Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Blitz III bis blitzen (Bd. 1, Sp. 786 bis 788)
 
  NRhWB Blitz III Rhfrk -i-; sonst -e-, Pl. -tsə m.: 1. Blitz des Gewitters. De hat e Gesicht wie e Haufe Dreck, wo de Bl. ringeschlah

[Bd. 1, Sp. 787]
hat Ottw-Neunk, — ne Haufe Gedresse, wo der Bl. drengeschlage hät Köln, — ne Drisshofe (Botteramm), wo sibbemol de Bl. drengeschlage hat MülhRh-BGladb, Köln-Kalk. Hufahrt förm Fall, Bl. förm Knall Sieg-Rheidt. Dat geht wie der Bl. Allg. Gau (sihr, schnell) wie der Bl. So flenk wie en geölter Bl. Birkf-Herrst. En em Bl. (in einem Nu) wor he fort Rip, Westerw. E soss wie der Bl. pilgrad ejen Bett Eup-Raeren. Wie vam Bl. getroffe Allg. Dat ging so gau wie der Bl. Rip, Nfrk. — Man darf nicht auf den Bl. zeigen, sonst fährt er einem auf den Kopf; man bekreuzigt sich, sprechend: Gott wals! Rip. Der Halfe geht mit einem gesegneten Schellchen durch die Ställe u. schellt; soweit der Klang geht, schlägt der Bl. nicht ein LRip (o. O.). En e grön Dach schleit de Bl. net en, d. h. in ein Dach mit Donnerwurz Rip. Den Holunderstrauch soll man nicht umhauen, sonst schlägt der Bl. ein Bitb-Fliessem. Em Bl. on Donner Ek en Pappel scheu, äver Bök sök flöck! MGladb-Rheind. Schlet de Bl. en en düərne Bom, get et wedde Melch nouch Rom (Sahne) Sieg-ODollend. — 2. bei Flüchen, Beteuerungen. Zackerbletz net noch! Sieg-Ägid. De Zackerbletz scherzh. auch = Säbel, jedes grössere Schneidwerkzeug ebd. Potz Bl. net emol! Bo. Dat wor der Bl.! uWupp. — 3. Gerissenheit. Schlauheit, Witz. De hät och Bl. en Bergh-Glessen. — 4. scheele Bl. Augenleidender Düss.

 PfWB Blitz-ableiter m.: 1. wie nhd. — 2. scherzh. Polizist Köln, Ruhrort, MGladb-Rheind.  NRhWB Blitz-arsch Mayf, Aden, Neuw m.: Kind, das beständig aus- u. einläuft, die Türe schlägt. Blitz-auge o. O. n.: klares, blitzendes Auge. PfWB Blitz-backen Neuss Pl.: gerötete B. NRhWB  PfWB blitz-blank blitssblaŋk Rip, Nfrk; -blęŋk Köln Adj.: sauber, hell glänzend. PfWB Blitz-blau bletsə- Allg.: Verstärkung von bl.; lebhaft bl. Ech verdreschen dir de Arsch bl.! En bl. verfrore Gesech. — Noch mehr verstärkt bletzblodonnergrön alle Farben durcheinander uWupp. Blitz-bodem -b·ə.m Aach-Merkst Kohlschd m.: zerrissener Hosenboden. NRhWB Blitz-blume f.: Bl., im Krautwisch, die den Bl. abwehrt; verschieden: Weidenröschen Verbr.; edle Schafgarbe, achillea ptarmica Selfk; Frauenflachs Geilk-Brachelen; Rainfarn Heinsb-Erpen. Blitz-hut Wesel m.: Schimpfn. für Polizist. Blitz-junge  Allg. m.: Schlingel, tadelnd u. anerkennend zugleich. NRhWB Blitz-kader -kdər Merz-Saarhölzb m.: einer, der die Gewohnheit hat, mit den Augen zu zwinkern. PfWB Blitz-kerl  m.: -junge. PfWB Blitz-kerze Bergh f.: Wau, in den Krautwisch gehörend. NRhWB Blitz-kopf Schleid-Dahlem m.: jähzorniger Mensch. NRhWB Blitz-kraut Rip, Nfrk n.: zum Krautwisch; meist schmalblätteriges Weidenröschen, epilobium augustifolium; Purpursede, sedum purpureum Kref, Heinsb; Johanniskraut, Jakobskreuzkraut

[Bd. 1, Sp. 788]
Grevbr, Mettm, Eup. PfWB Blitz-kuchen Gummb-Alpe m.: einfacher K. aus Weizenmehl, so genannt, weil die Oberfläche, mit verdünnter Butter bestrichen, blitzend aussieht. Blitz-peter -pitər Westerw m.: -kader. blitz-bluderfotznackig blitsbludərfotsnākĭχ Trier-Welschbillig Adj.: ganz nackt. blitz-proper Ess Adj.: sauber, rein. Blitz-pulver n.: Samenmehl von lycopodium clevatum MüEif, Kref-Willich; P., wie es in Theatern zur Darstellung des Bl. verwandt wird Köln. Blitz-schlag m.: wie nhd. Blitz-steiger Saar m.: scherzh. die zum Aufsichtsdienste in der Ausbildung begriffenen älteren Bergleute. PfWB Blitz-strahl m.: wie nhd. Blitz-wicht -węit  NBerg n.: Blitzmädel.

blitzen schw.: 1. wie nhd. Bletzt et över ene döəre Wald, zeddert Jongk on Alt Kemp-SPeter. E macht e Gesicht, wie en Bock (Geiss, Kalf, Katz, Mott), wenn et bletz Allg. Scheisst de Hund ent Feierzeig, denkt de Bauer, et blitzt Boppard. — Auch vom grellen Aufleuchten anderer Dinge. Do bletzt et da kommt ein Schutzmann Rip. Von blinkendem Geschirr. Do bl. enem de Kessele, de Pfanne entgege Allg. — Von der Sonne. Wenn de Sonn su bletz, git et glich en Schur Rip. — Hell un klüchtig bletzten derhinger (hinter der Brille) e par fresche Auge Köln. — 2. im bes. übertr. a. in der Wend.: Bei der bletz et die Frau hat das Schneiderloch aufstehn, dass der Unterrock sichtbar wird Allg. Man ruft ihr zu: Et bletz!b. stark fluchen, schimpfen. Bl. un wettere Westerw. He bletzte ne wöste Floch Köln. En dem Hus, do bletz et äver da hört man lautes Schimpfen Rip. — c. met de Aən bl. zwinkern, blinzeln Saarl, Ottw, Merz (dort allg.); dann Malm-Vith Emmels Amel, Grevbr-Wickr. Em bl. einem zublinzeln. — d. aus- u. einlaufen, die Türe auf- und zumachen Simm, Mayf, Kobl, Neuw, Siegld. — Auch heren- un herausbl. — Gebletzt kunn ungestüm heranlaufen Aden-Kempenich. — Auch übertr. den Arbeitgeber, die Dienststelle oft wechseln; vom Huhn, das immer neue Nester macht Neuw-Datzeroth. — 3. alles drofbl. draufmachen, vergeuden Saarl-Dilling. — 4. Geblitzde Pellkartoffeln Westerw. — Abl.: die Bletzerei, dat Gebletz, sech zerbl.