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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Weise bis weiseln (Bd. 6, Sp. 1205 bis 1206)
 
Weise, f.
weise, Adj.,  Adv.
Weisel, f.
Weisel-becher, m.
Weisel-brut, f.
Weisel-häuschen, n.
Weisel-käfig, m.
Weisel-königin, f.
weisel-los, Adj.
Weisel-losigkeit, f.
weiseln
Weisel-napf, m.
weisel-richtig, Adj.
Weisel-richtigkeit, f.
Weisel-zelle, f.
Weisen
weisen, st.
Weisen-heim, ON
Weiser
Weis-heit, f.
Weisheits-zahn, m.
weis-machen, schw.
Weis-macher, m.
weis-nasig, Adj.
Weiß
Weißen
weiß, Adj.
Weiß-äcker, Pl.
Weiß-alben, Pl.
Weiß-apfel, m.
Weiß-arsch, m.
Weiß-bart, m.
Weiß-becher, m.
Weiß-becker, m.
Weiß-bier, n.
Weiß-binder, m.
Weiß-blume, f.
weiß-bluten, schw.
Weiß-brot, n.
Weiß-dorn, m.
Weiße, f.
weiße-blaß, Adj.
Weißel, f.
Weißeler, m.
weißeln, schw.
weißen, schw.
Weißen-berg, m.
Weißen-berger, m.
Weißen-burg, ON
Weißen-burger, Adj.
Weißen-furt, f.
Weißen-stein, m.
Weißersonntags-woche, f.
weiß-fett, Adj.
Weiß-fisch, m.
weiß-fleischig, Adj.
Weiß&#x-frucht, f.
Weiß-gewann, f.
Weiß-glut, f.
weiß-glütig, Adj.
Weiß-haar, n.
Weiß-hafer, m.
Weiß-halm
Weiß-herbst, m.
Weiß-jörgen, m.
Weiß-kappe, f.
Weiß-kappes, m.
Weiß-käse
Weiß-kern, m.
Weiß-klee, m.
Weiß-kleien, Pl.
Weiß-kopf, m.
weiß-köpfig, Adj.
Weiß-korb, m.
Weiß-korn, n.
Weiß-kraut, n.
Weißkraut-haupt, n.
Weißkraut-kopf, m.
Weiß-kuchen, m.
Weiß-laib, m.
Weißlaibs-kopf, m.
Weiß-land, n.
Weiß-lauter, m.
Weiß-leber, f.
Weißling, m.
Weißlings-garten, m.
Weiß-mehl, n.
Weißmehl-kloß, m.
Weißmehl-knopf, m.
Weißmehl-kuchen, m.
Weißmehl-sieb, n.
Weiß-most, m.
Weiß-mühle, f.
Weiß-pfennig, m.
Weiß-pfraume, f.
Weiß-rübe, f.
Weißrüben-hengste, Pl.
Weißrüben-samen, m.
Weiß-schimmel, m.
Weiß-tanne, f.
   Weise f.:
1. 'Art, Beschaffenheit', Weis (wais) [vereinzelt, Lambert Penns 176]; Zs.: PfWB Lebensweise. RA.: uf die Art un W. [vereinzelt, Krämer Gal 240]; kein Weg noch W. 'auf keinerlei W.' [ LU-Assh]. 's is aus (außer) der W. 'Das ist außergewöhnlich' [Fogel Prov. Penns Nr. 1804 Steinmetz]. a. 1339: in gerichtes wis von vnsern wegen zu veriehene [OttbgUrkb. 409]. Ende 16. Jh.: wan es ihm der schultheisz bevihlt in kummers weisz [Grimm Weist. V 603 (NW-Erph)]. —
2. 'Liedmelodie', Weis [vereinzelt, Schandein Ged. 252 Lambert Penns 176], Wies [lothr. SWPf]. 's Lied hot e scheeni W. [Krämer Gal 240]. RA.: 's is aus der W. 'aus der Melodie gekommen' [Fogel Prov. Penns Nr. 1804]; in Hankarls (Johann-Karl) Kich die W. hole 'sich die richtige Melodie vorsingen lassen' [Krämer Gal 240]; Erklärung zu dieser Begebenheit s. PfWB Johann-Karl. Die alt Los 'Mutterschwein' hot die W. g'fresse 'Der Sänger ist aus der Melodie gekommen' [Fogel Prov. Penns Nr. 1811]. —
3. adverbial gebraucht in zahlreichen Zs.: PfWB armvoll-, PfWB ausnahms-, PfWB paar-, PfWB pfandschafts-, PfWB pfund-, PfWB bißchen-, PfWB platz-, PfWB puckert-, PfWB tausender-, PfWB tausend-, PfWB teil-, PfWB tröpfchens-, PfWB turen-, PfWB dutzend-, PfWB eimervoll-, PfWB einzel-, versuckelter-, PfWB gahnen-, PfWB garben-, PfWB gelege-, PfWB gewannen-, PfWB handvoll-, PfWB hängel-, PfWB haufen-, PfWB haufig-, PfWB hehlinger-, heimlicher-, PfWB herden-, PfWB hotten-, PfWB klafter-, PfWB kreuzer-, PfWB kreuz-, PfWB kübel-, PfWB land-, PfWB lediger-, PfWB legen-, PfWB löffelchens-, PfWB los-, PfWB lot-, PfWB malter-, PfWB möglicher-, PfWB mutwilliger-, PfWB raten-, PfWB rechtmäßiger-, PfWB ring-, PfWB sackvoll-, PfWB sack-, PfWB scharen-, scheinshalber-, PfWB schluck-, PfWB schock-,

[Bd. 6, Sp. 1206]
PfWB schritt-, PfWB sprung-, PfWB stoß-, PfWB strich-, PfWB stunden-, PfWB stutzen-, PfWB zeitweise.RhWB Rhein. IX 389/90; LothWB Lothr. 541 Wies; ElsWB Els. II 867 Wis.
 
  
weise Adj., Adv.:
1. 'klug, wissend', Zs.: PfWB naseweis, PfWB weismachen; RA.: ebbes weis werre 'etwas gewahr werden' [vereinzelt NPf]. Doch weiß därf ers net werre [Müller Butterbärwel 15]. —
2. subst. in der Wend.: die drei Weise ausm Morgenland [RO-Münchw, Stoll 38, 107]. Volksbr.: Am Vorabend zum Dreikönigstag (6. Januar) kommen 3 weißgekleidete Burschen als die 3 Weisen mit einem goldbronzierten Stern an einem Stab und singen: Wir sinn die drei Weise ausm Morgenland, wir kommen daher von Gott gesandt [ RO-Münchw KB-Kriegsf PS-Fehrb Geisbg L'mühl W'fischb]. — RhWB Rhein. IX 386 ff.; LothWB Lothr. 535 weis; ElsWB Els. II 867 wis.
 
  
Weisel f.: 'Bienenkönigin', Weisel (waisəl) [ KU-Langb ZW-A'hornb L'wied FR-Lambsh], Weiksel (waigsəl) [ KU-A'glan Pirmas]; vgl. PfWB Bienenkönigin, PfWB Immenkönig, PfWB König 2 a, PfWB Königin 2 a, PfWB Stockmutter; Zs.: Afterweisel; RA.: blinne W., zu einem, der manches nicht bemerkt [SOPf]. — Mhd. wîsel 'Führer, Anführer, Oberhaupt; Bienenkönigin' ( Lexer Lexer III 940). — RhWB Rhein. IX 390; DWB DWb. XIV, I,1 1074 ff.; Hess.-Nass. IV 601.
 
  
Weisel-becher m.: 'besonders große Zelle in der Bienenwabe, die für eine Königin vorgesehen ist', Weiselbecherche Dim. [ ZW-Bubhs]. — -brut f.: 'Bieneneier in Königinzellen', -brut [ ZW-L'wied BZ-Klingmst GH-Wörth]. — -häuschen n.: = PfWB Weiselkäfig, -hais'che, -haisje [ ZW-A'hornb RO-Bistschd]. — -käfig m.: 'kleiner Kasten oder Käfig zum Übergeben einer neuen Bienenkönigin an ein Bienenvolk', -käwwich [ZW-L'wied KL-Matzb NW-Frankeck LA-Impfl Mörzh BZ-Klingmst GH-Wörth]. L. Herrmann: Die Fachsprache der südhessischen Imker. In: Hess. Bl. für Volkskunde 36/1937. Gießen 1938 145/46. — -königin f.: 'Bienenkönigin', -kenichin [ KU-Adb].
 
  
weisel-los Adj.: 'ohne Bienenkönigin', vom Bienenvolk, weisellos (waisəllōs) [ KU-Krottb HB-Bexb ZW-A'hornb L'wied RO-Bistschd Rehbn NW-Frankeck BZ-Klingmst GH-Wörth]. Der Stock (Das Volk) is w. [ ZW-L'wied KL-Matzb]. — Mhd. wîsellôs 'ohne Führer' ( Lexer Lexer III 940).
 
  
Weisel-losigkeit f.: 'ohne Bienenkönigin', vom Bienenvolk, Weisellosichkeit [ KU-Langb BZ-Klingmst].
 
 
weiseln in PfWB ent-, PfWB umweiseln.