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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Wiede-hopf bis wieder-holen (Bd. 6, Sp. 1319 bis 1321)
 
Wiede-hopf, m.
Wiede-männlein, n.
wieden, schw.
Wieden+-busch, m.
Wieden-hotte, f.
Wieden-wagen, m.
wieder, Adv.
wieder-bringen, st.,  schw.
wieder-fällig, Adj.
wieder-geben, st.
wieder-holen, schw.
wieder-kauen, schw.
Wieder-kauer, m.
Wieder-kehr, f.
wieder-kehren, schw.
wieder-kommen, st.
wieder-lesen, st.
wieder-sehen, st.
Wieder-täufer, m.
Wiedertäufer-klamm, f.
wiederum, Adv.
Wieder-verkau, m.
Wieder-wachs, m.
Wiede-stange, f.
wief, Adj.
Wiege, f.
wiegeln, schw.
wiegen1, st.
wiegen2, schw.
Wieg(en)-balken, m.
Wieg(en)-gebühr, f.
Wieg(en)-geld, n.
Wieg(en)-haus, n.
Wieg(en)-kind, n.
Wieg(en)-lied, n.
Wieg(en)-meister, m.
Wieg(en)-messer, n.
Wieg(en)-schale, f.
Wieger, m.
Wieger-lohn, m.
wiehern, schw.
Wie-länger-wie-lieber, Gen.?
Wienchen, n.
Wiene, f.
Wiener, Adj.
wienern, schw.
Wies-anger, m.
wiesawie
Wies-bach, ON
Wies-baden, ON
Wies-baum, m.
Wiesbaum-binder, m.
Wiesbaum-halter, m.
Wiesbaum-kopf, m.
Wiesbaum-leiter, f.
Wiesbaum-seil, n.
Wiesbaum-strang, m.
Wiesbaum-strick, m.
Wies-born, m.
Wiese, f.
Wiesel1, n.
Wiesel2
Wiesel-fell, n.
Wiesel-haut, f.
Wiesels-pelz, m.
wiesel-wohl, Adj.
Wiesen-bart, m.
Wiesen-bätzen
Wiesen-bauer, m.
Wiesen-beil, n.
Wiesen-betzen, m.
Wiesen-bletz
Wiesen-blume, f.
Wiesen-bocksbart, m.
Wiesen-born, m.
Wiesen-bruch, n.,  m.
Wiesen-brünkel, n.
Wiesen-brunnen, m.
Wiesen-distel, f.
Wiesen-dünger, m.
Wiesen-eck, n.
Wiesen-egge, f.
Wiesen-fuchsschwanz, m.
Wiesen-furt, f.
Wiesen-futter, n.
Wiesen-gärre, f.
Wiesen-garten, m.
Wiesen-gasse, f.
Wiesen-gewanne, f.
Wiesen-ginster, m.
Wiesen-graben, m.
Wiesen-gras, n.
Wiesen-grund, m.
Wiesen-gückel, m.
Wiesen-gülte, f.
Wiesen-hacke, f.
Wiesen-hafer, m.
Wiesen-haue, f.
Wiesen-heu, n.
Wiesen-hobel, m.
   Wiede-hopf m.: 'der Vogel Wiedehopf (Upupa epops)', ehemals in der ges. Pf verbr., inzwischen selten und nur dem Namen nach (mda. oder schd.) bekannt, Wiedehopp (wīdəhǫb) [ZW-Wiesb RO-Schmalfhf KL-Landstl Samb KB-Eisbg FR-Flomh Maxd Quirnh LU-Limbghf LA-Gommh BZ-Hergw GH-Wörth], Wiedehopf (wīdəhǫbf) [ KU-Einöll Lauteck IB-Seelb KL-Gerhbn PS-Fehrb LU-Hochd Schauh NW-Duttw Gimmdg SP-Berghs Hanhf BZ-Gleisz/Gleishb Ingh GH-Hay Wind Zeisk], Wiederhopf (wīdərhǫbf) [ KU-Albb FR-Battbg NW-Hardbg Herxh], Widdehopp (widəhǫb) [ RO-Schmalfhf KL-Mehlb PS-Lu'wink KB-Eisbg FR-Bobh Mörsch LU-Assh Opp NW-Dürkh LA-Freimh BZ-O'ottb], Widdekopp (widəkǫp) [ NW-Geinsh], Widdehopf (widəhǫbf) [ GH-Lingf], Widderhopf (widərhǫbf) [ LA-Nd'hochstdt], Wiedhopp (wīdhǫb) [ HB-Medh], Widdhopp (widhǫb) [ KB-Gauh], Widdhupp (widhub) [ FR-Studh LU-Oggh], Wierehopp (wīrəhǫb) [ IB-Nd'würzb FR-Gerolsh], Wiererhopf (wīrərhǫbf) [ GH-Hatzbühl], Wirrehopp (wirəhǫb) [ KU-O'eisb KL-Alsbn], Wirrehupp (wirəhub) [ FR-Colgst]; Syn.: PfWB Bupphahn, PfWB Dreckhahn, PfWB Dreckpicker, PfWB Dreckvogel 1 a, PfWB Drehhals 1 b, PfWB Hututut, PfWB Kothahn 1, PfWB Kuckucksküster, PfWB Mistfink 1, PfWB Mistvogel, PfWB Spitz-die-Schar 5, PfWB Stinkhahn, -hals, -vogel, PfWB Sumpfhahn, PfWB Wendehals 2, Wiedekopf, PfWB Wuthahn, PfWB Wutthammel, PfWB Wuttwutt. Volksgl.: »Trage das Herz von einem W. bei dir, so wirst du nicht betrogen. Trage Auge von W. bei dir, so gefällst du jedermann wohl« [NPfGV 5/1925 38]. — Ahd. witihopfa, widohoppa, wituhopfo, widehopfe (Ahd. GlossWb. 740), mhd. wite-, wit-, widhopfe ( Lexer Lexer III 949/50). Das Bestimmungsw. zu ahd. witu 'Holz' (Ahd. GlossWb. 740). — RhWB Rhein. IX 488 Widehopf; Suolahti 11 ff. — -männlein n.: 'brustbeklemmendes gespenstisches Wesen', Wiedemännel [ LA-Wollmh]; Syn. s. PfWB Alb. Das W. hot en g'hatt [ LA-Wollmh]. Volksmed.: »so wie Hochlegen des Kopfes auf Rosshaarkissen, - das man besonders auch gegen den Alp, bei uns Wiedemännel genannt, lobt -« [Pauli Heilm. 108].
 
  
wieden schw.: 'mit Wiede1 versehen', wirre

[Bd. 6, Sp. 1320]
(wirə) 'Weidengerte durch Fleischstücke ziehen und hochbinden', zum Aufhängen im Rauchfang [ BZ-Dernb]; Hodde (Lochel) (Hotte1, PfWB Lagel) widde 'an die Rückentrage des Winzers aus Wiede1 gedrehte Tragriemen machen' [ NW-Deidh LA-Ilbh Rhodt Venn Wey]. RhWB Rhein. IX 485 widden; ElsWB Els. II 793 widen; DWB DWb. XIV, I,2 1510/11.
 
 
Wieden+-busch m.: 'Weidenbusch'. a. 1490: vnd ist eyn widboß geforch dem hohen wald an dem ranßbergk oben zu [SLgb. Ramsen Bl. 9v]. — -hotte f.: 'Rückentraggefäß des Winzers mit Trägern aus Wiede gefertigt', Widdehotte (widəhǫdə) [Heeger Nachl.]. — -wagen m.: eine besondere Wagenart, vielleicht 'Wagen mit Langwiede' (?). a. 1515: Item 1 lb 12 ß d dem mittgenger 'Begleiter eines Fuhrwerks' mit dem widen wagen [GgHospR]. a. 1521: dem nochgenger mit dem widen wagen [GgHospR].
 
  
wieder Adv.: 'abermals, erneut, noch einmal', bes. die Wiederholung ausdrückend, widder (widər) [mancherorts ges. Pf, Altenhofer 13 Heeger Südostpf. 9, 16 Hussong Kirkel 172 Krämer Gal 242], wedder (wedər) [ KU-Einöll Krottb HB-Alth Bexb ZW-Bubhs Ernstw Ixh Mittb O'hs Reifbg PS-H'eischw LA-Diedf], weððer (weðər) [KU-Kaulb Christmann Kaulb 14], wirrer (wirər) [verbr. ges. Pf, Mang 98 Krämer Gal 242], wirre (wirə) [mancherorts MPf], wirrem [Bliesgau (PfId. 152)], wierer (wīrər) [ IB-Schnapp RO-Als Gehrw KL-Mackb Mehlb Stelzbg PS-Fischb Geisbg Hetths KB-Morschh NW-Esth Lindbg LA-Altd], werrer (werər) [mancherorts mittl. WPf vereinzelt übrige Pf, Bernhard 186 Juner 103 Mang 152 Müller Dietschw 71 PfId. 151 Schandein Bav. IV,2 237], werre (werə) [KU-Haschb/R Konk Rammb Selchb WD-Bub HB-Kirk/N'häus IB-Nd'würzb O'würzb RO-Schweisw Winnw KL-Bann Fockbg/Limb Queidb PS-Fehrb Leim KB-Standbl Höh 53 Schneckenburger 24, 48], willer (wilər) [IB-Ensh ZW-Lambsbn LU-Altr BZ-Steinf Glass II 131 Karch Jockgr/Nd'horb 114], weller (welər) [ KU-A'glan Bedb Dennw/Frohnb O'alb GH-Jockgr], wiejer (wījər) [ KU-Bosb Jettb Rammb RO-Ebbg Nd'mosch KL-Lind U'sulzb LA-Herxhwey BZ-Sarnst]; Zs.: PfWB herwieder; schun w. [Hussong Kirkel 170]. 's gebt w. Holler fer e Määsekar 'Meisenkäfig' [Bergz (Kamm 92)]. Ouu, hab isch w. die Krämm (Krämpfe)! [ LU-Dannstdt]. Das macht sich alles w., mein Liewes'che! [Müller Lottche 38]. Die Subb iss a w. nett gesalzd [Westricher Kalender 1957 102]. Allewil weeß ich's w. [ IB-Bliesmg/Bolch]. Es geht w. reene 'Es wird gleich w. regnen' [ HB-Kirrbg]. Honnsema doch schunn w. 's Däärche onnde Hexenaachd ussgehungk! [Glass II 10]. Jo Peifedeckel! Glei deno' / Sin w. zwee, drei neie do [Münch Werke I 168]. Jetzt isch em Karel sei weh Fuß w. gut, do werre w. kassate gehn 'herumschwärmen' [ IB-Ommh]. Herrgott, machscht do en gure Wei, / Do kammer 's nägschd Johr wirre berschde (bürsten 2 'trinken')! [Räder Bitzler 22]. Gunn

[Bd. 6, Sp. 1321]
Dach, do wäre merr w. [ WD-Niedkch]. RA.: for nix un w. nix 'ohne jeden Grund, vergeblich' [vereinzelt]; allegebott un glei w. 'oft' [Spey]. Alle Ritt fangt er w. vun vorne an [ BZ-Dernb]. Heit kummt awwer a w. alles sesamme! [NPfGV 8/1934]. Uff denne Lacher kummt w. en Heiler [ FR-A'lein]. Dem bliehen se heit w. 'kann erneut Prügel erwarten' [Kamm 77]. Dem han ich w. se schaffe gemach 'geschlagen' [ KL-Wörsb]. Du warscht dem Parre w. an de Speckgriewe, zu einem mit Ausschlag am Mund [ PS-Vinn]. Haschde der w. e Bär uffbinne losse? [ KL-Reichb]. 's hot en w. 'Er ist verrückt' [ FR-Albsh]. 's is w. aans g'himmelt 'gestorben' [ KB-Harxh]. Heit hats w. soi Mailche in de Schublad geloßt 'redet wenig' [Kamm 81]. Er huckt sich uf die Knie, wanner schlofe geht, wanner umfallt, stehrer w. uff 'Er gönnt sich noch nicht einmal den Schlaf' [ BZ-Dierb]. Wann ich w. uff die Welt kumm, ausweichende Antwort auf die Frage: wann? [Krieger 16]. SprW.: Wer net will, der hot gehatt, morje kochen mer w. [ Gal]. Wortspiel: Werrer werrer werre wierer war? 'Wird er wieder werden wie er war?', z. B. der zur Reparatur gebrachte Schuh [vereinzelt, Juner 103]. VR.: Ich kumm von driwwe riwwer, brauch Geld for w. niwwer, Fastnachtsheischespruch [ PS-Vinn]. — Die heutige unterschiedliche Schreibung von (etymologisch gleichem) wieder 'abermals' und PfWB wider '(ent)gegen' entspringt gelehrten Regelungen des 17. und 18. Jh. ( DWB DWb. XIV, I,2 867 ff.). — RhWB Rhein. IX 496 ff.; LothWB Lothr. 540 widder; ElsWB Els. II 793 wider.
 
  
wieder-bringen st., schw.: 'zurückbringen', wirrer-, werrerbringe [vereinzelt]. RA.: 's W. net vergesse [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Frieh uf un spot nidder, bringt verlorenes Gut widder [ LU-Opp]. Rhein. IX 497; ElsWB Els. II 194. — -fällig Adj.: 'an andere Berechtigte zurückfallend', vom Erbe bei Kinderlosigkeit. a. 1410: daz ir gut wiederfellig solte sin [StArch. Kaislt Liber Sententiarum 17]. — -geben st.: 'zurückgeben', wirrergewwe [vereinzelt]. RA.: Finne, finne widdergewwe, schenke, schenke nimmi nemme [Krämer Gal 242]. Rhein. IX 497. — -holen schw.: 'erneut sagen oder tun', -hole [vereinzelt, Lambert Penns 178]. Er wirrerholt alles zweemol [ ZW-Battw]. SprW.: Uff wirrerholte Sträich, fäält die dickscht Äich 'Beharrliches Tun bringt Erfolg' [ KU-Schmittw/O]. Rhein. IX 497. —