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Rheinisches Wörterbuch 
 
blühen bis Blumenklee (Bd. 1, Sp. 799 bis 803)
 
  NRhWB blühen Rhfrk blīə, –īj-, Part. gəblō (Nahe), sonst gəblīt; Mosfrk blē·ə.n, Part. gəblē:t [Merz -e·ĭ.-; Bitb -ī:d-, Part. gəblī:t]; Rip bl·ə., Part. jəbl:t, meist -:n-, jəbl:nt; SNfrk -·ə., Part. jəbløt bis einschl. Tripsr Randerath Hilfarth Hückelhv Fronderath Vossem Örath, ö. Golkr Granterath, n. Katzem Berverath Kaulhsn Venr Herrath Buchholz Wickrathh, s. Rheydt Neersbr Herzbr Driesch Holzbüttgen Büttgen Grefr; n. u. ö. davon -ø·y.- u. weiter n. -·y.- (auch in Mörs bis Niep Vluyn Neuk); dann folgt blyə; im NW davon innerh. einschl. Geld-Walbeck Pont Winternam Eyll Aldekerk Stenden, Mörs-Tönisbg Schaaphsn Lintfort bl:jə; NBerg, Ruhr -ȳ·ə. [MülhRuhr -y·y.-]; Klevld blə, –- schw.: wie nhd. 1. von Pflanzen. De Bom blöhnt wie en Rus üppig Rip. Wenn de Bam net bl., get et kan Äbbel May-Polch. Wenn der Bom net blöht, drät (trägt) er och net eine Empfängnis kann nicht stattfinden, ohne dass die Periode sich zeigt Jül-Tetz. Wenn all de Bem bl. un all die Streicher rachen, brauch mer sich uf wenig ze freien Wend-OWeidenb. Bl. de Böm twiemol, dann wöd et bös Mai Wengter em Johr MGladb. Blöjt den Bom öm Allerhellge op et nej, dann dürt den Wenter bes in de Maij Klev. Die Kinder spielen: Bömke blöt B. wechseln Kemp-SPeter. Wenn de Bom blöüht buten de Tit, dann gef et en Hochtit of en Lik Nfrk. De sieht de Kirsche nit meh bl. er wird bald sterben Saar. De Kerschten sein am bl. sagt man, wenn es im Frühjahr kalt wird Bitb-Fliessem. De Druve bl. wie de Maukatze (Weide) Rip. De Modərt (Medardus, 8. V.) soll den eschde blihənden Trauf krin Mos. — Wenn de decke Bunne bl., kann us der Hunger am Oarsch lecke May-Trimbs. Sint Gerdrut blöt et Krut (Rübsamen) Kref. Wenn de Flierer bliht, schläft mer gere lang Saarbr-Quierschd. De mojsten

[Bd. 1, Sp. 800]
(schönsten) Blumen bl. et körtste Klev-Kessel. Dem blöht senge Wess (Weizen) der ist fein heraus Rip, Nfrk. Sint Jötemes (fingierter Kalendern.), as et Höj blöjt, sak (soll ich) ow betahle, d. h. niemals Klev. — 2. übertr. vom Menschen, blühend, gesund, frisch aussehn. Dat Kind blöjt ävvel Klevld, Allg.; se blöht wie en Rus, — en Kiərsch Rip, Allg., — ne Pärdisoppel Kemp, — n Öəlköppke (Pfeifenkopf) ebd. Et blüht üm et Kaimpken (Kämmchen) as en Hühnschen (Huhn) MülhRuhr. — Scherzh. von blassem Aussehn. Den blöt wie Kernemelk Dinsl-Hiesf, — ne Kalkemmer Dür-Gürzenich, Emmerich, — e Mehlsack Ottw-Wiesb. Der blöht op de Backen wie ne Gess (Ziege) op de Hacken Bergh-Kirchhert. — Fieber haben. Hej blöüht so stärk fiebert stark Mörs. — 3. von andern Gegenständen. a. bei Wettererscheinungen. Et blöüht dunkle, gelbgeränderte Gewitterwolken ziehn herauf Kemp. Wat den Donnder blöjt! ein Gewitter zieht heran Emmerich. E Gewidder bleiht Saar. De Aus (August) blöhnt es wetterleuchtet, Wolken ziehen einher, ohne dass es zum Gewitter kommt Eusk-Zülp, Ess-Werden. De Efel blöht wenn man bei bewölktem Himmel einen hellen Streifen in der Richtung auf die Eif sieht; es gibt dann Regen Bergh, MGladb, Neuss. — b. die Fingernägel bl., haben weisse Flecken Mosfrk. De Näl bl. Zeichen der Gesundheit, des Wachsens, des künftigen Reichtums. — c. bei einem Loch in der Kleidung u. herausschauendem Körper. Papirken blöt das Hemd kuckt heraus Elbf. De Händsche (Handschuhe) sen am bl. die Fingerspitzen kommen heraus Bergh-Heppend. De Äppel bl. die Ferse kommt aus dem Strumpf heraus Aach-Merkst. — d. et Water blöt Bläschen steigen auf Kemp, Klev. — e. de Poahl (Webebaum) blöt er lässt das Holz durchblicken, das Gewebe ist fast fertig Kemp-Süchteln; dem Bum blöt dass. Kref. Papierken blöt, de Kett geht af, morn es et Lewerdag sagt der Weber, wenn das Papier zum Vorschein kommt, das bei der 12. Lage zwischen das Garn gesteckt ist, also nur noch 12 Lagen der Ketten zu verarbeiten sind Elbf. — f. es Fletz (Flötz) bliht es ist etwas feucht, es nässt, was der Bergmann gerne hat Saar. — 4. mit abstract. Subj. Et Geschäf blöht, wie nhd. De blöhende Schwendsucht rote Backen bei der Schw., galoppierende Schw , auch de blöhnege Schw. Sieg-ODollend. — Etwas Unangenehmes blüht einem. Dat hät öm all lang för de Dör geblöjt Klevld. Dem blöht äver noch jet Rip, Allg. Eich men emmer, dir bleiht noch ebbes em Gärtchen Saar. Dau bes esu frech, eich glawe, dir bliht noch ebbes. Su? Wot da? Ei, e Theeresje Westerw. Dir bleiht och e Gewidder Rüge, Strafe Saar. De sech ower andermanns

[Bd. 1, Sp. 801]
Onglöck freut, de steht et selfs för de Dör on blöjt Mörs-Xanten.

ab- blühen: aufhören zu bl. Immer Part. De Böm han (oder sen) afgeblöhnt Rip.auf -blühen: 1. nach dem Nhd.; üblicher das S. — 2. übertr. Dat Mädche blöht op wie en Rus Allg. Dech blöt er en op! zum Kind, das Strafe zu erwarten hat Grevbr-Wickrathh. aus -blühen: wie nhd., zu Ende bl.ver -blühen: wie nhd.

Blühe f.: 1. Blüte. Falsche Blihe männliche Bl. der Gurken Hunsr. En Blöuh buten Tit gef en Brut of Lik Heinsb-Myhl. — 2. Zustand, Zeit des Blühens. En de Bl. stohn. — Beliebter ist allg. ‘Blüte’ (s. d.); für 2. sogar vorherrschend.

Blüh-knoppen blīəknǫpə Simm-Laub; bly- Mörs Pl.: Bl.knospen. Blüh-pferdchen blīəprtχə Simm-Schlierschd n.: Siebenpunkt (Käfer). PfWB blüh-weiss blīə- Hunsr Adj.: blütenweiss.

 NRhWB Blühert blərt m.: 1. heisser, vom Fieber geröteter Kopf. Hä, wat heij en Bl.! Emmerich. — 2. Blöjərts (zu ergänzen Buəhnən) Bohnensorte, die fast den ganzen Sommer hindurch blüht Erk-Elmpt. Blühsel blzəl Emmerich Pl.: Blüte. De Böm sette voll Bl.
 
 
 NRhWB Blume Rhfrk blūm [uNahe -u- u. innerh. Nussbaum Burg Sponh Allenf Seesb Schwarzerden Schlierschd -ou-] im W. bis s. der Prims, diese durchweg entlang nach NO bis Zell-Trarb, von da zurück durchweg zur Wasserscheide zw. Mos u. Nahe, s. der Lahnmündung den Rhein überschreitend [Merz -o·ŭ.-]; n. dieser L. -ō:- im Mosfrk, Rip, SNfrk bis ausschliessl. Mörs-Hohenbudbg Kaldenhsn, Kref-Traar, Kemp-Hüls Orbr Kemp Schmalbr (alle mit -ū:-), Geld-Gelinter Wachtendonk (mit offenem -ū:-) Wankum Herongen NDorf (-ō:-); im SNfrk innerh. Kref-Ürding Verbg Kref Mülhsn, Kemp-Ödt Hagen, MGladb-Klörath Neersen Schiefbahn, Kref-Willich Gerdt Osterath, Neuss-Büderich NDonk, Düss-Heerdt OCassel -o·u.-; ausserdem im Selfk w. einschl. Geilk-NBusch Kreuzr, Heinsb-Harzelt Selsten Braunsr Löcken Haas Driesch allmählich > -o·u.- übergehend, bes. scharf ausgeprägt um Heinsb-Driesch Soperick Haaren u. w. Heinsb-Süsterseel Saeffeln; Kemp-Dülken -ǫ·u.-; daneben hier u. da im SNfrk blo·m.; innerh. Erk-NCrüchten Tetelr Merbeck Leloh, Kemp-Hehler Naphsn Birgen Vogelsr End Amern Brüggen -ū·ə.-, Pl. -ūəmə; NBerg ö. einschl. Ruhr-Kettwig Holzterhsn Rodbg Vossnacken, Mettm-Langenbg Neviges, Elbf, Lennep-Lüttringhsn -ōmə, sonst -ū·ə.- bis w. Düss-Gerresh Rating Angermund, von wo an -ō:-; MülhRuhr u. n. Ruhr -ū:- [-ō- um Bricht Dämmerwald Loikum Isselbg Bienen; -ōmə ö. von Overbeck Gahlen Besten Östrich; -om um Vrasselt; im -ū:- (-ū-) Geb. vielfach -u-; Klevld durchweg

[Bd. 1, Sp. 802]
-u-, Pl. -mə. — Demin. mit Umlaut u. ohne Schärfung -īmχə, –ē-, --; im Nfrk vielfach mit Kürze -ømkə, –y- f.: 1. wie nhd. a. eigentl. u. zwar in blühendem u. nicht blühendem Zustand. De Flass kömmt en de Bl. Nfrk. Vell Bl.ə sen op Eərden, die us bettere Wuərzel weərde Bo-Dransd. Em Wöngkter sitt mer lever en Wolf für de Düər wie en Bl. Schleid-Hellenth. Den os last Bl.ən eweg über alle Berge Prüm-Ihren. Blümkes tur Untit gif em Brut of en Lik Nfrk. De Äppel han golde Bl.ə on diamante Kere Ahrw-Gonnersd. Dem beste Bl. plöckt öm net den Flachs Nfrk. We de Bl.ə welke op Herrlichemsdag, su drüg et Heu Rip. He süht us wie en geklätschte Bl. MGladb-Rheind. Potz Bl.ən en de Heggen! Fluch Duisb; Bl. op der Hed! dass. Wittl-Binsf. Ze Kölle em Dom steht en gölde Bl.; wie se langer steht (blöt), wie se mih vergeht (wie kotter (kürzer) se wöd) Kerze Schleid, Nfrk; ze K. em D., do os en gell Bl.; wer de well han, der moss den wissen Berg zerbreche Dotter em Ei Rip. Blau Blümkes Ehrenpreis Kref, Grevbr, Saarl-Dilling, Aden-Siebenb; gaftege Bl. Giftbl., bes. Herbstzeitlose Mosfrk; decke Bl. Wucherbl. Grevbr-Hülchr. — In RA. mehr übertr. Bed. Hen as durch de Bl.ən heiter u. sorglos fortgegangen Bitb-Dahlem. Dor de Bl. kallen verblümt sprechen Nfrk, Allg.; em ebbes durch die Bl. san Hunsr. Enem blo Blömche füərmache etwas vorschwindeln Rip, Nfrk; Blömcher förmache Köln; ümmes Blümkes wisen MülhRuhr. Enem blo Bl.ə streue goldene Berge versprechen Schleid-Hellenth. De sieht blo Bl.ə gibt sich Illusionen hin ebd.; he makt sich Blömkes för Düss. Sich e Blömche verdene sich Dank verdienen Köln. Blömches schwätzen süss sprechen Altk-Herd. — b. künstliche Bl. Gebagde (gebackene) Bl.ən getrocknete Bl.; künstliche Bl. auf Hüten Mosfrk, Rip. Die dreht en Hot, de su vill Bl.ən ophät, dat en Koh sich satt dran fresse künnt Köln. De Kopp (Hut) voll Bl.ən un de Strömp voll Löcher! Neuw-Asb. Gemolte Bl.ə ruche nit Köln. — Of de Bodderweck wern Bl.ən gestochen Hunsr. Kattun met Bl.ə dren (eingedruckt) Allg. — c. Kelchrest an Äpfeln, Birnen, Mispeln uWupp, Saarbr. — d. ohne Artikel, nur Sg. Muskatblüte, Muskatnuss = beschoətə Bl. Nfrk, Monsch, Dür, Jül; Blömche Köln, Eusk-Zülp. Doə mutt noch jet Bl. dren Nfrk; Bl.ən on Safron Elbf. — e. Blimcher Nagelflecken Bernk, Koch. — 2. übertr. a. das Beste von etwas. Dor es et beste Blümken af nicht viel mehr wert Rees-Ringenbg. Dat ös de Bl. us dem Dörp Dorfschöne Rip; die es de Bl. van de Mädche Rip; en Blömken Mädchen mit aussergewöhnlich guten Eigenschaften Mörs. — Auch ironisch. Du bes

[Bd. 1, Sp. 803]
e Blömche Ahr; dat es en (nett) Blümke Tunichtgut Nfrk. — De Boddem (dat Feld) es e Blömche äusserst fruchtbar Dür-Pier. — Im bes. bestes Weizenmehl, beim Sieben Allg. — b. Feingeruch, Bouquet des Weines Allg. — Der Schaum des Bieres. De Bl. drenken, afdrenken Allg. — c. Rippenfett des Schlachttieres, bes. des Schweines NBerg, Ruhr, Dinsl, Rees, Mörs, auch Blumefett. — Fleischstück Aach. — d. Geschlechtsteil der Kuh Köln-Widdersd. — e. Schweinebräune, de rut oder de blo Bl. Bitb-Speicher, Daun-Müllenborn. — f. -ō:- u. -:- (-ē:-) Tiern. α. für geflecktes, scheckiges Rindvieh Allg. (Maiblöm). Et nennt ener ken Koh Blimchen, dess se hot en weiss Striemchen in jedem Gerücht steckt etwas Wahrheit Bitb-Geichl. — β. Kosen. u. Rufn. für Katze Mos. — g. -:- bunter Klicker aus Ton Malm. — h. Schwänzchen des Rehes NBerg. — i. gelbliche, feinerdige Substanz in rundlichen, grösseren Höhlungen des Trasssteines = Trassblume Mayf-Brohltal. — Dat Geblömms Blumenwerk Aach.

Blumen- in Zs.: -beet, –blatt, –brett, –düppen Rhfrk, –gärtner, –kette, –markt, –ständer, –strauch, –strauss, –stock, –tisch wie nhd., sonst Blumenaue f.: häufiger FlN. Blumen-bände -bę·n.t Aach f.: -garten, –au. Blumen-bläch -blək Nfrk f.: -beet. NRhWB  PfWB Blumen-bohne Wend, Saarbr, Ottw, Saarl f.: B.sorte mit roten Blüten. Blumen-draht m.: zur Herstellung von Papierrosen. Blumen-dreck Rip, Nfrk m.: -erde, Grund aus faulen Bäumen. Blumen-fett n.: Rippenfett, s. Bl. 2 c. PfWB Blumen-garten meist Demin. -j:rtχə: wie nhd. RA.: Leck mech em Blomegart (im Arsch)! Köln-Brauw. Blumen-geck Rip, Nfrk m.: -freund. PfWB Blumen-grund m.: -erde. RA.: Wann Dreck Bl. wed, dann lit he sich fahre Köln. PfWB Blumen-hafen -hāwə Saarbr m.: -topf. Blumen-hof Jül, Mörs-Xanten m.: -garten. Blumen-klee Ess-Ueberruhr, Geld-Kevelaer m.: Kleesorte.