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Rheinisches Wörterbuch 
 
Decke bis Deckplatte (Bd. 1, Sp. 1298 bis 1301)
 
 Decke dęk, Pl. -kə(n) [Rhfrk, Mosfrk -gə(n)]; WMosfrk dkən Sg. u. Pl. nur für Bett- u. Pferdedecke, sonst dk; Klevld dk; ö. der Ürd-L. dękə (Sg.), Pl. -kə(n) f.: 1. wie nhd., Zemmer-, (en wöllen, gesteppte) Bett-, Peərds-, Desch- (Tofəl-), Bügel-, Komode-, Altor-, Sten- (Belag von Kleinschlag), Sofadeck, Nachtsdeschdeckche. — RA : α. Zimmerdecke. Die D. is im Lehme noch unverputzt Simm. He rek bes an de D., so gross ist er; et es en Gebolder üver us, mer ment, de D. fel en Rip, Allg. — β. Bettdecke. Wenn de D. zo kot (kurz), trick mer als de Knen bes an dat Kenn man streckt sich nach der D. Köln. Die schlopen onder en D., lejen (leiden) an en Gebreck Eheleute haben dieselben Widerwärtigkeiten zu ertragen Emmerich. Die ligen (stechen) onger en(er) D.; de lig met dem onge en(ər) D. sie haben gleiche Interessen, sind im Einverständnis Rip, Allg; de spielen onner ener D. Prüm-Burb; er sticht mem Düvel one an D. May. Onger de D. kiken (sehen) trinken Barm. Me moss sech strecke no der D.ə Rip, Allg., — dat em de Ben nit kault wearen NBerg, — domet de Füəte nit bluət weəren Remschd, — wenn men de F. well bedecken Elbf, — dann weden der och de Föss net bläck Sieg-ODollend. Ennem de D. aftrecke ihn prügeln Mörs-Xanten. — γ. Pferdedecke. Wer si Perd verkaufe well, hängk im en D. öm Köln. — 2. im bes. a. Abraum über dem Bruchstein Allg. — b. Halfterkappe, das Leder, welches die beiden aufrecht stehenden Hölzer am Kumt verbindet uWupp. — c. Kindje in de D.ə gefleckter Aron. arum maculatum Geld-Schravelen.

Über- decke: Bettspreite Verbr.

Decken-handschuh dękəshāə Kemp Pl.: Fausthandschuhe aus festem Wollstoff. Decken-hölzer dęk- Meis-Heckenb Pl.: Spalthölzer zwischen den Balken der Zimmerdecke. Decken-krämer NBerg m.: Händler, die vor allem

[Bd. 1, Sp. 1299]
mit Burger Scha(r)zen handelten. NRhWB Decken-schwaden dęk- May-Bell Pl.: dass.

decken Allg. schw.: 1. etwas d., wie nhd., das Haus, Bett, den Tisch. En Haus d. ein Dach auf das Haus machen WMosfrk; en H. met Strüh (Panne, Leie) d. wie nhd. Allg. RA.: Den hat mot Strəih gedeckt er trägt einen Strohhut Prüm-Ihren; den hat mot Esserich gedeckt hat eine Glatze ebd.; dem si Vatter schingk äver rich ze sin, de hät der Kopp met Gold gedeck vom Rothaarigen Neuss-Dormag. — Die d. sech met ener Deck (zo) handeln einträchtig Sieg-Ägid. Leəg dich op eən Uhr on deck dich met et angert! Aach. Die Näcke (Nackten) könne sich wahl lecke, äver neit d. von der Heirat eines armen Paares Kref-Fischeln. — Wer geiht lecken, muss och den Desch d. Köln, Dür ; we welt Tellere schlecke (lecke), de moss Döische d. Jül-Tetz; et Tellerke geht lecke on mott et Döschke d. wer sich einladen lässt, muss auch wieder einladen MGladb-Rheydt. Hömd ut de Bocks, de Tofel d., here komme ete! Klev. Dem Hond den Desch d. WBitb. Den D. gedeckt fannen ebd. — Den Acker d., die Saat untereggen; wemmer de Garde ingesät hot, muss mer en gleich d. Simm. — Mit Mist decken; de Acker werd mit Mist gedeckt; auch de Riwe d. mit Mist Simm; den Mist im Weinberg d., untergraben May-Gond. — Object kann auch der Gegenstand sein, womit man deckt. Dat Doch üver et Kengk d.; de Spreit üver den Desch d. Rip, Allg. Iwer dat, watsde eweil gesot häs, kannste den Hut d. alles ist gelogen Saarbg-Ayl. — 2. übertr. a. weibl. Tiere d. lossen wie nhd.; de Stut, de Koh, de Tiff wiərd gedeckt Rip, Allg. — b. einem den Rücken d., wie nhd. — c.Schuld d., wie nhd. — d. der Arbeit en (eine) d. soweit beenden Merz-Saarhölzb. — e. einen d., prügeln Wittl, Zell, Westerw, Aach-Merkst. — f. der Rotwein es (schön) gedeckt voll u. schmalzig Ahr. — g. e es got (gehireg) gedeckt sehr betrunken Zell, Prüm-Mürlenb. — h. sich auf irgendeine Art zu d. suchen, wie nhd.

 PfWB  ElsWB ab- decken: 1. mit Obj. a. die Ziegel, Pfannen einen Daches a. Allg. — b. das Dach, Haus a. Allg. RA.: Wild tobende Kinder d. enem noch et Hus af Rip, Allg. Et Kamin a. mit Pfannen, Rasen belegen zum Schabernack, damit es im Hause raucht Sieg Ägid. — c. das Bett, den Tisch, die Deckspreite a. Allg. — d. einen Tierkadaver a., schinden Nfrk. — e. absol. ein Schutzdach anbringen Sieg-ODollend.  PfWB  ElsWB  LothWB auf -decken: 1. einem etwas a., die Bettdecke auflegen; deck em och genog op; ech d. der noch jet op vermehre noch die Bettdecken Rip, Allg. — 2. etwas, was zugedeckt. durch Wegnahme der Decke, des Deckels a., die Decke oder den Deckel zurückschlagen,

[Bd. 1, Sp. 1300]
wegnehmen, z. B. et Bett, et Döppe opd. Rip, Allg. RA.: Dem hon ech emol et Deppche (es Häbche) ofgedeckt seine Gaunerei habe ich in die Öffentlichkeit gebracht Rhfrk. Mosfrk; eweil weren emol Deppcher ofgedeckt Geheimnisse Saar; eich weren em schon et Diegelchen ofd. ihn seiner Schuld überführen Trier-Mehring. Gude Nomend, Lisebeth, hinnerm Uwen steht dei Bett, ufgedeckt, zugedeckt, o du noarig L.! Hunsr. — 3. einen a., dem im Bette Liegenden die Bettdecke aufschlagen; sich a., sich die Decke aufschl. Allg. — 4. übertr. etwas a., Verborgenes, ein Geheimnis, noch Unbekanntes an den Tag, die Öffentlichkeit bringen Allg. aus -decken: in der Wend.: Et Für usd. den Ofen d., dass das Feuer ausgeht Sieg-ODollend. PfWB be -decken: 1. etwas b., umhüllen, zudecken Allg. Die Wachtel singt: Pott bedeck! Nfrk. — Bes. den Körper oder Teile des K. b. RA.: Er wess net mih, womet dat e sing Schamde b. sall so arm ist er Sieg-ODollend. Zwei Näckse könne sich wal lecken, ävel net b. Aach. — 2. Obj. ein Abstrakt. RA : Dat Ove(r)kled bedeck alle Led Dür. — 3. der Himmel ist bedeckt, er ist wolkig Allg. Wenn de Böusch (Busch) bedeck es, get et ke schlet Wedder Dür-Geich. Es et em Sommer vill drib on bedeckt, dann es et en Seldenheit, dat en Abbel gut schmeckt Boppard. — Statt 1, 2 meist zud., drüverd., drüverdohn. ein -decken: sich e., nach dem Nhd., für Vorrat sorgen. PfWB ent -decken: nach dem Nhd. RA : diese Gegend hät och en weld Sau entdeck sie ist in der Kultur zurück Dür.ver -decken: 1. etwas v., zu bemänteln suchen, nach dem Nhd. — 2. verdeck(t) RRip. Nfrk; -decks uWupp, Mettm, Düss, Jül-Merzenhsn, SNfrk (nicht Selfk); -decksmich Erk-Körrenz; -deckig Lennep-Remlingr; -decke Klev-Calcar in Flüchen: V. noch emol! Gott v.! Ech han dech v. net gekannt! Ne v.! nun wirklich Allg.; verdeckshal noch ens! Geld-Schravelen. zu -decken: 1.a. einen (etwas) z., wie nhd. RA.: Die deckt de Dreck met Wichs zu Kreuzn-Kirn. Wenn et Kauf (Kalb) versoufe es, deckt mer de Pötz zo Aach. En Koh deck all Armot zo Köln-Poulh. — b. übertr. etwas bemänteln Allg. — 2.a. den es gut zugedeckt betrunken Bernk, Prüm-Mürlenb. — b. einen z., mit einem Wortschwall zum Schweigen bringen Saarbr, Merz.

 NRhWB Ab-deck Sieg-ODollend m.: die obere Bodenschicht, welche in Tongruben oder Steinbrüchen entfernt werden muss, ehe man die Stoffe abbauen kann.

 PfWB  ElsWB Deck-bett Verbr. n.: Oberbett, Plümo. PfWB Deck-blatt Allg. n.: das die Zigarre umhüllende Bl. NRhWB Deck-brett Sieg n.: ein Br mit Längsrinnen, das der Dachdecker benutzt, um die Strohschaube platt u gerade hineinzuschlagen. Deck-gerte -jt f.: 1. G. zum Befestigen des

[Bd. 1, Sp. 1301]
Strohes auf den Dächern; sie wird quer über das Stroh gelegt uWupp. — 2. G., durch einen Zaun geflochten Emmerich. Deck-hak -hǫ:x Sieg-Ägid m.: der H., der ins Strohdach eingelassen ist u. woran der Dachdecker die Deckleder einhängt. Deck-hammer Köln m.: Dachdeckerhammer zum Behauen der Schieferleien. Deck-holz Kobl-SSebastian n.: das auf das Anzündholz (Fängh.) aufgelegte gröbere H., worauf dann die Kohlen kommen. Deck-laken Verbr. wie L. n.: das obere Leintuch, mit dem man sich zudeckt. Deck-nadel -n:l Sieg, MülhRh f.: gekrümmte N., die der Strohdachdecker benutzt, um bequem die Weidenruten zum Binden der Schaube an die Latten durchzuziehen. Deck-platte -plāt MüEif f.: Stein-, Eisenplatte.