Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
dallern bis Dällsche (Bd. 1, Sp. 1228 bis 1229)
 
 dallern -a- Koch-Ernst Poltersd; -ę- Birkf, Saarbr schw.: einen d., einem das Gesäss mit der flachen Hand prügeln, den Arsch d.; dann allg. = schlagen, bestrafen.

be- dallern: sich (einen) b., beschmutzen Kobl.ver -dallern: 1. einen v., verprügeln Allg. — 2. etwas v., verbeulen, zerknittern Birkf-Herrst.
 
 
 NRhWB Dalles I da·l.əs Allg. m.: 1. Verarmung, Geldmangel, missliche wirtschaftliche Lage, Vermögensschwierigkeiten; in den Wend.: Er het den D.; of de D. brenge; der is (setzt) im D. Rip, Allg. Wer well alles, der krit de D. finanziell u. gesundheitl. Hunsr. Alles hat den D. beliebter Scherzspr. Bei dem es D. Hoffmester MGladb-Odenk. Sich den D. hule sich etwas zuziehen, das einem den Rest gibt in finanzieller u. gesundheitl. Beziehung Allg. Eich hache dich, dade de D. kris! Westerw. — Und so = Krankheit. Den D. en de Knoke han MülhRuhr; he hät der D. Diarrhoe Erk-Körrenz; er ist nicht recht gescheit ebd., Saarbr; er ist betrunken Neuw-Etschd. Em den D. gin den Rest geben, vollends töten, zerstören Bernk-Neumag. — Auch von Sachen. Die Tass hot de D. sie ist zerbrochen. — Minderwertige Arbeit, Zerstörung; dat es alles D , vom Bruch D. on Kombanie Westerw, Saarbr. — 2. scherzh. Geldbeutel Merz-Saarhölzb.

Dalles-bruder Düss m.: der kein Geld hat. NRhWB Dalles-fresser m.: Neckn. derer von Kobl-Weitersbg. Dalles-geschäft Kreuzn n.: bankerottes G. Dalles-männchen -mę·n.kə MGladb-Rheind n.: scherzh. Gerichtsvollzieher. Dalles-schor Kreuzn: missratenes Stück Arbeit.
 
 
 NRhWB Dalles II m.: 1. -a- Wend, Saarbr, Merz, Trier, Bitb, May, Kobl, Westerw, MGladb-Rheydt Neersen, Kref-SThönis, Geld-Weeze; -ę- Saarl-Buprich, Trier-Conz, Wittl-Lieser, May-Hatzenport: verächtl. Kopf, Dickschädel. — 2. -a- Kartoffeltopfkuchen Kobl, Neuw. — 3. -a- Dummkopf Merz, Wittl, Kobl, May; eigensinniger Mensch Kobl; Tölpel Trier; kleiner, dicker Kerl Wend, Ottw, Saarbr.

dallessig Wend-Mauschb Adj.: klein u. dick.
 
 
dalli dali  Verbr., bes. Rhfrk: schnell, in den Wend.: Nu awer e bes-che d.; mer han misse d. mache.

[Bd. 1, Sp. 1229]

 
 Dalm daləm Prüm-Ihren Sg. t. m.: Qualm; betäubender, massenhafter Dampf, Dunst etwa in der Küche, Backstube.

dalmen schw.: 1. -a- qualmen, Dunst bilden ebd. — 2. -ę- einen (etwas) d., unterdrücken, überwinden, tilgen Siegld.

be- dalmen: etwas b., bequalmen.ver -dalmen: 1. verqualmen. — 2. vertilgen.

Dalmen daləmə(n) Siegld, Westerw; dęlməl Westerw m.: dummer, einfältiger ungeschickter, grober Mensch.

Dalmes -a- Siegld, Altk-Hellerth; -ę- Siegld-Wilnsd m.: dass.

dalmessig dalməsəχ Siegld Adj.: dumm, ungeschickt.

dalmig ebd. Adj.: dass., bes. wackelig auf den Beinen.
 
 
Dälpe dęləp, Pl. -pə Sieg-Fussh Much f.: Senkung, Graben, Dälle.

dalpen s. talpen; Dalpes s. Talpes.
 
 
 NRhWB dalschen -a- Elbf (u. -ę-), Remschd; -ę- MülhRh, Wippf, Gummb; -ęi- Wippf-Pütz schw.: 1. etwas d., verwühlen, niedertreten. — 2.a. derdur d. durch den Morast waten. — b. et dälscht der Regen fällt in Strömen nieder. — Abl.: die Dalscherei, dat Gedalsch.

ver- dalschen: etwas v., verdrücken, verwühlen, niedertreten, z. B. Kleider, Getreide, Gras, das Bett Elbf, Düss-Serm.

Dällsche dęlə, Pl. -ən Wippf-Dohrgaul f.: 1. Niederung, Taleinschnitt. — 2. die Stelle, wo das Getreide infolge von Regen auf der Erde liegt.