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Rheinisches Wörterbuch 
 
brummen bis Brummpott (Bd. 1, Sp. 1043 bis 1045)
 
  NRhWB brummen Rhfrk -u-; sonst -o- Allg. schw.: 1. von brummenden Geräuschen. a. bei Tieren. De Bär, de Hond, de Bei, de Fleg, de Wespel, de Hummel brommt; aber auch von der Katze, dem Schweine, der Taube ist ‘br.’ bezeugt. — Den Bär br. loten lang Zurückgehaltenes endlich ausbrechen lassen, lang gehegtem Groll Luft machen, sich leidenschaftlich

[Bd. 1, Sp. 1044]
austoben Mörs-Neuk. — b. bei Menschen. α. das Br. eines Tieres mit dem Munde nachahmen. Dau bes jo su domm, dässde bromms Westerw, Hunsr. — β. undeutlich sprechen. Den brommt dorch de Nas Dür-Ellen, — en sine Bart Nfrk, Allg. De brummp in den B., den he noch ni hat MülhRuhr. He brommp in de B. wie de Hummel in de Moos Mörs-Neuk. — γ. mürrisch, unzufrieden sein über sich, das eigne Los. — δ. unzufrieden sein über einen andern, schelten, leise vor sich hinschimpfen; das Br. ist aber immer von gewisser Dauer, doch nicht so schlimm wie schelten. De Jongen sönge (flöte, spille) ger, de Alen br. ger Verbr. Wat jongk es, dat sommt gern, wat alt es, dat brommt gern Verbr. Wer jong flöt, kann alt noch br. Jül-Inden. Wenn der Düvel brommt, senge de Engele (o. O.). Heə grommt on brommt de ganzen Dag Nfrk. He hät möt de Kenger gebrommp.c. von Dingen. α. der Kreisel (Hüldopp), de Bassgei, et Feuer, auch der Mage brommt knurrt Allg. Unpersönl.: Hür es, wat et brommt beim Donnern, Schiessen der Kanonen; et br., dat et krach; et brommp mir em Mage; et brommt mir en de Uhren, em Kopp es summt Allg. Et brommp on br. von einem Johr bös en et annere es wird immerfort darüber geredet u. geplant Sieg-Rhönd. RA.: En Trissel (Kreisel), de nit schlon wed, de brommt nit Ess. Sie is wie e Bassgei; wammer se morgets anstesst, brummt se owets noch von einer empfindlichen, verdriesslichen Frau Simm-Horn. He löt den Flegel br. Rees-Issel. Sten br. losse Steine über eine Wasserfläche hüpfen lassen Eusk-Enzen. — β. derjunge Wein brummt gärt stürmisch Kreuzn-Waldalgesh, Goar-Burgen, Trier-Detzem. — γ. schmerzen, einen dumpfen, undeutlichen Schmerz empfinden. De Kopp, de Hänn, de Zänn br. mir; et brommp mer en de Zänn udgl. Allg. Ech han der en Br. em Kopp Allg. Ek hau di enen, dat din Kopp brommt wi en Dreihörgel! Lennep-Hückeswg. Sine Kopp brommde as enen Hülltoll Geld-Kevelaer. — 2. eine Freiheitsstrafe verbüssen. Er hot acht Woche ze br. krit Hunsr, Allg.; e moss e par Mond br. gohn Rip, Allg.; henger de Traljen setten te br. Nfrk. All die Domme mosse br. Schleid-Hellenth. — Nachsitzen in der Schule Hunsr. — Br. ein Klickersp.; wer verspielt, muss die Handknöchel auf den Boden halten, auf die mit Klickern gezielt wird Gummb. — 3.a. sich aus dem Staube machen, br. u. br. gehn Kreuzn, Goar, Kobl, Wittl-Kinh. — b. etwas dahin br., unsanft hinwerfen, lohin, en de Eck br. Merz-Haustdt Stichelb. — c. eine junge Frau, die zum ersten Male auf einer Kindtauffeier zugegen ist, get gebrommt, sie wird mit Bürste u. Wasser eingeweiht’ Merz-Bachem, Trier-Geisf. —

[Bd. 1, Sp. 1045]
Abl.: die Brommerei, dat Gebromm(s), sech zerbr.

 PfWB ab- brummen: 1. eine Gefängnisstrafe a., absitzen Allg. — 2. einen a., derb anschnauzen Eusk, Dür, Köln.  PfWB an -brummen: einen a., anknurren; gegen ihn schelten Allg.auf -brummen: einem eine Strafe a., zudiktieren Allg.aus -brummen: 1. zu Ende br. — 2. einen a., ausschelten Orsoy. be -brummen: etwas b., über etwas br., nörgeln Allg. RA.: Jong besonge, al bebrommp MGladb-Rheind.ver -brummen: 1. verbrommp mürrisch Sieg-Ägid. — 2. eine Strafe v., absitzen Allg.

 NRhWB Brumm-ader Gummb, Lennep f.: empfindliche Stelle am Ellenbogen. Brumm-arsch Trier-Ruwertal m.: Erdhummel. NRhWB  PfWB  ElsWB Brumm-bär Allg. m.: 1. ein stets mit sich oder andern unzufriedener u. darüber schimpfender, brummender Mensch. RA.: De mat e Gesich wie en Br., de Iser friss Köln. De hat en Stemm wie en Br Rip, Nfrk. Grasührig wie en Br. Rip. Kindereim: Br. scheck mech her, of de Kaffe ferdig wär; ne, mei Kond dau moss nach woərden, gih kle wönnig en de Goərden Koch-Driesch. — 2. –kreisel Kreuzn-Hergenf, Merz-Haustdt, Aden-Herschb, Bo, Aach-Kohlschdt, Geilk-Scherpenseel, Grevbr-Orken Wickrathh, MGladb-Giesenk.  PfWB Brumm-bass m.: 1. scherzh. Bassgeige Allg. — 2. Hummel Elbf. — 3. mürrischer Mensch Geld, Mörs. — 4. -bast dicker Kerl Daun-NWinkel. Brumm-beie -bę·i. Saarl, Merz, Saarbg, Trier f.: Hummel. Brumm-dopp Goar, Trier, Kobl-Bend, MGladb-Odenk Mülfort, Grevbr-Wickrathh, MülhRuhr, Klev m.: -kreisel. NRhWB Brumm-eisen Simm-Schlierschd, Ess n.: unzufriedener Mensch. NRhWB Brumm-fliege Berg, Ruhr, Klevld, Kemp-UWeiden, MGladb-Rheind, Erk-Schwanenbg, Aach-Eschw, Dür-Poll, Bergh-Elsd f.: 1. Schmeissfliege. — 2. scherzh. Wagen der Bergbahn Barm. Brumm-geflecht -jəflts Eup n.: Netz zum Schutz der Zugtiere gegen die Fliegen. Brumm-geige Nahe f.: scherzh. Bassgeige. Brumm-gesicht Sieg-Ägid n.: 1. mürrisches Gesicht. Seng Br. widder opgepack han.2. mürrischer Mensch. Brumm-glocke -klǫk Rees f.: in der Wend.: Jeden Ogenbleck an de Br. trecke (ziehen) bei jeder Kleinigkeit weinen. NRhWB Brumm-käfer Mörs-Utforst m.: Maikäfer. Brumm-kessel Sieg-ODollend m.: -bär. NRhWB Brumm-knöchelchen Gummb m.: die empfindliche Stelle am Ellenbogen. Brumm-knopf -gnǫp Wend-Berschw m.: Drehknopf, Knabenspielzeug. Brumm-kopf -kǫp Waldbr-Eckenhg m.: -bär. Brumm-mücke -mek Merz-Schwemling, Boppard, Ahrw-Brohl f.: Schmeissfliege. Brumm-pott m.: 1. –kreisel Ruhrort. — 2. unzufriedener Mensch Elten.