Geize II gaits m. uNahe; gęits, –ei- Saar, Mos, Rhein bis Sieg-Rhönd; jits Ahr; meist Pl. -tsə(n) f.: 1. seitlicher Austrieb. a. an den jungen Schossen des Rebstockes; junger Trieb auf einem Trieb desselben Jahres; Blattwinkeltrieb; de G.ən of-, ausbrechen, bloden (blatten), herushollen. — b. am Obstbaum Ottw-Schiffw, Birkf. — c. bei der Tabakpflanze Wittl, Kreuzn. — 2. übertr. a. -- Pflugsterz Kreuzn-Oberhsn Seesb. — b. -ei- keilförmiges Feld Daun-Strohn. Geiz-hörner gētshərə, –ə- Birkf-Fischb Bergen Pl.: Handgriffe am Pfluge. Geiz-lode -lǫt, [Bd. 2, Sp. 1169]
Pl. -dən Goar, Ahr f.: Geize 1 a. Geiz-rebe -r:f Zell-Beilst f.: dass. Geiz-traube -drǫ·u.f Mos f.: an der Geize 1 a wachsende Tr.
PfWB ElsWB geizen schw.: die schädlichen Seitentriebe an der Rebe, an Obstbäumen, am Tabak ausbrechen; auch ausg. Verbr. wie Geize.
gej = ihr s. gei.
geksen -ē- = lachen s. gäksen; gel = gelb (s. d.); Gel I -ē- = Michael (s. d.), Gel II = Netz s. Geil II.
NRhWB gelb Rhfk gl, –ē-, –ə-; Mosfrk -- [SWSaarl -ē:-; n. Saarl-Diefflen Bilsd Aussen Gresaub -ē·ə.-, –·ə.-; Merz -ę- u. -lf; Saarbg -ę-; Trier-Ld n. Mos, Bitb -ē-, –ēă-]; OBerg -ēə-, –ę-; Rip, NBerg --, daneben im selben Ort -ę- [Rheinb, Eusk neben -ə- auch --; NLRip -ə-, –ēə-, -īă-; Eup, Aach -ē·ə.-; SNfrk -ēə-, –ə-; Klevld --; im Geb. der Schärfung flektiert -:-, –·ə.-, –ę·l.- usf.: 1. Adj. a. wie nhd., verstärkt dodder-, gülden-, güldequidden-, quitten-, rost-, kack-, schissgel (s. d. W.). RA.: So g. wie Botter Rip, Nfrk, — en Botterblom MüEif, — en Doder Bitb-Bollend, — en Eidoder Trier, — en Entebein Sinzig, — Gold Allg., — Geimer (Ingwer) WMosfrk, — Oker Eusk-Zülp, — Quitt (Quien Mörs, Rees), — Schess (Dress) Verbr., — firne (alter) Speck Allg., — Sp. van de Sonn Dür-Winden, — Strüh Rip, Allg., — Wass (Wachs) Allg., — Zafron Monsch-Simmerath, MGladb, — en Ert (Erbse) Klev-Donsbrüggen, — en Kanaljevugel Rip, — en Schottfemelte (Molch) Gummb-Berghsn, — en Zitron Verbr., — en Pädd (Kröte) Rees, Ess, — en Schnel (Schnecke) May-Galenbg, — en Spenn Heinsb-Bocket, — en Tatter (Heide) Aach, — en Hedtatter Aach-Alsd, — ene Welde (Wilder) Aach, — der Neid Saarbr, Koch-Urschmitt. G. well ne Kerl g. gekleidetes Mädchen will einen Mann haben Grevbr-Wevelinghv. G. un grön es Gecke Klör (Farbe der Narren) Köln; grin un g. un jemerlich (jämmerlich) scherzhafte Farbenbezeichnung Simm-Horn; et wiərd enem grön on g. für de Oge Rip, Allg.; er ärgert sich gr. on g. Trier, Allg.; he sohch (sah) ut gr., g. on jömmerlich Mettm-Haan, Rheinb-Meckenh; et wed me gris un g. för de Augen MülhRuhr; du schläfs dir de Ogen rut un g. Koch-Lutzerath; hej süt der üt, ganz g. on blau on blond in't Gesecht Mörs-Orsoy. Ovens g., morgens scheel vom Abendrot WMosfrk. Dat es de Botter g. gemäckt überflüssige Arbeit Nfrk (o. O.). En bettschen (biss-chen) g. en de Mull sien (wie junge Vögel am Schnabel) vorlaut sein Mörs. G.ə Schuh un neist dozu! oben hui, unten pfui Goar-Braunshorn. Nossbom met g.əm Blatt wess (weiss), dat om Haus alle satt Prüm-Rommersh. Riwe, R., Ripe, g. sin de Pipe, schwart es et Lok, wo Riwe, Ripe herütkrop (Möhre) Emmerich, Verbr. mit Var. [Bd. 2, Sp. 1170]
An der weissen Bach steht en g. Bloum; wer die g. Bl. well hon, mouss de ganz weiss Bach verschlohn das Ei Bernk-Burgen; ich klopp an e wiss Kapellche, da könnt erus e g. Männche Aach; wett schmitt ek op et Dak, on g. kömmt et heronder Mörs-Xanten, Allg.; wett (weiss) on g. inwendig, wat herütkömmt, es lebendig Rees-Hamminkeln. — Im bes. mit best. Namen stehend verb. α. Pflanzennamen; g. Blom Saatwucherblume, chrysantemum segetum Koch-Kaisersesch; g. Feldhonnsblum dass. Geld-Schravelen; Gellere dass. Wend; g. Botterblum alle Hahnenfussarten Nfrk; g. Pennen Johanniskraut, Hartheu, hypericum perforatum Bitb-NWeis; g.ər Ka(r)fonkel dass. Sieg-Kuxenbg Hangelar Geislar; g.ə Klee trifolium procumbens Saar, Eif; g. Knöpp (Knöpfe) Rainfarn, chrysantemum vulg. Kref-Osterath; g.ə Hundsmilch echtes Leinkraut, linaria vulg. Hunsr; g. Schöhkes (Schuh) Ginsterblüten Mörs-Hombg; g. Hähncher dass. Neuss-Glehn; g. Rahmhed (-heide) dass. Ottw; g.ə Eierdöppkes Escholzie Geld; g. Ferke dass. Erk-Keyenbg; g. Waterruəs (Wasserrose) g. Nixblume, nuphar luteum MGladb-Giesenk; g. Rös-cher dass. Kref-Willich; g. Waterlilij g. Schwertlilie, iris lutescens Geld, Allg.; g. Waterlüs (Wasserläuse) Wasserschwertlilie, iris pseudacorus Geld-Schravelen; g.ə Katstock Rohrpflanze in sumpfiger Gegend mit grossen, gezackten Blättern Malm-Mürring; g.ə Vajole, Veijole Goldlack Simm; g. Veilcher, g. Vögelcher dass. Saarbr; g. Vuəlsblom dass. Kobl-Vallendar; g.ə Rib Mohrrübe Nahe, Saarbr, Ottw [Gellriwenreiwer soll der Aprilnarr holen Saarl-Schaffhsn]; g. Wortele dass. Klevld [tött, t., g ə Wörtelsches! Ausdr. des Unwillens Mörs]. — β. Früchte; g.ə Frucht durch Lagern in Eichenfässern g. gewordenes Getreide Altk-Birken; g. Prummen g. Griechenpflaumen SNfrk, Mörs verbr.; g. Rädchen ein Pilz Ottw-Elversbg; g.ə Richard Apfelsorte Geilk-Leiffarth; g. Stetzcher Birnensorte Köln. — γ. Speisen; g. Erse Erbsensuppe Kref; g.ə Fusel gewöhnlicher Schnaps Aach-Stolbg; g.ə Geimer Ingwer WMosfrk; g. Melch von einer Kuh, die eben gekalbt hat Simm, Kobl, Westerw, mSieg, Jül; g.ə Schnere (Schnitten) in Milch u. Ei eingeweichte u. in der Pfanne gebackene Schn. von Wecken Siegld, Kobl, Goar, Bernk; g.ə Speck firner Sp. Allg.; g.ən Zocker Brustzucker Merz-Merching; g. Mehl Baumwollsaatmehl Mörs, Klev. — δ. Tiernamen; die Goldammer g. Drüəschel, g. Güərsch, –ö-, Güərschel, Güəlsch (Giərsch, Guss, Gosch, Gösken, Gütz, Götsch, Gutsch, Güt, Gütt, Gässke, Ütt); g.ə Garst, Gast, g.ə Geərschhamel (-hammer, –halm), g.ə Jakob, g.ə Märler, g.ə Mett, g. Mösch,-g.ə Schriwer (Schreiber), g.ə Witz, g.ə Sirtz (s. d. W.); der Pirol g.ə Gillgall, [Bd. 2, Sp. 1171]
g.ə Willewa(ll), g.ə Wöbber (Wöbbel, Webber) (s. d. W.); ausserdem g.ə Flassfenk Grünfink Saarl-Diefflen; g.ə Stockfink Flachsfink Kreuzn-Rümmelsh; g.ə Ippi Grasmücke Jül-Inden; g.ə Giert dass. Klev-Cranenbg; g. Gitsch Zeisig Schleid-Freiling; g.ə Plugdriwer Klev-Üdem; g.ə Schnel Purpurschnecke Simm-Laub; g.ə Schmied Goldkäfer Bitb-Ehlenz; g.ə Wibbel dass. Prüm; g.ə Schneider Salamander Rhfrk, Mosfrk bis zur Ahr; g.ə Schneidermöll dass. Ahrw-Rodder; g. Krun (Krone) Kuhname Neuw-Notschd. — ε. et Hohn wiərd at (schon) g. der Kamm fängt an, g. zu werden, ein Zeichen, dass das Huhn bald Eier legt Sieg, Wippf, MülhRh, Sol, Mettm, Lennep. RA.: He sengt wie en g. Hohn unmusikalisch. — ζ. beim Rindvieh; g. Hor (Haar) ungeniessbare Bauchsehne im Fleisch Siegld, Altk, Rip, Sol, Eup, Heinsb, Geld (de hät et g. H. durgeschniə sagt zu allem ‘ja’ Heinsb-Erpen); g. Hock (Haut) Bo-Beuel; g. Fleisch Köln; g. Wasser Gliedwasser Bergh, Jül, Grevbr; g. Höngsch Euterschwellung Simm-Witzerath. — η. Verschiedenes; də g.ə Rost Krankheit im Hafer Ottw-Tholey; g.ə Kuəper Messing Kemp-Süchteln; de g. Färf Gelbsucht Rip, Nfrk; mer sall die g. F. krige! sich ärgern; et g. Fiewer dass. Mettm-Vohwinkel; et g. Für dass. MGladb; de g.ə Knopp dass. Birkf-Oberst; g. Bocks Domherrnhaus in Trier; g. Nauze Fastnachtskrapfen Goar-Osterspai; g. Segen auf dem Bläuofen g. angelassene Sägen Remschd; g.ə Boz dummer Mensch Bernk-Neumag; g.ən Qualstermann von der Sonne Verbrannter Wippf; g. Guərsch (eigentl. Goldammer) Friedrichsdor Waldbr-Rosb; g.ə Oker Allg.; de g.ə Neid Saar, Mosfrk; e g.ər Ton Misston Saarbr-Sulzb. — b. gelbblond, von Haaren; das Wort ‘blond’ fehlt den meisten MA. (s. blond) Allg. — c. g. vor Zorn Rip, SNfrk; dem bön ech g. erbost MGladb-Rheind; enen g. mache erzürnen Sieg. — 2. subst. a. et Gel Gelbsucht; et G. kriegen NBerg, Ruhr, Rees, Dinsl, Mörs. — b. et Gel (auch et G.ə vam Ei) Eidotter Rip, Nfrk. RA.: Et G. noch net vam Arsch han grüner Junge sein Rheinb-Meckenh; et G. nouch net us dem Hemb han Dür. — c. der G.ə einer mit g. Hautfarbe oder blondem Haar Köln, Verbr. — d. G.ə Kartoffelsorte Verbr.; Mellengse G.ə Rees. RA.: De horde (harten) G.ə kommen üt! die Ferse schaut aus dem Loche des Strumpfes Klev-Mehr. — e. ne G.ə Schnaps, Nordhäuser MGladb-Rheind. — f. en G.ə scherzh. Rotzfaden May-Kirchesch. — g. Gelbche Medaillon Saarbr-Lauterb (s. Geldchen). — h. Gelchen Goldammer Koch-Kaisersesch.
gelb-achtig -ęχtəχ, –-, –ęitəχ SNfrk, Gummb; auch im Mosfrk -ōĭχtiχ Bitb; -ax- Bernk, Koch, Daun, Saarbr-GrRosseln; -ats- Daun-Lissend; -axs- Saarl-Berus Hüttersd Adj.: [Bd. 2, Sp. 1172]
gelblich. PfWB Gelb-amsel -ǫməl Saarbr-Fürstenhsn; -ampəl Altk-Wissen f.: Goldammer, Gelbdrossel. NRhWB PfWB Gelb-äpfel -ębəl Goar-Werlau Pl.: A.sorte. Gelb-arsch m.: 1. Hummel Ottw-Schiffw. — 2. Salamander Koch-Bertrich. Gelb-baum (o. O.) m.: Ahorn. gelb-blass Köln-Berrend Adj.: ungesund aussehend. NRhWB Gelb-brüstchen -i-, –e- Wend-Marping OJeckenb Reidenb Wellesw, Ottw-Ottw Wiebelsk, Zell-Lötzbeuren, Bernk-Neunig Rapperath; -bkə Sol-Gräfr n.: Goldammer. PfWB Gelb-bürstelchen -bȳətəlχə Monsch-Witzerath n.: dass. Gelb-fink Kemp-UWeiden m.: Grünfink. gelb-fistig Kobl-Vallendar Adj.: -süchtig. Gelb-flachsfink -flās- Saarl-Diefflen m.: Grünfink. PfWB gelb-fleischig (s. d.) Allg. Adj.: von gelben Kartoffeln. Gelb-futte -fot Mörs f.: Mooshummel; s. auch Weiss-, Schwarz-, Rotf. Gelb-fuchs -fus MGladb-Rheind m.: Rothaariger; die von Aach-Bardenbg heissen G.föss.