| PfWB PfWB PfWB ElsWB ElsWB LothWB ă Interj.: 1. Ausruf der Ueberraschung. a! Dat es mer och näs nau (neu) Saar. — 2. der Freude, der Bestätigung darüber, dass man Gesagtes endlich richtig verstanden hat a, dat häschde gement Saar. a, su wor et Rip; a sua Elb. — 3. der ärgerlichen Abweisung a! loss mech en Rauh Rip. a, gangk van mer Rip. a wat (a wa, a ba), dat sen denger Sachen net Rip. a wadəwad ach was! Ruhr; äbä neben aba, awa Saarbr. a ba, ich gihn net mat Eif. a ba, et get neist, niks da Eif. a bewahr! verbr. ab ab in der Kinderspr. Eif. a ssa Saarl. — 4. des Ekels a! wat machste do für en Sauerei! Rip. a fui! a, pack dat net an. — 5. proklitisch bei Rufen: alur hinter Maskierten; ajuja im Fastnachtslied Rip; akre, abei, agriffe mich, akuuh, alis, alua, aluəs beim Verstecken (s. d. W.); ajásses des Staunens, Entsetzens; alau (olau), alutze, [Bd. 1, Sp. 2]
alauditz der Verwunderung Kobl; a spitz beim Möhrchenschaben Malm-Honsf. Aklut, ek schlag dech de Ben ut Kemp. Dat Petsche geht ajickelejack (Kinderld.) MGladb.
PfWB LothWB A, a-a m. [n. Elbf]: in der Verb.: a, a-a mache cacare (Kinderspr.). Du häs en den A-a getredde. Do lig A (A-a) van dir. Et ös a-a hässlich, garstig, abscheulich. — Die Kinder werden aufgefordert, vor ihrem Bedürfnis a-a zu sagen. Beliebt sind auch folgende Zs.: Du bös en a-Kénd, en a-Wech, en a-Jung usf., ein schmutziges Kind.
ā ä Interj.: 1. bei Untersuchung des Halses, wobei ein Löffel auf die Zunge gelegt wird. Sag es a a. — 2. (oft lang hingezogen) der Freude, des Wohlbehagens. a, elei leit mer emol fein, wie schün Eif. — 3. der Ueberraschung a, su jet han ech noch net gesehn! — 4. des Findens a, es et dat; a dat het ech net gedach. a su! moss mer dat su mache, dat woss ech noch net. a ha, su moss dat sen Rip, Allg. — 5. der scheinbar befriedigenden Entdeckung. a sua, Jüngske, du häs dat kapot gemak Ruhr, Allg. — 6. der Schadenfreude, des Spottes. a dat es der emol recht! dat schod der neist! a, hun ech dich eweil erwescht Mosfrk. a-kiss, dat deht der nüs Rip. Vgl. akes, aks. — 7. des Schmerzes. a-a, dat deht wih. a, Gott, sun Peng (Pein) Rip. — 8. des Ekels. a ba, net anpacke!
ä Interj.: 1. Laut beim Drücken oder Stossen ausgestossen. ä, dat elo geht schwer Eif. ä, ä, hür es, wat e gekümp kütt Rip. — 2. beim Schlagen. ä, do häschde mol en Saar. — 3. der Aufforderung. ä dann! d, da, je dann! Trier. — 4. der ärgerlichen Ablehnung. ä, ech well nüs dermet ze dohn han; ä bä, dat es net Allg. — Im Siegld nicht nur unwilliger Ablehnung. — o ä verächtl. wegwerfend Saarbr-Sulzb. — 5. beim Denken an Widerwärtiges. ä, weg dermet! — 6. ä - ijeja Ausdruck der fortdauernden Aufmerksamkeit auf den Redenden, der Zustimmung und Bejahung (der Gebärde des Kopfnickens, von der ä auch häufig begleitet [Bd. 1, Sp. 3]
ist) Mosfrk. ä-ä nein Mosfrk. ä, ä wat nein, ei was Siegld.
PfWB PfWB ElsWB ä Interj.: 1. beim Stocken in der Rede, im Denken. ä .., wat woll ich elo son? — 2. des Ekels. ä, dat mag ech net sehn. — 3. der Schadenfreude. ä ä, hät Schläg krich; ä-kiss-kiss (hä-, ha-) moss setze blive Rip, Allg. ä zich-zich beim Möhrchenschaben Eup-Raeren; ä zänk Monsch; ä blicke borä Eup; ä fitsch-fitsch, langs de Nas May; ä fitzfitz Mörs-Eversael; ä lipp-lipp Klev. — 4. des ungläubigen Staunens, des Verneinens dessen, was ein anderer sagt. ä, dat wiərd at net wohr sen Allg. a s. an, in; A s. Agen, Auge.
a- untrennbare Partikel vor Subst. und Adj.: Ungünstiges bezeichnend. S. Aband, Adach, Adechse, Ahirte, alüstig, Aschebe, Asinge, Aspinn, ascherig, Awand, aweise.
NRhWB Aachen :xə Mosfrk, Rip; ǫxə Aach; :kə, ·ə.kə SNfrk; ākə Moers, Klev: die Stadt Aachen. O. a jen Worm. Oət (alt) wie Kaiser Karls O. Allaf O., on wenn et versönk, ein Spruch, der freilich 1829 zum erstenmale gedruckt vorkommt. Scherzhafte Fortsetzung: Allaf de Worəm, en wenn se stönk. Die Nachbarschaft freilich verträgt diesen Stolz nicht und verspottet A. We van Lück (Lüttich) geht onbeloge, von O. onbedroge, van Düre ongespott, de geht no Kölle on lof Gott. Weə wellt steəhlə on net hange, deə kömmt no O. on let sech fange. Die östlich A. Wohnenden scheuen vor allem die Windrichtung aus A., die Regen verkündet. Van O. kommt kene gode Wengk, vil wenniger e got Kengk Jül-Linnich. O. es en Rensloch (Regenloch) ebd. A. und die Nachbarstädte: Dat blenkt wi Botsched (Burtscheid) bover O. ironisch beim Ueberschätzen einer wichtigen Sache. (Ein Teil von B., der A. zugekehrt ist, liegt höher und glänzt bei heiterm Himmel und bei Sonnenuntergang über A. hinweg.) Dat es de beiste Frau us O., wenn de angeren e B. send. Glich haste eng, dat de mengs, B. lög bover O. Köllen en Aken es nit op enen Dag gebaut Klev. Dat es e Kölle gescheht (geschehen) on en Oaken e Joahr wuərde von etwas Unglaubhaftem Heinsb-Lümb. — Besondere lokale RA.: Dat kömmt wie Meibom en O. Dat geschücht, wenn der Düvel van O. kömmt d. h. nimmermehr. (Auf eine Lokalsage sich gründend, die den Teufel bis zum jüngsten Tage in den Paunellenturm bannt.) Das geschieht, wann de letzten Hond von O. kömmt Prüm. — Der Schmed va O. Gedenktafel in der Jakobstr. Dor kom ene Man van Aken, hat en schneewit Laken, hej u oll de ganze Welt bedecken on koss niet ower et Water der Schnee Klevld. Hopp, hopp, Petsche, te Köllen op dem Schwättsche, te Oken en [Bd. 1, Sp. 4]
de Nonnebösch hant se gefangen ene wette Fösch usf. Nfrk. Türelüre kömmt va Düre, Jänche kömmt van O., hättste mich ene Weck metbracht, da kütste och bei mich schlofe. Ne, ne! dat don ich net, en Onglöck es gau gescheht. Im Martinslied Mörs nach dem Empfang von Gaben: Hie van dänn no Oken, dor wellen wej se (de fetten Ferkes) koken. Aacher :χer, –kər [in Aachen selbst χər] m.: der Aachener. Blaresseg wie ne Ö. Ö. Buhei Protzerei. Ö. Martwif. Ö. Duəmgroəf Schelte für den A. Ö. Penn urspr. Holzstifte für die Schuhe, welche die A. Stadtsoldaten in der Wachstube verfertigten; dann Bezeichnung für die A Wehrmänner selber, und jetzt Schelte für den Aachener. Ö. Hei, Ärmedei, Beddelei deutet die schlechte Bodenbeschaffenheit in der A. Heide an. Ö. Wengk on Lücker (Lütticher) Blot deht kenem Jülicher got. Dat es doch ken Ökər Reis nicht weit, Anspielung auf die Fussprozessionen nach A. Kref-Fischeln. — Erzeugnisse Aachens: Öcher Printen hartes Honiggebäck in länglicher Form. Ö. Fla(-den) 1836. Ö. Kies (Käse) stink wi en Pris Köln. NRhWB Aacherfähre kərfər f.: Ruhrfähre Dinsl-Aldenr. aachisch heute dafür :χər, nur Nfrk kə Adj.: RA.: Dat es en richtige okesche Reis mit Anspielung auf die Heiligtumsfahrt Duisb.
NRhWB PfWB ElsWB LothWB Aal I Rhfrk u. auch im :-Gebiet vielfach, besonders in der Eif, wo ‘Schlangen-, Langfisch, Steinbisser’ herrschend ist, wie nhd. āl, Pl. ālə. Sonst Mosfrk :l [·ă.l, –ō:-], Pl. :lə, doch auch :l (dichter um Koch-Kobl); Rip :l, Pl. :lə u. :l; SNfrk ·ă.l, Pl. ·ă.lə u. ·ə.l (dichter in Mörs, Geld), ·ə.lə um MGladb, Klevld l, Pl. lts u. lts. — Daneben im Sg. eine umgelautete Form :l, Pl. :lə, bes. Rip verbr. bis Wippf, Gummb, Grevbr, Düss; auch Mosfrk :l, Pl. :lə Saarl-Eidenb Hüttersd Ueberherrn, Trier-Fell, Koch-Lutz; i·l. Malm-Amel. — Demin. :lχə, :lχə, lkə, ltjə, lə — m. [Aber auch f. Goar-NSpay, Saarl-Hüttersd, Daun, Sieg-Fussh, Altk-Kirchen, Wippf, MülhRh-Ensen, Lennep-Hückesw]: 1. Aal, der Fisch. In Vergleichen wegen seiner Glätte u. Beweglichkeit. So glatt, glattig, flutschig, glitschig, flitschig, flenk, letschig, schlank, schlickerig wi en O. Dat flutscht wi en O. Ess. Er ritscht dorch wi en A. Kreuzn-Sobernh. He hät sich bi en O. erausgeschlängelt aus der Verlegenheit Kobl-Sayn. Wie en A. es er mir durchgewitscht Ottw-Elversb. Hen krengelt sich wi ene O. Geld-Kapellen. He spottelt wi en O. Kemp. He krömp sech für Peng (Pein) wi ne O. Rip. Hej wend [Bd. 1, Sp. 5]
(dräjt) sich wi en O. Klev. En bruərt sich wi en O. Merz-Bachem. He sprengk wie en O. en der Pann Rip. Su fett (masteg, lang) wie en O. He blenk wie en O. De hät e Leve su zih (fred) wie en O. Su voll wie en O. betrunken Allg. Er seift wie en O. Mosfrk. En Mul wie ne O. Köln. Hen hot en O. am (im) Deppen ist betrunken Bitb-Cruchten. Rup mar net ehr O., bis dat dou üm an de Start häs Meiderich u. sonst Nfrk. Der Unbeständige es so weinig te halden as en A. bei der Start Klev. Et es jo, as wemme en Ö. am Sterte hä wenn jemand gar zu eilig weg will Nfrk. Derjenige, dem man das Ende seines Unglücks verkündet, sagt: Jedes Ding hät sin Jnd, sag den O., do trok mer üm de Hut ower den Kopp MülhRuhr. Den bürt den O. üt hebt ihn aus, arbeitet erfolgreich Klev. Ech han de A. em Nes gefangen beim Kartenspiel einen guten Zug gemacht Ess-Werden. Dohan ech en O. gefange ich habe nasse Füsse bekommen Dür-Winden, Jülich-Tetz. Hej vermäkt sich as enen A. op de Sölder er langweilt sich, ist in bedrängter Lage Klev. En Ö. schmert der Köttel fördert den Stuhlgang Düss-NCassel. Ganz igal, Fesch on Aal Koch-Ernst. — A. en Gelee Mensch, der sich in den Gossen herumtreibt Köln. — Im Haschespiel: Ringel rangel reih, en O. as am Deich, am Deich as en O., nau fänk mich emol das so sprechende Kind läuft mit den letzten Worten davon, und das andere sucht es zu haschen Trier-Heidenbg. Blengen O. lofen Blindekuhspiel Berg. — Arten: der rhein. Fischer unterscheidet den Steinaal Ol, Sumpfaal Modder-, Mutol, das Neunauge Negenöüger. Aber auch andere Arten sind ihm bekannt: Sand-, Pann-, Pujer-, Drifweikes-, Kuk-, Mar-, Kat-, Quabol; Bret-, Spetzmul (s. d. W.). Syn.: Lang-, Schlangenfisch, Schlangenol, Strumbängelche (Strumpfbändel). — Fang: RA.: Blöht der Wet (Weizen), der Ö. an Angel on en Körf geht Düss-NCassel. Ausser den bei den Worten Aalängeler, –fucke, –kar, –kas, –korb, –leine, –reipe, –schere, –schnur erwähnten Geräten und Fangarten noch folg.: pojere, strecken (s. d. W.). — Lebend wird er verkauft; dem noch lebenden A. bindet man eine Kordel um den Hals und hängt ihn auf, schneidet die Haut an den Kiemen durch und zieht sie ab Duisb. Man schlägt ihm einen Nagel durch den Kopf, an dem man ihn aufhängt Kemp-Amern. — 2. herunterhängender Nasenschleim Ahrw-Brohl. Aal-ängeler -lts- Rees-Grieth. m.: -schere. Aal-fell n.: die Haut des A., abgezogen und getrocknet; die an Gicht Leidenden binden es in der Regel um Bein oder Kopf Nrhn. In feine Striemchen geschnitten dient es zur Befestigung [Bd. 1, Sp. 6]
der Peitschenleine an den Peitschenstock, des Flegels an die Flegelrute. Den Flachsrocken umgab man mit einem A. zum Zusammenhalten des Flachses Gummb. Mit ihm überspannte man die Fuckepött Rohrtrommeln zu Fastnacht Klev. Aal-fucke ltsfuk Nfrk f.: ein Selbstfänger aus Kordel oder Eisendraht mit 1—2 Flügeln zum Aalfang. Aal-gesicht -lts- Trier-Thomm n.: fettes, feistes G. PfWB aal-glatt Adj.: wie nhd. Dat es en Olglatte er weiss sich aus Unannehmlichkeiten herauszuwinden MGladb-Odenk. En Aalglattiger wortreicher Mensch Kobl-Vallendar. Aal-gat -lts- Nfrk n.: Loch im Eise, um das sich die A. gerne sammeln. Aal-haut f.: -fell; starker Riemen Sol. Aal-kar m.: Behälter verschiedener Form von Weiden, Holz oder Eisen, oft in Nachen eingebaut, voller Löcher, um dem Wasser Durchlass zu gewähren; in ihm werden die A. lebend erhalten. NRhWB Aal-kas ·ă.ltsks Kemp-Amern m.: -korb (s. d.). PfWB PfWB Aal-korb -lts- Nfrk m.: K., von Weiden oder spanisch Rohr geflochten; in der Mitte zwei Schlucke, durch welche die A. einschlüpfen können; ein Selbstfänger, 1½ m lang; es gibt auch kleinere, die unter sich verbunden werden. NRhWB Aal-kraut :lkrout Koch-Müllenb n.: Schachtelhalm. NRhWB Aal-kut ·ə.ltskūt MGladb, Kemp; ·ə.leŋks- Heinsb-Saeffeln Lümb, Geilk f.: 1. aalartiger Fisch, kurz, dick mit hässlichem, dickem Kopfe, ca. 30 cm lang, 1 Pfd. wiegend; Fleisch schön weiss und wohlschmeckend, wohl lota vulgaris. — 2. weiblicher A. Erk-Doveren. Aal-leine -lts- Nfrk f.: eine lange L., an einem Uferpflock befestigt, am andern Ende um einen Stein gewickelt, damit sie unter Wasser bleibt; an ihr befinden sich je 50 cm auseinander kleine Leinen, an denen sich Angel mit Köder (Daupir) befinden. | |