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Rheinisches Wörterbuch 
 
Gaul bis Gäulskur (Bd. 2, Sp. 1056 bis 1058)
 
  NRhWB Gaul gaul, –ǫu-, Pl. -ai-, –ęi- herrscht anstatt Perd im Hunsr zwischen Nastädten u. Bernk bis einschl. Simm-Bell Castellaun Leideneck Völkenr Hasselb Cappel Reich Neuerk Külz Ebschd Bub, Goar-Laudert Dommershsn OGondershsn NGondershsn Manneb Heyw Uhler Roth Gödenr Basselschd Dörth Liesenf Carb Holzf Bickenb Norath Hausbay Pfalzf Biebernh Urbar Damschd Niederbg OWesel Dellhf Mermuth Ney Kratzenbg Halsenb, Zell-Würrich Rödelhsn Büchenbeuren Bärenb Reckershsn Heinzenb, Simm-Biebern Unzenbg Nannhsn Ohlw [Zell-Löffelschd Alterskülz, Goar-Herschwiesen, Simm-Tiefenb, Zell-NSohren Lautzenhsn haben G. u. Perd; Birkf heute G. mehr verächtl., das gewöhnliche Wort ist P.]; n. dieser L. im Mosfrk bis zur au/ū-L. in RA. u. in verächtl. Sinne; Siegld nur in der; Zs. Karrngūl u. uWupp 1870, Gummb jūl (verächtl.); Eusk-Stdt jūl in der RA. da's G. öm G.; Dür-Froitzh ene verfresse jūl Vielfrass; Köln-Stdt jūl Wasserstrahl m.: 1. Pferd; e schwerer G., leichter G.; de G. halgert wiehert; de G. is dämpig (verhitzt) Allg. im Kerngeb. RA.: Schaffe wie e G.; Knoche hon wie e G; so stark sein wie e G. Allg. im Kerngeb.; en Orsch wie e Brabander G. Trier; e Kerl wie e G. Wend-Weierb; der is so mutwillig wie e G. Wend-Merzw; der drickt wie e G. Kreuzn-Oberhsn; de guckt wie so e scheeler G. Simm-Ebschd; der dämpt (ist kurzatmig) wie e G. Kreuzn-Seesb; der kloppt doher wie e G. Zell-Raversbeuren; der stolbert iwer sei eiəne Knoche wie en alder G. Simm; de dappt of wie e alder G. Allg.; de kimmt eran wie en welle G. Kobl; er is so steif in de Knoche wie en alder G. Allg. im Kerngeb.; er geht dran wie e G. in't Messer Simm-Schlierschd; fresse wie e gepander

[Bd. 2, Sp. 1057]
(gepfändeter) G. Rhfrk; er schnappt, wie e G. nickt Simm-Schlierschd; de spitzt wie e G. gibt Acht Kreuzn-Gebr; de leit (lügt) su schwier, wei e G. zeiht Westerw; de lit (lügt) so schnell, wie e G. guckt (laft läuft) Kreuzn-Münster. E gure (guter) G. brauch kä Spor Simm-Dichtelb. De gure Gedanke an de lahm Geil komme hinneno (hintennach) Kreuzn. En aulen (alter) G. kann wall den Weg wisen uWupp 1870. Von zo vill Arbeide verecken de beste Geil Allg. Heirore es kei G. verkaft (verkauft) ist keine leichte Sache Simm. En Bauer es en G., en G. es en Schinnoz (Schindaas) Simm-Buch. Schuhmachers Weiwer un Schmieds Geil misse bärwes gehn Simm, Kreuzn. Dau bischt dummer als wie Millersch G., un der hot Esel gehäss (geheissen) Kreuzn. Et vertritt sich och alt emol en G. möt ver paar Bänen Westerw. Et läft (läuft) in de Keller, un zehn Geil ziehen et nit ruf den Garnknäuel Rhfrk. Do hert de G. uf! da hört aber alles auf Rhfrk. Enem geschenkte G. kuckt mer nit in't Maul Rhfrk, auch Kobl, Bitb, Trier, Neuw-Dierd Unkel. Dem G. hon se de Hawer hoch gelet (gelegt); dem sei G. kriet de Hawersack hoch gehängt Rhfrk. De G. kriət lang Hawer Schläge Rhfrk. Morge gihn mer Hawer dresche, muss dot Geilche Spitze fresse Westerw. De G., wo de Hawer verdient hot, grier en nit Simm, Birkf. De G. han mer nomme (nur), vor die Kläre (Kleider) dran se hänge von einem mageren Pferde Kreuzn-Münchwald. Äm (einem) e blenne (blinden) G. opschwätzen ihn betrügen Merz-Saarhölzb. De hot de Zam (Zaum), awer nit de G. ihm fehlt die Hauptsache Simm-Laub. Gross un faul schind de G., klän un wacker baut de Acker Simm, Wend. Mach mer de G. nit schei! übertreibe nicht allzuviel Rhfrk, auch Mosfrk bis Eusk. — Korze Geil on lange Renner, vill Weiwer on winnig Kenner get reiche Männer Goar-Morshsn. Weiwersterwe ke Verderwe, Geilfrecke, dat brengt Schrecke Kreuzn, Simm. Bei Weiwer soll mer vorne, bei Geil hinne devun bleiwe Kreuzn. — Er sitzt uf em G. un siehr (sieht) en nit Simm-Horn. Sech uf den hohen G. setze stolz sein Rhfrk. De setzt of dem G. wie e Steck Botter of er heisse Quellgromber Kreuzn, — e Aff of em Päckelche Tuwak Birkf. So gross wie e Reiter, wenn er uf em G. hockt uNahe. Der is vum G. uf de Esel komme Kreuzn. Da's Jul öm J. das kommt auf dasselbe hinaus Eusk-Stdt (nur in dieser RA.). — Kinderreime. Pere, wo stehre? Im Stall. Wat duhre? Er git de Geil Fure. Wat noch meh? Er git de Geil Klee. Wat noch? Er butzt de Geil det Loch Simm-Laub, Birkf. Willste'n Appel? Geh uf Kappel, do steht

[Bd. 2, Sp. 1058]
en G., de scheisst der äne uf et Maul! ebd. Reire, r., Geilche, alle Stunn en Meilche; alle St. en Bäckerhaus, breng dem Kind en Weck eraus! ebd. Uf de Heh wachst de Klee, Fure vor mei Geilche; wann mei Vadder in't Wertshaus geht, da micht mei Mudder en Meilche, wann se awer Kaffi drinkt, dann peift se wie en Distelfink ebd. — Geilches spillen Kindersp. Rhfrk. — 2. übertr. a. ene verfresse Gul Vielfrass Dür-Froitzh. — b. halwer G. krauser Ampfer, rumex obtusifolius Kreuzn, Goar, Simm, Bernk (Hunsr); rore G. dass. Goar-Perschd. — c. alden G. Ackergauchheil, anagallis arvensis Zell-Rödelhsn; Gaulhaul Neuw-Isenbg. — d. jūl Wasserstrahl Köln-Stdt.

Gäuls- in der Zs. nur im Gaul-Geb.;  PfWB Gäulsapfel -ab- m.: -kot. PfWB Gäuls-bauer m.: B., der mit Pferden ackert. Gäuls-bobes -ō- Simm-Dickenschd m.: Mistkäfer. Gäuls-bremse -bręms f.: Pferdefliege. Gäuls-brumme -brom Simm-Leideneck f.: Mistkäfer. PfWB Gäuls-decke f.: wie nhd. Gäuls-distel (s. S.) Kreuzn, Goar, Simm f.: Kratzdistelarten, cirsium. Gäuls-dokter m.: 1. Rossarzt. — 2. spöttisch von einem praktischen Arzte, der wenig Erfolge erzielt.  PfWB Gäuls-dreck m.: -kot. PfWB Gäuls-eisen n.: -hufeisen. PfWB Gäuls-fleisch n.: wie nhd. Gäuls-füllen -i- Kreuzn-Traisen n.: Grünspecht, picus viridis. Gäuls-furz Simm-Kirchbg m.: Rosskäfer. PfWB Gäuls-gebiss n.: wie nhd. PfWB Gäuls-geschirr n.: wie nhd. RA.: Dir basst ach alles, nore ke G. Allg. Ich wollt, du wärscht im Himmel un häsch G. on un müscht zackere fohre! Kreuzn-Bretzenh. Gäuls-grundbirne -grumbēr Simm-Schlierschd f.: knollige Sonnenblume, helianthus tuberosus. PfWB Gäuls-handel m.: wie nhd. PfWB Gäuls-hornissel -i-, –e-, –ę- Kreuzn; -hrwisbəl Simm f.: Hornisse. PfWB Gäuls-käfer m.: Mist-, Rosskäfer. Gäuls-knecht m.: wie nhd. PfWB Gäuls-knuddel Simm m.: -kot. NRhWB  PfWB Gäuls-kümmel -i- Meis-Otzw, Kreuzn-Dhaun m.: Kerbel, torilis arvensis. Gäuls-kummet m.: Hamen des Gauls. PfWB Gäuls-kur f.: Rosskur.