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Rheinisches Wörterbuch 
 
Arn bis Arnweck (Bd. 1, Sp. 255 bis 257)
 
  NRhWB Arn Rhfrk, Hunsr bis Mos rə; WEif (Bitb, SPrüm) rən; sonst Mosfrk n. Prims (Saar), n. Mos r (ă) bis zur Ahr; RRip ān [Altk, Siegld ārən]; LRip ən (ēən, īən) [unter Entwicklung des a vor r- Verb. > ę, doch nicht so einheitlich wie bei arm; so ān Eusk-Friesh, Berg-Frohnhf, Köln-Frechen; ār Bergh-NEmbt Selgersd, Dür, MülhRh]; Sol ānt [auch Sieg-Süchterschd]. Flekt. ā:n usf. Sg. t. m. [im Rhfrk hier u. da f.]: Ernte, Erntezeit.

[Bd. 1, Sp. 256]
Mer krigen (han) en goden An. Et geht op den A. los. En den A. gohn sich als Schnitter verdingen Rip. Om (im) Är os de Bauer verladen d. h. mit Arbeit Prüm-Ihren. Beck de Reck, rift de Wachtel om Är ebd. — Man unterscheidet den Heu-, Korn-, Wesse-, Eərpels-An (Buhnenär Mos). Zum Schlusse des A. feiert man noch hier und da das Erntefest, was man im Rip mit den An afweische (Erntetrunk) bezeichnet. RA.: Ka an Georgi en Ramm (Rabe) sech em Kor versteche, da es en goude Är ze erworde Trier-Mettnich. Schengk de Sonn op Lechmesse op et Messeboch (während des Evangeliums), da git et en gode A. Rip. Wat St. Medardus für e Wedder hält, suə W. och en den Äərn fällt Bo-Dransd. Wer im Haumache nit gawelt, in dem Äre nit zawelt, im Herbst nit fruh ofsteht, kann siehn, wie et em im Winter geht Hunsr. De hät sengen An derhem sein Schäfchen im Trockenen Rip. Du häs wedder dengen A. gehatt viel Geld verdient Sieg-Scheiderh. — Das gesamte Nfrk kennt A. nicht, dafür SNfrk bøy; Klevld bout; das WRip (Monsch, Aach, Dür, Jül) hat ǫ·u.s (< Aug(u)st) und bøy (s. d.). Im WRip ārn/bøy-Grenzgebiet tritt eine Scheidung ein: bøy Heuernte, ār Getreideernte; im n. Teile von Schleid bedeutet ərn nur Heuernte; im Siegld ist bes. der Häj- u. Gromesarn gemeint.

 PfWB  ElsWB Arn-apfel rəabəl Kreuzn-Monzing, Saarbr-Fürstenhsn; ānapəl Sieg-Ägid Ittenb ODollend; ən- Sieg-Rhönd m.: Frühapfel (gestreifter Kardinal), der zur Erntezeit reift. NRhWB Arn-band ārban Heinsb-Breberen m.: das obere Band der Garbe (einziger Beleg aus dem SNfrk). NRhWB Arn-gabel ənts- Rheinb-Meckenh f.: Schossgabel (s. d.). PfWB Arn-fest ērə- Hunsr (bei Rottm. 128) n.: wie nhd. arn-geleitert rgeldərt Wittl, Bitb; in der Verb.: En ä.ə Won Erntewagen mit den Ernteleitern. De hos jo en Maul, mer kinnt met em ä.ən W. erafohren Bitb-Dudeld. Arn-geschirr āntsjəę·r. Rip n.: Erntegerät, Sicht und Matthach nebst Hargeschirr zum Dängeln. NRhWB  PfWB Arn-hahn r(ə)hān Saarbr-Ludw, Saarl-Hüttersd m.: Das bessere Mahl zu Ernteschluss. Auf der letzten Heimfahrt bei der Kartoffelernte wird gekräht. [In Hüttersd ist r als Simplex nicht mehr bekannt, nur diese Zs.] Arn-karre āntskā:r, –ə- Rip f.: die zum A. mit Leitern und A.tuch hergerichtete Karre (Wagen). Arn-knecht rə- Bernk-Rhaunen m.: Kn. nur für den A., der mähen u. einfahren hilft u. für die Zeit der Heuernte 40 Mk. u. blau leinenen Anzug bekommt (1914). Arn-kratze āntskrats MülhRh. f.: grosse Harke zum Zusammenscharren der Halme. NRhWB Arn-leiter ērə- Rhfrk; ər- Mosfrk; -āntslē:dərə Rip Pl.: die grossen L. auf den Erntewagen, im Gegensatz zu den kurzen L. bei

[Bd. 1, Sp. 257]
Holzfuhren. En Frau kann mih em Schuəss erusdrage äs ene Mann met de A. eren kann fahre Sieg-ODollend. PfWB Arn-leute əntsløk LRip Pl.: landwirtschaftliche Arbeiter, die sich auf die grösseren Güter zum Kornschnitt verdingen. Die vom Bergland wandern dann gern in die frühere Ernte des Flachlandes. Arn-magd rəmād Hunsr f.: Garbenbinderin, nur zum A. gedungen. Arn-mai m.: das den letzten Erntewagen schmückende Bäumchen, auch Herkelmai genannt Mettm. Arn-mann -nts- Rip m.: Schnitter, der sich nur zum A. verdingt. PfWB Arn-monat ānm:nt Rip (veralt.) m.: August. PfWB  ElsWB Arn-pflaume ānpru·m., ə- Rip f.: im August reifende, frühreife Pfl., dick und blau. Arn-platz -nts- Eusk m.: Ernteweck, heute noch auf einigen Höfen auf Kräuterweih an die Häuer und Binderinnen verteilt. PfWB Arn-rechen r(ə)- Mosfrk m.: -kratze PfWB Arn-stück rtek Kobl-Rübenach, Neuw-Flammersf; rə- Kreuzn n.: Geschenk an die Dienstboten zum A. Arn-trank -nts- Sol m.: dünnes Bier, bis 1800 in der Kornernte getrunken. PfWB Arn-tuch Allg. n.: 1. T. zwischen die Leitern des Erntewagens gespannt. — 2. Ansdöjəlche kleines Kopftuch der Mägde bei dem A. Sieg.  PfWB Arn-wagen r(ə)- Rhfrk, Mosfrk m.: wie nhd.; der an Stelle der Gurten Leitern hat. De Ä. stellen einrichten Hunsr. Häste nur en Ä. voll schorf geschleffener Dunnerkeil em Panz! Fluch Koch-Treis. Wer kann vor en Ongleck, wenn et Haus voll es on en Ä. voll vor de Dir steht? Birkf. Arn-wasche ānwę(i) Rip, Sol f.: Erntefest mit Trunk (schon 1870 veralt.). Den A. afweische ‘zu Ende sein mit der Ernte’ ist Rip noch gebräuchl., auch ohne Feier. NRhWB Arn-weck ənts- Schleid-Nettersh m.: Weizengebäck nach dem A. an Schnitter und Binderinnen.