Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
bum bis Bumbern (Bd. 1, Sp. 1116 bis 1118)
 
  NRhWB bum -u- u. -o- Allg.: Schallwort zur Nachahmung eines Schusses, eines starken Schlages auf die Türe oder einen hohlen Gegenstand; für dumpfes Dröhnen, Krachen. B. de rum b., do hät et engeschlohn! Koch; b. Keul! Fluch Koch-Leienk; b. wi de b.; b. de ra ta Nachahmung des Trommelklanges Barm. — Die Glocken läuten: b., b., bausen, de Summer geh mer no Klausen usf. Mos.

[Bd. 1, Sp. 1117]

Bum: 1. m. dumpfer Knall, dat gof ene B. Allg. — 2. f. a. grosse Glocke Kref-Linn, Klev. — b. dicke Trommel Heinsb. — 3. ömmes för en B. haulen zum Narren halten Mettm-Cronenbg. S. auch Bombe.

bum-bam: 1. Nachahmung des Glockenläutens oder Schwingens. Die Gl. zu Bo-Brenig läuten bom-bam-beier, Korf voll Eier, Pif Tabak hät got geschmack. In Kinderreimen. Bom-bam-bittche, ze Kölle wannt en Schmittche, schmett mir en Bolze usf. Rip. Bumbam-fuse, achter in unsem Huse sitt en Wewer op et Tau usf. Wesel. Bom-bambeierförsch, hät de Botz voll Leverwörsch! Dür. — 2. Subst. m. a. Perpendikel, Pendel, in der Kinderspr. Rip; ein schwingender Bindfaden mit einem schweren Gegenstand daran, im Kindersp. RA.: Ech loss net met mir den B. schlage! lasse mich nicht narren uWupp. — b. scherzh. Bassgeige Dür. Gödde Morge, Spellmann, wo blif ihr su lang mem klene Vijelinche, mem grusse B.!  NRhWB Bum-bass m.: 1. dicke Trommel, in der Kinderspr. Wesel. — 2. dicker Kerl MülhRuhr-Styrum. Bum-batsch -ā:- Mos: 1. Schallwort. Badderadauf, b.!2. f. dickes Weib Wittl. Bum-bäus-chen bombøskəs Barm Pl.: Bolle-bäuschen (s. d.). bum-bei(j)a : beim Wiegen der kleinen Kinder. Heija, b., schlaht Hinkelche dot usf. Rhfrk; heia, b., bombüss-che, Äbbel un Biren un Nüss-chen, Ä. un B. un Mandelkern essen die kleinen Kinder gern Merz-Nunk; heijo, bombeijoh, bombomberle Stroh, die Gäns-cher gehn barwes on hawe ke Schuh usf. Wend-Remmesw. bum-beiern MGladb-Rheind schw.: scherzh. läuten durch Anschlagen. bum-feien Kobl schw.: einen b., prügeln. bum-verbumfeien Prüm-Densborn schw.: etwas v., verderben, vertändeln. NRhWB bum-fideln fərbumfīdələ mErft; -fid- Düss schw.: dass.

bumchen -u-, –o- Siegld, Westerw, Glan schw.: 1. intr. dröhnen. — 2. trans. oder absol. dröhnend schlagen, klopfen, furzen. — 3. bumχəs si mit dem dicken eisernen Klicker spielen Siegld, Glan (kann auch zu Bombe gehören).

Bumch m.: 1. dröhnender Schall Allg. (s. o.). — 2. -o- tiefe Stelle im Wasser Siegld-Eiserf.

Bumcher m.: 1. einer, der gern schlägt. — 2. Furzer.

bummen Rhfrk -u-; sonst -o- u. -u- schw.: 1. intrans. dumpf tönen, krachen, schallen, knallen. Hür es, wat et bommp (-o- u. o·m.-)! Rip, Allg. — Summen, von der Hummel Trier-Wasserliesch, Bernk-Maring. — Der schwärende Finger bummt klopft, hämmert Bernk, Koch. — Stark husten Simm; tastend, klopfend im Dunkeln herumtappen Bernk-Merschd. — 2. trans. auf einen dumpf widerhallenden Gegenstand schlagen. a. absol. die Trommel schlagen; eine Kanone abschiessen; mit Gewehren schiessen; lärmend mit den Fäusten gegen die Türe,

[Bd. 1, Sp. 1118]
Fensterladen udgl. klopfen, poltern, gent (an. op) de Dür b.; gegen etwas mit Steinen udgl. werfen; mit dem Hammer udgl. gegen ein leeres Fass schlagen Allg. — Gründlich futtern, essen (scherzh. oder tadelnd); voll gebommt gespickt Merz-Saarhölzb. — b. etwas gegen etwas dröhnend schleudern, z. B. Sten gen de Dür b. Rip, Allg. — c. de Dir b. heftig zuschlagen Wend-Leitzw, Allg.; auch de Dür zob. Rip. — d. einen b., schlagen, puffen Allg. — e. sich b., sich balgen, zanken Bernk-Maring, Simm. — Abl.: die Bummerei, dat Gebumm(s).

ab- bummen: einen a., gehörig prügeln Simm-Ellern, Kobl-Bend.ver -bummen: 1. einen v., verprügeln Rhfrk, Mosfrk. — 2. einem den Kopf v., den Kopf toll machen durch Spektakeln, Klopfen Simm-Laub.

bummern -u- Koch-Poltersd schw.: dumpf rollen.

Bummer-hellicks -heleks Koch-Poltersd m.: Scheibe aus vom Dach gefallenem Schiefer, mit dem die Kinder bummern.

Bummes: 1. Pl. Schläge, Hiebe Rhfrk, Mosfrk. — 2. n. Gefängnis Trier.

Bu-mann s. bu; Bumbel, bumbeln, bumben, Bumbes s. bump-; Bumbern s. Bumper I.