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Rheinisches Wörterbuch 
 
Brunkel I bis Brunz-düppen (Bd. 1, Sp. 1050 bis 1051)
 
  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB Brunkel I -u- Meis-Kerbw, Simm-Schlierschd, Bernk-Rhaunen, Birkf, Saarl f.: wässeriges Gelände, nasse Stelle in der Wiese, Sumpf. Br.ə mache Schlamm aufwühlen Simm-Schlierschd.

 PfWB brunkelig Adj.: 1. sumpfig. — 2. trübe, von aufgerührtem Wasser.

brunkeln Saarbr-Völkl schw.: schüttern, schwabbeln vor Fett.
 
 
Brunkel II -u-, Pl. -ələ Saarbr, Ottw, Saarl, Trier-Mettnich f.: Insektenstich; Geschwulst infolge eines Insektenstiches, Flohbr.; Hitzblatter.
 
 
Brunken I -o- Merz-Bergen Pl.: Stirnrunzeln.
 
 
Brunken II -o- Koch-Leienk m.: schlechter Mensch.
 
 
 NRhWB Brunnen -u-, –o- m.: 1. der Laufbrunnen gegenüber dem Ziehbr., dem Pütz. Doch dafür fast ausschl. Born (Borən, Bur, Bönnchen oder andere Wörter, wie Zip). Belegt ist Br. aus Saarbr-Völkl Sulzb, Koch-Laub (»Ziehbr., auch vereinzelt Laufbr.«); bǫ·n.ən Sieg-Seelschd, Eusk-Odend, Dinsl-Aldenr (»der Schacht der Pött«); in Aachen der Elisenbrunnen.

[Bd. 1, Sp. 1051]

Brunnen-baumfahrt Bacharach f.: Zug der Kinder um Johanni zum Br. mit Blumen, an dem sie das -lied sangen. NRhWB  PfWB Brunnen-fest NBerg n.: um Pfingsten oder im Mai, wobei die Burschen den Brunnen fegten, die Jungfrauen ihn bekränzten; die Burschen gingen darnach Eier heischen: Die Jongen hän den Bonnen gefeg, dröm hän se op 12 Eier Rech (veralt.). Brunnen-kresse -kā Sol, uWupp, Elbf, Mettm, Köln-Horrem, Bergh-NEmbt, Dür; auch -kręs Verbr. nach dem Nhd.; in dieser Zs. kommt Brunnen meist nur vor; in Wippf-Biesf bu·n.əkā (alt) neben bru·n.ə- f.: wie nhd. Brunnen-pfahl -p:l Koch-Dreis m.: Bachbunge. Brunnen-putzer Kreuzn m.: -reiniger. RA.: De schafft wie en Br. NRhWB  PfWB Brunnen-stube -stū:f Trier-Heidenbg f.: künstlich angelegtes Sammelbecken; sonst Bor; Br. ist sonst der MA. fremd. Brunnen-zis-chen -tsisχə Aach n.: scherzh. am Elisenbr. weggeworfener Zigarrenstummel.
 
 
 NRhWB Bruno [brung Monsch] m.: Vorn., selten.
 
 
Brunschel Eup f.: Brennessel. De hat sech och ejen Br.ə gesatt.
 
 
 NRhWB brunscheln brunχəln Saarl-OEsch schw.: langsam braten (intrans).

Brunschel brunələ Saarbg-Ockfen, Trier-Waldrach Pl.: Kartoffeln, die in einem Tiegel gebraten werden; auch Bunschele.
 
 
 NRhWB Brunst f.: 1. -ons, en der Br. sen brünstig sein, bes. bei Schweinen Erk, MGladb-Rheind. — 2. -ōst, an der Br. sein im Eifer sein, heiss werden Trier-Mehring.

 NRhWB  PfWB brünstig -øst- MGladb, Heinsb, Kemp; -øsəχ Erk-Gevenich Adj.: nach der Begattung verlangend, von Schweinen.
 
 
 NRhWB Brünzel -ø- Altk-Steckelb Wissen; -øns- Waldbr-Morsb m.: Haufen unordentlich zusammengepackter Dinge (Wäsche, Kleider), Knäuel verwirrten Garns. — Abl.: dat Gebrönzel.

 NRhWB  PfWB  ElsWB brünzeln -ø- schw.: etwas br., unordentlich zusammenpacken, etwas in eine Ecke auf einen Haufen werfen. — Abl.: die Brönzelerei, dat Gebrönzels.
 
 
 NRhWB brunzen Wend, Saarbr, Ottw, Saarl, Merz, Simm, Birkf, Bernk-Rhaunen, Trier-Heidenbg Mettnich, Neuw-Datzeroth schw.: pissen; z. T. beschränkt: bei kleinen Kindern Saarl-Hüttersd; bei Frauen Neuw-Datzeroth.

an- brunzen: einen a., anpissen Saar. RA.: De is so schlecht, dass en ken Hund onbrunzt.

 PfWB  ElsWB  LothWB Brunz m.: 1. Urin. — 2. Schimpfn. Dau enfällig Br. Simm-Schlierschd.

 PfWB  PfWB Brunz-düppen -i- n.: Nachttopf.