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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Wiesel1 bis Wiesen-betzen (Bd. 6, Sp. 1338 bis 1339)
 
Wiesel1, n.
Wiesel2
Wiesel-fell, n.
Wiesel-haut, f.
Wiesels-pelz, m.
wiesel-wohl, Adj.
Wiesen-bart, m.
Wiesen-bätzen
Wiesen-bauer, m.
Wiesen-beil, n.
Wiesen-betzen, m.
Wiesen-bletz
Wiesen-blume, f.
Wiesen-bocksbart, m.
Wiesen-born, m.
Wiesen-bruch, n.,  m.
Wiesen-brünkel, n.
Wiesen-brunnen, m.
Wiesen-distel, f.
Wiesen-dünger, m.
Wiesen-eck, n.
Wiesen-egge, f.
Wiesen-fuchsschwanz, m.
Wiesen-furt, f.
Wiesen-futter, n.
Wiesen-gärre, f.
Wiesen-garten, m.
Wiesen-gasse, f.
Wiesen-gewanne, f.
Wiesen-ginster, m.
Wiesen-graben, m.
Wiesen-gras, n.
Wiesen-grund, m.
Wiesen-gückel, m.
Wiesen-gülte, f.
Wiesen-hacke, f.
Wiesen-hafer, m.
Wiesen-haue, f.
Wiesen-heu, n.
Wiesen-hobel, m.
Wiesen-huppser, m.
Wiesen-hure, f.
Wiesen-karst, m.
Wiesen-klee, m.
Wiesen-kleid, n.
Wiesen-knopf, m.
Wiesen-kohl, m.
Wiesen-köhl, m.
Wiesen-königin, f.
Wiesen-korb, m.
Wiesen-krebs, m.
Wiesen-kuh, f.
Wiesen-kümmel, m.
Wiesen-land, n.
Wiesen-luft, f.
Wiesen-maus, f.
Wiesen-meier, m.
Wiesen-meister, m.
Wiesen-messer, n.
Wiesen-mühle, f.
Wiesen-nägelchen, n.
Wiesen-pappel, f.
Wiesen-pfad, m.
Wiesen-pfuhl, m.
Wiesen-placken, m.
Wiesen-platz, m.  (n.)
Wiesen-plätz, m.  (n.)
Wiesen-putzen, n.
Wiesen-quelle, f.
Wiesen-quetsche, f.
Wiesen-rech, m.
Wiesen-rechen, n.
Wiesen-rinne, f.
Wiesen-rütscher, m.
Wiesen-schabe, f.
Wiesen-schaumkraut, n.
Wiesen-schleppe, f.
Wiesen-schnarkser, m.
Wiesen-schnur, f.
Wiesen-schübel, m.
Wiesen-seil, n.
Wiesenseil-haspel, f.
Wiesen-stengel, m.
Wiesen-strang, m.
Wiesen-stück, n.
Wiesen-tal, n.
Wiesen-taler, f.
Wiesentaler-hof, m.
Wiesen-wachs, m.
Wiesen-wasem, m.
Wiesen-weg, m.
Wiesen-wolle, f.
Wiesen-zeisel, n.
Wiesen-zins, m.
Wies-graben, m.
Wies-gückel
Wies-lauterhof, ON
Wies-lautern, ON
Wies-weiler, ON
wie-so, Adv.
   Wiesel1 n.:
1. 'Kleinräuber aus der Familie der Marder (Mustelidae), Schädling im Hühnerstall', meist das Mauswiesel (Mustela nivalis), aber auch PfWB Iltis oder Hermelin (Mustela erminea), Wissel (wisəl) [mancherorts ges. Pf außer westl. NPf Heeger Südostpf. 17 Mang 96, 150 Müller Dietschw 72 Schneckenburger 59 Lambert Penns 179], Wessel (wesəl) [KU-Schmittw/O RO-Als Dielkch KB-Kriegsf Mauchh GH-Leimh NPfGV 1926 Nr. 3 S. 18], Wiesel (wīsəl) [vereinzelt]; Dim. Wisselche (wisəlχə) [Lambert Penns 179 Krämer Gal 242], Wissele [ BZ-Dernb GH-Lingf]; Dim. Pl. Wisselcher [mancherorts], Wessle [ GH-Leimh], Wissellich [ BZ-Dernb]; Zs.: PfWB Eierwiesel; e weiß Wesselche 'Hermelin im weißen Winterfell' [ KU-Schmittw/O]; vgl. Maushermel. 's Wesselche saift Aijer aus [ KU-Schmittw/O]. RA.: flink (hortich, munter, kann laafe, kann schluppe) wie e W. [mancherorts, Bernhard 189 Heeger Tiere I 23 Kamm 93 Krieger 20 Ranssweiler 22 Sommer Hausapothek 93 Thielen So rerre mer 124 Wilms Alph. 64 PfL 13. 10. 1923 PfMus. 1926 S. 179 NPfGV Nr. 3 1926 mancherorts Gal], Var.: ... wu uf Kih huppst 'ungelenkig', ironisch [ LU-Friesh]. —
2. 'ein flinker Mensch', bes. von kleinen Mädchen, Wissel, Wessel [BZ-Dernb NPfGV 1926 Nr. 3 S. 18]; Dim. Wisselche [Glass Klutzkopp 131]. ALA II 235. —
3. 'Urin', Wissel [Bergz (Kamm 69)]; vgl. Biwis(chen); Syn. s. PfWB Seich 1. — RhWB Rhein. IX 509/10; LothWB Lothr. 545 Wisel; ElsWB Els. II 869 Wisele.
 
 
Wiesel2 'Straußgras' s. PfWB Wissel.
 
  
Wiesel-fell n.: 'Wieselpelz', Wisselfell [ LU-Opp]. — -haut f.: 'Wieselpelz', -haut [Lambert Penns 179]. Volksgl.: Fieder me Gaul, as g'faundert (engl. founder 'lahmen') is, en fei g'schnittni W. [Fogel Beliefs Penns Nr. 729]. Volksmed.: Fer Kummetbloder du en W. unnich's Kummet [Fogel Beliefs Penns Nr. 742].
 
  
Wiesels-pelz m.: 'Wieselfell', Wisselsbelz [ BZ-Dernb]. Die weiße Wisselsbelz (Pl.) sin arg g'sucht [ BZ-Dernb]. Volksmed.: Der W. wird stillenden Frauen aufgelegt, wenn die Brust wund ist [ BZ-Dernb].
 
  
wiesel-wohl Adj.: 'in angenehmer Befindlichkeit', wisselwuhl [ LA-Wey BZ-Dernb]. Dem esch w. [ BZ-Dernb].
 
 
Wiesen-bart m.: = PfWB Wiesenbocksbart, Wisselbeer [KU-Lauteck (Wilde 273)]. Wilde stellt das Bestimmungsw. zu 'Wiese', das Grundw. zu 'Bart, Bärte' [Marzell IV 737]. — -bätzen s. PfWB Wiesenbetzen. — -bauer m.: 'Bauer, der seinen Hof nahe bei Wiesen hat', -bauer [ PS-Erfw FR-Tiefth]. —

[Bd. 6, Sp. 1339]

-baum 'Ladebaum' s. PfWB Wiesbaum. — -beil n.: 'Gerät zum Aushauen von Rasenstücken für Gräben in einer Wiese', mit einem langen Stiel (wie bei einer Hacke) und bis zu einem halben Meter langer, leicht halbmondförmiger Schneide in Längsrichtung des Beiles, s. Abb. 116, Wissebeil, Wiese- s. PfWB Wiese [mancherorts, Ehrhardt 30 Kleeberger 122]; vgl. PfWB Wiesenmesser. Met 'me Wissebeil uff de Schuller [Albert Oppschuhmacher 10]. Das W. konnte auch im Weinberg beim Einhau eingesetzt werden: »so wird zuerst auf beiden Seiten des Weinbergs die Wingertsschnur an dem Graspfad angelegt und das Orth mit dem W. behauen« [Bronner: Der Weinbau am Haardtgebirge. Heidelberg 1833 24 LA-Rhodt Scharff 189]. Volksbr.: Neulinge in der Gruppe der Wiesenmäher mußten eine Aufnahmeprüfung, eine Mutprobe, über sich ergehen lassen: das Rasieren mit einem schartigen Wiesenbeil. Statt mit Seife eingeschäumt, wurden sie vorher mit einem Strohwisch abgerieben [MHVPf. 4/1874 S. 12 (NW-Mußb) J. Lutwitzi: Mußbachs Vergangenheit 1929 S. 57 Carl Pfalz im Jahr 248]. a. 1787: ein wiesen beill [WernbgVormR]. G. Altenkirch: Wiesenbewirtschaftung. Gersheim-Rubenheim 1989. RhWB Rhein. IX 507 Wiesenbeiel. — -betzen m.: 'kleiner Grasplatz', Wiesebätze [ HB-Höch]; vgl. PfWB Bätzen, PfWB Bitzem.