| NRhWB Gasse Rhfrk, OMosfrk gas, Pl. -sə; WMosfrk bis Zell gās, Pl. -sən; Rip jas [LRip jazs. –ā-), Pl. -sə; OHeinsb, Erk, Grevbr (n. Benr-L.), Düss-Ld, MülhRuhr jāt, x-, Pl. -tə, Demin. jętχə; Sol, Mettm jātə, Pl. -tən; Wermelsk jasə, Pl. -sən; Eup (γ-), SNfrk (sonst) jats [im Trübungsgeb. -ǫ-; Mörs-Neuk γęts], Pl. -tsə; Demin. gęsχə [gęsəl(χĭn) Saar], -tskə. f. [Bo-Alfter m.]: 1.a. Seitenstrasse in den Dörfern, die Hauptstrasse heisst Stross, Weg; oft unterschieden die gross, kle G., det Gäs-che, de Klosterg., so in Simm-Laub; in Bitb-Speicher an der G. Hauptstrasse; en hubbelege G.; iwer de G. gehn; net von der G. eweg komme Rhfrk, Allg.; mach, dat de op de G. küs! geh nach Hause, zu dem, der in einer G. wohnt Aden-Liers; sich op de G. gen sich aufmachen Bitb-Ernzen. RA.: De geht de G. eraf er stirbt bald Bergh, Grevbr. E Mädchen zu meiner Moss (Mass) ziert all G.ən un all Stross Saarbg-Soest. Dat verzihle sich die Kenn of der G. Birkf; de Hihner sangen et of der G. die Spatzen pfeifen es vom Dache Trier-Mehring. Op der G. gezielt sen von einem ungezogenen Kinde Bitb; mer mennt, dau wersch of der G. of de Welt komm Trier-Mehring; op der G. derhem sen kein Heim haben, obdachlos sein; nicht ins Haus hineinkommen können Rip, Allg. We [Bd. 2, Sp. 1042]
baue wellt op G.ə on Strosse, moss gohn on kritisiere losse Dür. Den hot en alle G.ə genuog ist reich Trier. Et klappert an (in) der G. die Frau hat ein Kind zu erwarten Trier-Zemmer. Dem elo as nöt iwer de G. ze trauen Trier-Euren. — Adje Gäss-che! hinaus zum Spaziergang, in der Kinderspr. Westerw. — Im Kindersp. G. lope die Kinder bilden beim Spiel eine G. Heinsb; Gäss-ches spielen Nachlaufe- u. Verstecksp. durch die Strassen; wer vor der letzten Ecke gesehen wird, muss den Fänger ablösen Bernk-Kesten; G.ə lafens Kobl-Neuend; G.ə kucke Zell-Merl; se G.əhörersch Kobl-Winning. — b. Gäss-chen. α. enger Weg zwischen zwei Hecken, Zäunen; meist Pädche Allg. — β. enger Raum zwischen zwei Häusern, Alen, Schluff Allg.; im Nfrk auch nicht Demin. Gat, Gatz (Mettm-Cronenbg γastə); an der Saar (Saarl, Merz, Saarbg) auch Gässel(chen). RA.: Dat es em durch et G. gegange entfallen, er hat es vergessen Bo, Köln, Dür, May; et es (mer) en et G. gange verloren, an der Nase vorbei Bernk-Daun, Koch, May. A.: Gihste möt? B.: Wohin? A.: Ei, ön't G., Knödele räfen! Trier-Mehring. Et lofe sibbe Kenger en em G. noen (nacheinander), ohne ze Leve sich beizekren (-kriegen, einzuholen) die Haspel Dür. — γ.Loch Saarbr. — 2. übertr. a. sachl. α. der freie senkrechte Zwischenraum zwischen den Rebstöcken, den Zeilen, im Weinberg Nahe, Trier. — β. breite Spur, grosse Lücke, bes. beim Kegelsp. der Zwischenraum zwischen den Bauern u. der Mitte Allg.; dur de G. lömere die Kegelkugel langsam rollen lassen Heinsb. — γ. Heu op G.ə dohn Schleid, — reichen (rechen) Schleid, MülhRh, — schlohn Rheinb-Wald, — trecke uWupp: gegen Abend zu beiden Seiten in einer langen Reihe aufhäufen; et Gras (Heu) lig op G.ə Ahrw-Heimerzh, Rheinb-Wüschh, Köln-Poll. — δ. freier Streifen beim Aufsetzen des Rasens beim Schiffeln (s. d.) uSaar. — ε. de G. opmache die liegenden Getreidegarben so beiseite legen, dass der Erntewagen zwischen drin stehen kann Rip. — ζ. G.ən (enin)stricken fehlerhaft str. Wend, Saar, Wittl. — θ. in der Wend.: De krit ganz fies de Gatz verbleut verprügelt Kref. — η. Zahnlücke Sieg-Rheydt. — ι. Gatz Stiftendreschmaschine mit einem Langschütteler Heinsb-Erpen. — b. persönl. jātə Strassenmensch, Mädchen, das sich mit den Burschen auf der G. herumtreibt Sol. — Im SNfrk hier u. da Trennung der Formen, z. B. Heinsb-Breberen: xāt enge Strasse, xats enger Schlupf zwischen zwei Häusern; xātjə Loch im Strumpf (s. Gat); auch jas ist bezeugt MGladb-Odenk. Durch- gasse drγat Geld, Mörs, Klev f.: enger Raum zwischen zwei Häusern. PfWB LothWB Gassen-besem Kreuzn, Wend, Birkf, [Bd. 2, Sp. 1043]
Simm, Trier, Bernk, Neuw m.: 1. Kehrbesen zum Reinigen von Strassen. — 2. übertr. Frau, die stets auf der Gasse zu finden ist; schwatzhafte Frau Allg. — Liederlicher Mensch Birkf-Herrst; Junge, der aus der Schule entlassen ist Kreuzn-Hergenf. Gassen-birne gāsəbīr Wittl-Dörb; γatspr Rees-Bieslich f.: B.sorte. PfWB ElsWB Gassen-bube (s. S.) Rhfrk m.: 1. Junge, der den ganzen Tag auf der Gasse liegt. — 2. scherzh. Spatz. PfWB LothWB Gassen-dreck Rhfrk, Mosfrk m.: Schmutz auf der Gasse. RA.: So frech wie G. PfWB ElsWB LothWB Gassen-engel Rhfrk, Mosfrk m.: in der RA.: E G. (un) e Hausdeiwel eine Frau, die auf der Strasse sehr gutmütig aussieht, aber zu Hause ein Drache ist. Gassen-gespenst Bernk-Kesten n.: en der (dürres) G. mageres Stück Vieh, Pferd. PfWB Gassen-glänzer Meis, Kreuzn, Goar m.: gefallsüchtiges Weib. RA.: G., Hausschlumpe Goar. PfWB Gassen-grund Goar-Bacharach, Saarbr-SJohann m.: -dreck. RA.: Frech wie G. — G.grundplatz Müllgrube im Hofe SJohann. PfWB Gassen-hauer Verbr. m.: 1. –lied. — 2. scherzh. Spatz Goar-Salzig (-hājər), Bitb-NWeis. PfWB Gassen-kind Saarbr-Völkl, Bitb-Geichl n.: K., das sich ohne Aufsicht auf der Gasse herumtreibt. Gassen-lächer May-Trimbs, Kobl-Bend m.: in der RA.: G. (sein) Hauskrächer von einem Weibe. Gassen-mädchen -mrə Kreuzn-Norh n.: M., das sich viel auf der Gasse umhertreibt. Gassen-pack Jül-Linnich n.: Gesindel. Gassen-peter -i- Merz-Gehw m.: Viertakt beim Dreschen. Gassen-ränzel Birkf m.: wer stets auf der Gasse herumrennt. Gassen-rätsche -rt Kreuzn-Norh f.: -mädchen. Gassen-schreier Eusk m.: scherzh. Spatz. Gassen-teufel -ȳ:v- Jül-GrBoslar m.: Schreckgespenst. Gassen-tier -dī:r Eusk-Blessem n.: dass. Gassen-troll Goar-Trechtinghsn f.: auf der Gasse sich herumtreibendes Weib. Gässel -ęs- Saarbr, Saarl, Trier-Ehrang; -- Saarbg-Tetting Wilting, Wittl-Muhlb; -səlχĭn Saar m. (n.): enger Raum zwischen zwei Häusern. gassen ja- Aach (veralt.) schw.: sich auf der Gasse herumtreiben. Gasses jātəs Erk-Rath n.: G.viertel. gassig Saarbr, Trier-Mühlf Adj.: g. stricken mit ungleichen, weiten Maschen; auch g. nähen. | |