| NRhWB PfWB ElsWB Aas Rhfrk, Saar-Trier s (:-), Pl. zər, (:-), hier und da an der Nahe auch stər, an der Saar wechselnd :zə, :zən, :zər, :zər. — Trier, Wittl, Bernk, Zell u. die Hunsr.orte bis zur rhfrk-mosfrk. Grenze :ts, Pl. :tsər (daneben :tstər, :stər). — Koch, Kobl, May :tst, Pl. :tstər. — In der Eif kein klares Bild: Bitb, Daun, Prüm :s, ·ă.s, ō·ă.s neben seltenerem :ts. [Daun hat :s, aber den Pl. :tstər, :tsər, ō:stər; Prüm :s, Pl. :stər, :zər; Aden :ts] — Siegld :s, Pl. :zər. — Waldbr, NBerg :st, Pl. :stər [seltener daneben :s, ā:s, ā:st]. — Rip einheitlich :s, Pl. :stər [neben :s; Schleid-Ahrhütte :stər; Eusk-Antw, Bo-Volmersh, Dür-Mariaw :stərə]. — SNfrk ·ə.s, ·ă.s, Pl. ·ə.stər. — Klevld s, stər. — Neben - erscheint im ganzen Gebiet hier und da ā:s, ā:st, besonders für grobe Schelte; manche Orte, bes. im Mosfrk, überliefern ·zwei bis drei Formen. — n.: 1. Speise, Atzung. a. Äsung, Weide. Et as noch O. do fir en ganz Woch Bitb-Kyllb, aber schon 1840 veralt. — b. Fischköder, Köderfisch, in der Form tsən Saarl-Dilling, wo sonst s gilt. S. auch Sprockos Klev; Otsmehl. — c. Biertreber, als Viehfutter dienend Köln, Monsch-Höfen, Rheinb-Meckenh, Grevbr-Kapellen, MGladb-Kleinenbr, Düss-Hucking (:t). Treber, die beim Krautpressen übrig bleiben Grevbr-Wickrathh. — d. Kaffeesatz Rip, Nfrk. He hät at jet op et O. geschott heisses Wasser auf den alten Satz aufschütten ohne frische Bohnen. Wenn de Lü bejiərlek weərde, da schödde se sech op et O. op Heinsb-Dremmen. — 2. verendetes Tier, Kadaver. In der heutigen MA. nur noch in Vergleichen. Du stenks wie en O. und daraus übertr. auf faule, träge Menschen: Du stenkeg, ful O. Dat fulle O. had ik liever in de Mest as in de Kost Klev. Dann kös do ful O. röheg lige blive on stenke MGladb. Hef gestern dem Schinner twei Penning gegewen, he sall meck de Öster vam Balg haulen (von lästigen Kindern) Barm. Dech vertrack O. söll der Schinner hollen Rip; ausserdem in Zs.: Schindaas, Aaskaule, Aasknochen, die aber auch nur in übertr. Bed. gebraucht werden. — Ein alltägliches Wort ist es als Schelte = Luder. Du ful, falsch, verlogen, versoffen, verfresse, verdammt, schneppig, fis, domm, dof, schlampereg O. (aber auch m.: Du dommen, dover O.), und so mit allen Fehlern [Bd. 1, Sp. 8]
möglich. — Auch auf Tiere angewandt, die den Aerger des Fuhrmanns erregen. Du kromm O. vam Perd. Dat es en muckig, stüppeg, verswacktes O. Ech wönsch, datstu alt O. mol frecks. — Vergleiche: Frech, ful wie en O. Dau michst e Gesicht bi e doll O. Neuw-Rheinbrohl. Beliebt die Form: Dat es en O. van em Kerl, van em Wecht. En Osblag, –jong, –weit Elbf. RA.: Ful os Pos (Kind) werd en O. MülhRuhr. Der Deiwel hot dich O. gemacht. Dat os (ist) moss sonem O. dem Bengel geschieht recht Schleid-Hellenth. Du bes en O. en der Blos Dür-Niddeggen. Du rut O. bes va Gott gezechent Eup-Raeren. Öster streckt (strickt) oder verreckt Malm-Weywertz. Selbst in gar nicht nahe liegenden Vergleichen. Et ös su kalt bi en O. Rip. Dat Veh schlach sech bi en O. on git en Zupp bi en Donnerkil (Ausspr. eines Metzgers) Sieg-Aegid, und so bei allen möglichen Gelegenheiten. — Doch bezeichnet das Wort auch oft widerwillige Anerkennung einer Schlauheit, Gerissenheit, Raffiniertheit eines Menschen. Dat es en onduneg O., dat brengt alles ferdeg Altk-Wissen. Süch ens dat O., dat hät e wider klok angefange; selbst ‘tüchtiger, famoser Kerl’ kann es bedeuten. Dat O. es dem Deuvel ze gau. Dat O. hät mech geköllt hintergangen. Ehr Öster! ihr Schalke, Schelme, ihr habt mich angeführt, darüber muss ich selber lachen Rip, Allg. Mä O. Verwunderung Eup. — Bei Frauen jedoch meist in üblem Sinne. En O. van em Frauenmensch, besonders wenn sie es verstehen, die Jungen an sich zu locken. — Aber auch Kosewort für Geliebte (derb) u. Kind. Lecker Ösken, lef O. Komm an mein Herz, dat ech dech pasch, dat de frecks, du O. scherzhaft Rip. Herzen Ösche schelmisches Mädchen Dür. Zum Kinde: Du bes use Dierken em Papierken, use Ösken em Blösken Barm. — 3. Aasseite einer Tierhaut Verbr. — Zs.: Schind-, Sau-, Sauf-, Maulenaas. — Lautlich und in der Flexion ist mit A. zusammengefallen 4. ·ă.s, Pl. ·ə.s m.: Knoten im Holz, wo ein Ast gestanden NRip, SNfrk, und hier und da 5. :s, Pl. :s m.: Ass im Kartenspiel (s. Ass). Aas-hinkel Ottw-Illing n.: Aashuhn. PfWB Aas-kasten s. –mehl. NRhWB PfWB Aas-kaule Bernk-Graach f.: hinterlistiges Frauenzimmer. Die eigentliche Bedeutung fehlt, dafür Schindkaule. Aas-kind ·ə.stəkenjd Heinsb-Süsterseel n.: K. mit Unarten, das einen ärgert. Aas-knochen :sknǫuxən Sieg-Mühld: -knăkən Barm m.: grobes Schimpfw. Aas-mehl :tsmēl Simm-Ebschd n.: Mehlabfall, zur Fütterung dienend, im Otzkasten aufbewahrt. NRhWB Aas-rabe :tsrā:p Simm-Laub f.: Rabenkrähe. NRhWB Aas-sack m.: Sackgasse in Emmerich. NRhWB Aas-seite verbr. f.: Narbenseite der Tierhaut.[Bd. 1, Sp. 9]
aasen schw.: 1. :tsən nach A. riechen Koch-Lutz. — 2. ā:zən mit aller Kraft arbeiten Wippf. Aaserei :stəre·i. Rip f.: Bosheit, Falschheit; aber auch Schlauheit, Raffiniertheit, Schalkhaftigkeit, Schelmerei.aasern :tstərə Neuw-Rheinbrohl schw.: ätzen, füttern, bei Vögeln. De Alen otztern de Jungen. NRhWB aasig Rhfrk zeχ; Mosfrk :tstəχ; Rip :stəχ neben :-; SNfrk ·ə.zəχ u. ·ă.zəχ Adj.: 1. zäh, vom Fleisch gesagt Goar-Boppard. — 2. besonders Rip beliebtes Wort, in der Bedeutung Aas 2 entsprechend (selten präd.), von Menschen und Tieren, die durch ein Uebeltun oder eine Unart starken Aerger erregen. Dat o. Wech (Kind). Gern mit andern Scheltworten verbunden. Dat ostege Lompepack, Volk, Gescherr. — Der ostege Fönger weil er Schmerzen bereitet. En o. Dengen unangenehme Sache. En ostege Kält, Hetz. — Im Nfrk beschränkt sich, wie es scheint, der Gebrauch auf Wettererscheinungen; meist in der Verb. Oseg Weər. — Mit Adj. verbunden = sehr, furchtbar; meist auch Rip auf kalt, heiss beschränkt. Et es o. kalt. — Als Adv. Do han ech mech o. geschnidde, wih gedohn, gefraut (gefreut) Rip. — Schlau, listig, raffiniert (unwillige Anerkennung oder Überraschung bekundend). Dat ös en ostege Kerl, wer hätt dat dem zogetraut. Sun o. Fraumensch hät er genog am Bängel Rip. — Ausgelassen. En oseger Bub Saarbr. Aasigkeit Rip f.: = Aaserei.
PfWB A B ā:be:; ā:bi·ə. Aach; ā:be·ĭ. Mosfrk: die beiden ersten Buchstaben des Alphabets. Heute bedient man sich zur Bezeichnung des Alphab. der drei ersten Buchstaben A B C (s. d.). Doch in RA. und Kinderreimen begegnet uns AB. A Biə en net miəh ein Missgriff bewahrt mich vor dem zweiten Aach. A Bi-Boə, et Kättje hat der Kroə. A Bi-Belle, et K. hat gere der Kelle (usf.) Eup. A B-bu, dat Döppe, dat bös du SNfrk. B Bia Bocketten, die dö Wiver opsetten, Kemp-Grefr. A B ab, Stüten knapp, Botter drop, dat schmackt got Barm. — En Päckske A B (abiə) Tabak von A. Böninger mit der Fabrikmarke eines Reiters und den Initialen A. B., deshalb auch A B-Reuter, A B-Tabak, A B-Knaster Tabak aus der Fabrik Böninger. — In älterer Zeit bezeichnete man die Bücher, Tafeln der Schulanfänger noch gern mit A B-buch, noch in der RA.: De hat e Gesecht wie e A Bi-bökske MGladb, — wie en A Bi-boksbreət Kempld. — Su mager wie en A B-hahn Waldbr-Dattenf. En Gesicht wie en A B-plänke Heinsb-Myhl.Oa Bi-tofəl Sol (bis 1820) f.: ein A B-brett, auf dem die Buchstaben, auf ein Papier gedruckt, aufgeklebt waren, mit einer Handhabe versehen; durch diese war ein [Bd. 1, Sp. 10]
Loch gemacht und ein Band gezogen, an dem die Schüler sie um den Hals hingen. Heute meist mit A B C- oder noch lieber mit Ibuch usf. bezeichnet, weil die Einübung des I zuerst erfolgt. Äb = Adam (s. d.); Ab āf = Nabe (s. d.)
PfWB ElsWB LothWB ab Rhfrk ap (ö. bis Kobl); Saarl, Merz, SSaarbg :p; NSaarbg, WMosfrk :f; OMosfrk (Kobl-Ld, May, Westerw), NPrüm ā:f; Rip, SNfrk ā:f und af (avf, aəf); Kempld ·ə.f, ·ă.f; Klevld af Adv. u. Präp.: ab. I. Adv. 1. präd. ab - sein, weg, fort sein (genauer: abgerissen, abgemäht, abgepflückt, abgeschafft sein). α. Mit sachl. Subj. De Knopp, Henkel. et Uhr usf. ös af abgerissen. Et Korn, Gras usf. es af abgemäht. De Äppel, Birre usf. sen at af abgepflückt Rip, Allg. Et Bett (Getreidebett) es af abgedroschen Nfrk. De Bom es af abgehauen. De Schnitt es af abgeschnitten. De Farf es af abgebröckelt Rip, Allg. Et Für es af abgebrannt Eup-Raeren. De Pomp es af ist trocken MGladb-Rheind. De Bart es af abrasiert. RA.: Nu es de B. af nun hat er Ruhe Elbf. Dann es de B. af dann ist die Sache erledigt Nfrk. De B. es af, der Schnauz lick noch en der Kes Heinsb-Roerkempen. Et Neut (Neue) es dervan aəf Eup. Dat es af das ist abgeschafft, gilt nichts mehr Nfrk. Auch mit näherer Bezeichnung des Obj., von dem etwas ab-ist. De Dreck es van den Kledern af. De Feder es vam Hot af. De Stöp sall luter vam Desch af sen Rip, Allg. — Als Subj. auch der Teil, der durch das ‘ab-sein’ eines andern Dinges befreit ist. De Desch es af von dem daraufliegenden befreit. De Wis. et Feld es at lang af abgeerntet, abgemäht (aber nur in bestimmten Wendungen) Allg. — β. Mit persönl. Subj. Ohne nähere Bestimmung, von wem oder von was man ‘abist’. Im Spiel. Du bes af aus dem Spiel. Im Abzählreim. Ab, trapp drus dran MGladb-Mülfort. Ipp, tipp, tapp, und du bist ab Mettm-Wülfr. Schine wipp, schine wapp, on du bös ab ebd. Äppelche, Päppelche, piff, paff ab MülhRuhr. Aken baken Note kraken, elle melle meken trin, truf traf keiser af, ek oder dau bös einmol afgeschaff Mörs-Binsh. — Ausser Amtes sein. De ale Lihrer os at lang af Rip, Allg. — Aus der Schule entlassen sein, vom Militär entlassen sein. De Jong es at vüreges Johr af gewes Rip, Allg. — Von Kräften sein, matt, erschöpft sein. Ich ben (ganz) af. möd on af, af on matt, schlapp on af, kapott on af. Ech wor no dem Kranksen ärg af Rip, Allg. [Auch in der Form: Et os mer af Schleid. Et es mer ganz af he eröm. Et es me af öm et Herz.] Davon auch: He deht su af er stellt sich ermüdet. He wiərd noch ganz af. De Mann [Bd. 1, Sp. 11]
es af gegange müde, elend durch das Gehen. Für mech böste af abgetan, ich will mit Dir nichts mehr zu schaffen haben. Auch auf Sachen übertragen. De Weng es af verdorben. De Log (Lauge) es af abgestanden Rip, Allg. — Einer Sache ab-sein, ledig sein He es dervan af er hat nichts mehr mit der Sache zu schaffen. He es vam Rochen endlich af. Rip, Allg. RA.: Ech bön ganz dervon af ganz marode SNfrk. De es van de Penn af schwer krank, besinnungslos, sehr erregt, verärgert, verrückt SNfrk, Schleid, Monsch, Aach, Eup. Van der Welt af sen ohnmächtig sein Schleid, Aach, Erk. Van de Senn af sin Geld. Van den Pad (Pädche) af sin irren, blödsinnig sein SNfrk. Vont Kapitel von der Tex ofsiən geistesgestört sein Kemp. Dä es noach net va Mottere Poappkeətet afgewest noch nicht in der Welt herumgewesen Nfrk. — Von der Schule, vom Amte, von den Soldaten ab sein. Van den Zaldaten, vam Kamiss afsen seine Zeit abgedient haben Rip, Allg. — Von einer Person ab sein. Ech ben van em af bin ihn los. Der Mann es van der Frau af getrennt. Dat Kengk es noch net vam Pistur af noch nicht konfirmiert. Et es vam Lihrer af aus der Schule. (In letzterem Falle auch ohne die Bezeichnung der Person) Rip, Nfrk. — γ. ab - sein + zu (te) + Adj., nur Nfrk. Dat es mech to ronk (rund) af unbegreiflich. Dat es mech doch te domm af. Einem te klok af sin einen übervorteilen. Dej sin sich eiges te gut af zu gutmütig. De sech te gut af es. de es anger Lü ören Geck Kref. Te bas af sin überbieten, unterkriegen Erk. De es der Düvel te koad (böse) af Heinsb-Oberbr. Dat es mer te men (min) af das halte ich unter meiner Würde Sol. Auch: De woll em de Kloke of spiəle übervorteilen Kemp. Auch Rip. scheint früher diese Verwendung verbr. gewesen zu sein. Auch ohne te. Dat wor mei doch nit gut af dazu konnte ich mich nicht verstehen Ruhr-Hünxe. — δ. ‘drauf ab-sein’, erpicht sein Nfrk. He es drop af as der Düvel op e Siəl. — 2. in der Ellipse. Emol gegeve blift gegeve, Kappelche, Kappelche der Kopp af Aach. Ens gegewen, twets gegewen. K. .. Mörs. (Diese RA. soll von Wesel herstammen, wo ein Kommandant, Namens Chapelle, die Festung zweimal dem Feinde übergeben haben soll, wofür er enthauptet wurde.) Den Hals af möt dem bistegen Kerl Rip. Af möt dir weg mit dir. Af no Kassel. Ab mit Lottche weg damit Saarbr. Der Bart steht dir nicht: Af dəmöt! Af do! weg da. aus dem Wege! Rip. Aftən do! NBerg. Ab van der Scheib! es ist nichts Bernk. Kapp ob! Hut ab! Merz, Allg. Beim Eisbahnschlagen der Ruf: Affin do! Wennsse fälls, dann lisse do! Barm. Ben ab! Neuw. Ab! Zuruf [Bd. 1, Sp. 12]
beim Versteckspiel = wir sind fertig Siegld. Avum () halde! die Hand an der richtigen Stelle an der Erde halten beim Klickerspiel Erk-Körrenz. Bart af! sagt man, wenn Jemand eher am Ziel ist, z. B. bei einer Wegkreuzung MGladb-Odenk. — 3. bestimmendes Adv., obj. oder präd. Zusatz. a. hinter einer subst. Zeitbestimmung; stets von - ab. Van höck af (oder an) von heute an Rip. Allg. Besonders zu beachten die nfrk. Häufung der Adv. Vo kleng (jong) of an von klein auf, von der Jugendzeit an. Von des of an, dat seit der Zeit, dass Kemp. Van af seitdem Rip. Van af ech he sen, geht et mer bester. — b. hinter einer subst. Ortsbestimmung = abwärts. Dat geht he den Berg af Rip, Allg. He geht et Breət af or stirbt bald Heinsb. Im Rip, Mosfrk. ist ‘herab’ gebräuchlicher. — c. mit van und Ortsadv. (s. auch: absein, –haben, –können). α. von-ab, Nfrk geläufig. Va boave af von oben herunter. Der Kerl es vane Ben af betrunken. He ös noch nit van de Fläsch af unreif. Van Fut af an alles ohne Ausnahme Geld-Nieukerk. De wet van kenem Ophüren af. De wet van Tuten on Blosen nit af. Auch Rip: De wess va Gott on de Welt nüs af; im übrigen hier meist ohne af. — Aber allg.: Gangk van mir af (mehr weg); däu en van der af (mehr weg. fort); he setz weck genog van üch af (daneben weg, fort). — β. davon-ab, Nfrk geläufig. Afgesiehn devan af. Do wet den ävel got devon of gut Bescheid. De wet ök devon of weiss davon zu erzählen Kemp. Enen dervan af make umbringen Heinsb. Im Rip kommen Wend. vor, wie: Ech sen och dovan af bin auch dort geboren; do wess ech niks von af; doch steht mehr her, oder af fehlt. An der Saar: Dovun ob davon abgesehen. — γ. da-ab, Nfrk. Do han ech Spit (Ärger), Scha (Schaden) u. dgl. af Der es gen Wartsmann van en Welter Botter of hej schmert der en Botterramm af. Dor gef ek den Brüj af das lass ich fahren. Min Vadder koss vertellen draf Klevld. Rip veraltet: Do lef mer nit af; dafür meist dovan. — δ. wo-ab, Nfrk. Wu kömmste van af? woher. — ε. dann-ab. Selten: Wo küste dann af? Woher kommst du? Rip. — ζ. oben (unten)-ab. Ech losse mer net dren muse. oven af Rip. — d. mit Verben enger oder loser verbunden. α. lose verb., besonders ab-haben in zahlreichen Verwendungen, mit persönl. u. sachl. Subj. Ech han an menger Botz ene Knopp af. Häste et Korn, Gras (usf.), de Wis, et Stöck at af Rip, Allg. (s. ab-sein 1 α). RA.: Ech han aəf mein Webstück fertig Eup, Kref. De hät den Bart af er ist betrunken Sieg-Rhönd, Ahrw-Remag. Də hät ok de Vogel af dass. Geld-Nieukerk. De hät se af dass. Geilk. [Bd. 1, Sp. 13]
Den nät em af dass. Kemp, Geld. De hät de Knöf (Knöpfe) af er ist völlig entkräftet Aach; er hat keinen Einfluss mehr Dür-Gürz. Ich han et Hatz (Herz) af bin vollständig erschöpft Aach. Wann de su wijer süffs, has de zitlech et Herz af Aach-Walh. De hät de Mur (Möhre) af erschöpft Heinsb-Bocket. Den hat em af bis an de Möpp bezecht Geld-Straelen. Die hät en Iser af hat ein uneheliches Kind Malm-Weywertz. De hät de Kant af der Schüsser, die Kugel ist uneben Mörs. De hat de Geərt (Gerte) af er stirbt Aach. De Fleisch (Flasche) hat der Krag (Hals) af es ist nichts mehr drin Jül-Warden. Brav hat die Nas af die gute Zeit ist vorbei Aach. Ech han se af bin ermattet, müde Schleid, Monsch, Aach, Jül, Dür. Do heij wel af daran hast du Freude, bes. von Anzügen gesagt, die sich gut tragen Klev-Calcar. De hat af bei mir mit dem verkehre ich nicht mehr Monsch-Kalterh. Heə hat af wie Wespeng mit dem ist es zu Ende (wie mit dem 1756—1758 amtierenden Bürgermeister Wespien, der in seiner Amtszeit starb, was bei einem Bürgerm. seit 1709 nicht mehr vorgekommen war) Aach. — Ab-können, weg sein können. Ech kann net dervan af nicht verlassen, nicht vergessen. De Nachen kann vom Over net af nicht loskommen Rip, Allg. De Stadt hat et jo, et kann dervan af d. h. das Geld, sie kann es leisten Aach. Et ka beister van en Stadt af wie van en Dörp af der Reiche kann leichter eine Last tragen als der Arme Aach. — De Knopp moss af d. h. abgeschnitten werden. He well net af abgehen. De Hot blif he af vom Kopfe. Los den Hot af Rip, Allg. — β. enger verb. als Komp. Liegt der Hauptnachdruck auf dem Begriffe des ‘ab’, dann ist die Verteilung der Tongipfel , auf dem Begriffe des Zeitwortes (bei Gegensätzen), dann . Die Stellung des ‘ab’ in der Komp. unterscheidet in der Regel sich nicht vom Nhd; doch wenn das Komp. mit einem Hilfszeitw. verbunden ist, so verbindet sich ‘ab’ gern mit letzterem; allg. in Nebensätzen. Ech han wahl gemerk dat he et net afkonnt krigen, neben — konnt afkrigen Rip, Allg. Er mäk en Gesicht, as wenn em den Ak (Nachen) af was gohn Rees. Und so Nfrk auch in Hauptsätzen. Grad woll mich a' gen Owend afkommen hale abholen kommen. Der sind de Küh af goh laupen Mörs-Rumeln. Bei sollen, müssen, bleiben, lassen auch sonst: Du sölls den Bom aflosse haue, afhaue losse. — Die Bedeutungen, die ‘ab’ dem Simplex gibt, entsprechen dem Nhd; doch fehlen fast die Komp., die die Vollendung einer Handlung bezeichnen, ausser ab-dreschen, ab-machen, ab-sprechen (u. Syn.); indes die Komp., die bedeuten ‘ab-prügeln, eine Strecke abgehen, ablaufen von einem Ende zum andern’, [Bd. 1, Sp. 14]
haben den Nebensinn der Vollendung, des Erfolges. — 4. mit anderen Adv. vielfach durch ‘und verb. α. auf und· ab. Trepp of on Trepp ab Saarbr, Allg. Op-af, op-af, Pönkelche drop! so sprechen die ABC-Schützen beim Malen des I Rip. Bergop un af Allg. RA.: Et geht op on af wie en Fluh em Hemb (Hemd) Rip, Allg. — β. ab und an. Dat geht af on an abwechselnd gut und schlecht Rip, Allg. Ek mott et nou wette, af of an Nfrk. Af on an dann und wann, bisweilen Sol, Mettm. Auch umgestellt: Dat geht an on af — γ. ab und aus. Af on ut (us) baue pflügen, dass die erste Furche auf die folgende fällt MGladb, Grevbr. — δ. ab und zu. Dat geht af on zo (tu, te) [af enter Heinsb-Karken], auch umgestellt zo on af Rip, Allg — ε. vorn und ab, dann und wann, bisweilen. Weə sich höre Puttes (Wurst) gelt, es va vör of af (hinten) geköllt betrogen Aach. — ζ. ab und dann. Af on dann bisweilen Sol. — 5. ab = weg, fort, verstärkt durch Adv. De Hoor stomp af, stupp af schneggen Rip, Allg. Ratzekahl af han se em de Hoor geschnidden. Ech ben ratz af müde. He wor möt em kuərt af barsch Rip. De es hell (ganz) af überanstrengt, besinnungslos; sehr klug MGladb-Rheind. Dat es even af der verlangte Preis ist die Mindestforderung Even af met en Spol (Spule) auf die einfachste Weise, ohne lange Umstände Kempld, Erk. — II. Praep. von-her. Heute veralt. Af dir hät e doch nüs ze hoffe; af menget wegen; gank mer af de Aue; gank afseck abseit Rip. — III. attrib. Adj. ab-, wegseiend. En abener Knopp, abene Knäpp; en abenes Ben. En Tass mit ener abene Henk Mit abener Kapp. Nur Mosfrk, Saarbr, Kobl. ab-her s. abere; ab-hin s. abe. aba = ach was s. a. Aba I = Grossvater s. Abbe.
Aba II aba m.: 1. Schmutzkerl, Schimpfwort Köln. — 2. en stolze Aba hochmütiger Mensch Dür. — Sicher jüngern Datums und gelegentl. Bildung.
NRhWB abä āb Eup; abę Saarl Interj.: nun wohl, frz. eh bien. | |