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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Werk-zeug bis Werre2 (Bd. 6, Sp. 1266 bis 1268)
 
  Werk-zeug n.: 'Arbeitsgerät', bes. des Handwerkers, Werkzeich (węrgdsaiχ) [vereinzelt, Lambert Penns 172 Krämer Gal 241]; uraltes Werkzejch [Kraus Arwed 13]; e ganzer Schopp voller W. [Kröher Lyoner 14]. Oftmols greift er viel zu schnell / zu soim W., zum Skalpell [Damm Nachtdischlamp 51]. RhWB Rhein. IX 444.
 
  
Werlen-bach f.: FlN, amtl. Werlenbach [ ZW-Mörsb]. a. 1621: Werlebach [WerschwSchR

[Bd. 6, Sp. 1267]
(ZW-Mörsb)].
 
  
Wermut m.:
1. Name für verschiedene, jedoch verwandte Pflanzenarten, die den vorliegenden Belegen nach nicht immer sicher zu trennen sind, zumal sie in ähnlicher Weise als Heilmitel usw. verwendet werden (Marzell I 440).
a. 'Beifuß (Artemisia vulgaris und campestris)', (Wilder) Wermut (wērmūd) [Neustdt Spey], Wermet (wērməd) [ GH-Kand], Wermit (wērmid) [ LA-Ranschb]; Syn. s. PfWB Beifuß. Wilde 15/16. Volksgl.: Hocher wilder Wärmut, diefer Schnee [Fogel Beliefs Penns Nr. 1146]. Marzell I 426 ff. und 434 ff. —
b. 'Wermut (Artemisia absinthium)', Wermut (wērmūd, wr-) [vereinzelt, PennsDeitschEck 24. 7. 1937], Wermett (wērməd) [Westrich VPf SPf, Wilde 272], Werrmut [Krämer Gal 241], Warmet (wārməd) [BZ-Dernb Lambert Penns 173], Wermit (węrmid) [ PS-Erfw]. Un bittrer W. noch zu draage, / Des soll so gut sei. Wie sie saage [PennsDeitschEck 13. 8. 1938]. RA.: Die Pflanze zeichnet sich durch ihren bitteren Geschmack aus. »Sein Leid ist so bitter wie W. oder Elsch« [»vielfach« (Wilde 272)]; so bitter wie W. [Krämer Gal 241]. Volksgl.: Fer Wund soll mer bitter W. im Sack noodrage [Fogel Beliefs Penns Nr. 1497]. Volksmed.: Für den Magen: Pefferminz unn Wermit [ PS-Erfw]. W. als Teekraut [ BZ-Dernb]. a. 1803: Das gehör zu Starken: wärmuth in wasser und esig gesotten und den Dampf durch ein Tröchterlein in ohren gelassen [Heeger Vhk. 54]. a. 1577: Wermt nchtern eingenommen verhtet die Drunckenheit. Weronmt inn Essig gesotten vnd gedruncken, ist ein Edel artznei fr die boese gifftige Schwemme, so jehmandts gessen hett [Bock Kreutterbuch 120v]. Volksbr.: Der W. ist Bestandteil des Würzwischs [ NW-Geinsh GH-Knitth]. MArzell I 420 ff. —
2. 'mit Wermut 1 b hergestelltes bitteres alkoholisches Getränk (Wein, Schnaps)', Wermut [Hebel 82]; Syn. s. PfWB Schnaps 1. RA.: Er macht e G'sicht, als hätt er W. g'soffe [ BZ-Rohrb]. — RhWB Rhein. IX 444/45; ElsWB Els. II 854 Wermuet; Alanne II 115, 165.
 
 
Wermut-brigade f.: Bez. für Ausländer, die nach 1945 betrunken in Anlagen von Kaislt herumlungerten, Wermutbrigad (wērmūdbriˈgād) [Kaislt]; vgl. PfWB Branntweinbrigade. — -bruder m.: 'Alkoholiker, der billigen Fusel trinkt', -bruder, -brurer, -bruler, s. PfWB Bruder [vereinzelt, Damm Nachtdischlamp 13 Glass Klutzkopp 130]; Syn. s. PfWB Trinker, PfWB Säufer. Drauß de W. grehlt [Kraus Arwed 58]. — -tee m.: 'ein Absud aus Wermutkraut, ein Heilmittel (für den Magen)', Wermuttee [ PS-Erfw BZ-Dernb]. W. isch bitter wie Gall [ PS-Erfw].
 
 
Werner m.: 'Geschwür am Augenlid'; Syn. s. PfWB Gerstenkorn 2; a. 1577: Die Kleye(n) von Speltz, Korn oder Dinckel seind auch ntzlich ... sonderlich z den Augen, bey den ecken, das man bey vns den Werner nennet [Bock Kreutterbuch 230v]. RhWB Rhein. IX 266 Wärner, 267 Warre, Wärre; Hess.-Nass. IV 519 Wärner.
 
  
Werners-berg m.:
1. ON, Name eines Dorfes im

[Bd. 6, Sp. 1268]
Kr. BZ, mda. Wernerschberch [ BZ-Wernbg]. a. 1305: zu Wernhersberge [Dolch-Greule SN 486]. Neckname für die Bewohner s. PfWB Kuckuck 2 a γ. —
2. ehem. FlN; a. 1651: Der Eichelwald der Wernersberg genandt [Kurpf. A. 1092/1 (BZ-Gossw)]. — Christmann SN I 625. — -born, -brunnen m.: Name einer Wüstung bei KB-Stauf; a. 1282: villam dictam Wernherisbrunnen ante castrum Stauf [MüPfUrk. 301 (KB-Stauf)]. a. 1604: zue Wernersborn [Lgb. 120 Bl. 201v (KB-Kerzh Stauf)]. Dolch-Greule SN 486; Christmann SN I 625; D. Häberle: Die Wüstungen der Rheinpfalz. Kaiserslautern 1921 211.
 
  
Werre1 f.:
1.
a. 'Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa)', Schädling z. B. im Tabakbau, Werr (węr) [KU-Diedk WD-Niedkch HB-Kirrbg ZW-Lambsbn RO-Dielkch KL-Reichb verbr. VPf Heeger Tiere II 17 »Blies« (PfId. 151) Kamm 68 Krämer Gal 241 Steinmetz], Warr (war) [BZ-Dernb Schmitt Billh. 149]; Pl. Werre (węrə) [Verbr. wie bei Sg.], Warre (warə) [BZ-Dernb Schmitt Billh. 149]. »Grauslich anzusehen waren die Werre, große schwarze Grillen, die im Boden hausten« [L. Höh: Im Tal der Kirschenbauern. Altenkirchen 1995 37]. Im Garde sein so viel Werre [ NW-Freinsh]. RA.: Sie hat e Gesicht wie e W. 'ein häßliches, unansehnliches, mürrisches Gesicht' [mancherorts, Feierowend 1949 Nr. 20 S. 7 Heeger Tiere II 16]. Die macht en G'sicht wie en W. 'verzieht ihr Gesicht vor Zorn, Ärger usw.' [mancherorts, Hebel 14]. Dem esch e W. iwwer de Weg geloffe 'Er ist schlecht gelaunt' [ BZ-Dernb]. Volksmed.: Eine gefangene W. wird für sieben Tage in Walnuß- oder Rapsöl eingelegt. Das Öl dient als Heilmittel [G. Altenkirch: Heimatkundliche Beiträge 1981/1 Nr. 113]; vgl. Werr(en)öl. —
b. 'der Engerling des Maikäfers', nur in der Mda. der Älteren [ LU-Opp]; Syn. s. PfWB Engerling und K. 116. —
2. eine Eulenart, ein Kauz [Umg. von Land]. —
3. übertr. 'unansehnliches Mädchen, Mädchen mit gelbrotem Gesicht' [ WD-Niedkch]. — RhWB Rhein. IX 445/46; LothWB Lothr. 538; ElsWB Els. II 845; DWB DWb. XIV, I,2 442; Kluge-Seebold22 788.
 
 
Werre2 'Lärminstrument' s. PfWB Wirre;