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Rheinisches Wörterbuch 
 
blutzen bis Bobbe-kopf (Bd. 1, Sp. 814 bis 816)
 
  NRhWB blutzen uNahe -u-; sonst Rhfrk, Mosfrk -o- schw.: 1. trans. (oder absol.); in bes. Anwendungen. a. etwas bl., unsanft hinwerfen; auch lohin bl. Goar-NFell, Neuw-Datzeroth. — b. etwas bl., heftig schlagen, durch Stoss oder Schlag beschädigen. α. den Kopf bl., verbeulen. Der do soll sich emol de Kopp geblotzt hon; die Käpp bl. oder mit de K. onenanner bl. Hunsr, mSaar. — Einen bl., verprügeln May-Hatzenp. — β. Äpfel bl., harte Ä. so lange aufstossen, bis sie mürbe werden, wobei die Schale zerplatzt Hunsr, Saar, Mos, Westerw. — c. Erse (Erbsen) bl. entschoten Neuw-Rheinbrohl. — d. Butter bl., hin- u. herbewegen, kneten, um Wasser u. Buttermilch auszupressen Altk-Wissen, Sieg-Fussh. — e. Rettich bl., Rettichscheiben zwischen zwei Tellern hin- u. herschütteln, um sie weich zu machen ebd. — 2. absol. a. mit Ostereiern kippen Saarbr-Püttl. — b. stark, qualmend rauchen Hunsr, Saar, Mos, Westerw. De blotz, as bi en arme Mann back Neuw-Dattenbg. Zigare bl.c.Geld hergeben; gezwungen zahlen müssen Saarl. — d. schwer arbeiten, rackern; vergeblich arbeiten Birkf-Idar, Kobl, Westerw. Do kann er dran bl. Idar; wie de sich on der Orwet blotzt!

[Bd. 1, Sp. 815]
Westerw [blotən Altk]. — Schweren Boden bearbeiten Kobl. — 3. intrans. heftig, mit Knall hinfallen. De Jung es of et Eis geblotzt Verbr. Hunsr, Saar, Mos, Westerw; ech sen geblotzt hart hingefallen. — Bes. vom Obst. De Äppel bl. (vam Bam). En geblotzte Abbel durch Fall beschädigter A. Die geblotztene Bire sein schuns all gerafft du kommst zu spät Goar.

ab- blutzen: sich a., sich abrackern Verbr. wie bl. 2 a. PfWB ver -blutzen: 1. Obst v., durch Fall oder Schlag beschädigen. — 2. einen (etwas) v., durch Hiebe verletzen.

Blutz f.: 1. Beule am Kopfe Birkf-Idar Herrst, Saarbr-Völkl. — 2. durch Druck, Auffallen beschädigte, weich gedrückte Stelle am Obst; mürbe Stelle an geblotzten Äpfeln. — 3. in Teig gebackener Apfel Ottw-Neunk Eppelborn. — 4. Apfelwein, Äppelblotz Kobl.

Blutz-apfel Saarbr m.: ein durch Fall beschädigter Apfel. Blutz-backen Westerw Pl.: dicke Pausbacken. Blutz-kopf Saarbr-Dudw m.: störrischer Mensch.

Blutzer m.: 1. -o- starker Raucher Saarbr. — 2. blutsərt Tolpatsch, grober Mensch Birkf-Herrst.  NRhWB blutzig -o- Adj.: 1. durch Fall beschädigt, vom Obst Saarbr-Sulzb, May. — 2. aufgedrungen; aufgedunsen Neuw-Dattenbg. blutzdich blotsdĭχ Saarbr-Sulzb Interj.: Ausruf beim Stutzhämmelchessp. (s. d.).

Bo = Bote (s. d.); bo I = bald (s. d.).
 
 
bo II, I bo u. ; auch -kəs Rip Interj.: der Geringschätzung gegenüber einem, der von andern höher bewertet wird, oder gegenüber einer Aufgabe, die als schwer hingestellt wird, immer auch Ausdruck des Gefühls eignen Wertes u. Könnens. Bo, dat kann ech och! Bö, dat sall och jet sen!
 
 
 PfWB bo III, II: 1. b, auch b Interj. bes. gegenüber Kindern, die etwas begangen haben, um sie bange zu machen wegen der Folgen = o weh! Allg. — 2. b, –, – [Köln -øy] Allg. a. Interj. des Staunens, Entsetzens, auch bkəs Rip. — b. Schreckruf gegenüber Kindern, die man mit bo (usf.) unerwartet, oft von hinten her oder vermummt, in Angst jagt Allg. Bö, b., der Bollemosch, der krig dech! Sieg, Allg. Bö mache (douhn Wippf) kleine Kinder bang machen Allg. — 3. b, – Interj. zum Ausdruck der Schadenfreude, bes. beim Möhrchenschrappen May, Altk, Rip, Nfrk. Bö bicke borö! Eup. — 4. băribəl! Ausruf beim Verstecksp. zum Zeichen, dass der Sucher kommen soll Altk-Herd; b, bidəb! Ausruf der kleinen Kinder, wenn sie aus dem Versteck hervorspähen Birkf-Idar.

Bo, m.: 1. b Neuw-Datzeroth; sonst meist -, – Schreckgespenst für kleine Kinder. — 2. - verschlossener, finsterer Mensch, vor dem man bang werden könnte Neuw, Rip.

[Bd. 1, Sp. 816]
Dat es en richtige B. In Ahrw schreckte man die Kinder: Ech son et dem Franke B.! (Fr., der frühere Nachtwächter, von düsterm Aussehn). De hält de Schnüss op wie en B. hält Maulaffen feil Altk-Wissen.

Bo-bo bb  m.: 1. Schreckgespenst Saarbg-Faha Fellerich, Bitb-Speicher, Trier; bøybøy Köln. — 2. nachlässiger, bummeliger Kerl Wittl-Manderschd; dummes Frauenzimmer Trier-Welschbillig. Bo-bocks bbǫks  Saarl-Hostenb m.: Schreckgespenst. Bo-kerl b- u. -- Klevld m.: Schreckgespenst. Bo-mann b-, –-, –- Allg. m.: 1. dass. — 2. finster dreinblickender Mensch, vor dessen Aussehn man schon Angst bekommt. Bo-maul bmu·l. Eup-Kettenis f.: Schreier. Bo-maus b- Neuw-Datzeroth f.: Schreckgespenst.

böig bəχ Neuw Adj.: ungeschickt.
 
 
böb Aach: im Abzählr.: Ell die zell, die zippzappzell, die röb, die böb, die knoll.
 
 
 NRhWB Bob bōp, Pl. -bə, Demin. bēpχə Saarbr, Saarl f. [die ältere MA. von Saarbr (1833) unterschied bōp f. von -bən m.]; bbəl, in pęərds- Birkf-Idar: 1. Käfer, bes. kleine, schwarze K., welche in den Hülsenfrüchten vorkommen; auch Mistkäfer, Perdsb.; Johanniskäfer, Gehansb. RA.: Dem krawelt e Bebche im Hernkaschte er ist verrückt. — 2. übertr. scherzh. a. Bebcher Milchweiber, die frühmorgens zur Stadt kommen Saarl. — b. en Bebche kleines Öllicht Saarl-Schaffhsn.

Bobert -ō- Saarbr-Saarbr Riegelsb (neben -w-) Sulzb Dudw Güding Guichenb m.: Käfer, bes. der Mistkäfer, Perdsb. RA.: Ech glab, du hascht e B. krawele (s. o.).
 
 
Bobbe-kopf bǫbəkǫp Mörs-Xanten m.: ein hässlicher Mensch mit auffallender Kopf- u. Gesichtsbildung. — Aus Mörs-Orsoy überliefert ein Mitarbeiter bobbe Schuhn plumpe Schuhe, was jüngst abgeleugnet wird.