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Rheinisches Wörterbuch 
 
Eiter bis eje (Bd. 2, Sp. 101 bis 102)
 
  NRhWB Eiter dər, ā-, ē- Rhfrk, Mosfrk; ēt-, ei-, ī(ə)- sonst [rər an der Nahe hier u. da; ār- Koch-Treis; et- Jül-Linnich; ęt- Emmerich; im Rip hier u. da ēd-, z. B. Rheinb-Flamersh, Dür-Birkesd, Geilk-Scherpenseel] Sg. t. m.: 1. wie nhd.; der Schwären trick (zieht) E. Rip, Allg.; man unterscheidet e guder E. (heilend) u. e schlemmer (beser) E. (nicht heilend) Saarbr-Sulzb. RA.: En godden E. ist ken verdorwenen Mestmaker (Mistmacher) Elbf. — 2. Schimmel auf Flüssigkeiten Trier. — Die MA. spricht lieber von Dreck, Matirich (Materie).

Eiter-beutel eitərbȳ:dəl Mettm-Neviges; -by·l. Sol-Ohligs, Mettm-Cronenbg m.: Pickel im Gesicht mit E.bläschen. NRhWB Eiter-bisser də(r)bisər Saarbr, Wend. Ottw, Merz, Hochwald, Wittl, Bernk; ā- Koch, May; ęi- Kobl, Neuw, Ahrw; ed- Altk-Bachenbg; statt -d- vielfach auch -t- m.: 1. böser, bissiger Hund. — 2. sehr falscher, boshafter, giftiger Mensch, zänkischer, leicht reizbarer M.  PfWB  ElsWB eiter-bisserig Wend Adj.: boshaft, zänkisch. NRhWB eiter-bissig Siegld, Merz, Ahr Adj.: dass. Eiter-blader -bl·ə.r Grevbr-Hochneuk f.: -beutel. PfWB Eiter-bläs-chen -:- (s. S.) Allg. n.: wie nhd. NRhWB Eiter-dützchen -døtsχə Sieg-Bergh, Neuw-Datzeroth n.: dass. Eiter-klötzchen -i- Saarbr n.: Auswurf, Sputum. Eiter-knüppchen -e- Zell-Merl n.: -beutel. Eiter-kopf Elbf m.: Schimpfn. Eiter-nessel Hunsr f.: weisser Taubnessel, lamium album. Eiter-pützchen -e- Neuw n.: -pocke. Eiter-schwärchen Kreuzn-Hüffelsh, Erk-Granterath n.: -beutel. Eiter-suppe -tsup MGladb, Geld-Hinsbeck f.: in der Wend.: Wat hammer gekocht? Antw.: Eiterzupp möt Schwäregemös; afgeschafde

[Bd. 2, Sp. 102]
Rudekopp met Eiterzauss (-sosse) Elbf-Hahnerbg.

 PfWB eiterig Allg. Adj.: wie nhd.

 PfWB eitern Allg. [at-, nęt- Mörs-Xanten 1880] schw.: wie nhd.

 PfWB aus- eitern: wie nhd. PfWB durch -eitern: et etert durch, et hät (es) durchgəetert der Eiter ist durch den Verband gedrungen Rip, Allg.
 
 
eiwelich Adv.: 1. ę·i.wəliχ nur einzig, rein, ungemischt; em Feld steht ei. Onkraut; samt u. sonders; et sein ei. Lompen Trier-Ld. — 2. ę·i.wəliχ Ottw-Tholey, Merz, Saarbg, Trier-Mettnich Waldrach, Hochwald; ę·i.wəlidiχ  Merz-Losh, Trier-Thomm; -lediχ Ottw-Hasborn; ęidəlidiχ Merz-NLosh; ēlidĭχliχ  Merz-Merching; ejəliχ Altk-OIngelb; ę·i.lĭχ Altk-Gebhardshain; ę·i.ən o ē:wiχ Trier-Mettnich: immer, beständig. — 3. ę·i.əliχ Prüm Reuth Steffeln Büdesh; ę·i.jəliχ Prüm-Duppach; ā:jəliχ Prüm-Mürlenb; ę·i.liχ Prüm-Ihren Roth, Malm: gewiss, sicher, ganz gewiss; zuversichtlich; ech wess et ei.; et os ei. wohr; auch häufig secher on e. w.; als Adj. präd. selten et os e. ganz gewiss (ällig Gegens. dazu = wahrscheinlich, wohl). — 4. iwələχ sehr Aden-Weibern; evələχ ausserordentlich Aach; ivələχ Eup-Raeren.

Eiz, Eizchen = Pustel s. Eiss.

 NRhWB eizen I = liebkosen, s. ai u. ei; dazu eitsəln; die klen Kanner un die flapig Leckt (Leute) moss mer e. Bitb-Wiersd; s. eiten.
 
 
eizen II Prüm-Feuerschd Interj.: beim Möhrchenschaben; batschen (-ā-), eizen, schab, sch. Miahrchen!

eja s. ja; ejaus s. hier; eje = ja s. ja;