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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Weiß-blume bis Weißen-berg (Bd. 6, Sp. 1214 bis 1215)
 
Weiß-blume, f.
weiß-bluten, schw.
Weiß-brot, n.
Weiß-dorn, m.
Weiße, f.
weiße-blaß, Adj.
Weißel, f.
Weißeler, m.
weißeln, schw.
weißen, schw.
Weißen-berg, m.
Weißen-berger, m.
Weißen-burg, ON
Weißen-burger, Adj.
Weißen-furt, f.
Weißen-stein, m.
Weißersonntags-woche, f.
weiß-fett, Adj.
Weiß-fisch, m.
weiß-fleischig, Adj.
Weiß&#x-frucht, f.
Weiß-gewann, f.
Weiß-glut, f.
weiß-glütig, Adj.
Weiß-haar, n.
Weiß-hafer, m.
Weiß-halm
Weiß-herbst, m.
Weiß-jörgen, m.
Weiß-kappe, f.
Weiß-kappes, m.
Weiß-käse
Weiß-kern, m.
Weiß-klee, m.
Weiß-kleien, Pl.
Weiß-kopf, m.
weiß-köpfig, Adj.
Weiß-korb, m.
Weiß-korn, n.
Weiß-kraut, n.
Weißkraut-haupt, n.
Weißkraut-kopf, m.
Weiß-kuchen, m.
Weiß-laib, m.
Weißlaibs-kopf, m.
Weiß-land, n.
Weiß-lauter, m.
Weiß-leber, f.
Weißling, m.
Weißlings-garten, m.
Weiß-mehl, n.
Weißmehl-kloß, m.
Weißmehl-knopf, m.
Weißmehl-kuchen, m.
Weißmehl-sieb, n.
Weiß-most, m.
Weiß-mühle, f.
Weiß-pfennig, m.
Weiß-pfraume, f.
Weiß-rübe, f.
Weißrüben-hengste, Pl.
Weißrüben-samen, m.
Weiß-schimmel, m.
Weiß-tanne, f.
Weiß-teig, m.
Weis-stein, m.
Weiß-tiger, m.
Weiß-tunkens, n.
Weißwaren-geschäft, n.
Weiß-wäsche, f.
Weiß-wein, m.
Weiß-wiese, f.
Weiß-wurzel, f.
Weiß-zeug, n.
Weistum, n.
Weisung, f.
weit, Adj.
Weit-arsch, m.
weit-brüstig, Adj.
Weite, f.
weiten-wagen, Adj.
weiter, Adv.,  Adj.
weiter-drehen, schw.
weiter-gehen, st.
weiter-kommen, st.
weiter-laufen, st.
weiter-machen, schw.
weiters, Adv.
weiter-sagen, schw.
Weiters-bach, ON
Weiter-schießchens, n.
weiter-sehen, st.
weiterster-weise, Adv.
Weiters-weiler, ON
weiter-wursteln, schw.
weit-halbs, Adv.
weit-herzig, Adj.
Weit-huppsen, n.
Weitig-heit, f.
Weiting, f.
  -blume f.: 'Gelbrübe, Karotte (Daucus carota)', wegen ihrer weißen Blüte, Weißblum [Zweibr (Wilde 67)]; vgl. PfWB Weißrübe 2. RhWB Rhein. IX 396; Marzell II 60.
 
  
weiß-bluten schw.: 'ausbluten', nur in der Wend.: bis zum Weißblure (waisblūrə) 'bis zur völligen Erschöpfung' [ BZ-Dernb]. DWB DWb. XIV, I,1 1203.
 
  
Weiß-brot n.:
1. 'helles Brot aus Weizenmehl', Weißbrot [mancherorts]. VR.: Bohne dun mich krone, Weck un W. is mein bitterer Tod [KU-Kaulb, verbr., Wilde 27 PennsDeitschEck 15. 3. 1941 Don Gal Buch]; Var. und Erklärung s. PfWB bitter 2. »An der südwestlichen Gränze floriert schon das französische Weißbrod mit Metzer Rothwein« [Schandein Bav. IV,2 414]. a. 1532: Zum erstenn soll min her inn geben rintfleisch vnnd sennff, darnach peffer vnnd fleisch, darnach gebrates vnnd zweyerley wißbrott [PfWeist. 262 (KB-Dreis)]. a. 1629: der soll inen bestellen weyßbrodt, grüen fleisch vnd lauttern wein [PfWeist. 725 (FR-Gr'karlb)]. —
2. 'Spitzwegerich (Plantago lanceolata)' [ LU-Edigh]; vgl. PfWB Wegerich 2 und K. 358. — RhWB Rhein. IX 396; LothWB Lothr. 546, ElsWB Els. II 205 Wissbrot. — -dorn m.: 'der Busch Weißdorn (Crataegus oxyacantha)', -dorn [ KU-Bedb LA-Gommh],

[Bd. 6, Sp. 1215]
-door [IB-Ommh (Wilde 270)], -darn [Penns-DeitschEck 17. 7. 1927]; vgl. PfWB Hagendorn 2. Volksgl.: Verhexti Millich schlagt mer mit Weißdärne, sell schlächt die Hexe raus [Fogel Beliefs Penns Nr. 856]. ElsWB Els. II 716.
 
  
Weiße f.: 'die Farbe Weiß, die weiße Farbe', die Weiß [ KU-Odb]; vgl. PfWB Bläue, PfWB Schwärze. RhWB Rhein. IX 398.
 
 
weiße-blaß Adj.: 'bleich', weißeblaß (waisəblas) [Kus]; Syn. s. PfWB blaß. RhWB Rhein. IX 396 Weißblässe.
 
  
Weißel f.: 'die Kalkmilch zum Weißeln der Wände, Tünche', Weißel (waisəl) [ NW-Frankeck]. 's fehlt nix aß wie die Weißel [Kunnrädel 76]. VR.: Wer eischt 'irgendwie' e bissel Geldel hot, der streicht sein Haisel an; der streicht sein Haisel mit W. an, un stellt sich vorne dran [BZ-Wernbg (PfL 15. 9. 1934 Feierowend 1950 Nr. 2 S. 1)]. RhWB Rhein. IX 398 'Quast zum Tünchen'; ElsWB Els. II 869 Wissel.
 
  
Weißeler m.: 'Tüncher', Weißeler (waisələr) [ HB-Einöd Medh Schwarzack IB-Hass Nd'würzb PS-Windsbg]; vgl. PfWB Tüncher. LothWB Lothr. 546 Wissler; ElsWB Els. II 869.
 
  
weißeln schw.:
1. '(Wände) anstreichen, tünchen', urspr. mit weißer Kalkmilch, weißele (waisələ) [LA-Nußd Hussong Kirkel 172 Müller Dietschw 70 Krämer Gal 240], weißle (waislə) [LA-Herxh BZ-Dierb Karch Gimmdg/Muttstdt 238 Schmitt Billh 112 Buffington-Barba Penns 161 Lambert Penns 176 Jakob Zw. 9 Steinmetz], wissele [IB-Ensh (Glass 131) Vogelgesang Bliesmg 178]; Zs.: PfWB aus-, PfWB überweißeln; 's Haus w. [ BZ-Dierb]. De Nochber weißelt Obstbäämstämm [Kraus Allseiläbdah 15]. Ich wejßle die Deck [Kraus Arwed 57]. Die Wḁnd iss scheen duus geweißeld 'in zarten Farben gestrichen' [Hussong Kirkel 38]. —
2.
a. 'viel trinken'. Er hot geweißelt 'ist betrunken' [ PS-Schweix]; Syn. s. PfWB betrinken. —
b. 'viel essen'. Der hot sich geweißelt 'hat viel gegessen' [ PS-Geisbg]; Syn. s. PfWB vollfressen, PfWB wamschen. — RhWB Rhein. IX 398; LothWB Lothr. 546, ElsWB Els. II 869 wisslen.
 
 
weißen schw.: '(Wände) anstreichen, tünchen', urspr. mit weißer Kalkmilch, weiße (waisə) [KB-Kriegsf mancherorts südl. VPf Schandein Ged. 251 Lambert Penns 176]. a. 1621: 16 fl. ... beeden mauerern ..., welche ... zwo Cammern ... gedüncht, geweißt vnd Kalck Esterich darin gemacht, wie in gleichem auch die Milch Cammer gedüncht vnd geweißt [WerschwSchR Bl. 179v]. a. 1716: Item den Mauren geben Von der stuben im pfahr Haus zu weisen [SSp Kirchenrechnung BZ-Wernbg Bl. 11v]. RhWB Rhein. IX 398; LothWB Lothr. 546, ElsWB Els. II 869 wissen.
 
  
Weißen-berg m.: FlN, amtl. Weißenberg [ KB-Eisbg]. a. 1490: uff dem wissenberge [SLgb. des Klosters Ramsen Bl. 76v (KB-Eisbg)].