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Rheinisches Wörterbuch 
 
Bull III bis Bullenkalb (Bd. 1, Sp. 1110 bis 1112)
 
  NRhWB Bull III -u-, Pl. -lə f.: 1. Kugel. Im bes.

[Bd. 1, Sp. 1111]
a. dicke Kugel. dickster Klicker zum Spiel Ottw, Saarl, Merz-Honzr. — b. Glaskugel, etwa um eine Statue Eup. — c. Dotz, Beule am Kopfe Saarbr, Duisb-Hamborn. — d. Kaffeekanne zum Tragen; Gefäss zum Essentragen Bitb-Hütting, Prüm-Steffeln; bauchige Flasche Bitb-Geichl. S. Pulle; Buddel. — e. Wasserschöpfe, Suppenschöpfe Kreuzn-Merxh Bernk-Cues; sonst Mosfrk Boll (s. d.). — f. verächtl. Kopf Jül-Linnich, Geld, Klev-Goch (-o-).g. Kantholz als Unterlage zur Kelterschraube Ahrw-Neuenahr. — h. Kartoffelsuppe, Grombereb. Saarbg-Winchering. — i. be·l.χən kleine Pflaume von der Dicke der Schlehe Bitb-Rittersd. — 2. übertr. persönl. en aul B. altes, dickes Weib Mettm-Haan; dicker Mensch Koch-Treis. — Auch Boll, das oft geschlossenes o statt -ǫ- aufweist, ist für Bull zu vergleichen; s. boll

Bull-auge Rheinschiff n.: rundes Fenster in der Schiffswand. Bull-leizchen Mörs n.: Pinkspiel (s. d.). PfWB Bull-spiel Trier-Issel n.: von einem Mal aus wird mit Knöpfen oder Klickern nach einer Kaule geworfen; wer hierbei in die Kaule kommt, ist unert (erster); dieser darf dann dreimal mit allen andern Knöpfen picksen; die dabei in die Kaule gelangenden Knöpfe hat er gewonnen.

Bulla bula  Monsch f.: die erhabene Seite des Spielknöchels; die vier Seiten heissen Büchelche, Röggelche, Kulla, B.

bullen -u- Dinsl; -o- MülhRuhr schw.: klickern.

 PfWB Bulles -u- Mörs-Hochemmerich m.: dickster Klicker.
 
 
Büll I: 1. -ø- f. Beule, eingedrückte Stelle in Blechgegenständen Klevld. Dat wor getroffe, sät de Jong, do schmet hej sin Moder en B. an de Kopp Mörs. En Bell Beule, z. B. im Hute Kobl; s. Beule. — 2. -ø- m. Eitergeschwür Saarbg-Portz, Kemp-Breyell. — 3. m. dicker, plumper Kerl. Ene decke B. Köln, Bergh, Dür.

Büll-arsch bølā = Mensch mit dickem Gesäss; dicke, glänzende Fliege mit starkem Hinterteil.Büllen-backes bø·l.ə- = dicker Junge, s. boll. Büllen-bohne Kref-Fischeln f.: Feuerbohne, sonst wölle B. Büllen-mann Köln m.: dicker, kurzgedrungener Mensch.

Bülles m.: 1. -i- Sg. t. Beule Simm-Laub (veralt.). — 2. -ø l- dicker, plumper Kerl; Trotzkopf Köln-Frechen, Bergh-Buir. S. auch Beules, Böles, Bulle.
 
 
Büll II -ø- Dür, Bergh-NEmbt f.: 1. grosse Bude, worin gewöhnlich etwas gezeigt wird. — 2. verächtl. altes Haus. S. Bült.
 
 
Bullay: Ort im Kr. Bernk. RA.: De het B. verroden lügenhafte Aussagen gemacht Koch-Leienk.
 
 
 NRhWB Bull-dogge f.: nach dem Nhd. En Gesicht wie en B. PfWB Bull-doggennase Verbr. f.: plattgedrückte

[Bd. 1, Sp. 1112]
Nase. Bull-nase Ottw-Sotzw f.: aufgestülpte N.
 
 
 NRhWB Bulle bol, –ǫ-, Pl. -lə Mörs, Klev, Rees m.: 1. Stier. Jo, den es ok so onschöldeg as van Böchele (Eigenn.) sinen B. Emmerich. Schreckr.: Mari, Mari, de B. es los! Mörs-Milling, — bend em an de Perdeposs! Rees. — 2. bulə plumper Mensch Kreuzn, Saarbr-SJohann, Neuw, Mörs-Friemersh.

Bullen-back Geld m.: Grossmaul. Bullen-bar -ā- Heinsb-Kempen m.: steifer, grober Mensch. Bullen-bäuz m.: 1. -bts Kalb von 8—16 Wochen Saarbg-Greimerath. — 2. bissiger Mensch Merz-Bergen. — 3. kleines Küchenmesser Saarbr, Merz-Bergen, Saarbg-Rodt; bul- Merz-Losh; bouləwęts Merz-Haustdt. — 4. bulbts kleiner, platter Kieselstein Merz-Losh. Bullen-beisser -ei-, –ī-, –ītər Verbr. m.: einer, der sich in seiner Grobheit für unnahbar hält. Bullen-gesicht MGladb n.: breites, mürrisches G. Bullen-hitze Wesel f.: starke H. Bullen-kalb Rees n.: männliches K.