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Rheinisches Wörterbuch 
 
Gang bis Gangholz (Bd. 2, Sp. 997)
 
  NRhWB Gang Rhfrk gaŋk, –ǫ-; Mosfrk -a-; doch Trier-Ld, Wittl, NW- u. NOBitb -ā-; doch oft -a- u. nur flekt. -ā:-; Rip, Berg, SNfrk jaŋk [uErft -ā-; Waldbr, Gummb jaŋt]; im snfrk. Trübungsgeb. jǫŋk; Eup, Klevld γaŋk; Dat. Sg. -ŋ, im Geb. der Schärfung -·ŋ.; Pl. -ę-, –-, im Geb. der Schärfung -·ŋ. m.: 1. das Gehen überhaupt. a. die Art zu gehen, Gangart; enen am G. kennen Allg. RA.: Hej hät ene G. näs en Mölleperd schwere Gangart, — as wenn hej ömmer achter de Plug geht Klev, Allg. He hät ene G. wie e alde Karregaul Kreuzn, — an sech wie flatsch, fl. driss en de Bach MüEif, — wie et Kippenhäuser Perd MülhRh. De hät ene schwere (lechte, forsche, schlechte, schlenderege, schludderege, watschelege usf.) G. (an sech) Allg. Langk un schlank hat ke G. Saarbg-Soest; langk on schl. ziert den G. Sol; dünn un lang hat keinen G.; kort un dick hat kein Schick Gummb; langer Strang, fulen G. Elbf. — b. das einmalige Gehen, die Bewegung selbst; enen G. machen, dohn; Gängk mache, dohn Wege machen, viel herumgehen; du

[Bd. 2, Sp. 998]
moss noch maneche G. dohn, ih de stirfs; dat wor ene sure G. Rip, Allg.; ene vergesde G. make vergeblich Kemp; kene rechte G. kreien aus Mangel an Mitteln; der Eigensinnige well senge egene G. han (gohn); dem moss mer senge G. losse Rip, Allg.; er hot de (sein) G. dohin er geht ständig in ein bestimmtes Haus, geht dorthin freien Trier, Allg; de geht sin Gäng seinem eigenen Sinn nach Geld-Nieukerk, Allg. RA.: Heəre Befeəhl es Kneite (Knechte) G. MGladb. Ene Menss (Mann) geht ene G. gesagt, wenn man einen an einer grossen Arbeit sieht Klev. En ärme Mann geht en ärme G. Rees. Vergesslichket micht Gäng un Läf (Läufe) Saarbr. Enem all Löfche (Läufchen) on Gängelche dohn allen Gefallen erweisen Sieg-ODollend. Ich ha völl Gäng en Stäng (Stehen) för döm gedoəh viel Laufereien Aach, Sol, uWupp. Et hät der G. utgedonn die Reise hat sich gelohnt MGladb. Es der Dag lang, eas der G. lang Merz-Nunk. Dat moss singe G. goəh ein Eingreifen nutzt nichts Aach, Allg.; wie hat die Sak G. gehat? wie hat sie sich zugetragen MGladb, Allg. — All G. jeden Augenblick; de kann all G. sterwen Prüm. — De faule, meissige G. Müssigang Merz. — Als Genit. Adv.; woher des G.s? wohin gehst du, woher kommst du MüEif, Rip; singer Gäng goəh seiner Wege gehen Aach; er geiht singes G.s föran Köln; (singes) mössige(s) G.s gohn unvorbereitet u. nur zum Zwecke einer besonderen Angelegenheit Köln, Eup; ich ben m. G.s bes a gen Post gewest, för te kike, wevel Uhre dat et wir Eup; he kom senges missige G.s er nahm sich allein deswegen, etwa um zu gratulieren, Musse, hatte sonst nichts vor Prüm-Ihren; drüge G.s fahre ohne dass es regnet Schleid-Reifferschd; eines G.s u. an eines G.s α. fortwährend Köln; β. auf der Stelle, sofort Prüm-Mürlenb; grad des G.s jetzt im Augenblicke Prüm-Ihren. — c. mit Präp. (z. T. als Adv.). Achter de G. hintereinander, sofort Geilk, Heinsb; hengerm G. dass. Sieg-ODollend. Am G. han zu tun haben; an der Hand, in Aussicht haben; he hät jetzt vill am G.; fröh am G. sen; alt (schon) am G. sen bei einer Arbeit begriffen; am G. sen lärmen, streiten; er blift am G. er hört nicht auf Allg. [a G. Aach, Eup; ane G. Dinsl]; a G. seəne an der Reihe sein Eup; en rich Mädchen a G. han voraussichtlich heiraten Eup-Raeren; jet am G. hale dass es nicht aufhört; sich am G. h. unaufhörlich arbeiten, bes. aber von ungünstigen Tätigkeiten, wie Schimpfen, viel Essen, Regnen udgl. Allg.; a G. kuəme anfangen Kemp; a G. k. an die Reihe Eup; an enem G. anhaltend Rip; an de Gäng sin angefangen haben Klevld; et es all wer an de G. wieder im

[Bd. 2, Sp. 999]
G.; jet an de Gäng (Gängen OBerg) han viel zu tun haben, verwickelte u. unangenehme Geschäfte, Leid; et an de Gäng han Laufereien haben, stark beschäftigt sein; et (das Mädchen) hät jet an de Gäng Bekanntschaft Rip; blif an de Gäng! am arbeiten Emmerich; helf mer es (einmal) an de Gäng! hilf mir mal vorwärts Altk, Sieg; get a G. krige Eup; im OBerg an et G. bringen z. B. eine Uhr; an et G. maken; an et G. kummen met ener Arbet. Op G. sin in Tätigkeit, im Betriebe sein, unterwegs, auf den Beinen sein Nfrk, Köln; dat düərt long, ihr et ens (einmal) reit op G. ös; he wor long kronk, äwer nu ös e wer gut op G. ziemlich hergestellt; he 's wer reit op G. recht lustig, in seinem Element; wat op G. han im G. haben Nfrk; op G. koəme in G. k., auf die Beine k. Nfrk; et kömmt lantsem weər op G.; heə kann ent miəh (nicht mehr) gout op G. k. Eup [MGladb op der G.; Mörs-Xanten op Gäng]; op G. doəhne in Gang bringen Eup; et op G. make MGladb; he krit et op G. alles in Ordnung Nfrk; ich kann der Dobbel (Kreisel) ent (nicht) op G. krige Eup; ene op G. helpe beistehen; wat op G. halde in Betrieb Nfrk; he hät de Sach op G. geärbet die Angelegenheit ins Rollen gebracht MüEif. Em G. sofort; dat es em G. ferdig Saarl, Koch, uWupp, NBerg; mer deht dat om (im) G. zwischendurch, ohne bes. Zeit dafür zu nehmen Prüm; em G. sen im Entwickeln, Geschehen begriffen sein, von Sachen, Ereignissen; an der Arbeit, am Zanken, Streiten, Schreien udgl. sein Rip, Mosfrk [Eup en de G. seəne]; de Kirch ös at em G. sie hat schon begonnen; mir sen at lang em G. haben mit der Arbeit schon begonnen; sit er at em G.; et ös jet em G. es ist etwas in Vorbereitung, in Bänken, steht etwas bevor; hür es, wat e wider em G. es! am schreien, poltern, schimpfen; do sen se gehüreg em G. sie prügeln sich, zanken; jet em G. han am Halse haben Rip, Mosfrk; e Spiel mat em am (im) G. han eine unangenehme Geschichte mit einem erleben Bitb; jet em G. halen dass es nicht aufhört; et Für (de Uhr, Besem udgl.) em G. h.; et hält sech em G. es regnet fortwährend; se hale sech em G. bei ungünstigen Tätigkeiten, Schreien, Schimpfen, Saufen udgl.; mer kann sech de ganze Dag em G. h. immerfort beschäftigt sein; halt dech düchteg em G.! sei fleissig Rip, Mosfrk. En enem G. zugleich Allg.; donn geht's en äm (einem) G. dehin Saarbr. En de Gäng sen tätig sein Rip, Allg.; et es ebbes en de Gäng es bahnt sich etwas an Mosfrk, Allg.; jet en de Gäng han am Halse haben, einen Prozess haben, mit Geschäften überladen sein, eine Heirat betreiben, von einer Schwierigkeit bedroht sein; du häs

[Bd. 2, Sp. 1000]
e schün Krätzche en de Gäng Rip, Mosfrk; mach, datste en de Gäng küs! in Tätigkeit Rip, Allg; sek wat enne Gäng krosen ins Werk setzen Elbf. En de Gang kunn anfangen, in Gebrauch bringen, Nachahmung finden, mit seinem Geschäfte aufkommen Allg.; möt enem en de G. komme üver enen über einen zu sprechen kommen Rip; jet en (de) G. brengen voranbringen, in Fluss br. Allg.; en flissig (fleissige) Hangk (Hand) brengk alles en der G. Schleid-Hellenth; jet en de G. ärbede (stivvele) dass. MüEif; de kann et enne G. make hat Witze im Kopfe Kref. Met em G. dabei Aach 1879. No G. in einer Tour, ohne Unterbrechung, in einem fort; mer kann de Quetschen (Zwetschen) no G. lesen, se sen all zeidig Trier, Bernk, Koch-Laub, Aden-Liers. Ze (te) G. () sen an der Arbeit sein, bes. frühmorgens oder nach einer Krankheit; aneinander geraten sein, sich gegenseitig beschimpfen; se wor nit recht te G. nicht recht wohl Mörs; se sen ze G. met em (van em) sie haben ihn vor, schelten u. streiten, machen ihm Vorwürfe (sprechen von ihm) Rip, Allg.; e wöll gern hirode, he wess (weiss) äver net ze G. ze gerode MüEif; sich ze G. hale (seltener gebraucht) Rip, Allg.; halt öch ze G., bis ech wedder konn! Abschiedsgruss zu Essenden Sieg-ODollend; jet ze G. brengen; jet ze G. krigen; met enem ze G. kommen mit einem gemeinsam handeln, mit einem anbändeln, ein Verhältnis eingehen, eine Liebschaft; mit einem Streit anfangen Allg.; enem jet Essen ze G. machen zubereiten uWupp; wat hant se dech (dir) te G. gemakt! was haben sie dir für Kleider angezogen; was haben sie dich genarrt; mak der niks te G.! keine Ausflüchte, bilde dir nichts ein Mettm, Lennep. — d. im bes. α. Wallfahrt; ene G. (no Kevelaer udgl.) verspreche; ene G. no N. dohn; sech de G. afnenn losse einen gelobten Gang in der Beichte sich umwandeln lassen Rip, Mayf; s. auch Bet-, Bittgang. — β. Weidgang; bei us es freie G. für et Veh van Engs (Ende) Augus an; et Veh hät do de G. (her) Rip. — γ. Wechsel beim Wild; de Fuss hät he senge G. Rip, Allg. — δ. Gärung; dor sett G. drin; et es guden G. im Brot Rees Mörs, Geld, Düss, Gummb (u. sonst wohl mögl.). — ε. Schritt (Jagdausdruck); N. hät de Has op 80 Gäng geschosse Bergh-Hüchelhv. — ζ. Hergang, de G. der Sach Allg. — η. e Gängelche mache sich ringen Köln-Brauw, Wittl-Eisenschmitt; en Gängken eine Klickerpartie Düss, MGladb. — θ. die Eərpel (Kartoffeln u. a. Waren) hant kene G. en gehen nicht fort beim Verkäufer, es ist keine Nachfrage darnach MGladb-Viersen. — e. soviel man in einem G. tragen kann; ene G. Wasser (Water) zwei Eimer W. Rip, Eup, MGladb-Viersen;

[Bd. 2, Sp. 1001]
1 G. = 40 l Wein; 4 Gäng = 1 Ohm Mos. — Nach dem Nhd. Speisegang; mer han drei Gäng krig.2. technisch. a. Grasschwaden, eine Reihe gemähten Grases, Getreides, ausgegrabener Kartoffeln; de Mihder mihen op Gäng; ene G. ös gemiht; dat Gras steht ze denn, et geht neist op de Gäng; et Gras (de Howwer) leit of (de) Gängen; de Klee werd of eletzig ore of dowwel (doppelte) Gäng gemäht; de Erwessen (Erbsen), Lensen on de Wicken weren of eletzig Gäng gelat gelegt; de Wies hat vier Gäng es gibt vier Reihen gemähten Grases Rhfrk, Mosfrk, Schleid, Köln-Buschbell Dausw KlKönigsd, Erk-Bellinghv Gerderhahn Golkerath Granterath Matzerath, Heinsb-Arsbeck, Kemp-Hehler, Mörs-Xanten, NBerg, Ruhr, Dinsl, Rees-Drevenack Lackhsn; e beigehauener G. Bitb-Rittersd; s. auch Jan, Madde, Schwaden. — Op Gängk siəne Getreide streifenweise säen Monsch. — b. beim Dreschen; et weren zwin (2) Gäng gemacht zweimal wird über das Getreide gedroschen; et es en G. gemacht Mayf. — c. Mahlgang in der Mühle Allg. RA.: So gehn de Gäng so geht es; mit scherzh. Forts. hat der Miller gesat, do hat er awer nur ene gehat, das wor der Hausgang Saarbr, Wend, Trier-Mehring, — un do har e nor äne, un de wor zu de Mad (Magd) Simm, Birkf, — un der wor nit sein Wend-Dörrenb. De millt of zwei Gäng trägt auf zwei Schultern Westerw. S. auch Hafer-, Hirsengang usf. — d. bergmännisch, Kluft, Klunse, die mit Erz, Letten udgl. ausgefüllt ist Saarbr, Allg.; e G. ausgehn oder ausrichten ihn mit der Wünschelrute suchen; der G. fasst viel Geschick an sich ihm fallen viele edle Klüfte zu; der G. führt einen glatten Harnisch er hat eine gute Ablösung vom Gestein im Hangenden u. Liegenden; der G. streckt die Füsse von sich er wird breiter; der G. wirft einen Bauch dass. Saarbr 1800; der G. es gewelft (gewölbt) Allg. — Trumme, Abteilung im Schachte, u. zwar Oberlangs gang u. Unterlangsgang; die Schächte wurden mit ihren kurzen Stössen dem Flözstreifen parallel abgeteuft; das Trumme am obern Stosse, d. h. in der Richtung nach dem Ausgehenden, ist der Oberlangsg., das Tr. am untern Stoss, d. h. in der Richtung nach dem Einfallen der Flöze, meist das südl. Schachttrumm, der Unterlangsg. Wurmgebiet. — Die Treppe auf der Mühlsteingrube Mayf. — e. Vorrichtung zur Anfertigung von Litzen, Remengang Elbf. — f. Luftzuführungsröhre im Backofen Malm. — 3. Weg zum Gehen. a. im Hause. α. Hausflur, auch et Gängelchen Allg., seitdem die von der Haustüre sofort zu erreichende Küche (et Hus, der Ern, Bühn) durch eine Zwischenmauer abgetrennt ist; auch Flur.β. Treppenflur Allg.; vür woəhnen op enge

[Bd. 2, Sp. 1002]
G. auf demselben Stockwerk Aach; om G. Flur im zweiten Stock Sol, Wippf. — γ. der gruəsse G. Mittelschiff der Kirche, im Gegens. zum reəte u. lenke Sijgangk Seitengang, Seitenschiff Aach. — δ. Futterraum, auch Fudergang Bitb, Prüm. — b. im Freien. α. schmale Gasse zwischen zwei Häusern, Alen, Schluff, meist Gängelche, Gängske Verbr. Rip, Nfrk; schmaler, von Hecken eingeschlossener Pfad Nfrk; Gängelche schmaler Gang zur Scheune Mos. — β. im Weinberge der Zwischenraum zwischen den Stockreihen Kobl-Dieblich. — γ. Brett, um vom Schiff zum Lande zu gehen Allg. — δ. Röhre des Maulwurfs, der Wühlmaus Allg. — ε. et Gangelchen scherzh. Sekundärbahn Wittl-Meerf. — ζ. die Gäng verächtl. Gesicht; ich gof der em ene für die Gäng, dat et esu schnaf Eusk-Dirmerzh. — η. Gängske lope ein Kindersp., wobei auf dem Boden verzweigte Gänge gezeichnet werden, in denen der Nachlaufende schlagen darf MGladb-Viersen, Rees.

 PfWB Ab- gang: 1. das Abgehen, Abtreten einer Person, in der Wend.: De hät ne hellen A. einen schweren Tod MGladb-Rheind. — 2. das Abgehen einer Sache. a. Abfluss des Wassers; dat Wasser hat kenen A. Rip, Verbr. — b. der Absatz von Waren; die War (die Sach) hät goden (kenen g.) A. Rip, Allg. — c. Stuhlgang; A. (kenen A.) häbben SNfrk. Klevld, MüEif. RA.: Van Osel kenen A. höbben hoher Grad von Elend, Erbärmlichkeit. — d. Abfall des Flachses beim Hecheln, Bitb-Dudeld. Ab-gangs-dach -dāk Düss-Serm n.: nach der hintern Giebelseite tief herabhängendes D.An -gang: 1. das Herantreten an eine schwierige Sache, von Angst u. Beklemmung begleitet; dat es mech noch enen A. kostet mich Überwindung, ist mir ein schwerer Gang; dat wor mech äver ne schwore (harde, helle) A., no de Bürgemester te goəhn; vell kalle (sprechen), dat wor hem ene A.! Nfrk, NRip, Monsch, Berg; et het (heisst) mer en A. das wird mir sauer Mettm-Cronenbg. — 2. übertr. Beginn zu einer länger dauernden Tätigkeit; bes. einer Streitsache: den Ogangk von dem Process war, dat ..; die Sach elo hot e schlechten O., sie steht meich net on WMosfrk. Auf -gang: 1. das Aufwärtssteigen, u. zwar a. A. der Sonne Allg. — b. die Orgelbühne in der Kirche, Saalgalerie MüEif, Rees. — c. Fortgang, Förderung, Emporkommen; do es O. ze spüre Sieg-ODollend. — 2. das Öffnen, Möglichkeit des Öffnens; de Dür hät ihren Opg. nom Hof zo Rip. RA.: De wess (weiss) aller Ärsch O., wenn her och noch den Zogang wösst von einem, der viel Neuigkeiten weiss Malm-Vith. Aus -gang: 1. das Ausgehen. a. das Verlassen eines Raumes. α. der A. aus dem Hause; die Dienstboten haben alle vierzehn Dag (jeden Sonndag) Usg.;

[Bd. 2, Sp. 1003]
ech han höck (heute) kenen U. Rip, Allg.; en Frau för Ütgäng Botenfrau Nfrk. — Im bes. β. der Ziehtag des Gesindes Aach, Bergh-Blatzh, Neuss-Grefr. — γ. der A. der Wöchnerin zur Aussegnung in der Kirche; de Frau hält U. Rip, Allg.; der U. duəhne SNfrk. — δ. das, was hinausgeht. αα. Ütgang Abgabe von Ostereiern an Pastor u. Küster, als auf dem Hofe lastendes Servitut Rees. — ββ. Dünger (das, was aus dem Stalle herausgeht), in dem scherzh. Spr.: Dat es enen döchtigen Bur, den hät en Kuhw-Bau (soviel Ernte, als er mit einer Kuh bewirtschaften kann), en Ferke-Longk (soviel Land, wie er nötig hat, um ein Schwein zu mästen), en Get-U. (soviel Dünger, wie eine Ziege bringt) Kemp-Lobberich. — b. zeitl. α. Ende einer Zeit, Genit. Adv.; mer wille Ausgangks der anner Wuch wäsche Hunsr, Allg.; Usgangks Mai Rip, Allg.; ze Ausgangks döses Monds (Monats) WEif, Allg. — β. Ende einer Sache, eines Geschäftes; loss mer de Afreichnongk opschuve (aufschieben) bes Usgangks der Sach Rip. — γ. Ende, Erfolg; mich sall ens löste, wat de Geschich noch für enen U. nit (nimmt, hölt) nach dem Nhd. Rip, Allg. RA.: Et Johr es langk, de Büəl (Beutel) es krank, dat göt en bedrettenen (beschissenen) U. Gummb. — 2. Öffnung, durch die man hinausgeht; he es der U.; dat Hus hät zwei Usgäng; en dem Bösch wess (weiss) mer kenen U. ze fenge (finden) Rip, Allg. Aus-gangs-tag usjaŋksdāx Köln-Stdt m.: Ausgehetag.Be -gang: 1. der Umgang um die Gemarkung, Flurbegang Prüm-Mürlenbach 1860, Prüm 1856. — 2. Fussgängerverkehr; a gene Berg es mösch (mörderisch) vöəl (viel) B. Eup.  PfWB Durch -gang: 1.a. die Erlaubnis, durch fremdes Eigentum hindurchzugehen; mer han us ene D. usbehale (ausbehalten) Rip, Allg. — b. die Stelle, der Raum, der als Weg, Gang durch einen Raum führt, z. B. ene D. em Hus (em Feld) Allg. — 2. übertr. a. epidemische Krankheit Saarbr-Völkl, Birkf (Durchfall), Bitb. — b. -gangks Adv. durchgehends, –schnittlich Prüm-Mürlenb 1860, Bitb.  PfWB Ein -gang: 1.a. sech E. verschaffe Zutritt Rip, Allg. — b. Hauseingang Allg. — c. am Schuh die Stelle, in die der Fuss gesteckt wird, um den Schuh anzuziehen Aach-Stdt. — 2. übertr. a. ich wäss (weiss) mer in de Sach kä In- un kä Ausgang keinen Rat Rhfrk, Allg. — b. do egangks Adv. bald Monsch. Über -gang: 1.a. Handlung des Übergehens. — b. Ort zum Ü. Allg. — 2. übertr. a. Wechsel von einem Zustand zum andern; dat war en zu korzer I. Hunsr, Allg. RA.: Alles es (hät, krit) mar enen Ö., sät (sagt) de Foss (Fuchs), du trocke se öm et Fell (över de Kopp, de Uhre) af Nfrk, Aach, Monsch, Köln. Alles krit enen Ü., Gott behöt (behüte) Kölle! Köln-Stdt. —

[Bd. 2, Sp. 1004]
b. Versteigerung; winnih as hiren I.? Bitb-Mettend. — c. leichte Ohnmacht Düss, Mettm; I. ine Rotlaf (Rotlauf) stärkere Erkältung Saarbr-Völkl. — d. geronnene Milch Trier.  PfWB  ElsWB Um -gang: 1. Kreuzgang, Chorumgang in der Kirche Allg. — 2. das Umgehen. a. Heischegang der Kinder, der Hirten auf fetten Donnerstag WEif. — b. Verkehr mit einem; der hät en schlechten Ö.; dem sengen Ö. gefällt mer net; Ö. met enem han (halen) Rip, Allg. — c. Prozession; höck (heute) es Ö. durch de Felder; Ö. hale (halten) Rip. Ver -gang: 1. von Menschen. a. V. han sich Bewegung machen; ek mott nom Eten minen V. han Elbf, MülhRh. — b. Unterhaltung, Freude Elbf. — c. do hät hej sin V.s her da pflegt er häufiger hinzugehen Mörs-Neuk, Rees. — 2. von Sachen u. Menschen, Abnahme, Verschleiss, Vergänglichkeit; an dem Tüg (Menschen) es gen V. verschleisst nicht, ist haltbar Altk, Siegld, Berg, Sieg, MülhRh, Köln, Rees; en V. kunn Sieg-Ittenb.

 NRhWB gang-achtig jaŋkətəχ Rheinb, Schleid, Monsch, Jül; -ətsĭχ Schleid-Wildenbg Adj.: leicht beweglich, geschwind, flott; de Uhr g. mache wieder in Gang bringen; de Lad (Fensterladen) es net g. genog; dat Peərd es sihr g.; ech sall dech wahl g. mache! PfWB Gang-art Allg. f.: wie nhd. NRhWB  PfWB  ElsWB gang-bar gāŋbər Bitb; sonst nach dem Nhd. Adj.: wie nhd.; ene g.ə Weg. NRhWB gang-beinig -- Birkf Adj.: g. wird die Kuh, wenn man sie ans Gehen im Freien gewöhnt; g. ist ein Mensch, der gut gehen kann. Gang-bergbau Sieg m.: Stollenbau. Gang-bord Rheinschiff n.: Laufgang rund ums Schiff. Gang-brett Allg. n.: Br., über eine Spalte, ein Loch udgl. gelegt, zum Überschreiten. Gang-eisen -ī:zər MGladb-Rheind n.: eiserner Röster, auf den Herd zu stellen, worauf der Teig, der erst gehen muss, gesetzt wird. Gang-fenster (s. S.) Allg. n.: Flurfenster. Gang-gesetz Sieg-Honnef n.: Beet für Rebsetzlinge. Gang-halt -ā- Malm-Bütgenb n.: in der Wend.: Gemeindearbeiten op et G. dohn von den Gemeindeangehörigen von Haus zu H. ableisten. Gang-korb (s. S.) Verbr. m.: runder K., in dem die Kinder gehen lernen. Gang-holz Neuw-Leutesd n.: Reben, die man zu Fruchtreben anzieht, bei den Laubarbeiten im Sommer stehen lässt u. senkrecht anbindet u. beim Rebschnitt als Bogreben benutzt.