nach erloschener Flamme; gle·i.ə n. ein wenig Glut Saarl-Beaumarais.

 NRhWB  PfWB  ElsWB glühig (s. die Vokalgestaltung bei glühen) Rhfrk in Kreuzn, Simm, Goar glīnĭχ; Zell, Koch, Kobl, Neuw (u. -:-), Altk, Siegld (daneben glēnəndeχ) -ē:n-; Wend, Saar, Mos bis Bernk, WEif bis Prüm -īd-, –ī:-, –e i.-, –ē:-; [Saarbr-Püttl -id-; GrRosseln -ūd-; Saarbr (o. O.), O u. SO Saarl, Ottw, Wend-Remmesw, Birkf-Idar (-eĭr-) Herrst, Simm-Crastel Schlierschd, Bernk-Rhaunen, Zell-Raversbeuren -īr-]; Mayf, ODaun jəl:nəliχ; Rip jl:nĭχ; OBerg -ȳ(ə)-, –øy- [-:dĭχ Malm-Bütgenb Vith, Bergh-NEmbt, Dür, uWupp; -:ndiχ Eusk, Sieg-ODollend, Köln; jəjø·y. (-lø) u. jelø·y.nətəχ (-achtig) Aach]; Eup γlø·y. u. γlø·y.əx; NBerg jl:nəχ, –-, –ȳ·ə.- [Elbf -ntəχ (u. -həntəχ), Mettm, Ess; -ndəχ Sol; xlȳ:nəx MülhRuhr, Lennep; jl:d- Düss]; SNfrk in Grevbr, MGladb, Neuss jl:nəχ, sonst -ø·y.əndiχ, –·y.-; -ȳ·ə.-, –yj-, –:j-; Seltk auch jl:; Mörs -ø·y.nĭχ; Klevld γləndəx, –- [u. l-; n. Ruhr auch -niχ, –-] Adj.: 1. von in Glut, Hitze versetzten Gegenständen. a. glühend, rutgl. [glitzegl. Neuw-Isenbg]; gl. Iser, en gl.ə Bolzen Rip, Allg. RA.: Su gl. wie die Hell (Hölle) Altk; en de gl. H. kommen Allg., — en et gl.ə Für Rip, Allg. De es bang wie gl. Eise Neuw-Dattenbg. Do häste gl. Eise angepack dich in eine Sache gemischt, welche dich sehr gereuen wird Eif, Rees. De löt nüs lige wie gl. Ise on Müllesten der gewohnheitsmässige Dieb Rip, Allg. (s. Eisen). Hea greilt net, un wann der Deiwel mat der gl.ən Eisendir do stihn Bitb-Rittersd. De läscht sich e gl.ə Droht dorch de Arsch ziehe der Geizige Simm-Laub. Dat es met en gl.ə Nold genihnt schlecht genäht MGladb-Rheydt Giesenk, NBerg. De hot en gl. Platt em Leif der Trinker oder der grossen Durst hat Bernk. Ech mak der Schlössel gl. wenn man einen unerwünschten Besuch erwartet Düss. En de gl.ə Reng beisse misse so suchen die ältern Schüler die Neulinge zu ängstigen Wend-Remmesw. Se jöckten (liefen) doher, als hätten se en gl.ə Schwamm em Nacke Köln. Op gl.ə Kolle setze Rip, Allg. Augen wie gl.ə Kollen Sol. Dem wörd der Bockseboəm (Hosenboden) gl. der das lange Sitzen nicht gewohnt ist Kref. Mer mant (meint), den hätt e gl.ə Forz em Leif Trier. Der soll se allegoren gl. hollen! Verwünschung Trier; hättst et gl. im Leif! Bernk-Neumag; dat moss och nouch gl.

[Bd. 2, Sp. 1288]
dorch de Luət (Luft) flege! Bergh-Blatzh; gl.əs Donnerkeil noch emol! Fluch Altk-Horhsn, Wermelsk. — b. sehr heiss, bes. von Speisen Allg.; gl. on siedig (siedend) Trier; de Sopp es gl., mer soll sech dat Herz em Leif verbrennen Prüm, Allg.; et as su gl. (heiss), mer schwatzt (schwitzt) wie e Perd Bitb-Speicher; et as esu gl. wie an em Bachowen Wittl-Muhlb. De hät se gl. er ist sehr bezecht Jul-Stetternich. — 2. vom Menschen, seinen Augen, seinem Gesicht. a. glühend; gl. Vügelche Leuchtkäfer Dür-Stockh; gl. gohn nach dem Tode als leuchtendes Gespenst einhergehen Eusk, Rheinb; der Glihdig nächtlich umherwandelndes Gespenst Saarl-Hüttersd; en (der) gl.ə Mann (en gl ər Kerl) Irrlicht, umgehendes Gespenst (auch ausgehöhlte, mit eingekerbten Fratzen versehene Rübe oder Kürbis. mit einer Kerze drinnen erleuchtet); de hät Ogen wie en gl ə M. Rip; de rennt wie en gl.ə M. Kobl; der hat e Paar gl.ə Ogen bie der Deiwel en de Hell Neuw-Dierd, Rees. Dreckes, Dr., nemm dech en Aach, gangk net mih esu spät en de Nach! Gester Ovend os et gescheht, han ech en gl.ə Mann gesehn; bei dem Mann, de Strüh geschnedden, ös he ileg fortgeredden, hatt Ogen wie en zenne Teller, jo, fürwohr, se woren heller als et grütste Märtesfür; Männchen, höt dech derfür! Sieg-Scheiderhöhe; et gl.ə Rend rennt bei Nacht die Titzerstrasse auf u. ab u. erschreckt die Leute Jül-Opherten. — Der gl.ə Düvel der Teufel Rip, Allg. [der Glihdig Ottw-Uchtelfang; gl.ər Danz Neuw-Dierd]; su gl. wie der D. en der Hölle MGladb-Kleinenbr.; he hät Ogen wie de gl.ə D. NBerg. Verbr.; de Jung greilt (fürchtet) (frägt nom) de gl.ən D. net Bitb, Trier; dat (der Bursche) as der gl. D. (der Gl. selwer) wilder Bursche (doch halb anerkennend) ebd., Saar; der es e Steck vom gl.ən D. Merz; der gl. D. kaukt em aus den Auen Trier-Ehrang; hen es söu widig (wütend) wei en gl.ən D. Merz-Weisk. — Du bös en Gl.ən ein Schöner (spöttisch) Mettm-Cronenbg. — Den kick as ene löunige Kater Mörs-Neuk, — en gl.ə Katz Neuw-Rosb, — en gl. Hermelchen Wippf-Linde, — en Gl.ən Mettm-Langenbg. — Gl.ə Männder eine Pflanze Rheinb-GrBüllesh. — b. erhitzt; ech sen ganz gl.; en gl. Gesich han; gl. wie en Fürmann sen Rip, Allg.; en as gl.ərot ugelaf (angelaufen) Trier-Mehring. — c. von den Augen, feurig, flacker; der hat e Paar gl.ə Ogen em Kopp Rip, Allg.; de möt dene gl.ən Oge der Teufel Köln-Keldenich; wisse Kning (Kanin) met gl.ə Oge etwas bes. Seltenes u. Wunderbares im allg. Eusk; e guckt gl. drin wie e Katz, — e Hinkelsweih Simm-Horn; gl. Kettweg Mensch mit durchdringendem Blick (K. der Ort Kettwig an der Ruhr) MülhRuhr. — d. von den

[Bd. 2, Sp. 1289]
Haaren, brandrot; de hät jo gl.ə Hor, — ne gl.ə Kopp Saarbr, Bitb, Eusk, wohl mehr verbr.; dat ös ene gl.ə Fuss Eusk-Gymnich; der Gl. Spitzname eines Rothaarigen Saarbr. — Von der Nase, gerötet, en gl.ə Nas Rip. — e. vom Charakter des Pferdes, Menschen. α. feurig, wild, vom Pferde, en gl.ər Gaul Rhfrk. — β. aufbrausend, jähzornig, hitzköpfisch; su gl. wie Feier Saar, Westerw; hen as gl.ən des Deiwels we em Pergmats sein Hohn Trier-Thomm. — γ. zanksüchtig, von Weibern bes. Siegld, Barm, Früm; en gl. Hex Siegld; en gl. Micken Barm. — δ. leidenschaftlich, heiss begehrlich, hastig verlangend Saar, Trier, Bernk, Prüm-Mürlenb; en ös gl. drop wie den Deiwel op en arm Sil Trier; der es gl. un besessen drof Saarl-Dilling; den es gl. des Deiwels Bernk-Alf. RA.: En gl. Frau stöcht en Haus an alle Kanten on Prüm-Mürlenb. — ε. jugendfrisch Westerw; dat es ene Gl.ə drolliges Kind mit gelungenen Einfällen Düss-Volmerswerth. — ζ. in höchstem Masse; gl. herfort erschrocken Siegld-Marienborn. — 3.a. gl.ə Denger unglaubliche oder höchst auffallende Dinge MüEif; en gl. Schann ewige Schande Siegld. — b. Gl.ə unreife rote Trauben Ahr, Neuw-Unkel. — Zs.: gl.heiss, –rot, –warm.

Glühicht glē:dĭχt Bitb-Wiersd Sg. t. f.: Hitze.