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Rheinisches Wörterbuch 
 
Bolzen I bis bom-bam (Bd. 1, Sp. 863 bis 865)
 
  NRhWB Bolzen I Rhfrk, Mosfrk, Rip boltsə(n) Sg. u. Pl.; NRip bolts, Pl. -tsə; SNfrk bolt, Pl. bølt; doch w. einschl. Kemp-Vorst Süchteln Hülsdonk, MGladb-Hamm Ummer Helenabrunn Gerdt, Kemp-Leloh, Erk-Rickelr Beeck Rath Mennekr Wockr Kückhv Tenholt Doveren Baal (schwankend zwischen -ōt u. -olts), Geilk-Bracheln Lindern bōt, Pl. --; u. w. einschl. Geilk-NBusch Stahe Kreuzr, Heinsb-Harzelt Braunsr Haas Driesch bout, Pl. -øy-; doch im SNfrk auch im Sg. eine umgelautete Form bølt, bt, Pl. -tə; NBerg boultə(n) (s. alt) Sg. u. Pl. (Pl. auch -ənts); Mettm-Cronenbg Remschd -ūə-; Eup bolts, Pl. -ø-; Klevld bǫlt, –ō-, Pl. --, –- m.: 1. geradliniges, im Querschnitt rundes oder doch rundliches Stück, meist von Holz oder Eisen. a. Geschoss, in alter Zeit mit dem Bogen oder der Armbrust geschossen. Ek sal öm es en Böltje gewe ich werde ihm das Geschirr blank putzen Klev-Calcar. Heute der B. für den Flitzbogen der Kinder (doch mehr Fil, Pil). — b. der B. des Bügeleisens aus Eisen Allg.; Strikbolt Nfrk; de glöhdege B. Rip; im Mosfrk, Rhfrk meist der Stohl (Stahl). Bom, bam Bitzche; ze Kölle wannt e Schmittche; schmette mer ene B., ging ech met no Holzem usf. (rip. Kinderld.). — c. Schraubengewinde zum Vernieten ohne Schraubenmutter Allg. — Am Wagen, Pflug werden B. eingesteckt, um einzelne Teile zu verbinden. — Holznagel zur Verbindung der Fachbalken im Zimmerwerk (heute meist Pinn, Piddel). — Stopfen aus Holz im Abflussloche der Waschbütte. — d. Lötkolben von Rotkupfer Aach. — e. Dängelamboss, auf dem die Sense geschärft wird Geld-Walbeck, Ruhr-Sterkr. — f. breites Poliereisen zum Polieren des Schuhabsatzes Heinsb-Oberbr. — 2. übertr. a. sachl. α. Oberschenkel, Keule des Schlachtviehs Klev, Mörs-Xanten (Kalfsbolt), Aach. — β. dickster Klicker Saarbr-Illing. — γ. Ballen fertig gebleichten, zusammengerollten Leinens Neuw-Etschd Datzeroth. En B.ə Lenge.δ. bøltə trockene Erdklumpen Heinsb-Laffeld. — ε. scherzh. dicke oder gerötete Nase Lennep, Sol. — ζ. in Wend. für Purzelbaum, der mit dem niederstürzenden Schiessbolzen verglichen ist. E fel Bolz enne, B. owen de Trapp an kopfüber purzelnd Wittl, Daun, Bitb, Prüm, Monsch-Kalterherbg; do geht et B. inne, B. owen drunter u. drüber (dafür auch Bonz; s. Bunz); iwer B. schlih Zell-Briedel, — machen Trier-Leiwen; den B.ən schlohn Waldbr, Gummb, Siegld, Wittl-Cröv; Bölze schl. Waldbr-Dattenf; B.ə strecke Siegld-Müsen Grund Bittf

[Bd. 1, Sp. 864]
Fernd Creuzth Hilchenb; Bulz sterze Wittg-Berlebg, — strebbe Wittg-Berghsn. — η. uf'n B.ən stehn lauern, ob ein Beamter kommt Saarbr 1800. — θ. bolts Königskerze Bernk-Merschd. — b. persönl. α. Böultschen kleines närrisches Wesen Sol; äs B. met den Schollen kommen zu spät; en rüə Bolz roher Mensch Köln; rauhe B. dass. Bergh-Heppend; e versoffe Böltzche Trunkenbold Rip; Bölzkə Grevbr, MGladb. — β. en naksəm Bolt Nesthocker Mörs-Xanten.

Bolz-arsch boltsā  l:n Ahr, Rheinb, Schleid; -ă Zell-Kaimt m.: Purzelbaum schl. Bolz-baum boltsəbōm l. Wittl-Spang Platten Wengerohr GrLittgen Binsf; boltsb:mχə mache Wittl-Kinh m.: dass. Bolz-blatt boltsə- Bitb, Schleid-Baasem n.: Bl. des Huflattich u. der Pestwurz. Bolz-bock boltsəbok l. (machen) Trier, Bitb, Daun, Prüm (neben bontsəlbok, bokəlbonts) m.: Purzelb. schl. Bolz-bogen bltəb:m MGladb-Rheind; btəb·ə.x Heinsb m.: Flitzbogen der Knaben. NRhWB Bolz-eisen m.: 1. boltīzər B. des Bügeleisens Mörs. — 2. boltsənī:zər Bügeleisen mit Vorrichtung zum Einlegen des glühenden B. Rip. Bolz-fitz bøltəfits MGladb-Rheind m.: Bogenpfeil. Bolz-kopf də boltsəkap l. (ę·i.wən) Bitb-Speicher Bickend Fliessem Orsf Dahlem Erlenb, Wittl-Hetzerath Heidw, Trier-Kenn Metterich m.: Purzelb. schl. bolz-schnack boltsənak  Aach-Berensbg Adj.: kerzengerade. PfWB bolz-strack  Saarbr, Hunsr, Westerw Adj.: dass. Bolz-wärmer boltsəwę·r.mər Monsch-Kalterherbg Pl.: Strümpfe.

 NRhWB bolzen schw.: 1. intrans. a. kopfüber fallen Zell-Alf, Bitb-Neidenb. — b. gierig, starr nach etwas hinsehn NElbert. — 2. trans. einen Stein, den Schneeball b., in die Höhe werfen; die Jugend gebraucht das Wort (auch -ø-) als technischen Ausdruck beim Fuss- u. Faustball; ich bölze den Ball durch Stoss in die Höhe Altk-Herd. — 3. -ø- unruhig hin- u. herwälzen Kobl-Kaltenengers.

Bolzent boltsənt sl:n Prüm-Mürlenb m.: Purzelbaum schl.Bolzer Kreuzn-Siebersb, Ottw-Heinitz m.: übereifriger Arbeiter; Arbeitswolf.Bolzert -tsərt l:n Prüm-Mürlenb m.: Purzelbaum schl.bolzieren boltsē:rən ebd. schw.: dass.
 
 
 NRhWB Bolzen II boltsə Ess-Borbeck m.: Kater.
 
 
Bölzer -- Wittl-Binsf m.: grösseres Ferkel, 3—4 Monate alt.

bom(m) s. auch bum(m).

Bömann s. bö III.
 
 
Bomari bomāri : Ort Beaumarais im Kr. Saarl. RA.: Wäərschde nemmen e Stonn henner B.! Saar.
 
 
Bombach: im Kinderld.: Morgen es Sonndag, geht mei Papp of B., brengt e mir e Weck, un dir en Dreck Saarbr-Völkl.
 
 
Bomback bombak Emmerich m.: Maske (veralt.).

[Bd. 1, Sp. 865]

 
 Bombacks bombaks Trier Pl.: Schläge, Hiebe.

bom-bam s. bum-bam.