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Rheinisches Wörterbuch 
 
glem bis Glinn (Bd. 2, Sp. 1272 bis 1274)
 
  NRhWB  PfWB glem glm. gəlm, –ē- Birkf, Kreuzn, Goar, Trier-Mehring, Bernk-Merschd Neumag Wintrich; -- Neuw, Siegld; glēmχĭχ Goar-Salzig Adj.: 1.a. weich, geschmeidig, gelenkig, beweglich, z. B. durch Frost erstarrte Glieder werden gl., wenn sie durch Wärme wieder geschmeidig werden; gut, lose gehende Riegel, Schlösser sind gl.; Leder wird durch Wärme gl; eine Wunde (Schwären) wird heiss gebadet, damit sie gl. wird; de Knubben (Geschwulst) es ganz hart; schmer Schmalz drof, da werd e meh gl.; der Stuhlgang ist gl. regelmässig u. ziemlich dünn. — b. gl. Weder gelinde, lauwarm; auch gl. Wasser.2. fügsam, von einem vorher störrigen Zugtier u. Menschen; weil os et gl. sagt man, wenn ein Stück Vieh wild ist, aber dann soviel gefahren wird, dass es ruhig u. müde wird. — S. lem.
 
 
Glenz -ęnts vom RhKlaaf angegeben Sg. t. m.: Monat März.

Gletz = Glatteis s. Glitz; glick = gleich (s. d.).
 
 
glickstern -e- uWupp; -i- Sol schw.: glitzern, glänzen. — Abl.: die Gleckstererei, dat Gegleckstersch.

Glickster -e-, Pl. -ərə uWupp m.: Misteldrossel, die schwarz u. weiss glänzt u. im November die Mistelbeeren frisst.
 
 
gliddern -id- Lennep schw.: gleiten, rutschen. — Abl.: die Glidderei, dat Geglidder.
 
 
 NRhWB Glied Rhfrk -īt Pl. -ērə, –īrə; Saar -it, Pl. -idər; Mosfrk -ī.t, –ī-, Pl. -dər; Siegld -et, Pl. -ērər, –e-; Rip -et, jəl-, -i- [Eusk -ø-; Schleid-Blankenheimerd Wollenbg -ǫ-], Pl. -dər u. -dərə; ebenso Berg, doch Elbf -ēt, Pl. -dər; Wermlsk -et, Pl. -ēdər; Eup let u. γlet fast nur in dubəl γledərə Rachitis; Selfk nur dubəl jəlīər (u. γəlejər Kettenglieder) Pl., sonst SNfrk knōək [Mörs-Neuk -īt, Pl. -īdər]; Klevld let, Pl. -dərs; diese einfache Form ist vom Rip an auch in Zs. üblich, z. B. Augenlid, Lidwasser n.: wie nhd. 1. am menschl Körper, bes. von den Beinen; et Kend hät doch winnigstens

[Bd. 2, Sp. 1273]
grad Gl.ər; de Gl.ər sen mer stif; en Gl. vam Fenger Rip, Allg.; ich sin so mid (müde), ich kann ke Gl. meh reə (regen) (rere) un beweə Hunsr, Allg.; ek föhl all ming Gl.ər Elbf. RA.: Wenn et Häuf (Haupt) krank es, trore (trauern) de Gl.ər Köln-Stdt. — Ech han et en de Gl.ər; et es mer en de Gl.ər gefahre; dat Wedder han ech at lang en de Gl.ər gehat (gespurt, setze gehat); dat W. stich mer en de Gl.ər; et es (lit liegt) mer wie Blei en de Gl.ər Rip, Allg; he raselt (zittert) an alle Gl.ərə Aach; dat geht mer durch alle Gl.ər Hunsr, Allg. — Dubbel Gl.ər die sog. englische Krankheit, Rachitis Rip, Nfrk; abgesetzte Gl.ər Saarbr, Ottw. — — 2.a. Kettenglied Allg. (doch s. Gl. iche). — b. das Stück der Rebe von Knospe zu Kn., lang on kuərte Gl.ər Kobl-Winning, Ahr. — 3. militärisch, wie nhd.; e Reih on Gl.; aus dem Gl. treden.4. enem et Gl. donn Gesellschaft leisten Monsch-Witzerath.

glied-gängig Prüm-Burb Adj.: einen gl. machen einen Faulenzer antreiben zum flotten Gehen; einen Gegner zum Weggehen veranlassen. glied-lang Adj.: 1. -īds- lang wie ein Glied Hunsr. — 2. -īt- Kleblabkraut, galium aparine Koch-Bertrich Lutzerath.  PfWB Glied-schwamm Sol m.: Schwellung an den Gelenken. Glied-wasser Rhfrk, Mosfrk, Rip, doch hier auch lid-, im Nfrk li-, lēwātər n.: Beule am Gelenk vom Verhalten, Eiter; Gelenkwasser, häufig bei Kälbern.

Glieder-gicht -īrə- Simm-Laub f.: Gelenkheumatismus. Glieder-krankheit NHunsr, Eif f.: dass. Glieder-öl Barm n.: durchgedrungen Gl. Bilsenkrautöl. PfWB Glieder-reissen -rītən Sol, Mettm n.: -schmerz.
 
 
 NRhWB  PfWB glimmen -ø-, Part. gəglom Trier-Stdt; -e- Aach-Stdt schw.: wie nhd.

glimmerig -ø·m.- Bo-Beuel Adj.: gl. Holz, in der Dunkelheit glimmendes H.
 
 
glimm-lachen Klev, Rees schw.: vor sich hin lächeln. — Abl.: die Glimmlacherei, dat Geglimmlach, de Glimmlacher.
 
 
Glimm-klämmchen -χə, Pl -χər Erk-Körrenz n.: Marienkäfer, Siebenpunkt; s. Flimmflämmchen.
 
 
 NRhWB Glimp gəlimp Wend, Ottw, Saarl; -e- Birkf, Bernk, Bitb-Dudeld; -y- Saarl-Hüttersd; -ø- WBitb, Trier-Stdt; -e- Dür; -ę- Eup; gəlembə Siegld; jəlunt Daun-Strohn; -li- Eif (o. O.) Sg. t. f.: in der Wend.: Met G. glimpflich, soeben noch, mit knapper Not, gutem Glück; dat hat met e Gl. gegange; ich ha men Pennege noch met e Gl. kreəge Eup; eich hon den Zug noch met Gl. krit erreicht Bernk; eich sen met Gl. dervonkomm aus einer schlimmen Sache Birkf.

glimp-lich -emp- Köln-Stdt; -ømf- Trier-Stdt Adj.: gelassen, glimpflich.
 
 
 NRhWB glimschig -ī:- Daun-Strohn, Zell-Pünderich Adj.: sehr empfindlich, wählerisch beim Essen.

[Bd. 2, Sp. 1274]

 
 glindern schw.: 1. -i·n.ərn Eisbahn schlagen Saarbg-NZerf; gle·n.ən Trier-Mandern Waldw; -ø- Trier-Kell Schilling, Wittl-Muhlb; -endərə Saarbr-Sulzb. — 2. -əanərn einen glatten Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Saarbg-Ockfen. S. glandern.

 PfWB Glinder -i·n.ər, –e·n., –ø- Verbr. wie glindern 1 Sg. t. m.: Eisbahn; aweil (jetzt) raume mer us awer e Gl. an.

Glinn = Eisbahn;