Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
an bis Andermann (Bd. 1, Sp. 170 bis 184)
 
 an ān; doch n, ăn OTrier, OWittl, Bitb, Daun; ūn Merz, Saarbg, WTrier, WBitb, Mos abw. bis Bernk; ā Aach, Geilk (s. s. II), Siegld; (n) Prüm-Mürlenb, Daun-Gerolst; n Köln-Sinthern, Bergh-Elsd, Sieg-Fussh; ānə(n) (nur präd. Adv.) Sol, Wermelsk, Heinsb-Saeffeln Bocket; hān (Adv.) Geld-Straelen. — Über die Unterscheidung zwischen Adv. und Präp. s. s. II. — I. Adv. 1. präd. an-sein, –haben, –kriegen udgl. a. an sein α. mit persönl. Subj. in verschiedenen Bed. αα. angekleidet sein Allg. Ech bön alt an, ech bön noch net an (anən Sol) Rip, Allg. De es et bes oven an drunter kann man nicht sehn Bergh-Glessen. Auch in folgender Konstr.: He kom met de Sonndagsboks an. Dat es e Eselche met e Kledche an Eup. — ββ. ich ben a angenommen, z. B. zur Kinderlehre Aach. — γγ. zuerst an der Reihe sein, besonders

[Bd. 1, Sp. 171]
beim Spiele, und hier besonders beim Klickerspiele Allg. Ech sen an [anop Geilk] (s. auch u. aner, ander, ans, anter(t), ant) [die Reihenfolge ān, n:p n:pə (n:mān), trits, lęi (vorletzter), aldəlęi (lękərt) u. a. (s. d. W.)]. Dies wird bestimmt durch anschmite, anwerfe op den An, zum Anstrich, Mol oder durch Zuruf; wer zuerst (ē) an ruft, es an.δδ. genug haben, d. h. satt, übersättigt sein, zu viel getrunken haben. Ek sin an; he es jet an Kref, Mörs, Geld; rein (ganz) an sin erschöpft sein durch Arbeit oder Erkrankung. — εε. got aən sen gut angeschrieben sein Sieg-ODollend. — ζζ. kort an sin kurz angebunden, barsch sein Rees-Elten. — β. mit sachl. Subj. αα. begonnen habend, im Gange befindlich. De Mess es an; et Für, de Lamp es an Allg. Ersch de Schmok (Tabakspfeife) an, dann et Perd ut de Graf Mörs. De Pomp es an gibt wieder Wasser MGladb-Rheind. Auch von der Kuh, se es an hat gekalbt Malm, Monsch, Eup. — ββ. angesteckt sein, in Fäulnis befindlich MüEif. Dat Flesch es an verdorben; de Hongk wor an von der Tollwut befallen. — b. an haben. α. dran haben, an sich haben; nur in bestimmten Wend. Dat Hus hat nüs a weder Hintergebäude noch Garten Aach. De Appel hät ful an ist faul Bergh-Bedbg. Dat hat noch Nase a daran ist noch kaum zu denken Aach-Merkst. De hat Kuərsch (Kruste) on Brock an ein tüchtiger Kerl Dür-Winden. De hät de Frack an er schimpft stets Bo. De hat Lack an ist nicht ohne Tadel Altk-Birken. Der hat en gelongen Deberement an komisches Benehmen ebd. Om Poəsche hant de Äppel golde Steərze an Geilk, MGladb. De hat et an er vollführt vor andern unsinnige Streiche Koch-Laub. — β. nur mit persönl. Subj. αα. ein Kleidungsstück angezogen haben. En dem Hus hat de Frau de Boks an Allg. Du has och noch net ding leist Hemb a noch nicht am Ende der Leiden Jül-Warden. Mer ment, de hättscht zwei par Stremp an wenn einer nicht hört Saarbr-Sulzb. Lang Hosen an habben nicht vorwärts machen Geld-Nieukerk. E hot heit de gure Hose o er schenkt gern Hunsr. Den hät de Spendierbucks un dass. Saarbg. E hät et Röcks-che a ist beim Militär Aach-Merkst. Der lange Rock a han die niederen Weihen empfangen haben ebd. Petscht üch net, se hat ne Jack a hütet euch, sie ist ein Frauenzimmer Aach. De hät der Boəm va jen Kest a gemustert Aach-Stolbg. De hät et Klederschaff an Dür. Der hät e Moster an Altk-Leingen. He hät de Kes an on de Deckel hängk de Rögge eraf Prahlhans Eusk-Ahrem. De gou Mötsch a ha gebefreudig sein Aach. En es alt op, ih der Deiwel de Schuhn on hot WEif, Allg. En hat die klen Schuh an ist betrunken

[Bd. 1, Sp. 172]
Koch-Bertrich. Er hat seng got Schohn an gut aufgelegt Eusk. Dat Deng hät gen Hösken an die Sache ist faul Geld-Nieukerk. De (die) hät nöks (net vill) an on öm (öm on an) schlecht gekleidet; ärmlich Rip, SNfrk. — ββ. im Gange haben, in der Wend.: Ech han et Für, Licht, de Lamp an Allg. — γγ. voran, vorab haben. Wieviel Garben hast du an? Westerw. — δδ. ech han an ich fange an, beim Spiele SNfrk. — c. an bleiben, kriegen, lassen, in folg. Wend.: Ech bliven an angezogen, der 1. im Spiele. De Lamp bliv an angezündet. Ech krig de Schohn net an angezogen. He kregt sech əllen aus on an hat sein Auskommen, bedarf nicht fremder Hilfe Prüm-Ihren. Loss de Hot an (op). Ech lossen de Werkeldagsbotz an. Loss dech an angekleidet. Halt dech an dass. Loss de Lamp an Rip, Allg. — 2. in Verb. mit andern Adv. a. unverb., nachgestellt: boven-, neven-, ongenan, doan, hean, dran Rip, Allg., wie nhd., z. B. Heə sett ongenan zuunterst SNfrk. De let et drop an zielt drauf hin. Do op an dorthin, he op an hierhin Rip, Nfrk. — b. doan, hean, dran trennt die MA. gerne, z. B. Do kann ech neks an dohn ich kanns nicht ändern Rip, Allg. Do kregt mer ke Ret an der ist eigensinnig Malm-Amel. Do rüch kene an er wird keinem bekannt Sieg-ODollend. — c. auf an. Op hem an; op Hus an auf heim zu. De Oss geng op den an in beabsichtigtem Angriff Rip, Allg. Hen es op sech. an auf sich bedacht, habsüchtig Rip, Nfrk. De schart mar op sech an dass. MGladb-Rheind. Op sich ane Lüj habsüchtige Leute Geld-Stenden. — von an = seit Allg. Va Kengk a Aach, Allg.; va kleng of a Kemp, Allg.; vo jongk of an Kemp; van huəv an von jetzt an Heinsb-Lümb; va jetz an Allg.; va vüəre an; va tiən Uhre an Nfrk, Allg. Van an seitdem (Konj.): Van an ech vill lofe, bön ech gesond; auch van an dat ... Rip. — an an. Im Nfrk wird das Adv. ‘an’ am Schlusse gerne wiederholt. An dech es āe wärm Wuərsch net an du bist nichts wert MGladb-Hockst. An eneng an = an einem Ende an α. alle ohne Ausnahme, β. der Reihe nach Kemp. — d. durch ‘und’ verb. An und ab. Et geht an on af (af on an) abwechselnd gut und schlecht Allg. Ek mott et nou wete, af of an komme was will Klevld. Af on an ab u. zu, von Zeit zu Zeit Rip, Berg. — Dat geht alt ens op on an bald gut, bald schlecht Rip. — aus und an s. I c; an und um s. I b α. — 3. mit Verben zu Komp. verb. Allg. kann vor Konsonanten –n ausfallen, vor Vokalen und meist auch vor h und Dentalen bleibt –n erhalten: āmāxə, ā(n)dō:n, ān:jə (an-äugen). — Im Heinsb, wo ānə als

[Bd. 1, Sp. 173]
Adv. gilt, steht vor dem Verbum ā(n), nachgestellt ānə, z. B. ātǫ·ə.nə als 1. (etwa am Beichtstuhl) stehn, aber ech tǫ·ə.n ānə. Do kömmt er ane. Die Bedeutung ist wie im Nhd.; doch tritt die grosse Anzahl der Komp. hervor, die ‘anfangen, beginnen’ bedeuten. Du wirfs an beginnst mit dem Werfen udgl. In Simm auch ānt- z. B. antleire das 1. Läuten. — II. Präp. lautlich wie das Adv., mit Ausnahme von ānə, hān. Doch neigt die MA. hier zur Kürze an, ǫn, un; im Nfrk ist an (mit Kürze) gegenüber dem Adv. ān stehend; im Rip wechselnd ān der Dür, an der D, ā (a) der D.; doch unterscheiden einige rip. MA. a u. ā: a innerhalb, ā ausserhalb des Satzgefüges. Ech wor a Schmitze. Wo worschte? Antw.: ā Schm. (MüEif). Auch kann –n fehlen unter gleichen Bedingungen wie s. I 3. 1. auf die Frage ‘wo?’ mit Dat, dabei ergibt unbetont an dəm > anəm oder am [ə Monsch-Witzerath]; andən > anə(n), an dər > anər (nur aus Monsch-Witzerath ar); an mir > amər; Aach, Eup an dem = ajənə, an der = ajən, an dat = ajə. In Aach, Eup, Nfrk mit Acc. a. örtl., wie nhd. Besonderheiten. Der es an der Bahn (Post) er ist dort Angestellter Allg. Ame Enn (unəm Enn) irgends Mosfrk. De Andərmanns-seck die linke Seite des Pferdes Sieg-Ägid. Et Anderhand(s)-Perd von einem Doppelgespanne das links gehende Pferd Eif, auch Anderhänner Ahrw-Brohl; Anderhandselscheid linkes Sielscheid Kreuzn-Heddesh. Dat kütt mer am Hals erus es eckelt mich Rip, Allg. Wat an de Pöt häbben wohlhabend sein Nfrk. Hej hät völl an de Kopp zu denken Klev. Eigenartige Konstr.: Van ajene Kopp bes ajen Ziehne Aach. — Mit Verblassung der örtl. Beziehung. On der Reih sein in der Reihenfolge der nächste sein, dran sein Mosfrk, Allg An Gangk () (anəgäng Dinsl) siə in Betrieb sein Aach-Merkst (sonst Rip ze Gang sen). An eines Gangs fortwährend Köln. Mordswelt un an jen End! Fluch Altend. Hej het et an den Dod (am Dud Rip) weərgehalt Nfrk. Un em Steck (an enem Stöck) immerfort Mosfrk, Allg. An einem tu dass. MülhRuhr, Allg.; an em furt dass. Saarbr, Allg. An denger Platz an deiner Stelle. Ech ben a Plats zur Stelle Aach. Anplatz (dat) anstatt (dass) Rip. Et es net an dem es ist nicht wahr Rip, Allg. Mer hon on dem (= beinahe) 12 Schobbe Molbere gebleckt Westerw. — Mit persönl. Dat. Dat Lache, dat wor an den Heren Rip, Allg. Et es neist an em er ist nichts wert Mosfrk, Allg. Ech sehn (merk, föhl) et an dir, dat de gelogen häs Allg. (Eck sehn an deugem Gesich an, dat ..). Ek si alt ömmer an em setze ihm schon immer zu Elbf, Allg. Dat hät der su an sech ist

[Bd. 1, Sp. 174]
seine Eigenart Allg. De hät vill doll Denger an sech Rip. De hät wat an sech ist nicht leicht zufriedenzustellen SNfrk. Der Schlag es a mich der Stich im Kartenspiel ist von mir gewonnen Aach. Dann es alles, wat ech Ligens en Rührens han, a dich Aach. Was es dann an der? was ist mit dir los? Saarbr-Sulzb. Amir (durch mich) sen er jo nit ofgehall ebd. De kann de Fengere net an sech halen er stiehlt Rip, Allg. — An minnes an meinem Hause, an onses bei uns zu Hause, an üres bei Ihnen, an eurem Hause, an hönnes bei Ihnen Eup. Die an os unsere Familie, an öch an eurem Hause, die an dönne bei der andern Familie MGladb-Rheind, Heinsb. Anenəs (< an hön hus) bei ihnen Heinsb-Lümb. An ongsem (ürrem) bei uns Bergh-Hüchelhv. Wo worschte? Antw.: a Schmitze (a Möllersch, a Dreckesse, a Kolvebachs) LRip, Wippf. Auch a(n) Breuesch brennt et in Breuers Hause brennt es. — Zielsetzend. Se sen an üre Birre wie nhd. An enem freien. In Eup, Monsch, Aach, Jül, Geilk auch bei ‘sagen’. Ich sat an höm (an hör) ich sagte zu ihm. E sät a mich; he sat an der Wiərt; dagegen ich sag et der Vadder ich teile es ihm mit. Auch he hat mech gekreischen vor mir, bei mir geweint Eup-Raeren. An de Moddergoədes sech beə beten Eup. Ech han et am (vom) N. gehuərt Sieg. Am Kopp rieren mit dem Kopfe schütteln Altk-Birken. — He es an mek (an mir u. an mech Rip) verwandt Gummb, Rip, Nfrk. He wor en Frönd (Vetter, Schwoger). an mech NBerg. — Um auszudrücken, dass eine Handlung begonnen hat (hatte) und noch fortdauert(e), bedient man sich der Umschreibung mit dem Präs. (Imperf.) von ‘sein’ und dem substantivierten Infinitiv des Hauptverbs mit an (am, Nfrk ant). He es noch am (ant) schrive Allg. Wat bes de do ant sihnen SNfrk. — Die nhd. adv. Verb. am besten, am schönsten udgl. kann Rip wie nhd. lauten, doch meist wie Nfrk et bes(t). Du sengs et bes. We kann et sihrts (am schnellsten) lofe? Im Mosfrk der best, der schinst; uNahe de best, de schenst.b. zeitl. Vor den Namen von Tagen. Wann worschte do? Am Mondag; aber auch de M. Vor den Namen der Tageszeiten. Am Ovend, Morgen, an der Nach, am Mettag (an den Ovend Nfrk) gegen den A. hin. Et wor su am Ovənd. (Im Gegensatz zu de Novend kunn ech es herüver während des Abends.) Et Oweds an der Nacht Hunsr. Wu later an den Dag, wu mojer Volk Emmerich. Am Nat heute abend Saarl. Am letzte (an et lest(ə) Nfrk) zuletzt Rip, Nfrk. In Saarbr-SJoh auch am 10 Uhr. — Bei Zahlangaben der Zeit = so ungefähr, seit, bis Allg. Wal an dartig Joəhr wohl seit 30 J. ungefähr

[Bd. 1, Sp. 175]
Kemp. Du bös an siəve Pengste net miəh an os (bei uns) gewes Heinsb-Rath. An e paar Johr han ech all niks miəh van dem kriəge SNfrk. Das wal an drei Joəhr (an drei Joəhren Tit) net miəhr passijərt Kemp. Me süt dech joə an Joəhr on Dag net fast nie Nfrk, Rip. — Auch bei allg. Zahlangaben. An 150 woren do so ungefähr. Dat kos an de 100 Mark Allg. — 2. auf die Frage ‘wohin’ mit Acc., wie nhd. Im Bes.: An et Spell gohn zur Tanzmusik Dür. Aje Werk kun in die Lehre Aach. A Boərd goehn laut werden SNfrk. A Sel g. dass. Heinsb-Lümb. He göft et antall (an es all) gibt es auf MGladb. Dohn et an en Sick bei Seite Rip. He ho mich e Pössche (Stellung) an der Hangk gedoəhn vermittelt Aach. Et hät jet an de Gäng das Mädchen hat Bekanntschaft Rip. De Uhr a Gangk brenge zum Gehen bringen Aach. Enen an Sit maken töten MGladb-Neuwerk. Die Erdäppel koche an ene Brei Sieg. Wohin gehst du? Antw.: A(n) Schmitzen LRip. — Ech hätt dech gern an et Liss dass du die L. heiratest Rip. An en! Hetzruf. — Et es nüs an en gebonge er ist freigebig Rip. — Die bere an de Disch (Gebet vor dem Essen) un ach van dem D. Hunsr. Mer hon viel Leit, wenns an de Disch geht, awer ken vor die Arwet ebd. De N. wor un die Äbbel er hat Ä. gestohlen Mos. He es an et Suffe gerode Rip, Allg. A Land kunn zurecht, zuwege k Eif. — III. Nomen 1. Adj., in der Wend.: Anenes Feier Saarbr. En anə Lamp angezündete Lampe Kref-Fischeln. — 2. Subst. m.: a. der An Daun, May; Neuw, Altk, Rip, SNfrk [ām Kemp-Süchteln Dülken, Kref-Fischeln, Monsch-Kalterherbg, ār Jül-Kirchbg; āmp MülhRh-Refr; āmt Mettm-Vohwinkel; nānə Heinsb-Saeffelen; auch ander, ans, ant, anter (s. d. W.)] [n. Köln-Ehrenf] α. ein mit dem Fuss oder einem Stock auf der Erde gezogener Strich (Mahlstrich) beim Spiele, bes. beim Klickerspiele oder beim Bögel- oder Kegelspiel im Freien, von wo aus das Spiel beginnt. Der eine Fuss muss dabei op dem An stehn. Vorher wird meist vom Einsatz aus nom An geworfe; wer zunächst dem An zu liegen kommt, es an, es am An; de hät de An. Rufe beim Klickerspiele Do moss Fot op Moəl halde on op den An bliwe Kemp. An mech! wer dies ruft, darf statt von einer ungünstigen Stelle vom A. aus werfen Grevbr (Gegenruf fortan!); anussə mich! dass. Dür-Langerw. De es op den Am dut von vorneherein geschlagen Kemp-Süchteln. RA.: He schmiət nom An er will ausholen, sondieren MGladb. — β. der erste, der den Anwurf beim Klickerspiel hat. Du bes der An Rheinb, Eusk (sonst du bes an). — γ. Anfang, in Wend.: Ene open An helpe dass er mit seinem Unternehmen in Gang kommt

[Bd. 1, Sp. 176]
SNfrk. De An vam Johr Koch-Laub. Bal es noch weck (weit) vam An Eusk. Ech han och schuns de Andevan van der Kränkd Koch-Laub. He wosst ke An met de Leire ze schwätze er fand nicht den Mut, in seiner Angelegenheit das erste Wort zu sprechen Bernk-Crummenau, Simm-Argenth (s. An-wort). — b. der On Anwand des Ackers Trier-Issel. S. Aner(t). an-ander u. an-einander s. ein.

ander andər, ā- Saarbr, Simm, Zell, Bernk; u- Merz-Losh; ǫ- Trier-Heidenbg; ū- Bernk-Neumag Adj. präd.: erster beim Spiel (Klickern, Kegeln). Ech sein a. — RA.: Der isch bei mir a. der erste in der Gunst Saarbr.

 PfWB  ElsWB  LothWB anert ānərt, –-, ō-, ū- (s. an) WEif, Bernk, Koch-Dörb, Simm-Castellaun; May, Kobl-Bend, Sieg-Scheiderh; ūnər Saarbg-Winchering; hūnərt Bitb Adj. präd.: 1. der erste im Spiel, bes. Klickersp.; der letzte ist lękərt.2. dem Herzen eines andern zunächst stehend mit grösserer Anwartschaft auf Gunstbezeigung und Erbschaft. Dau bes dach onert bei der Tant WEif. — 3. Subst. a. Mahner, Antreiber beim Essen Bitb-Hütting. — b. Stelle, wo ein Feld beginnt Eif. anert-zweiter nərtzweitər Daun-Neidlen: zweiter im Klickersp.anern ānərn Malm-Losh; antərə Schleid-Reifferschd schw.: nach dem An zur Bestimmung der Reihenfolge im Spiel werfen.

ans ānts Schleid-Dottel Wildenbg, Monsch-Witzerath, Aach, Dür, Jül, Geilk, Heinsb-Höngen Breberen, Düss, MülhRuhr 1. Adj. präd.: ech ben ans [ānəs Geilk-Kraud] erster im Spiel. — 2. m.: Anwurfstrich beim Spiele. Der Ans han; van Ans gohn. Ans miner! wer dies ruft, darf zum A. gehn u. seinen Vorteil wahrnehmen [ānstər Sieg-Rhönd]. Anst ānst Gummb-Berghsn m.: Anwurfstrich.ant ānt 1. Adv., meist zu Zs. dienend Simm. Bei Beginn des Gottesdienstes ist das 1. Läuten das antleire; wer im Gemeindebackofen anfängt mit Backen (nach dem Lose) hot die Antback.2. der erste im Klickerspl. Kreuzn, Simm, Goar, Saarbr-GrRosseln, Saarl-Buprich, OBerg, NBerg (bis Wupp). Eich sein ant (Reihenfolge ant, no-ant, zweitant, drittant ... leck MülhRh.). Ech setz ant Sol. — Nen bergschen Quant es ileg ant, of gelt et freien, suffen, of gelt et ruffen, knuffen.3. Subst. m.: der Anwurfstrich, Malzeichen Berg (auch āntə Sol, Remschd, Hückesw), Hunsr (hier u. da); āt Aach-Eschw. Nom Ant hauen, schiessen. An. den A. gohn. Vam A. us (ut) hauen. RA.: An den A. gohn mit einem eine Sache ausfechten. Dat es nom Ante geschoten auf den Busch geklopft Remschd. anter ā- Schleid, mSieg, Köln; ǫntər Zell-Merl, Daun-Katzw; āntərt Ottw, Gummb-Frömmersb; ęntər Saarbr-Guising: 1. Adj. präd. = ander. — 2. Subst. m.:

[Bd. 1, Sp. 177]
Anwurfstrich. Antes antəs Wippf-Loope m.: Anwurfstrich.
 
 
Än n Neuw-Erpel m.: Lust, Neigung, Trieb. Än han Freude haben.
 
 
And ant Saarl (ca. 1850); an mSaar (1833) m.: Unannehmlichkeit, Leid, Kränkung. Nur in der Wend. überliefert: Et kommt mer And vor öde, befremdlich; ech fennen et and wenn z. B. eine Person aus dem Hause fehlt oder ein Möbelstück entfernt ist.

Andau s. Aducht.
 
 
 NRhWB Andelf ūndeləf Trier-Schweich Welschbillig; -delft Trier-Schleidw f.: Anwand, Anfeld des Ackers (s. d.).

ändelich ę·n.dəlĭχ, ę·n.ə- = behende, flink s. endlich.

Andelt, Ander = Anwand des Feldes s. Aner(t); ander I s. an.
 
 
ander II Rhfrk, Mosfrk anər [WMosfrk ā-]; RRip, LRip in Rheinb, Eusk, Bo, Köln, SBergh andər; sonst Rip, SNfrk aŋər [Kempld hier u. da ǫŋər; MülhRuhr ǫunər]; Klevld durchweg āndər. — Flekt. 1. mit dem best. Artikel a. subst. dr (dī) andərə. dem andərə(n), dat andərə [WMosfrk auch dat ānərt, was Rip seltener ist]; b. adj. dr andər(ə) man, dī andər frǫ·u., dat andər hus; 2. mit dem unbest. Artikel. a. subst. Masc. en andər(ən), Fem. ən andər, Neutr. ən andərt; b. adj. ən andər(ə) man, ən andər frǫ·u., ən andər hūs [Kempld ən ǫŋərtən tīt; dī ǫŋərtə u. ǫŋərə die anderen; WMosfrk ən ānərən > ən nānərən]: 1. Ordinalzahl = der zweite; so noch bisweilen jetzt. Min rechste Moder im Gegensatz zu min a. M. zweite (Stief)-mutter Nfrk. Sän a.ə mache zum zweitenmal frühstücken Goar-Gondershsn. He es ganz sengen a.n Vatter Rip, Allg. Doch wiegt ‘zweit’ vor; nur in bestimmten Wend. herrscht es noch unbeschränkt: Alliwerdenannern immer der zweite, der eine wird dabei übergangen Trier-Fell. Des a.n Dags am folgenden (2.) Tage Allg.; (et) s angerendags (drop) dass. Kemp; op den ongerten Dag alle zwei Tage ebd.; a.ndas ehedem, am andern Tage Sol (rip., ca. 1870); enen üver den a.n Dag Allg.; davon zu scheiden komm ən a.n Dag an einem beliebigen andern Tag. (Die) a. Woch die nächste Woche. RA.: De sieht (kuckt, guckt) en de a. Woch er schielt (s. u. Woche). Des a. letzte Wek Ende der nächsten Woche MGladb-Rheydt. Et a. Johr nächstes Jahr. Ebenso de a.ə Mont, des a ə Morges.2. lat. alter, der eine von beiden Allg. RA.: En Hangk wisch de a. Rip, Allg. Et os grad, wie wemmer on en Hand sputzt on klatscht et on die a. ob man ihn belehrt oder nicht, ist gleich Prüm-Ihren. He kret net e Ben für et angert Rip, Allg. He danz (sprengk) van enem B. op et a.ə Rip. Se es so gut, me kann se van enen Arm

[Bd. 1, Sp. 178]
in den a.ə legge Geld. He kaut met enem Backen on kallt mim a.ə Gummb. He krisch met enem Og on möm a.n lach e Rip, Allg. Op enem Og ös et Perd jet schel on om a.n blönd Rip. Bei dem giht dat zu anem Ohr erön, zum a.n eraus Trier, Allg. Uf de a. Seit vun jenseits Mosfrk, Allg.; besonders de a. Sitt, die gegenüberliegende Rheinseite. Angersidder Kirmes Kirmes in den Düss gegenüberliegenden Orten O- u. NCassel. Auch sonst am Rhein gebraucht. Ich hau dich, datsde die Knochen op de a. Sitt wedersökə kanns Düss. He hät e Götche (Gut) op de a. S. einen Buckel Rheinb-Kleinaltend. An en S. grint e on an de a. lat (lacht) e MGladb. Op den a.ə Kant auf jener Seite Nfrk. — So auch in den Gegenüberstellungen von ‘der eine — der andere’, wobei unter ‘ander’ nicht nur ein zweiter ‘einzelner’, sondern ‘ceteri’ verstanden sein kann. Et geht doll her in de Welt, den enen hät der Bül (Beutel), de a. dat Geld Meiderich, Allg. Den enen hät Senn en de Moder, den a.n in de Dochter Mörs-Neuk. Wann den en an et Wasser left, da springt den a.n em noa sie denken einträchtig Bitb-Bollend. De es mer lewer rih bi de a.ə gebacke Kobl-Bend. Wat de en net mag, do kann de a.ə net satt devan weəre der Geschmack ist verschieden Dür. Wat der en net mag, es dem a.n en gut Sach Mosfrk. Et es got, dat der Scheəpe siəve sind; wat der ene net wet, dat wet der a.ə Heinsb-Wassenbg. Der ene hät der Nam en der a.ə der Flam (Fladen) der eine bekommt die Hiebe für den a MGladb-Rheind. Wie der ene flöt, esu danzt der a.ə Allg. Wat der ene flöt, dat sengk der a.ə beide verstehen sich gut Monsch. Der ene verliebt sech en en Ruseblatt, der a.ə en en Kohflatt Liebe ist nicht wählerisch Jül-Linnich. Es et net der enge, dann es et der a.ə Trost bei Verlust oder Liebesenttäuschung Aach, Allg. De Himmel es blb, es de eine fort, es de a.ə do dass. Bernk-Wehlen. Et es der enge wi der a.ə vor dem Gesetz ist jeder gleich Aach, Allg. Den eine mut sich nom aunere richten MülhRuhr, Allg. De ein es dem a.ə singe Deuvel Sinzig, Allg. Dem ene kalf de Oss (Oehse), dem a.ə well de Koh net kalve Rip, Allg. Et es kene Schad en de Welt; wat dem ene Schad es, dat es dem a.ə senge Notze Dür-Winden. Dem enge singe Duəd es der a.ə siə Bruət Aach, Allg. Wat dem en sin Ül (Eule) es, es dem a. sein Neitigall Mettm. Wat dem en singe Kanaljevugel es, dat es dem a.ə sing Mösch (Spatz) MGladb. Dem honge se et Selver öm, on de o.ə hät de Vugel afgeschoəten Kemp. Dem ene si Recht es dem a ə ken Onrecht Jül-Linnich. Ene Schmed on ene Möller könne sech leit schmetten, der ene

[Bd. 1, Sp. 179]
an der a. Nfrk. Wat dem ene lang es, es dem a.ə moss Düss. Dat es dem ein so bret, wie et dem a. langk es Kref-Osterath, Allg. Ech mott dem ein betahlen on dem a. Geld geven es ist gleich, bei wem ich kaufe ebd. Wat dem enen gut rukt (riecht), stengkt den a.ə an Mettm. Zəiərsch (zuerst) et en, dann et a. Ordnung muss sein Rip, Allg. Wer et en sät, moss och et a.ə son kein einseitiges Urteil Rip, Allg. Et es et eə met et angert an der einen Ware ist weniger verdient wie an der andern, zusammengenommen gibt es einen angemessenen Verdienst Aach. Korf on Mand, et en brängk et and (statt andert) Bergh-Blatzh. Dat geht van ent tot anert Geld-Nieukerk. Jo, et ene geht an de Viol (Violine), et a ə an de Strickstock (-bogen) wer sein Geld für allerlei Unsinn ausgibt Emmerich. — Einer (ohne Artikel) — der andere. Do well och ener de a.ə rausreisse Kobl-Bend. Ener es dem a.ə singe Düvel Rip, Allg. Die helpen sech en dem a. Rip, Allg. Wi hatten hüt Middag enen in en a.ə einen in den a. d. h. Stockfisch Lennep. Den kikt enen an, as wenn he enen gefreten hätt on well an den a.n begennen Mörs. Wat mer bei enem löt (scheut), dat fingk mer beim a. alle Menschen haben ihre Fehler Rip. Ich let (lieh) ken zwin Fennek van enem op den a.ə einer ist nicht besser als der andere Malm-Weywertz. Ent fir, et annert no eins nach dem anderen Mos, Allg. Ent kom zom (op et) a.ə Schlag auf Schlag. Ent hengk am a.ə Verkettung widriger Umstände. He gelt et ent öm et a.e Gefälligkeit um Gefälligkeit, Zahn um Zahn Rip, Allg. Ent hönger et angert hintereinander. Un ein zom a.n = und so weiter Altk-NFischb. Ener no em a.ə, wie de Deiwel de Paffe hilt (holt) Simm-Horn. Ens nom a.ə, wie de Bauer di Wirscht isst Wend. — (Der) eine + Subst. — (der) andere. Wat men op de eng Platsch lett (lässt), fengt men op de a. Aach, Allg. Wat mer op der enen Stell hasst, dat find mer op der a.ər Bitb-Rittersd. Berg on Dahl gemote (begegnen) sech net, ävel wahl der ein Mensch dem a.ən handele so, dass du jedem im Leben wieder mit Freuden begegnen kannst Kref-Osterath. En Dens es den a.ə wert Rip, Allg. En Ihr ös de a.ə wiərt Rip, Allg. E Wort brengk et a.ə Rip, Allg. Enen Jəsel (Esel) mäkt den a.n. (S. weitere Belege u. Esel). Ene Wolf en fresst der a. net, oder et moss ene harde Wengter sen Rip, Allg. En Kroh peck (hack, bisst) der a. ken Og us Rip, Allg. Wenn en Koh bist (davonläuft), da steəke di o.ə der Start op böse Beispiele finden Nachahmung Nfrk. Ken Hund geht un den a.n pissen Mos. Ene Speller es dem a.ə singe Säckeldräger

[Bd. 1, Sp. 180]
Rip. Et es (der) enem (der en, enge) Beddeler led, dat der a.ə an de Dür steht Rip, Allg. En as voan em Pohl an dean a.ə gesprungen, bas en ersoff as aus dem Regen in die Traufe Prüm-Waxw. De Sack an einem Eng afschniden en am a.n dermet lappen eine Schuld mit der andern decken Sol-Merschd. Wat häbben mer gekokt?: Von en Pöttsche in't a ə ausweichende Antw. Wesel. Se schandt (schimpft) en enen Lomp üver den a.n Rip, Allg. Zum enen — zum a.ən (Del) einerseits — anderseits Prüm-Ihren. — 3. = alius a. Unterscheidung nach der Quantität. α. für Unterscheidung der eigenen Person von andern. Ersch komm ech, on dann komm ech wiər, on dann kommen de a.ə Nfr, Allg. Er is bei de a.ə schlafen gegangen Bernk-Hottenb. Wer war das? Antw.: Der a. Mosfrk; dem a.ə sei Brorer Zell-Senh. Wat ech self net mag, dat geht nem a.n dur der Krag Viersen. Wat dur net wells, dat dir geschüch, dat sölls de och kenem a.ə dohn Rip, Allg. Du gehs met, wenn di a.ə heəm blive Aach, Allg. Wann dech de Flüh bissen, dann sök se net an a.ə Sieg-Rosb. Denk an ding domm Strech on verdamm net a.ə glich Bonn-Dransd. Als gej en a. wellt jage, mott gej eiges lope Klev. Jeder luər (laure) op sing Sache, net op dat, wat a.ə mache Bonn-Dransd. De wess, wofir di a.n do sein Bernk-Winterich. De schiərt de Schof on lit (lässt) de a.ə de Ferke schiəre Dür-Gürzenich. De mouss sängen wie den a.n peift Mosfrk. Wat de wegwirft, brucht ken a. ofzehewe Siegen. He es einer, wo mer de a.ə met fängk Köln. He hät enen, der im die a ə durchenander jät (jagt) Rip. He mott för äinder de Katt a jen Sonn haue die Kastanien aus dem Feuer holen Eup. Hean hat och ke Sten, wu di a.ən en Hearz han Bitb. En as ken Hoar besser wie nen a.ən Eif, Allg. Et wess kener, wat he am a.n hät Rip, Allg. Hen hot mih am klene Fanger, ewei en a.n an der ganzen Hand Eif, Allg. We över a.ə lach, moss över sech selfs krische Düss. We selver net dog, de log (lautet, tadelt) enen a.n och Eusk. We selfs net achter de Strük geseəten hät, de sükt och a.ə net dor Nfrk. Wen a.ə well driwen, mott selwer lopen Mörs. We selver Esteraugen hät, sal keinen a.n op de Tiawen (Zehen) traə (treten) Ruhr. We sek op a.ə verlöt, de es verloten Nfrk, Allg. We öt et bes kann, stüət (stösst) der o.ə dron Kemp. Wer sech över a. Onglöck freut, dem steht et Unglöck für de Dür Rip. Wemmer iwer dem a.ə sein Ongleck lacht, steht seint of de Dir un kracht Koch. Wemmer deht be (wie) a.ə, dann geht et enem be a.ə Koch. Wie me möt a.ə vefiəhrt, esu geht et enem selve Bo-Dransd. Ih me

[Bd. 1, Sp. 181]
a.ə jett nosät (nachsagt), soll ene iəsch (erst) en de Spegel sen ebd. Narre sen och Legd, äwer ken wie de a. Prüm-Ihren. — β. ohne diesen Gegensatz. Dat Steck Veh es fleten gang wi der a ən Fra hir Gess (Geiss) Saarbg. Wann et Wuat (Wort) erus ös, hüərt et em a.ə Bo-Dransd. De lef a.ən Weiwern no Mosfrk, Allg. Dat a. kemmt beim Verbotze Ottw. Da Düvel, dat es ding, on dat a. es ming wenn man etwas wegwirft MGladb-Corschenbr. Der hei sich secher at lang en angert ejen Nack geschlage ein anderes Mädchen zur Liebsten gewählt Aach. Jo, dat a.ə sen de Ben antwortet der, dem von einem ihm als schlecht bekannten Menschen zuviel Gutes gesagt wird Rheinb-Meckenh. Bes op en a. Kihr auf Wiedersehn Rip. Dis a. K. nächstens. Bes. beliebt die Verbindung andermann, anderleut, wobei freilich die eigene Persönlichkeit auch in Gegensatz zu ‘andern, ceteri’ treten kann. Guck, der Annermann is a do sagt man, wenn man einen a. auch in der Gesellschaft trifft Saarbr. A.manns Bük (Bücher) sin düster te lese Klev, Nfrk allg. Schmitt gene Sten op a.manns Dak, wenn ow eigen D. van Glas es Klev-Wissel. Wer sich över a.manns Ledfreut, dem blöht et singt Aach. Schiet nit onder a.manns Düwe Klev-Wissel. Steckt ow Fingers nit in a.manns Kalk Klev. Rife Berren on a.manns Mädchen moss mer net verwahren MülhRh. All te gut es a.manns Geck Nfrk. Self (Salbei u. selbst im Wortspiel) es gut Krut, dat weəs (wächst) en a manns Gade net Rip, Allg. Wej kömmt van nit tot iet, es a.manns Verdrit, (— dej kennt sich selver nit) Klev. Wej sich en a.manns Led gröjt, steht et eiges vör de Döhr en blöjt Emmerich. Mer kann an siner Ellen meten, wie lang die a.manns es Remschd. Üt a.manns Leder (Ler) es got Remen schnie Nfrk, Allg. Wat geht dech doch a.manns Geschiər an Nfrk. — Die Verb. ander + mann ist zu einer festen Zs. geworden, neben anderleut sehr verbr. im Nfrk, weniger schon im Rip, nicht belegt im Mosfrk, wo anderleut das Gewöhnliche ist. A. Lüt kalle min Denge, on ech kall a.lüts Denge NBerg. Van a.lücks Leder es got Reme schnigge (reisse Hunsr, — es leich Schohn mache Köln) Allg. Der wess an seine Birre (Wes Weizen Rip), wann a.leuts Birre reif sen Neuw-Kaltenborn. Er fängt a.leids Meis (Mäuse) on sei Ratte lässt er lafe Birkf. He süht a.lücks Splinter (Klovven) un singen eigen Balken nit Köln. A.löcks Got es a.löcks Sorg ebd. Er wesch (wäscht) sech de Häng möt a.löcks Groschen (— en a löcks Teischen) Sieg-Thomasbg. Liever sieve moal de Häng en der Dreck steəke, as ens o.lüts Kenger schlohn Kemp.

[Bd. 1, Sp. 182]
De Föt onger o.lüts Dösche steəke (sdrecke) ebd., Allg. A. lüj Brief sin düster te lese Klev. We seng Sach verwahrt, verwahrt a.löcks Ihr Eusk. Be net bleift bei de seinen, kann freassen met a.leits Schweinen Koch-Lutz. Ech kann et dohn, ech kann et leiden, do oss (ass) e sech an a.leits Flesch satt ebd. Zu gut is a.leits Narr un e Stick vun der Lidderigket Saarbr Schmaus nit in a.leits Suppenhäwen erom ebd. De kömmert sech och öm den Dreck für a.löcks Dürre Rip, Allg. Nicht feste Verb. liegt vor in folg. RA.: A. Löck, a. Ärbed Schleid. Du gehs met, wann a. Lüt te heim bliwen Sol, Allg. Der wess mih wie a. Löck Rip, Allg. Du häs auch ke Käskömpche, wo a. Löck et Herz han Sieg-ODollend. Wer sich wie a. Leire stellt, dem gehret ach wie a. Leire Hunsr. We sech op a. Löck verlöt, de ös verlosse Rip, Allg. Mer kann et mache, wie mer well; hangen ech der Sack für mech, dann sehn ech en self; hangen ech en hönger mech, dann sehn a. Löck en seinen Sorgen entrinnt keiner Eusk. A. Leid duhr e Radde fängke un vor sich grire (kriegt er) ke Meis Simm-Horn. — γ. irgend ein Dritter = jener, besonders bei Unterhaltungen zwischen zweien, wenn man belehrende Sprüche u. RA. anbringt Allg. So hat der a. a gesat on do .... Wesste, wie der a. Mann gesat hat Saar. RA.: Besser os besser, hat den a.ən gesat, on schmiert sich Botter op Schenk Malm. — Ebenso bei Unterhaltungen zweier zum Ausdrucke des Gegensatzes zu einem Dritten. Lu(g) emol, der a. Saarl. Mir zwin han genog dermet, en a.ər (irgend ein Dritter) köm net dermet us Rip, Allg. — δ. en (ne) ander(er) = ich, unser einer im Gegensatz zu andern, deren Verhältnisse günstiger sind Allg. Dat soll ens (einmal) ne a. dohn das sollte ich einmal tun Rip. Mein Frau well emmer reit han, en a. (ich) mott der Mongk halde klagt der Ehemann MGladb. Du strichs luter durch et ganze Dörp, en a. moss ze Hus blive Rip. Dean hat et gut, en a.ən muss sich blogen un schinnen Eif. En a. well och ens jet Freud habben Kemp. En ormen a. kann dat net machen ich in meiner Armut WEif. RA.: Wenn en a. (ich) satt es, da gläuft men, alle Hellege (Arme) sönd satt Aach. — b. qualitativ α. anders geartet. Dat es en a. Sach. Su jetzonnesch sen ech en ganz a. Kerl ganz verändert. Die Sach moss de es an em a.n End anpacke. Sök der en a.ə us, der su eseleg es Rip, Allg. Na desen Tit kömmp ok noch enen ongerte Kemp. Dann krieg dat Dengen en a.n Gangk Eif. Besonders bei Wetterumschlag. Wenn der Hahn kräht om Mess, git et a. Wedder, oder et blif, wie et es Rip, Allg.

[Bd. 1, Sp. 183]
Wann de Henne fröch schlope gont, göv et a. Weər Nfrk. Wann de Sonn so watereg ongergeht, göf et a. W. Nfrk. Wenn die Esele sich rangse, git et a. W. Boppard. RA.: En en a.ən Hemmel kommen in Ohnmacht fallen Elbf. De hei auch en a. Mädche krige könne höhere Ansprüche stellen können Aach, Allg. Dat es en a.ə Moss Bier Sol. Da's a.ə Thie wi Kaffie Aach. Ja, Bauer, dat es ne a.ə Kar met Holz Kobl-Bend. Jett op en äinder Kar laə Eup, Allg., — op ne a.ə Kank (Kante) Aach. Dat os en a. Korenkit (Korn), hat den Möller gesat, on bess en nen Müsköttel Malm-Weywertz, Mettm, Mörs. Van en a. Klüər sen anderer Konfession Dür. Der kennt kane a.ə Voəl (Vogel) as en Katz Mü-Maifeld. Ech wess der kenen an Rot we Konrod Scherzwort auf das Verlangen nach einem guten Rat Westerw. Wemmer eine gedrunke hätt, es mer ne ganz a.ə Mann, un worom süt de a.ə Mann net keine han Anlass zum Weitertrinken Köln. De Frau es en a.ə Ömstän schwanger Allg. — β. nicht dieses, sondern ein besseres von der betreffenden Art, Sorte Allg. Fang en a. Leven an bessere dich Allg. Bes. beim Wechseln der Kleidung. Treck dech a. Kleər an, die Kleər send dreks Nfrk. Gangk on dohn e a. Hömp (Hemd) an ein frisches, neues Hemd Rip. — γ. Zs. mit Gen. Sg., doch daneben mit der adv. Form auf -ət –ətər. Jęt, (wat, ębes) andərs (anər(t), andətər), verstärkt ganz, lang wat a.; auch umgekehrt a. jet. De kann mir jet andesch dohn ich blase ihm etwas Rip. Du moss mache, sos son eich der jet annersch Drohung Prüm, Allg Jo Bauer, dat es ganz ebbes annersch Kobl-Vallendar. Dat es jet angesch, als Jan komm eisse (essen) das ist nicht so einfach Aach. Kall ens jet ongesch, set Pipesch, du wuərd he gemahnt Kemp. Do häste mol en gode Heilige angedroffe, sonst hät de der bat annerscht gewis (gewiesen) Kobl-Bend. Me hät sie Led, en malk ene jet angesch MGladb-Rheind. Mer han jeden Dag wät annerscht, heut Kaffe on gedämbte Ärbel, morn Erdäbbel on Kaffe Scherz über die Abendmahlzeit Altk-Wissen. — Anders nichts andərs (annerscht(er)) nüs (neist, nöks (s. S.)); auch umgestellt nüs a. RA.: Ich glöwen annesch neust, äs dat siwe Pont Randflösch en got Zopp göt Prüm-Leidenb. Mot dem wöll ich ken Kirschen essen, et wör mir bang, dat ich annesch nüst kreg we de Kere Malm-Weywertz. Angersch niks (nit) mihr? das schlage ich nicht an Kemp, Allg. — Ümməs andersch jemand anders; nümməs a., a. nümmes kein anderer.

Ander-geschwisterkind meist Pl. -ər Westerw, Siegld, MülhRuhr n.: die von den

[Bd. 1, Sp. 184]
Geschwisterkindern abstammenden K., 3. Grades verwandt. ander-halb anərhaləf (s. S.), auch anərt-, bes. Mosfrk Zahlw.: ein und ein halb, wie nhd. En a.ə Geck (Schauder) Erznarr Monsch-Witzerath. Dat es en A.ən dicker Kerl Saarbg-Greimerath, ein eingebildeter Mensch Saarbr. En A.ən grosser Mensch Elbf. A. Holz scherzh. Dreschflegel Rheinb, Eusk, Dür. A.ə Mann en ene Perdskopp sehr wenig Klev. — Zs. wie nhd. –mässig, –pfündig, –stöckig. ander-lei Adj.: von anderer Art, etwas anders, verschieden. ander-leuts s. ander 3 a β. ander-mal Adv.: in der Verb.: En a., op en a.; im NBerg andərm:lts nächstens, sonst einmal. Besonders bei Ablehnung. Gef mer dat. Antw.: En a., wann de widderküs. Wart bes op en a. Bes op en a., sät de Lompekrämer der eine geliehene Sache nicht wiederbringt Sieg-ODollend. De kritt en a. de Katz gelihnt, de kött va selver hem Allg. Ander-mann s. ander 3 a β.