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Rheinisches Wörterbuch 
 
batsch II bis abbatschen (Bd. 1, Sp. 499 bis 502)
 
 batsch II -a- u. battĭχ Rhfrk, Mosfrk; auch Rip neben pat [bęttiχ neben -a- Saarbr; bitbęttiχ Saarbr-Sulzb] Interj.: den Schlag mit flacher Hand auf einen blossen Körperteil begleitend. Du, sa mol bitsch! dann sagt der andere batsch! u. gibt ihm scherzend eine Ohrfeige Saarbr. — Bei einem Schlage ins Wasser, beim Fallen von Gegenständen auf den Boden. De N. es von der Breck b. ent Wasser gefall. — –ā- plötzlich, auf einmal Kobl. — Im folg. sind Abl. von diesem Schallworte aus Gründen der Bed. u. der Verbr. getrennt.

batschen schw.: I. intrans. einen klatschenden Ton hervorbringen oder von sich geben, was auf verschiedene Weise geschehen kann.

[Bd. 1, Sp. 500]
1. mit der Hand. a. die eignen Hände zusammenschlagen zum Applaus oder zur Erregung der Aufmerksamkeit anderer. — b. in die Hand eines andern schlagen, z. B. beim Viehhandel zur Bekräftigung des Verkaufs. — c. mit der flachen Hand auf den Tisch schlagen. — 2.a. mit flachem Gegenstand auf etwas Weiches schlagen oder treten, z. B. auf Wasser, Morast. Wemmer so of's Wasser schläht, das batscht Rhfrk. Durch Schmutz und Dreck waten. Durch de Dreck (et Wasser) b. De Frau batscht ger em Wasser hält gerne Wasche. De Kinner b. em W. (erem) matschen, spielen gern mit W. Rhfrk, Mosfrk; hier u. da auch Rip neben patsche.b. plump dahergehn. Gebatscht kommen Nahe, Goar, Kobl, Neuw. — Mit schmutzigen Schuhen in die Stube treten Kobl-Güls. — 3. mit Geräusch und batschendem Aufschlag herunterfallen, von weichen Gegenständen. De Äbbel sen erunner gebatscht. Et rent, dat et batscht Mosfrk, Rhfrk. — 4. einen dumpfen Ton hervorrufen durch Peitschenknallen, Schiessen, Klopfen Saar. — 5. -a- u. -ā- bersten. S. Batsch V. — II. trans. 1.a. -a- u. -ę-, meist -a-, einen b., mit der flachen Hand auf die Backe oder aufs blosse Gesäss schlagen Rhfrk, Mosfrk; Rip hier u. da (Altk-Wissen, Neuw-Bruchhsn, Sieg-Ägid, Ahrw-Sinzig, Malm); meist hier patsche, watsche. Ich hon ne links un rechts gebatscht, dass er Feier in Holland gesehn hat Rhfrk. Den hon eich gebatscht us der Herrlichket Saar. — WMosfrk neben -a- btən (seltener -ā- Trier) mit der spez. Bed. das blanke Gesäss verhauen, während -a- ohrfeigen bedeutet. Em den Oasch b. RA.: Den hot e Gesicht wie en (fresch) gebätschten (Kenner)oasch WEif. De sieht aus wie e g. Hiringk Saarbg-Greimerath. Esu bätscht de Miller seng Kanner sagt man, wenn man ein Kind quer über den Schoss legt und kneift Bitb-Geichl. — b. die Wasche bātən, damit beim Schwenken die Seife besser herausgeht Saarbg. — Die Milch btən entrahmen Saarb-Faha. — c. einen batə, auf ein billiges Angebot, das ihm augenscheinlich nachteilig ist, durch sofortiges Zuschlagen festlegen Kreuzn-Boos, Kobl-Bend. — d. absol. mit dem dicken, eisernen Klicker spielen Zell-Sohren, Altk-Keschd. — Abl.: die Batscherei, dat Gebatsch.

auf- batschen: aufbersten, bes. von Geschwülsten Saar.durch -batschen: einen d., prügeln Trier-Thomm.ein -batschen: absol. durch Handschlag den Handel gültig machen. No, batsch en! Sieg-Ägid.ver -batschen: einen v., verhauen Rhfrk.zer -batschen: einen z., verprügeln Sieg-Ägid.

 PfWB Batsch bat, Pl. -tən u. -ęt Rhfrk, Mosfrk, Rip hier u. da neben pat; bęt, Pl. -tən Saarbg-Faha, Trier-Mertesd, Zell-Alf, Aden-Weibern: 1. m. Schall infolge eines

[Bd. 1, Sp. 501]
Schlages, klatschender Schlag, Fall, z. B. von einem flach ins Wasser fallenden Gegenstand. — 2. f. Ohrfeige, Schlag mit der flachen Hand auf einen blossen Körperteil, die gewöhnliche Bezeichnung im Rhfrk, Mosfrk. B. ohne Widderschlag bis Grendonnerschdag! beim Nachtsschlag der Kinder Koch. RA.: Do hon ich mer e B. gen mir selbst Schaden zugefügt Saarb. Der har e wischt B. kreit Geschäftsverluste Birkf. — 3. f. Beule Merz-Conf. — 4. f. in der Kinderspr. Batschhändchen, Hand Bitb-Dudeld, Prüm-Mürlenb, Westerw.

Batsch-hand f.: 1. klatschender Handschlag der Kinder. — 2. die weiche, zarte Hand der Kinder selber. — 3. -hänncher Schläge auf die Hand, die es in der Schule gab Saarbr.

batscheln Rhfrk, Mosfrk schw.: 1. mit Hand oder Fuss ins Wasser schlagen, dass ein Batsch entsteht; zwecklos ohne Grund in etwas herummengen; im Wasser, Schmutz herumlaufen. Dat Huhn bitschelt un batschelt doher un let äwer net Bernk-Merschd. — 2. die Backen b., scherzend oder zärtlich mit der flachen Hand schlagen. ver -batscheln: Gras udgl. v., vertreten Westerw.Batschel -əl u. -əlχə Saarbr f. (n.): Batschhand, in der Kinderspr.

Batsches Sieg-Ägid Pl.: Schläge. Du krigs B.

Batsch I = Schall s. batsch II.
 
 
 NRhWB Batsch II Rhfrk, Mosfrk allg., Rip vereinzelt hier u. da neben pat m.: 1. Brei, Schmiere, in der alles zusammengeflossen ist; schmutzige, trübe Regenpfütze, Schmutztümpel; vom Regen, Schnee aufgeweichter Lehmboden; Strassenschmutz, Schlamm, Morast; teigige Masse. Durch de deckste B. tappe, dratsche udgl. De defste B. messe.Breit geschlagene, zerdrückte formlose Masse von Weichem, Faulem. — Faule Kartoffeln udgl. sen de renste B.2. im Bes. Kopfgrind Saarbr-Fürstenhsn Völkl (-ę-), Saarl-Saarl Schaffhsn. — 3. übertr. a. Verlegenheit, unangenehme Lage. En de B. kumme, setze.b. böser, schalkhafter, wüster Streich Prüm-Mürlenb. — c. f. Fussspur Kreuzn-Boos; sonst Patschen.d.α. m. dicker, watscheliger Kerl mit schwabbeligem Fleisch; kleiner, dicker Junge Bergh-NEmbt, Grevbr-Wickr, Erk-Körrenz Rath, MGladb-Rheind; ne B. vam Kerl Nichtsnutz, Grobian (o. O.). — β. f. dickes, breitspuriges, nachlässig gehendes, watscheliges Weib. En deck B. Bitb-Dudeld, Koch, Kobl-Neuend, LRip (auch Patsch), SNfrk (Grevbr, Erk, MGladb).

Batsch-babbe batə- Kobl m.: schmutziger Mensch. Batsch-bohne Saarbg-Weiten f.: Saubohne, vicia faba, dickster Sorte. Batsch-bube batəbū Saarl m.: grindiger, lausiger, frecher Junge. NRhWB batsch-faul Rhfrk, Mosfrk Adj.:

[Bd. 1, Sp. 502]
zu B. verfault. batsch-fett Wittl-Lamschd, Goar-Braunshon Adj.: sehr fett. Batsch-kopf bęt- Saarbr-Fürstenhsn m.: Grindkopf, auch Schimpfn. Batsch-kunt -koŋk Aach-Herzogenr m.: dickes, watscheliges Weib. batsch-nass Rhfrk, Mosfrk Adj.: durch u. durch nass. batsch-weich ebd. Adj.: weich wie B.

batschen schw.: 1. intrans. hervorquellen, von Breiigem, Faulem. — 2. trans. a. etwas b., zerquetschen, zerdrückend auspressen, z. B. eine Birne; etwas unsanft in ein enges Gefäss, Korb, Kiste hineinpressen, herenb. LRip (RRip patsche). — b. -a- Rip allg. bis in die Eif hinein Bitb-Dudeld, Daun-Hillesh Neroth, Prüm-Ihren Reuth, Malm-Vith; auch NBerg (Sol, Mettm, Düss) u. Kref; -ę- Schleid, MüEif; -- Ahrmündg; bękə Monsch: geräuschvoll, schmatzend, widerlich, fletschend, breiig kauen, bes. beim Obstessen; meist absol. De Ferke b. He batsch wie en Ferke (Sau). Auch: Du bös de ganze Dag am Prumme b.3. -a- u. -ę- in derselben MA. nebeneinander, -ę- mehr das Unmanierliche betonend Neuw, Altk, Rip, NBerg, SNfrk hier u. da: Kemp-Dülken Anr, Erk (-ā:-), Heinsb-Karken (--); Mosfrk dafür batəln (Bitb-Rittersd baten). a. intrans. schwatzen, viel, sinnlos, laut schw. Der batsch wie en alt Wif. Sich en Zeug zesamme b. Zom Dollen eren b. — Unmanierlich beten; anhaltend bitten; bellen, kläffen uWupp, Sol (-ę-). — b. trans. etwas b., ausschwatzen. — 4. sich b., sich ärgern Kemp-Lobberich; sich b. u. sich zerb., sich streiten im Wortwechsel Neuw-Asb, SSieg. — Abl.: die Batscherei, dat Gebatsch (al Wivergebätsch), sech zerb.

ab- batschen 1. einem etwas a., abschwatzen. — 2. der batsch dem Düvel en Ben af.