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Vorwort zu Band I des Rheinischen Wörterbuchs

Vorwort

I. Zur Geschichte des Rheinischen Wörterbuches.

Einer der Begründer der wissenschaftlichen Dialektforschung, Karl Weinhold, hatte der Preußischen Akademie der Wissenschaften längst die Aufgabe ans Herz gelegt, auch dem nördlichen Deutschland mundartliche Wörterbücher zu schaffen, wie sie für Bayern und Schwaben, für das Elsaß und die Schweiz vorhanden oder im Entstehen begriffen waren. Dies Vermächtnis Weinholds aufnehmend, faßte die deutsche Kommission der Akademie zunächst das kultur- und sprachgeschichtlich gleich wichtige Gebiet der Rheinlande ins Auge1).

Im November 1904 übertrug sie Johannes Frank in Bonn die Leitung der Arbeiten. Dieser forderte dann in einem Aufruf vom 26. Februar 1905 zur Beteiligung an der Sammelarbeit auf. Schon einige Monate vorher hatte ohne Kenntnis des Planes der Akademie Paul Trense in Rheydt in der Zeitschrift des Vereins für rheinische und westfälische Volkskunde 2 (1905), 1—53, einen Aufruf zur Sammlung des rheinischen Sprachschatzes erlassen, dem sich Josef Müller in Trier, später in Bonn, angeschlossen hatte. Beide beteiligte J. Franck an der Leitung der Arbeiten.

Am 23. Januar 1914 schied J. Franck aus einem arbeitsreichen Leben, er, der wie keiner berufen war, dem Rheinischen Wörterbuch Form und Inhalt zu geben. Auch P. Trense, besonders in der Erschließung des niederfränkischen Teiles unermüdlich, sah sich durch Krankheit und die Nachwirkung schwerer Kriegsdienstjahre in die Notwendigkeit versetzt, die Arbeit am Rheinischen Wörterbuch aufzugeben, nachdem er die Bearbeitung des Buchstabens A eben begonnen hatte. Während des Krieges leitete J. Müller das Wörterbuch allein; bei einer Neuorganisation im Jahre 1919 traten ihm R. Meißner und Th. Frings zur Seite. Unter der gemeinsamen Verantwortung dieses Redaktionsausschusses erscheint nun das von J. Müller bearbeitete Rheinische Wörterbuch.

Mit der deutschen Kommission, die zunächst allein die Mittel bereitstellte, hatte sich 1906 die Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde zur Herausgabe des Werkes verbunden, und auch der rheinische Provinzialverband gewährt fortlaufend in verständnisvoller Würdigung der Bedeutung des Unternehmens einen jährlichen Zuschuß.

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II. Der Plan des Werkes.

1. Die ursprünglich geplante Anlage.

Die Vorarbeiten und Sammlungen verfolgten den Plan, ein Rheinisches Wörterbuch zu schaffen, das in der Art der großen oberdeutschen Wörterbücher, etwa des Schwäbischen Wörterbuches von Hermann Fischer, das gesamte Wortmaterial der Rheinlande erfaßte, also neben dem heute noch lebendigen auch das der Quellen vom 12. Jahrhundert bis heute. Diese Aufgabe hatte besonders die Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde im Auge, die bis heute ein historisches Wörterbuch als Hilfsquelle für geschichtliche Forschung und Urkundenpublikationen entbehrt. Und so wurden alle bis jetzt gedruckten Urkunden, Chroniken, Literaturwerke, außer dem die historische Literatur über alle einzelnen Orte sorgfältig ausgeschöpft, auch einzelne ungedruckte Archivbestände ausgezettelt. Dadurch kam eine solche Fülle älteren Wortmaterials zusammen, daß das Rheinische Wörterbuch dem Vorbild der oberdeutschen Wörterbücher sicherlich gleichgekommen und es möglich gewesen wäre, das Leben eines heute noch geläufigen Wortes oft bis ins 12. Jahrhundert zurückzuverfolgen. In diese Vorarbeit war auch die Sammlung aller gegenwärtigen und urkundlich bezeugten Vor-, Personen-, Orts- und Flurnamen eingeschlossen.

Dazu sind für die Hauptbegriffe Synonymenlisten angelegt worden, und 70 Wortkarten, die im Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinprovinz eingesehen werden können, veranschaulichen die Lagerung wichtiger Synonymenreihen. Zeichnungen zu wichtigen Sachbegriffen, die deutlicher als jede Beschreibung wirken, könnten nach dem Vorgang des Hessen-Nassauischen Wörterbuches hinzugefügt werden.

Nach diesem ursprünglichen, umfassenderen Plane entstanden nach 1919 vierzehn Quartbände Manuskript, je 600 Seiten enthaltend und die Buchstaben A—B behandelnd, in denen das Leben jedes Wortes durch zahlreiche urkundliche und aus dem heutigen Leben gegriffene Belegsätze beleuchtet wurde; Volkskundliches gliederte sich in breiterer Ausführung als jetzt an.

Die wirtschaftliche Not unserer Zeit, die gegenüber der Vorkriegszeit bedeutend gestiegenen Druckkosten, vor allem die Rücksichtnahme auf die wirtschaftliche Lage der Bezieher des Wörterbuches — es sind vor allem die rheinischen Lehrer — machten die Drucklegung in der ursprünglich vorgesehenen Ausführlichkeit unmöglich.

So hat notgedrungen das Rheinische Wörterbuch die Form annehmen müssen, in der jetzt der erste Band vorliegt; seine Drucklegung (1923—1927) hat sich oft genug unter der wirtschaftlichen Not verzögert; selbst ein Verlagswechsel2) wurde notwendig. Es darf aber nunmehr die bestimmte Erwartung ausgesprochen werden, daß die folgenden Bände in rascherer Folge erscheinen.

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2. Der durchgeführte Plan und die in Aussicht genommenen Ergänzungen.

Das Rheinische Wörterbuch enthält nun alle Wörter, wie sie im 19. Jahrhundert bis heute in der Mundart geläufig waren oder noch sind; ist keine Zeitangabe hinzugefügt, so bedeutet dies, daß das Wort, jüngst immer wieder bezeugt, noch lebendig ist; die Bemerkung ‚veraltet‚ beruht auf der Beobachtung des Mitarbeiters, oder das Wort ist nur in Sammlungen etwa um 1880/90 belegt; früher bezeugte Worte, die also schon um 1880 nicht mehr vermeldet werden, führen das Jahr ihrer Bezeugung bei sich.

Sätze aus dem täglichen Leben, in kurzer Fassung zusammengestellt, beleuchten den Gebrauch des Wortes. Um so mehr konnte auf eine größere Zahl verzichtet werden, als eine Fülle von Redensarten, Wendungen, Sprichwörtern, Rätseln, die sämtlich (wenn auch bei den Varianten mit Auswahl) aufgenommen sind, das Leben des Wortes hinlänglich beleuchtet. Unmöglich war es, die Kinderverse und Kinderlieder, die das Wort enthalten, sämtlich hinzuzufügen; hier ist eine vorsichtige Auswahl getroffen; ebenso konnte Brauch und Sitte, an ein Wort sich anrankend, nur in aller Kürze herangezogen werden. Die Fülle des auf diese Gebiete sich erstreckenden Stoffes tritt auch jetzt noch reichlich im Wörterbuch hervor, das also als ergiebige volkskundliche Quelle benutzt werden kann. Das Wörterbucharchiv aber bewahrt all das volkskundliche Gut, das keine Verwendung finden konnte, für einen künftigen Bearbeiter.

Von den Namen sind die Vornamen sämtlich behandelt, allein schon deshalb, weil besonders die Kurzformen vielfach appellative, übertragene Bedeutung angenommen haben. Personen-, Orts- und Flurnamen sind nur dann aufgenommen, wenn sich sprachliche Wendungen daran knüpfen.

Eine Behandlung der letzteren Namengruppe auf Grund unseres nur aus gedruckten Urkunden und heutiger Ueberlieferung geschöpften Materials wäre zudem recht unvollkommen geworden; hier muß noch gründliche archivalische Forschung erst die breiteste Grundlage schaffen, und es müssen wirtschaftsgeschichtliche Studien, Einsicht in die Flurkarten aller Zeit und Aufnahmen durch geschulte Kräfte an Ort und Stelle einer gründlichen Bearbeitung notwendigerweise vorangehen; diese Aufgabe hat das Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande übernommen und schon begonnen, so daß wir wohl hoffen können, daß diese notwendige Ergänzung des Rheinischen Wörterbuches uns von berufener Seite aus in absehbarer Zeit geschenkt wird.

Es fügt sich glücklich, daß nach dem Erscheinen des ersten Bandes unseres Wörterbuches Professor Dr. Adam Wrede in Köln den Druck seines Wörterbuches „Kölner Sprachschatz“ beginnt; dieses Werk wird für den wichtigsten Kulturkreis unserer Heimatprovinz auf Grund gründlicher, zwei Jahrzehnte lang betriebener archivalischer Aufnahmen den ältern Sprachschatz der Stadt Köln, wie er in ungedruckten und gedruckten Urkunden und Chroniken des 12.—18. Jahrhunderts uns entgegentritt, nach sprachlichen und kulturgeschichtlichen Gesichtspunkten behandeln. So ist doch noch jener Mangel unseres Wörterbuches, das die älteren Belege ausschließen mußte, durch dieses umfassende Werk bis zu einem gewissen Gerade behoben, und es wird nun, da die auch bei uns am zahlreichsten vorhandenen Köner Belege wegfallen können, leicht möglich

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sein, in einem Ergänzungswerke die ältere Sprache der anderen Gebiete unserer Provinz nachträglich darzustellen. In einem anderen Ergänzungswerke, das sofort nach Abschluß des Wörterbuches folgt, wird Synonymik, Wortgeographie und Etymologie im Zusammenhange dargestellt werden. Denn erst nach Abschluß des Wörterbuchs ist eine Uebersicht über alle Synonyme desselben Begriffes und die Abtrennung nur scheinbarer Synonyme, die irgendein Merkmal oder ein Gefühlswert vom Grundbegriff trennt, möglich. Und dann: erst lebendig wird die Synonymik, wenn sie in Verbindung mit der Wortgeographie und an der Hand von Wortkarten sichtbar vor uns tritt; erst dann ist die Lagerung, Verschiebung, Wanderung und Vermischung der Synonyme ersichtlich, und eine viele Fehlerquellen aufweisende bloße Aufzählung wird vermieden. Der notwendig erscheinende Ergänzungsband wird deshalb die wichtigsten Synonymenreihen in Verbindung mit Wortkarten darstellen und damit umgekehrt der Wortgeographie, die im Werke selber sich auf die genaue Angabe der Verbreitung des Einzelwortes beschränken mußte, die rechte Geltung verschaffen3). Erst am Schlusse des Werkes ist auch eine viele Fehlerquellen vermeidende Etymologie möglich; erst dann haben wir vor uns sämtliche Umwandlungen eines Wortstammes; erst dann werden wir bewahrt, etwa betš ‚Kerngehäuse des Obstes’ als selbständiges Wort zu begreifen, wenn wir bei der Uebersicht erkennen, daß dies Wort eine Mischung ist aus dem südlich davon gelegenen bets und dem nördlich davon gelegenen ketš, und ebenso bei bruts (dasselbe bedeutend) im Kreise Bernkastel, das aus bets + gruts entstand. Wir glauben also am Schlusse des Werkes Synonymik, Wortgeographie, Wortkarten und Etymologie sicherer und vollkommener gestalten zu können als durch Angaben bei jedem Einzelworte. Diesem Ergänzungswerke wird dann noch die lexikalische Behandlung rheinischer Krämersprache hinzugefügt werden.

III. Quellen des Wörterbuches; Mitarbeiter; vertretene Orte; Geltungsbereich.

1. Quellen.

a. Gedruckte Quellen. Wenn auch im Verhältnis zu andern deutschen Sprachgebieten die Zahl und der wissenschaftliche Wert der Sonderwörterbücher4) einzelner rheinischer Mundarten nur gering ist, — zudem

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betreffen diese durchweg Stadtmundarten —, so verteilen sie sich doch über die Hauptgebiete unserer Mundart, wobei freilich das Gebiet nördlich der Benrather Linie nur durch zwei Arbeiten vertreten ist.

Dazu trat die ergebnisreiche Ausschöpfung der Arbeiten über einzelne Mundarten und größere Mundartgebiete, wie sie meist in Dissertationen zur Lautlehre5) und zur Dialektgeographie niedergelegt sind; diese

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Arbeiten verteilen sich freilich nicht gleichmäßig über unser ganzes Gebiet; wichtig indes ist die Tatsache, daß der Mangel an niederfränkischen Sonderwörterbüchern dadurch ziemlich ausgeglichen wird, daß dieses Gebiet vollständig lautgeographisch bearbeitet ist. Jedenfalls stützt sich die lautliche Darstellung jedes Stichwortes auf diese zahlreichen Arbeiten, und eine große Menge von Idiotismen ist ihnen entnommen.

Ebenso wurde die Literatur in rheinischer Mundart in Prosa und Poesie, soweit sie zu erreichen war, völlig ausgeschöpft; freilich verteilt sie sich sehr ungleichmäßig über unser Gebiet und betrifft meist eine Stadtmundart (vor allem Köln und Aachen); außerdem ist sie doch nur mit einer gewissen Vorsicht verwendbar, da besonders in der syntaktischen Fügung die Schriftsteller sich allzusehr von dem schriftdeutschen Vorbild leiten lassen.

Dazu bot die Heimatliteratur, wie sie in der Ortsliteratur, in Heimatblättern, meist Beilagen zu Tageszeitungen, in den Veröffentlichungen der Heimatvereine, des Vereins für rheinische und westfälische Volkskunde und in den Heimatkalendern ein umfangreiches Material besonders an Redensarten6), Sprichwörtern, Rätseln, Reimen und anderem volkskundlichem Stoffe.

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Im Wörterbuch sind diese gedruckten Quellen an der Stelle, wo sie in der Tat ausgeschöpft sind, nicht als solche genannt; ist etwa ein Wort oder eine Redensart nur von diesen beigebracht, so steht neben dem betreffenden Orte die entsprechende Jahreszahl; nur bei Wilh. Waldbrühl, Rhingscher Klaaf (abgekürzt RhKlaaf), Opladen 1869, ist eine Ausnahme in den Fällen gemacht, wo dieser nicht ganz zuverlässige Heimatschriftsteller in seinem dem Buche angehängten Idiotikon der Mundart der unteren Wupper allein ein Wort überliefert, das zu Zweifeln Anlaß gibt; ebenso bei Montanus, Die deutschen Volksfeste, Volksbräuche und deutscher Volksglaube in Sagen, Märlein und Volksliedern, Iserlohn o. J. (bergisches Material enthaltend, abgekürzt Montanus); auch P. J. Rottmann, Gedichte in Hunsrücker Mundart, 4. Aufl. Kreuznach 1874, aus denen mancher Ausspruch als Redensart unter dem Volke weiterlebt, ist oft als Urheber einer solchen Redensart genannt.

Dieser sonst allgemeine Verzicht auf Quellenangaben wurde durch die Notwendigkeit der Raumersparnis aufgezwungen; es muß die Versicherung genügen, daß alle erreichbaren und gedruckten Quellen, deren vollständiges Verzeichnis dem Schlußbande beigefügt wird, gewissenhaft ausgeschöpft sind.

b. Ungedruckte Quellen. Eine Anzahl ungedruckter, vollständiger Ortsidiotika, die z. T. bis 1860 zurückreichen, wurden uns von den Erben der verstorbenen Verfasser oder von Bibliotheken zur Verfügung gestellt7).

Den wertvollsten Bestand unserer Sammlungen bilden die seit 1904 bei uns eingegangenen freien Aufzeichnungen bewährter Mitarbeiter, deren Zahl mit 1200 nicht zu hoch gegriffen ist; manche dieser treuen Mitarbeiter haben ihre Sammlung im Laufe der Jahrzehnte zu vollständigen Ortswörterbüchern erweitert, und es ist kein Sprachgebiet zu nennen, aus dem nicht mehrere solcher Idiotica vorliegen; so zählt der Kreis Bitburg allein deren 10. Wertvoll sind diese freien Aufzeichnungen besonders durch die genaue Bedeutungsangabe, die bei der folgenden Kategorie mangelt.

Um möglichst viele Orte zu erfassen, und bemerkbare Lücken der Sammlungen auszufüllen, vor allem um die Grundlage zur Wortgeographie zu gewinnen, wurden von 1906 bis jetzt 46 Fragebogen zu je 50—70 Einzelfragen nach durchschnittlich 1000 Orten versandt; das Wortmaterial, das durch diese eingescheuert werden konnte, ist beträchtlich, krankt aber oft an ungenauer Bedeutungsangabe, da ja die Bedeutung selber in den Fragen vorgeschrieben ist. So sind bei diesem Material sehr oft Nachfragen notwendig. Der Fragebogen 38, der durch 3200 Orte ging, ermöglichte die Zeichnung von

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70 Wortkarten, die dem Ergänzungsbande mit noch anderen beigegeben werden sollen. Das auf diese vielfache Weise zusammengekommene Wortmaterial ist auf etwa 4 Millionen Einzelzettel verzettelt, und täglich noch vermehrt der Fleiß treuer Mitarbeiter diese Zahl; weitere Fragebogen werden herausgehen, neue Mitarbeiter werden geworben (unsere jetzige Liste weist 1220 Namen auf), und so wird die Sammlung zur Ergänzung des Stoffes bis zum Schlusse des Werkes fortgesetzt werden.

2. Unsere Mitarbeiter.

Alle Kreise unseres Volkes haben die Mitarbeiter gestellt; allen weit voran die rheinische Lehrerschaft, ohne deren Hilfe weder die Sammlung noch die Ausarbeitung möglich gewesen wäre; besonders auch die alten rheinischen Lehrerseminare haben durch Beantwortung der Fragebogen die Grundlage zur Wortgeographie legen helfen. Und ein weiteres, großes Verdienst hat die rheinische Lehrerschaft sich dadurch erworben, daß sie die Veröffentlichung ihres Werkes (so dürfen wir es nennen) durch zahlreiche Bestellungen erst ermöglichte. In der Zeit von 1904—1928 haben etwa 14000 Heimatgenossen ihre Dienste dem Heimatwerk geliehen und der eine mehr, der andere weniger dazu beigetragen, daß das Rheinische Wörterbuch in der jetzigen Gestalt erscheinen konnte.

3. Zahl der belegten Orte.

Diese Mitarbeiter verteilen sich auf rund 4000 Orte, die besonders durch die Beantwortung unserer Fragebogen vertreten sind. Im Schlußbande wird das Verzeichnis der vertretenen Orte gedruckt werden; bei jedem Orte sollen die Namen derjenigen Mitarbeiter genannt werden, die uns aus diesem Wortmaterial einsandten; deshalb müssen wir hier, freilich ungern, darauf verzichten, wenigstens die treusten und erfolgreichsten Mitarbeiter zu nennen.

4. Der Geltungsbereich des Wörterbuches

ist nach einem gleichmäßig durchgeführten Beschlusse der Deutschen Kommission das politische Gebiet der Provinz, da nur hier eine Sammelorganisation wirksam geschaffen werden konnte. So umschließt also das Rheinische Wörterbuch die Rheinprovinz mit der oldenburgischen Enklave Birkenfeld, aber mit Ausschluß der Exklave Wetzlar, die naturgemäß dem Hessen-Nassauischen Wörterbuch zufiel; es begreift aber auch in sich die durch das Geschick uns entfremdeten, aber deutsch, rheinisch gebliebenen Gebiete, das Saargebiet, Malmedy und Eupen; dazu wurde der westfälische Kreis Siegen, das fränkische Siegerland, mit hineinbezogen, da dies in einem westfälischen Wörterbuch kaum einen Platz gefunden hätte.

IV. Form und Anordnung der Stichwörter.

1. Form des Stichwortes.

a. Die Wörter, die die Mundart mit dem Schriftdeutschen gemein hat, sind in schriftdeutscher Form angesetzt; Verweise auf die vielfachen lautlichen Unterschiede der mundartlichen Entsprechungen sind nur dann angebracht, wenn der Vokal des Wortes in irgendeinem Gebiete anders zu bewerten ist als im schriftdeutschen Worte; so ist fus ʻFischʼ unter Fisch, funk ʻFinkʼ unter Fink, flχ ʻFlechteʼ unter Flechte mit behandelt, aber unter Fusch, Funk, Flöch ist auf das jeweilige Stichwort ver wiesen. Ebenso mußte auf die mundartliche Form verwiesen werden, wenn aus

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der Bedeutung die Zugehörigkeit zum schriftdeutschen Stichwort sich nicht ohne weiteres ergab; rdiχ ʻsonderbarʼ stellt nicht jeder sofort zu artig, worunter es behandelt werden mußte; es war also ein verweisendes Stichwort ärdig = sonderbar s. artig angebracht. Dann und wann mußte bei Wörtern mit schließendem -pf das Stichwort mit -p angesetzt werden, weil die mundartlichen Ableitungen dieses Wortes in der Schriftsprache fehlen und sie in schriftdeutscher Form kaum aussprechbar sind; so ist bei dumpf auf dump verwiesen, unter welchem Hauptstichwort die ganze Ableitungsreihe behandelt werden mußte, weil man nicht dümpfsen ansetzen kann.

Im übrigen setzen wir voraus, daß jeder Wörter wie :vənt, :dəm, bām, bux, būk, nęit usf. unter Abend, Atem, Baum, Bauch, Nacht aufsucht, auch ohne daß ihn Verweise von mundartlichen Formen auf das schriftdeutsche Stichwort leiten.

b. Wörter, die nur der Mundart eigen sind, haben ein Stichwort, das dem Schriftdeutschen angeglichen ist und das die etymologische Grundform erkennen läßt; der Vokalismus des Stichwortes ist in der Form angesetzt, wie ihn das Wort haben würde, wenn es im Schriftdeutschen vorkäme; also für b:γən b:n ʻsich wehrenʼ ist bagen als Stichwort gewählt, weil : auf mhd. â zurückgeht, für dølken ʻRauch entwickelnʼ ist dülken angesetzt, weil geschlossenes ø schriftdeutschem ü entspricht. Im Konsonantismus ist bei diesen Wörtern der mitteldeutsche Lautstand gewahrt; wir setzen also für døpən ‚Topf’ Düppen an, nicht Tüpfen, für tapən tappen, nicht tapfen, für dudərn duddern, nicht duttern.

Bei diesen lautlich oft vielgestaltigen Wörtern ist an Verweisen nicht gespart; unter Bacht ʻUnratʼ sind vereinigt Formen wie bāxt, bōĭχt, bχ, bt, bx, bǫut, bęit; für jede dieser Formen ist an alphabetischer Stelle ein Verweis auf das Hauptstichwort Bacht angebracht; nur wo es sich bei den mundartlichen Formen um Senkung von u zu o, ü zu ø, i zu e handelt, sind in der Regel Verweise (etwa von Dottel ʻHagebutteʼ zu Duttel) gespart.

2. Anordnung der Stichwörter.

Die Anordnung der fettgedruckten Grundwörter ist alphabetisch; an jedes dieser Grundwörter schließen sich die dazugehörigen Zusammensetzungen und Ableitungen, insofern sie dieselbe Stammsilbe haben, in Sperrdruck an, und zwar so, daß zunächst die Zusammensetzungen (Komposita), dann in alphabetischer Folge die Ableitungen stehen. Zu den Substantiven also stellen sich die Komposita, deren Bestimmungswort das Hauptstichwort ist, und zu den Verben die Komposita mit ab-, an-, auf-, aus-, be-, bei-, durch-, ein-, ent-, er-, ge-, nach-, über-, um-, ver-, vor-, zer-, zu-; die Verbalkomposita mit achter-, after-, baußen-, binnen-, boben-, bunten-, da-, dar-, darauf- (usf.), her-, herab- (usf.), hin-, hinab- (usf.), hinter-, mit-, ober-, unter-, wider-, zurück-, zusammen-, zwischen-, deren Bedeutungsentwicklung in einem Gesamtüberblick behandelt werden konnte, sind dabei unter diesen Adverbien nachzusehen.

Diese Anordnung zerstört freilich die glatte alphabetische Anordnung des Gesamtwortmaterials; an gehöriger alphabetischer Stelle sind indes die Ableitungen durch Verweise auf das Grundwort alphabetisch eingeordnet.

Die Anordnung mußte der Raumersparnis wegen gewählt werden. Sie ermöglicht es aber auch, das Leben und die Ausbildung eines Wortstammes gründlich zu verfolgen.

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V. Gliederung des Einzelartikels.

1. Dem fett oder gesperrt gedruckten Stichwort in der oben gekennzeichneten Form folgen die mundartlichen Formen des Wortes in phonetischer Umschrift (s. die Deutung derselben S. XIX); hierbei haben wir darauf verzichten müssen, jede Qualität der Vokale zu bezeichnen; so unterscheiden wir nicht offenes und geschlossenes i, u, ü; die vielfachen Stufen zwischen reinem a über dumpfes a (ą, å, ao) zu reinem ǫ (offenem o) sind für die Grammatik wichtiger als für das Wörterbuch. Das Rheinische besitzt verschiedene offene e-Laute vom überweiten (ε, æ) bis zu einem verengten; alle sind gleichmäßig mit ę wiedergegeben; die moselfränkischen und kleverländischen überweiten ę sind also nicht besonders bezeichnet; b, d, g, stimmhafte Medien, vertreten auch für das Rheinfränkische und Moselfränkische die stimmlosen Medien; die verschieden starke Aspiration bei p, t, k ist nicht besonders angedeutet. Die Verteilung der Tongipfel ist nur dann bezeichnet, wenn sie vom Schriftdeutschen abweicht, wobei ˏ den Hauptton, ˋ den Nebenton, ˘ die unbetonte Silbe bezeichnet; die Fremdwörter sind sämtlich mit den Angaben ihrer Betonung versehen. Der sogenannte Rheinische Akzent8), die Schärfung der langen Vokale und der Kurzvokale + Liquida oder Nasal (vgl. Nom. Sg. bōm Baum, Dat. Sg. bō:m, Nom. Pl. b:m; Imperat. zeŋ singe, Infinit. ze·ŋ.ən ist durch : oder ·. bezeichnet, d. h. die Langvokale, durch die Schärfung bis zur Halblänge gekürzt, vereinigen in sich Hoch- und Tiefton, die sich bei Kurzvokal + Liquida oder Nasal auf Vokal und Liquida oder Nasal verteilen; die Schärfung der Kurzvokale + stimmhafter Konsonanz, die in bestimmten Gebieten auch zu beobachten ist, bleibt unbezeichnet. Ist der Konsonantismus des mundartlichen Wortes gleich dem des Stichwortes, so wird nur die Qualität des Vokales angegeben (- a -, - ā -, - ę - usf.); tritt eine Mundart hinzu, die einen Unterschied des Konsonantismus aufweist, so ist dieser anders geartete Konsonant hinzugefügt; bei allen Angaben mit - a -, - ā -, - ę - usf. ist also der unmittelbar vorher angegebene Konsonantismus einzusetzen.

Im übrigen beschränkt sich die Angabe der lautlichen Formen auf die typische Gestaltung des Lautes in den Hauptgebieten der rheinischen Mundart [Rheinfränkisch, Moselfränkich, Ripuarisch, Bergisch, Südniederfränkisch (linksrheinisch von der Benrather Linie bis zur Uerdinger Linie), Kleverländisch, wozu auch die Mundarten nördlich der Ruhr gestellt sind (lautliche Unterschiede dieser Mundarten sind besonders angeführt)], wodurch natürlich kein Urteil über die Gliederung der rheinischen Mundart abgegeben werden soll; denn nicht eine Lautlinie trennt diese Hauptgebiete, sondern ein Linienbündel, dessen einzelne Linien oft weit auseinanderliegen; deshalb sind auch für einzelne Laute bei einem bestimmten Stichworte die Grenzlinien oft angegeben, wobei die vom Sprachatlas des Deutschen Reiches in Marburg durch Herrn Professor Ferd. Wrede uns freundlich zur Verfügung gestellten rheinischen Pausen9) und die dialektgeographischen Arbeiten über rheinische Dialekte uns

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leiteten; auf diese bei einem Einzelwort angeführte Lautlinie wird in analogen Fällen stets verwiesen. Immerhin ist auch der Vielgestaltigkeit der lautlichen Entwicklung in den angegebenen Hauptgebieten dadurch Rechnung getragen, daß in eckiger Klammer wesentlich abweichende Lautungen, besonders individuelle Lautgestaltungen meist mit genauer Angabe des Geltungsbereiches angeführt sind.

Es ist nicht Aufgabe eines Wörterbuches, die Stelle einer Grammatik zu vertreten. Das Rheinische ist zudem in der glücklichen Lage, daß es schon große Gebiete umfassende dialektgeographische Arbeiten (s. S. VII, Fußnote) besitzt und daß die Arbeiten von Theodor Frings10) eine Zusammenfassung der wichtigsten dialektgeographischen Forschungsergebnisse unter dem Gesichtspunkte der Sprachgeschichte einer Landschaft bringen. Eine Gesamtgrammatik der rheinischen Mundart, zu der die Vorarbeiten schon weit gediehen sind, wird von Theodor Frings vorbereitet, so daß dieses große Werk in glücklichster Weise das Rheinische Wörterbuch ergänzen wird.

2. Mit der Darstellung der Laute ist die Angabe der Verbreitung des Wortes verbunden. Wenn wir auch noch nicht durch Skizzen die Wortgeographie verdeutlichen können, so ist doch auf diese der größte Wert gelegt worden; vielfach konnte die genaue Grenze von Wörtern Ort für Ort angegeben werden; meist aber sind bei größeren oder kleineren Verbreitungsräumen, die durch Landschaftsnamen bezeichnet werden konnten, südliche und nördliche oder westliche und östliche Grenzorte genannt.

Im übrigen wurde der Verbreitungsraum durch allgemeine Landschaftsnamen (Eifel, Hunsrück, Westmoselfränkisch, Bergisch usf.) oder durch die Namen der politischen Kreise11) bezeichnet, wenn das betreffende Wort in diesen Räumen entweder Ort für Ort oder doch aus den verschiedensten Richtungen so zahlreich bezeugt war, daß eine Allgemeinverbreitung in diesen Räumen anzunehmen ist; meist ist durch besondere Nachfrage diese Ansetzung bestätigt worden.

Ist also bei einem Worte die Lautgestaltung durch das Rheinfränkische, Moselfränkische, Ripuarische, Bergische, Südniederfränkische, Kleverländische

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verfolgt, so besagt dies, daß das Wort in der ganzen Provinz verbreitet ist. Erstreckt sich die lautliche Angabe nur auf bestimmte einzelne Landschaftsgebiete oder politische Kreise, so bedeutet dies die Verbreitung des Wortes in diesen beschränkten Räumen; man wird erkennen, wie sich hierbei bestimmte Gebiete als Einheit herausstellen, etwa das Westmoselfränkiche, das Oberbergische, der Selfkant usf. Sind bei der lautlichen Darstellung nur Einzelorte angegeben, so besagt dies, daß die Verbreitung nur aus diesen bezeugt ist und daß nachträgliche Erhebungen wohl einzelne Belegorte hinzugefügt haben, daß aber ein geschlossenes Verbreitungsgebiet auch durch diese sich nicht ermitteln ließ; es handelt sich meist um verstreut liegende Restwörter, die oft genug nur an den Rändern unseres Gebietes auftreten, sei es nur im Westen oder Osten (oder im Norden) oder beiderseitig.

3. Es folgt die Angabe der grammatischen Beziehungen, der Flexion, des Geschlechts.

4. Nach dem Doppelpunkte setzt die oft vielgestaltige, gegliederte Bedeutungsentwicklung des Wortes ein; gilt eine Bedeutung für das ganze Verbreitungsgebiet des Wortes, so ist dies durch die Angabe ‚Allg.‘ (allgemein) angedeutet; beschränkt sich eine der Bedeutungen auf einen bestimmten Raum, so ist dieser genauer bezeichnet. Durch wenige charakteristische Einzelsätze ist zunächst bei jeder Bedeutung der syntaktische Gebrauch des Wortes in der angegebenen Bedeutung klargelegt. Dann folgen Redensarten, Sprichwörter, Rätsel, Kinderreime und Volkskundliches. Diese Belegsätze sind nur in einer bestimmten Mundart, bald aus diesem, bald aus jenem Gebiet der Verbreitung angeführt; diese Mundart ist sofort hinter dem betreffenden Satze genannt; gilt der Satz auch für die gesamte Verbreitung des Wortes, so ist Allg. hinzugefügt.

Im übrigen sind die Belegsätze durchaus in der betreffenden Mundart wiedergegeben, jedoch nicht in phonetischer Umschrift, sondern in einer dem neuhochdeutschen Schriftbilde angeglichenen Form, damit sie jeder ohne Schwierigkeit lesen kann; in Klammern sind schwierigere Formen und Wörter erklärt. Das Stichwort innerhalb des Satzes erscheint abgekürzt mit dem Anfangsbuchstaben.

VI. Die beigegebene Karte.

Die Karte dient nur dazu, daß der Benutzer des Wörterbuches die Verbreitungsräume der Wörter leicht übersehen kann; es genügte dazu, daß die Kreisorte, einzelne immer wiederkehrende Orte und die Landschaftsnamen eingetragen wurden; die wenigen Lautlinien, wie auch die im Groben eingezeichneten laut- und wortgeographischen Räume (Westmoselfränkisch, Kleverländisch usf.) sollen keine endgültige Darstellung der Laut- und Wortgeographie bedeuten.

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So erscheint denn das Rheinische Wörterbuch in einer Gestalt, die die Begründer und Bearbeiter des Wörterbuches von Anfang an nicht beabsichtigt haben. Die Not der Zeit erzwingt diese Form; doch hoffen wir, daß sie gegen-

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über der ursprünglich geplanten für den Benutzer auch gewisse, nicht unwesentliche Vorzüge haben wird. Daß wir aber nicht erst bessere Zeiten anwarteten, um den ursprünglichen Plan durchzuführen, wird jeder verstehen, der die Forderungen unserer Zeit erkennt. Wenn irgendwo, so tritt in seinem Sprachschatze des Volkes Eigenart hervor; und daß diese Eigenart des rheinischen Volkes deutsch ist, wird jeder, der nur einige Seiten des Wörterbuches mustert, erkennen. Diesem Volke selber aber, das von wirtschaftlicher und geistiger Not zugleich bedrückt ist, den Born zu erschließen zur Erquickung in schwerer Sorge, das ist eine Aufgabe, die das Rheinische Wörterbuch sich vor allem gestellt hat. Zudem haben unsere heimattreuen Landsleute ein Anrecht darauf, schon zu Lebzeiten den Erfolg ihrer treuen Sammelarbeit zu sehen, und die Erfahrung des von Anfang an beim Werke tätigen Bearbeiters auszunutzen, schien doch nur eine praktische Forderung zu sein. So möge denn der erste Band des Rheinischen Wörterbuches hinausgehen zu unsern Stammesbrüdern und zu allen denen, die rheinische Eigenart in ihm erkennen wollen. An ihnen ist es nun, die Fortsetzung des Wörterbuches zu ermöglichen, damit es dereinst heißen möge, daß in Rheinlands schwerster Zeit ein Heimatswerk geschaffen wurde, das auch noch die rheinischen deutschen Enkel und Urenkel erfreuen soll.

Bonn und Leipzig im März 1928.

Der Redaktionsausschuß

Th. Frings. R. Meißner. J. Müller.

1) J. Franck, Das Wörterbuch der rheinischen Mundarten, Sonderabdruck aus der Westdeutschen Zeitschr. für Geschichte und Kunst, Trier 1908; Josef Müller, das Rheinische Wörterbuch, seine Geschichte und seine Aufgabe, Zeitschr. für Deutschkunde 1925, 470—484.

2) Dem ersten Verlage, der Firma Kurt Schroeder, Bonn, können wir nicht genug danken, daß er in schwerster Zeit den Mut fand, den Verlag des noch ungesichert erscheinenden Werkes zu übernehmen; ebenso sind wir zu Dank verpflichtet dem jetzigen Verleger, Herrn Fritz Klopp, Bonn, der dem Werk von Anfang an nahe geststanden hat und es von Lieferung 9 ab in seinem Verlag tatkräftig und umsichtig weiterführt.

3) Auf folgende Arbeiten zur rheinischen Synonymik und Wortgeographie sei als vorläufigen Ersatz hingewiesen: Theod. Frings, Aus der Werkstatt des Rheinischen Wörter buches, Zeitschrift für deutsche Mundarten 1923, 205 f. (Mutterschwein, der weibliche und männliche Hund, Zwiebel, kriechen, wohl); ders., Aus der Wortgeographie der Rhein- und Niederlande, Festschrift für O. Behaghel, Heidelberg 1924, 194 f. (Hose und Weste, Grum- met, Euter, Kartoffel, Hausgang und Tenne, Maulwurf); ders., Zur Geographie der Geschichte von Ostern, Samstag, Mittwoch im Westgermanischen, Indogermanische Forschungen 45, 276 f.; Jos. Müller, das Rheinische Wörterbuch, seine Geschichte und seine Aufgabe, Zeitschr. für Deutschkunde 1925, 470 f. (Schrank, Peitsche, Speicher); ders., Zeitschr. des Vereins für rhein. und westf. Volkskunde 1925, 45 f. (Kaulquappe), 1927, 118 f. (Holunder); ders., Purzelbaum, Zeitschr. für deutsche Mundarten 1916, 371 f., Huckepack ebd. 1917, 3 f.; Joh. Schmelzer, Unterschiede zwi- schen dem süderländischen und siegerländischen Wortschatz, Diss. Münster 1906; H. Schmoeckel, Das Siegerländer Bauernhaus nach seinem Wortschatz dargestellt, Diss. Bonn 1912; Geschichtlicher Handatlas der Rheinprovinz, Köln, Bonn 1926, Karte 55 a Speicher, 55 b Zwiebel.

4) K. Chr. L. Schmidt, Westerwäldisches Idioticon, Hadamar und Herborn, 1800; Schwalb, Sammlung und Erklärung der landschaftlichen, zum Teil eigentümlichen Wörter an der Ober- und Mittelsaar, Progr. Saarbrücken 1833, 1848; Müller und Weitz, Die Aachener Mundart, Aachen und Leipzig 1836; H. Schütz, Das Siegerländer Sprachidiom, Progr. I Siegen 1845, II 1848; J. H. Schmitz, Sitten und Sagen, Lieder, Sprichwörter und Rätsel des Eifeler Volkes, nebst einem Idioticon, Trier 1856—58; Th. Laven, Gedichte in trierischer Mundart, mit Glossar, Trier 1858; Wilh. Waldbrühl, Rhingscher Klaaf (angehängtes Wörterbuch), Opladen 1869; I. Wegeler, Wörterbuch der Koblenzer Mundart 1869; 2. Aufl., bearbeitet von K. Schwarz 1907; M. Fuß, Etymologie nordrheinisch fränkischer Provinzialismen, Progr. I Bedburg 1873, II Düren 1877, III Düsseldorf 1880; Fritz Hönig, Wörterbuch der Kölner Mundart, Köln 1877; 2. Aufl. 1905; Dürener Volkstum, eine Sammlung von Redensarten, Sprichwörtern, Rätseln, Spielen usw. nebst einem Wörterbuche der merkwürdigsten in der Dürener Volkssprache vorkommenden Ausdrücke von P. J. Fischbach und J. van der Giese, herausgegeben von H. J. Werners, Düren 1880; Richard Freudenberg, Soitelsch Plott (Süch- telner Plattdeutsch) mit Wörterverzeichnis und Dialektproben, Viersen 1888; Julius Leithaeuser, Gallicismen in niederrheinischen Mundarten, Progr. Barmen I 1891, II 1894; Jakob Heinzer- ling, Probe eines Wörterbuches der Siegerländer Mundart, Leipzig 1891; A. Hecking, Die Eifel in ihrer Mundart, Prüm 1890; Ludwig Florax, Französische Elemente in der Volks- sprache des nördlichen Roergebietes, Progr. Viersen 1893; Aug. Tonnar uud Wilh. Evers, Wörterbuch der Eupener Sprache, mit sprachvergleichenden Worterklärungen von Wilh. Alten- burg, Eupen 1899; Erich Leihener, Cronenberger Wörterbuch (mit ortsgeschichtlicher, gram- matischer und dialektgeographischer Einleitung), mit einer Karte, Deutsche Dialektgeographie II, Marburg 1908; Wörterbuch der Elberfelder Mundart nebst Abriß der Formenlehre und Sprach- proben (herausgeg. von Bruno Buchrucker), Elberfeld 1910; Karl Dunkelberg, Rheinschiffahrtslexikon, Erklärung der Fachausdrücke für die Geschäfts- und Gerichtspraxis, Duisburg 1910; Joh. Ludwig Rovenhagen, Wörterbuch der Aachener Mundart, Aachen 1912; Julius Leithaeuser, Volkskundliches aus dem Bergischen Lande, I. Tiernamen im Volksmunde, Barmen 1906, II. Bergische Pflanzennamen, Elberfeld 1912; Klaus Scholl, Die Mundarten des Kreises Ottweiler (darin S. 85—157 ein Wörterbuch), Straßburg 1913; Friedrich Schön, Wörterbuch der Mundart des Saarbrücker Landes, nebst einer Grammatik der Mundart, Saarbrücken 1922; P. Christa, Wörterbuch der Trierer Mundart mit Sprachgesetzen derselben und Sprachproben in Prosa und Poesie, Honnef 1927.

5) Von Süden nach Norden geordnet: R. Martin, Untersuchungen zur rhein-moselfränkischen Dialektgrenze, Deutsche Dialektgeographie XI a, Marburg 1914; Carl Kirchberg, Laut- und Flexionslehre der Mundart von Kirn a. d. Nahe, Diss. Straßburg 1905; Baldes, Die Birkenfelder Mundart, ein Beitrag zur Kenntnis des Südmittelfränkischen. 1. Die Lautlehre. A. Der Vokalismus, Progr. Birkenfeld 1895. B. Der Consonantismus, Progr. Birkenfeld 1896; Klaus Scholl, Die Mundarten des Kreises Ottweiler, Diss. Straßburg 1913; Peter Frisch, Studien zur Grenze des Mosel- und Rheinfränkischen im Süden des Reg.-Bez. Trier, Diss. Bonn 1911; Aloys Lehnert, Studien zur Dialektgeographie des Kreises Saarlouis, Rhein. Beiträge und Hülfsbücher zur germanischen Philologie, Band 12, Bonn 1926; Ernst Fuchs, Die Merziger Mundart. T. 1: Vokalismus, Diss. Heidelberg, Darmstadt 1903; Hans Thies, Versuch einer Lautlehre der Mundart von Saarhölzbach, Diss. Greifswald 1912; Johann Georg Ballas, Beiträge zur Kenntnis der Trierischen Volkssprache, Trierisches Archiv, Ergänzungsheft 3, Trier 1903; Aloys Thomé, Untersuchungen zum Vokalismus der moselfränkischen Mundart von Kenn, Diss. Bonn 1908; Johannes Ludwig, Lautlehre der moselfränkischen Mundart von Sehlem (Reg.- Bez. Trier), Diss. Freiburg i. Br. 1906; Theodor Büsch, Ueber den Eifeldialekt, Ein Beitrag zur Kenntnis des Mittelfränkischen, Progr. des Progymnasiums zu Malmedy 1888; Emil Hommer, Studien zur Dialektgeographie des Westerwaldes, Deutsche Dialektgeographie IV, Marburg 1910; J. Heinzerling, Ueber den Vokalismus und Konsonantismus der Siegerländer Mundart, Diss. Marburg 1871; Bernh. Schmidt, Der Vokalismus der Siegerländer Mundart, ein Beitrag zur fränkischen Dialektforschung, Halle a. d. S. 1894; Hermann Reuter, Beiträge zur Lautlehre der Siegerländer Mundart, Diss. Freiburg i. Br. 1903; Joseph Müller, Untersuchungen zur Lautlehre der Mundart von Aegidienberg, Diss. Bonn 1900; Wilh. Müller, Untersuchungen zum Vokalismus der stadt- und landkölnischen Mundart, Diss. Bonn 1912; Ferdinand Münsch, Grammatik der ripuarisch-fränkischen Mundart, Bonn 1904; Arnold Jardon, Grammatik der Aachener Mundart. I. Teil: Laut- und Formenlehre, Aachen 1891; Bauerfeind, Einige sprachliche Eigentümlichkeiten aus dem Wuppertale, Progr. Barmen- Wupperfeld 1875—76; R. Münchgesang, Sprachliche Eigentümlichkeiten des Bergischen Landes, Barmen 1891; August Schönhage, Bergische und andere Sprachsünden, Elberfeld 1897; Max Hasenclever, Der Dialekt der Gemeinde Wermelskirchen, Diss. Marburg 1904; E. Holthaus, Die Ronsdorfer Mundart, Z. f. d. Phil. 19, 339—421; F. Holthausen, Die Remscheider Mundart, Beitr. 10, 403—546; Otto Lobbes, Nordbergische Dialektgeographie, Deutsche Dialektgeographie VIII, 1—80, Marburg 1915; Theod. Greferath, Studien zu den Mundarten zwischen Köln, Jülich, M.-Gladbach und Neuß, Deutsche Dialektgeographie XI b, Marburg 1922; Peter Engels, Zur Grenze der Lautverschiebung zwischen Mittel- und Niederfranken, Diss. Münster 1904; A. Röttsches, Die Krefelder Mundart und ihre Verwandtschaft mit dem Altsächsischen, Angelsächsischen und Althochdeutschen, Deutsche Mundarten 1877, 36—91; auch besonders Halle 1875; Theodor Frings, Studien zur Dialektgeographie des Niederrheins, Deutsche Dialektgeographie V, Marburg 1910; Jakob Ramisch, Studien zur niederrheinischen Dialekt- geographie, Deutsche Dialektgeographie I, Marburg 1906; Paul Meynen, Ueber die Mundart von Homberg am Niederrhein, Diss. Leipzig 1911; Joh. Gerling. Die Clevische Volksmundart, Progr. Wesel 1841; Albert Hanenberg, Studien zur niederrheinischen Dialektgeographie zwischen Nymegen und Ürdingen, Deutsche Dialektgeographie VIII. 179—277, Marburg 1915; Emil Maurmann, Grammatik der Mundart von Mülheim a. d. Ruhr, Leipzig 1898 (Samm- lung kurzer Grammatiken deutscher Mundarten, hrsg. von Otto Bremer, Bd. IV); Wilhelm Meyer-Marckau, Unsere hochdeutsche Sprache in ihrem Duisburger Alltagsgewande, Nieder- rheinische Sprachbilder, Heft 1, Duisburg 1893; F. Koch, Die Laute der Werdener Mundart in ihrem Verhältnis zum Altniederfränkischen, Altsächsischen, Althochdeutschen, Progr. Aachen 1879; besonders erschienen unter dem Titel: Laut- und Flexionslehre der Werdener Mundart I; Heinrich Neuse, Studien zur niederrheinischen Dialektgeographie in den Kreisen Rees, Dinslaken, Hamborn, Mülheim, Duisburg, Deutsche Dialektgeographie VIII, 83—176, Marburg 1915; Fr. W. Wahlenberg, Die niederrheinische Mundart und ihre Lautverschiebungsstufe, Köln 1874; Karl Schwarz, Das intervokalische -g- im Fränkischen (Sprachgeschichtliche Untersuchungen), Straßburg 1914.

6) Abgeschlossene Sammlungen von Redensarten enthalten folgende Bücher: J. Spee, Volkstümliches vom Niederrhein, aus Leuth im Kreise Geldern, Köln 1875; A. Röttsches, Die Krefelder Mundart, Deutsche Mundarten 1877, 77—91; H. Pauly, Sprachdenkmäler des Montjoier Landes, Montjoie 1882; Joerres, Sparren, Spähne und Splitter von Sprache, Sprüchen und Spielen, aufgelesen im Ahrgau, Ahrweiler 1889; Fritz Hönig, Sprichwörter und Redensarten in Kölnischer Mundart, Köln 1895; Josef Koulen, der Stabreim im Munde des Volkes zwischen Rhein und Rur, Progr. Düren 1896; Wilh. Schmitz, die Mischmundart in den Kreisen Geldern, Kempen, Erkelenz, Heinsberg, Geilenkirchen, Aachen, Gladbach, Krefeld, Neuß und Düsseldorf, Dülken 1893; Adolf Altengarten, Das Sülztal, ein Beitrag zur Heimat- und Volkskunde, Euskirchen 1911; M. Schollen, Aachener Sprichwörter und Redensarten, Aachen 1913; Friedr. Sandmann, Müllemsche Sprückwöder und Kalleroten, Mülheim a. d. Ruhr; Festschrift zur 14. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins zu Duisburg, S. 48—105 (auch ein Wörterverzeichnis), Duisburg 1905; Raimund von Beckerath und Eugen Vogelsang, Wie das Volk spricht, Krefeld 1920; G. Krach, Min Modersprok, die Mundart in der ehemaligen Grafschaft Mörs, Mörs 1921; O. Runkel, Su schwätzen mir, Mundartenbuch des Kreises Neuwied, Dierdorf 1927; Theodor Branscheid, Oberbergische Sprachproben, Mundartliches aus Eckenhagen und Nachbarschaft, Band I, Eckenhagen 1927.

7) Die von Stephinsky für Saarlouis 1870, Ahrent für Prüm-Mürlenbach 1860, Schroeder für Prüm-Steffeln 1875, Schreiber für Bitburg-Dudeldorf 1890, Münch für Bergheim-Blatzheim 1890, Stiefelhagen für Gummersbach 1886, Ohligschläger für die Mundart der untern Wupper 1870, Lüttger für Solingen 1870, Kramers für Heinsberg-Dremmen 1886, Rösen für Moers- Xanten 1880.

8) Theodor Frings, Die Rheinische Accentuierung, Vorstudien zu einer Grammatik der rheinischen Mundarten, Deutsche Dialektgeographie XIV, Marburg 1916.

9) S. auch G. Wenker, Das rheinische Platt, den Lehrern des Rheinlandes gewidmet, Düsseldorf 1877, Neudruck in Deutsche Dialektgeographie, hersg. von Ferd. Wrede, Heft VIII, Marburg 1915; G. Wenker, Sprachatlas von Nord- und Mitteldeutschland, 6 Karten (nicht mehr erschienen), Straßburg 1881; Deutscher Sprachatlas, auf Grund des von Georg Wenker begründeten Sprachatlas des Deutschen Reiches und mit Einschluß von Luxemburg in vereinfachter Form bearbeitet bei der Zentralstelle für den Sprachatlas des Deutschen Reichs und deutsche Mundartenforschung unter Leitung von Ferdinand Wrede, 1. Lieferung, Marburg 1926; Herm. Aubin und Jos. Nissen, Geschichtlicher Handatlas der Rheinprovinz, Köln, Bonn 1926, Karten 52—54 (6 Karten); Theod. Frings in Herm. Aubin, Theod. Frings, Jos. Müller, Kul turströmungen und Kulturprovinzen in den Rheinlanden. Bonn 1926, 91—185 (34 Karten).

10) Theod. Frings, Das Alter der Benrather Linie, Paul und Braunes Beiträge 39 (1914), 362 f.; Rheinische Dialektgeographie, Deutsche Literaturzeitung 1915, 2269 f.; Mittelfränkisch- niederfränkische Studien, Paul und Braunes Beiträge 41 (1916/17), 193 f., 42, 177 f.; Rheinische Sprachgeschichte, Essen 1924; in Herm. Aubin, Theod. Frings, Jos. Müller, Kulturströmungen und Kulturprovinzen in den Rheinlanden, Bonn 1926, 91—185.

11) Die Angabe der Kreisstadt allein besagt also, daß das Wort nicht nur in dieser, sondern im ganzen Kreise verbreitet ist; ist das Wort nur für die Kreisstadt bezeugt, so wird Stdt (Stadt) hinzugefügt; im übrigen sind bei Angaben von Einzelorten eines Kreises diese durch Trennungsstrich von dem Namen der Kreisstadt getrennt (Bitb-Mettend Rittersd Wolsf usf., also ohne Komma); ist das Wort durch mehrere einzeln genannte Kreise verbreitet, so sind deren Namen durch Komma getrennt (Trier-Mehring Paschel, Bernk-Lieser Neumagen usf.).