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Rheinisches Wörterbuch 
 
Band I bis Bände-macher (Bd. 1, Sp. 429 bis 432)
 
  NRhWB Band I bant, im Geb. der Schärfung Dat. ba·n., Pl. bę·n. [Bernk-Neumag b:n]; WMosfrk n. Mos. bānt, Dat. bā:n, Pl. bę·n.; an der uErft bānt, Dat. ba·ŋ., Pl. bę·ŋ., sonst im rip., snfrk. Mouillierungsgeb. baŋk, Dat. ba·ŋ., Pl. bę·ŋ.; im snfrk. a/ǫ-Trübungsgeb. (Kemp) bǫŋk, Dat. bǫ·ŋ., Pl. bę·ŋ. [um Geilk-Stahe, Heinsb-Schierwaldenr ban't; um Heinsb-Breberen, Geilk-Gangelt ban'j, Pl. bę·n.j]; MülhRuhr bǫunt; Klevld bānt, Pl. bn m.: 1. das, was dient, um fest zu binden, anzuheften. — Im Bes. a. B. zum Anketten der Hunde, nur in RA. Et geve mih Kette on Bäng we rosende Hong Eusk, Bergh. (Sonst ‘Kette’). S. auch Bandhund, –rekel. — b. Fessel für Gefangene, nur in RA. En de Bänn kommen ins Gefängnis Neuw-Rodenb. Du könns noch en Kette en Bäng ze legge ins Zuchthaus Aach-Merkst. De Doat löast ok de stärkste Bäng Elbf. Dann in übertr. Sinne noch durchschimmernd = Bedrängnis, Schwierigkeit, in bestimmten Wend. En de Bänn sen (setze) Sieg. Enen en de Bänn jage in Angst Altk-Hellert. Dur harte (hell) Bäng goəhn mühsam zum Ziele kommen SNfrk. Dat hat dor harte Bäng gegonge Mühe gekostet Kemp. Sei halde sech henger de Bäng treten nicht hervor Kemp-SPeter. Sich en de Bäng sette Widerstand leisten Kemp-Süchteln. Noch emol en die Bäng zugefasst! MülhRh. — c. Weiden- oder Bastband zum Anheften der Rebstöcke. De Bänn ofdouen diese B. lösen, erste Weinbergsarbeit im Frühjahr als Vorarbeit des Rebschnittes Mos, Saar. Für zent Jan (27. XII.) einen B. Winzerregel Sieg-Rhönd. — 2. was rundum um etwas gebunden wird, damit es zusammenhalte [oder zu andern Zwecken ausser dem des Schmuckes]. a. Leibriemen, Ledergurt Wippf-Biesf, MGladb-Rheind Giesenk Kleinenbr. — Bruchband Kemp. — b. Strohseil zum Binden der Garben, auch Strühsbangk Eusk-Zülp, Bergh-Elsd Hüchelhv Sind, Monsch-Höfen, Jül-OMerz, MGladb-Rheind, Heinsb-Orsbeck. Der lange B. Heuseil Sieg-ODollend. Nicht allg., dafür mehr Seil, Bändel, Windsel (s. d. W.). Öm zent Ann es et Kore en de Schür of en de B.

[Bd. 1, Sp. 430]
Geilk-Honsd. Hält den B. och? Antw.: Wenn e mar hält, bös mer hant os Geld Kref. — c. Holzreifen, bes. die um die Weinfässer zur Verstärkung der Eisenbereifung. — d. Metallreifen um Fässer, Gefässe Allg. Der Küfer zieht de Bänn an, indem er die Setz (Stossmeissel) ansetzt und mit der Schloh (hölzerner Schlaghammer) auf diese schlägt Mos. RA.: Den greit de Bänn ongezogen er wird verprügelt Prüm-Burb. He treckt de Bänn an entweicht Schleid-Hellenth. Dem moss mer de Bänn antrecke auf die Finger sehn Rip. Dem han se de Bäng angedrive arg zugesetzt Sol. De hat sek de Bänne angedrewen tüchtig gegessen Ess. Dat steht noch en wi (weite) Bäng kann noch lange dauern MGladb-Rheind. Dem werd ech noch es henger de Bäng kunn hinter seine Schliche MülhRh-Overath. Dem mott mer an die Bäng gonn dem ist schwer beizukommen Remschd. De geht vom Band strotzt vor lauter Kraft Wesel. Die sen us Rand on B. ausgelassen, zuchtlos Allg. Wer mit Arbeit überhäuft ist, muss aus R. on B. schaffen Prüm-Mürlenb. No sett et beste Bändje för! beeile dich Geld. — e. Spielreifen der Kinder, wozu ja meist eiserne Fassreifen genommen werden Kemp, Kref, Sol, Mettm, Ess. Bongk sette Reifen schlagen, — schmecke Kref-Hüls, — schlonn Sol. — f. Radreifen Allg. — g. Eisenreifen um sonstige Geräte; um einen geborstenen Eisenofen wird en isen B. gezoge (geleg) Rip, Allg. Die Sense wird mit einem B. am Stiele befestigt Allg. Der Wagenbeschlag an der Deichsel uSaar. — h. Bucheinband, wie nhd. — i.Kordel zum Umbinden des Sackzipfels. Et kann beter van de Sack äs van den B. Rees-Ringenbg; sonst Bändel. — k. Bängke Nussschale Heinsb-Bocket. — 3. Gebund. Ne B. Kli ein Bund Klee Bergh-Hüchelhv. Ne B. Strüh Eusk-Dirmerzh. En B., Pl. Bänder Getreideschobben; 12 Bänder = 1 Gass Düss-Benr. — 4. Bandartiges. a. Kahm, Schimmelbelag auf Flüssigkeiten, Wein, Gelee. De Weng setz B. Sieg-Ägid Rhönd; doch s. auch Pant. — b. Lage von sehr festem Tuff in den Trassbrüchen, auch Mauerb. Mayf. — c. ein rund umgehendes Teil eines Gewebes, Gestricktes. E ganz Bangk usreffele wieder aufziehen Jül-Tetz. — d. Pflanzennamen. Bändche phaloris picta Simm-Buch; Winde Bernk-Winterich Loef. — 5. übertr. a. Namentagsangebinde Rip, MGladb. Auch Namensdags-, Namens-, Bindband. S. Erkl. u. binden. — b. Verband von gleichgearteten Menschen (veralt.); bis Anfang XIX Karnevalsgesellschaft in Köln, z. B. der Schettler-, Etzweiler-, Zanoliband (nach dem Namen der Leiter). Der Stadtbant städtische Musikkapelle. — 6. = Bann. a. Bannbezirk Simm, Bitb-Rittersd, Daun-Strohn. De

[Bd. 1, Sp. 431]
beschde Stieker uf dem B. Simm. Eich han B. un Sand abgelaf Simm-Laub. — »Bänze « zusammenhängende Streifen Landes Waldbr. — b. Bannfluch Bitb-Rittersd. — c. Bantje Ämtchen, Pöstchen Klev. — An der uSaar (Wehing) ban n., Pl. bę·n. Fassreifen, Pl. ba·n.ən Wagenbeschläge an der Deichsel. Ein -band m.: Bucheinband.ein-banden eba·ŋ.ən Sol (1870) schw.: einbinden.Gebände n.: 1. gəbę·n. Merz-Conf; jəbę· ŋ.ks uWupp, Sol Bruchband. Er geht em Gebängs.2. gebę·n., Pl. -nər Rebband Saarbg-Schoden. — 3. dass. Ring, der den Flegel an der Kappe mit dem Stock verbindet Neuw-Rodenb. Ein -gebände ēgəbęŋ Siegld-Hilchenb n.: die wagerechten Flechthölzer im Fachwerk.Ge-bändchen gəbę·n.χə Westerw n.: Nabelbinde.Unter -band u·ŋ.ebant Sieg-ODollend m.: = Gebände 3.Ver -band: 1. die regelmässige Ordnung, in der in der Gärtnerei gepflanzt wird, so dass die Pflanzen in der nächsten Reihe immer in die Zwischenräume kommen. Die Plante stohn in V. Wesel. — 2. Verbongk Verein. En de V. siən Kemp.

Band-eisen n.: wie nhd. Band-grundbirnen bantgrompərən Trier Pl.: Kartoffeln, von denen nur ein ringförmiges B. geschält wird und die dann gequellt werden. De B. strecken de Flichten (Flügel) von sich. Band-haken -h:kə Köln m.: H. zum Autziehen der Fassreifen. Band-holz -holt Mörs-Xanten n.: Reifholz, Weidenstöcke, die gespaltet zu Fassreifen verarbeitet werden. Band-hund Kref, Mörs, Geld-Aldek m.: Kettenhund. Band-lage baŋkl·ə.x MGladb-Odenk f.: 1. beim Getreidehaufen meist aus Stroh bestehende Schicht, die dem ganzen Schober Halt verleiht. — 2. ebenso bei einer Mauer.  NRhWB band-los bantlǫs Nfrk Adj.: 1. b. ist eine Kuh, bei der die Mutterbänder gelöst sind Xanten. — 2. wild, krankhaft wütend, von der Kuh ges., infolge einer Hirnkrankheit Lennep-Ronsd, Mörs-Pelden. — Scherzh. wird das Automobil en bandlose Kuh genannt Mörs-Pelden. Band-messer Allg. n.: das schwere Schlagmesser mit verstärktem Rücken, vom Küfer gebraucht. band-rasen bantrzən Mörs schw.: toben, zanken u. balgen. NRhWB Band-rekel Duisb, Rees-Elten m.: Kettenhund. He schlöpp (schläft) as en B. Duisb. Hej leggt dor as en B. mit angezogenen Beinen Elten. Band-riemen Mosfrk m.: Leibgurt. RA.: Et kinnt der wohl on de B. gohn! du wirst schwer arbeiten müssen. Of de B. gefragt auf's Gewissen Trier-Mehring. NRhWB Band-rute -rū Mörs f.: biegsame R., zum B., Reifen benutzbar. Band-säge Allg. f.: Schreinersäge. Band-stroh Bergh, Dür, Aach n.: Bändelstroh, geeignet für Strohbänder zum Garbenbinden. RA.: Wann de Bur fröh drisch, dann git et Bandstrüh on och Zandstrüh Bergh-Blatzh. Band-weide f.: W. zum Binden

[Bd. 1, Sp. 432]
geeignet, bes. der Weinstöcke. PfWB Band-wurm m.: 1. wie nhd. Du has wahl B.wirmer en deim Kopp Kobl-Vallendar. — 2. scherzh. Nudeln Neuw. Band-zange Siegld f.: Schmiedinstrument.

Bände-macher m.: in der Sol Industrie der Schmied, der die messingenen Bänder für gröbere Ware, zinnerne u. silberne Beschläge, Kappen, Medaillons für feinere Messerpaare verfertigt.