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Rheinisches Wörterbuch 
 
Brücke bis Bruck-mann (Bd. 1, Sp. 1028 bis 1031)
 
  NRhWB Brücke Rhfrk brik, Pl. -gə; Mosfrk -e-; Rip, Nfrk -ø-, Pl. -gə [Kemp-Born, Geld-Leuth SHubert --]; ö. Klev-Brienen Kellen Till Appeldorn, Mörs-Menzelen Büderich u. rrhein. n. Ruhr -øχ [doch MülhRuhr, Meiderich -yk; Duisb, Ruhrort -ø-; ö. Rees-Overbeck Schermbeck, Ruhrort-Gahlen u. Ürd.L. -øγə; Gummb -y-; Elbf, Barm Lennep-Ronsd -·y.] f.: 1. wie nhd., befahrbar, im Gegens. zum nur begehbaren Steg. En stene, hölze, iser Br.,

[Bd. 1, Sp. 1029]
en klen Bröggelche (Brökske). De Bommelezines Br. zu Stolberg mit der Figur des hl. Nepomuk; die Statuen dieses Heiligen u. des hl. Nikolaus zieren vielfach alte Br.; de Girbr. Ponte Rip. RA.: Iwer de Br. es och noch Welt gesagt, wenn man glaubt, fortziehen zu müssen Neuw-Datzeroth. Marsch iwer de B. of et Amt! Birkf-Idar. Wonn en ihrlege Mensch iwer de Br. geht, kann der Deiwel doch noch drenner setzen Prüm-Ihren. We geht iwer de Br. un kret ken Sak op de Reck, de ka son von Gleck Daun-Tettschd. Öwer de Br. komme tüchtig bezahlen; bei den moj (müsst ihr) döchteg ower de Br. komme; sin se ok gut öwer de Br. gekomme? haben sie auch gut bezahlt Klevld? Wenn dat (Wort) en Br. wär, ech geng net driwer das ist geflunkert Mosfrk. Wer en Hülchrath muss über die Br., der kommt selten mehr zurück der Verbrecher, über die Schlossbr. zu H. vors Gericht geführt, hatte strenges Gericht zu erwarten. De hot en of de Br. gestellt ihn anzuführen gesucht Westerw Ze Lingebich (Prüm-Lüneb) op der Br. krecht mer des op et Maul oder op de Reck Prüm-Ihren. Wohin gehst du? Antw.: Unner die alt Br., hollscht dir e Löffel un escht mit! Saarbr. We de Br.ə net sehn wellt, moss sich et dorch de Bach gohn gefalle losse Dür. Sönter Klos (5. XII.) den mäckt de Br. (Eis) of he breckt se Rees-Ringenbg. Weə üəver ös, deə treckt de Br. op Eltern sollen nicht über die Fehler der Kinder anderer urteilen, wenn sie selbst noch eigne Kinder zu erziehen haben Kemp-SPeter. De hät de Br. opgetrocke hat eine Stulpnase Bergh-Hüchelhv. Er hat de Br. gezo sich aus dem Staube gemacht Saarbr-Püttl Pflugschd. — Kindersp : Goldene Brücke (Br. luəpə NBerg); Verse dabei: Ockermännke, mach de Poərt op; se geht op, se steht op, se steht de ganze Dag op Heinsb-Scheifendahl. Br. op Hei! Gummb-Marienheide (u. a.). — Kinderlied. Onder de Br., dor let en Hond, wenn hej schet, dann schet hej Stront; wenn hej frett, dann frett hej Brot; o Muder, den Hond es dot Emmerich, Rees. Et ging e Männche wahl över de Br., hatt e Säckelche Geld om Röck, stüss he an e Pöəzche, P. krach, Männche lach 1—8 (Abzählr.) Köln, Verbr., — futsch, do log et en de Bach Siegb. He ös en Mus, de baut en Hus (auf die Stirne des Kindes zeigend), he ös en Möck, de baut en Br. (Nase), he ös en Fluh, de deht esuə (unters Kinn stossend) Monsch, Eif. — Rätsel. Marie Möck liep over de Br., hatt söve Körf op den Röck, in jeder Körf söve Katte, jede Katt hatt söve Jonge, wuvöll Ben gingen derover? Geld-Kevelaer. Et gingk ene Mann över de Br.; wat hatt e om Röck? Watte Rip, Verbr., — deə hau fick fack Vogel ajen Röck; wat hau heə ajen Röck? Aach. —

[Bd. 1, Sp. 1030]
2. übertr. a. am Pfluge das Eisen, auf dem die Spindel des Riesters ruht; Eisenstück zur Verbindung von Stif un Kopp beim Hinte-r pflug; Steg zwischen den Armen des Krummholzes am Pflug Hunsr, Saar, Rip, Grevbr. — b. ein kurzer Balken, der auf der Mitte des Wagenlangbaumes liegt u. den untern Dill vor zu starker Biegung schützt Saarbr, Merz. — c. das erste u. zweite Querholz über den beiden Bäumen der Schürreskarr, de irschte on zwettē Br. Sieg-Rhönd. — d. das Rechenkopfholz Ahrw, Eusk, Dür. — e. Holz des Fensterrahmens zwischen den beiden Flügeln einerseits u. dem Oberlicht anderseits Erckörrenz. — f. Vorrichtung, schmales Eisen, zum Auflegen des Schiefers beim Zurechthauen Mayf, Bernk-Veldenz. — g. en lere (lederne) Br. schwankende Eisfläche auf dem Weiher bei Tauwetter MGladb-Rheind. — h. durch de Breck neunter Gang beim Gappsteinsp. Merz-Büschf. — i. stehengelassene Strecke, Überwölbung im Kohlenbergwerk Wormgeb. — k. brachliegende Strecke, die zwischen bebauten Feldern zur Ein- u. Ausfahrt dient Geld-Straelen. — l. ein aus Brettern gebildeter Teil des Flosses, des Nachens, auf dem die Taue liegen Rheinschiff. — m. Flicken auf der Sohle, Halblappen Eup, Geilk-Grotenr. — n. Butterbrot, Botter-, Krock-, Kis-, Brut-, Platzbr. usf. Rip, Nfrk; doch nicht mehr allg., fehlend z. B. in Orsoy, veraltet in Kemp-SHubert, um 1860 Kref-Fischeln; ein halbes Butterbrot Kref-Linn; kindl. scherzh. Bezeichnung für ein dickes, mächtiges B. Kref-Anr. An manchen Orten ist ausgeschlossen das mit Butter beschmierte Brot = Botterramm, z. B. Bergh-Hüchelhv (Kis-, Krock-, Olligsfett-, Wissfett-, Honigs-, Woəsch-, Schenkbröck), MüEif (Käse, Honig), Mörs-Neuk Friemersh, Ruhr-Hünxe, Rees. — Zehnuhresbröck Butterbrot um zehn Uhr Allg.; bongkde Br. B. mit weissem Käse u. rotem Kraut Bergh-Hüchelhv. Hej ös nit ärg op Sopp, hej ett liewer Bröggen Mörs-Neuk. Du häs en Br., do könnste möt över de Rheng fahre Rip, Allg.

 PfWB Brücken-apfel -ab- Wend-Absw m.: A.sorte. Brücken-balken, Brücken-bau, Brücken-bogen, Brücken-geländer,  PfWB Brücken-geld,  PfWB Brücken-lehne : nach dem Nhd. Brücken-männchen brekər- Bitb-Kyllbg n.: ein Schreckgespenst, unter der Brücke hausend. Brücken-möbbel Bo-Merten m.: dass. Brücken-mutter -o- Saarl f.: dass. PfWB Brücken-pfeiler -peilər Hunsr m.: wie nhd. Brücken-spille f.: Brücke 2 a. PfWB Brücken-stab Kreuzn-Münster m.: dass. PfWB Brücken-stecken Kreuzn-Seesb m.: dass. Brücken-teis Mörs-Neuk m.: einer, der gern Butterbrote isst. Brücken-vogt -fōət Bergh-NEmbt m.: ein oft um Butterbrote bettelndes Kind. Brücken-wilhelm -we·l.əm MülhRh-Bensbg m.: scherzh. Mond.

 NRhWB Brückel brøgəl Elbf, Barm; -y- Mülh-Ruhr m.: kleine Brücke.

[Bd. 1, Sp. 1031]

brücken I -ø- Sieg-Ägid schw.: 1. das Besitztum eines andern nicht schonen, um auf den eignen Acker zu gelangen. — 2. faul arbeiten.

über- brücken: nach dem Nhd.

brücken II = quälen, drängen s. bräuten.
 
 
 NRhWB brucken -u- Bitb-Ernzen Geichl schw.: im Halbschlaf liegen bleiben; faul dasitzen, hocken. Hucken a br. — An etwas br., an einer Krankheit, die nicht recht herauskommen will, niederliegen. — Et Feier bruckt glimmt weiter.

Bruckert I m.: Faulpelz.
 
 
Bruckert II Sieg Ägid m.: Streitstifter.
 
 
Bruck-mann Geld, Rees: in der RA.: Dat sin Turen, sej Br., du soət hej met den Geit up et Dak. S. Beckmann.