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Rheinisches Wörterbuch 
 
bo III bis böbbeln (Bd. 1, Sp. 815 bis 817)
 
  PfWB bo III, II: 1. b, auch b Interj. bes. gegenüber Kindern, die etwas begangen haben, um sie bange zu machen wegen der Folgen = o weh! Allg. — 2. b, –, – [Köln -øy] Allg. a. Interj. des Staunens, Entsetzens, auch bkəs Rip. — b. Schreckruf gegenüber Kindern, die man mit bo (usf.) unerwartet, oft von hinten her oder vermummt, in Angst jagt Allg. Bö, b., der Bollemosch, der krig dech! Sieg, Allg. Bö mache (douhn Wippf) kleine Kinder bang machen Allg. — 3. b, – Interj. zum Ausdruck der Schadenfreude, bes. beim Möhrchenschrappen May, Altk, Rip, Nfrk. Bö bicke borö! Eup. — 4. băribəl! Ausruf beim Verstecksp. zum Zeichen, dass der Sucher kommen soll Altk-Herd; b, bidəb! Ausruf der kleinen Kinder, wenn sie aus dem Versteck hervorspähen Birkf-Idar.

Bo, m.: 1. b Neuw-Datzeroth; sonst meist -, – Schreckgespenst für kleine Kinder. — 2. - verschlossener, finsterer Mensch, vor dem man bang werden könnte Neuw, Rip.

[Bd. 1, Sp. 816]
Dat es en richtige B. In Ahrw schreckte man die Kinder: Ech son et dem Franke B.! (Fr., der frühere Nachtwächter, von düsterm Aussehn). De hält de Schnüss op wie en B. hält Maulaffen feil Altk-Wissen.

Bo-bo bb  m.: 1. Schreckgespenst Saarbg-Faha Fellerich, Bitb-Speicher, Trier; bøybøy Köln. — 2. nachlässiger, bummeliger Kerl Wittl-Manderschd; dummes Frauenzimmer Trier-Welschbillig. Bo-bocks bbǫks  Saarl-Hostenb m.: Schreckgespenst. Bo-kerl b- u. -- Klevld m.: Schreckgespenst. Bo-mann b-, –-, –- Allg. m.: 1. dass. — 2. finster dreinblickender Mensch, vor dessen Aussehn man schon Angst bekommt. Bo-maul bmu·l. Eup-Kettenis f.: Schreier. Bo-maus b- Neuw-Datzeroth f.: Schreckgespenst.

böig bəχ Neuw Adj.: ungeschickt.
 
 
böb Aach: im Abzählr.: Ell die zell, die zippzappzell, die röb, die böb, die knoll.
 
 
 NRhWB Bob bōp, Pl. -bə, Demin. bēpχə Saarbr, Saarl f. [die ältere MA. von Saarbr (1833) unterschied bōp f. von -bən m.]; bbəl, in pęərds- Birkf-Idar: 1. Käfer, bes. kleine, schwarze K., welche in den Hülsenfrüchten vorkommen; auch Mistkäfer, Perdsb.; Johanniskäfer, Gehansb. RA.: Dem krawelt e Bebche im Hernkaschte er ist verrückt. — 2. übertr. scherzh. a. Bebcher Milchweiber, die frühmorgens zur Stadt kommen Saarl. — b. en Bebche kleines Öllicht Saarl-Schaffhsn.

Bobert -ō- Saarbr-Saarbr Riegelsb (neben -w-) Sulzb Dudw Güding Guichenb m.: Käfer, bes. der Mistkäfer, Perdsb. RA.: Ech glab, du hascht e B. krawele (s. o.).
 
 
Bobbe-kopf bǫbəkǫp Mörs-Xanten m.: ein hässlicher Mensch mit auffallender Kopf- u. Gesichtsbildung. — Aus Mörs-Orsoy überliefert ein Mitarbeiter bobbe Schuhn plumpe Schuhe, was jüngst abgeleugnet wird.
 
 
Bobbel I -ǫb- Sieg-Ruppichteroth f.: Art Biber, Baumwolle.

Bobbel II s. bobbeln II.
 
 
Bobbel-land Dür-Kreuzau n.: in der Wend.: Wohin gehst du? Antw.: No B.
 
 
bobbeln I -ǫb- Prüm-Ihren schw.: = babbeln in allen Bed.; dazu aus-, ver-; Bobbelerei, Gebobbels, Bobbeler, bobbelig, der Bobbel das Babbeln.
 
 
 NRhWB bobbeln II -ǫb- schw.: 1. auf den Knien reiten lassen; verhätscheln Saarbr. — 2. geschäftig hin- u. herlaufen, ohne Rechtes zu tun. Do b. se em Garden erom Saarbr, Nahe; auch hobbele un b. — Abl.: die Bobbelerei, das Gebobbel. ver -bobbeln: ein Kind v., verhätscheln Ottw-Uchtelf.zu -bobbeln: sich z., fest einwickeln Saarbr.

Bobbel Saarbr f.: in der Wend.: Der hat der B. gefresst ins Spiel vernarrt.

 NRhWB Bobbelchen -ǫb- Wend, Saarbr, Ottw; -u- Saarl-Hüttersd, Saarbg-Schoden n.: Säugling;

[Bd. 1, Sp. 817]
harmlos spöttisch für verwöhntes Kind, das sich z. B. noch gern auf den Schoss der Mutter setzt. E verwehntes B.

bobbelig Saarbr, Ottw Adj.: verhätschelt wie ein Kind; verwöhnt; kindisch.

bobbeln III = sich sprunghaft fortbewegen s. bubbeln II.
 
 
bobbeln IV -ǫb- Mörs-Xanten, Geld-Wetten Schravelen schw.: mit zahnlosem Munde kauen, bäueln. — Abl.: die Bobbel(d)erei, dat Gebobbel, den Bobbeler.
 
 
böbbeln -b- Aach-Walh schw.: vor Kälte zittern, schaudern; frösteln.