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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Weck-stück bis Weed(en)-brunnen (Bd. 6, Sp. 1119 bis 1122)
 
Weck-stück, n.
Weck-suppe, f.
Wedel1, m.
Wedel2, m.
wedeln, schw.
weder, Konj.
Wederich
Wedler
Weed, f.
weeden, schw.
Weed(en)-brunnen, m.
Weed(en)-garten, m.
Weed(en)-gasse, f.
Weed(en)-graben, m.
Weed(en)-platz, m.
Weed(en)-treppe, f.
Weed(en)-wiese, f.
Weel
Wees
Wees'chen
Weeträä
Weetree
Wefze
Weg, m.
weg, Adv.
weger, Adv.
hin-weg, Adv.
hin-weger, Adv.
weg-achielen, schw.
weg-ackern, schw.
weg-beißen, st.
weg-bläffen, schw.
weg-blasen, st.
weg-bleiben, st.
Weg-blume, f.
weg-brechen, st.
weg-brennen, schw.
weg-bringen, schw.
weg-brunzen, schw.
weg-drücken, schw.
Wege-breit, m.
Wegedorn-beere, f.
Wegel
wegeln, schw.
Wegeln-burg, f.
wegen1, Präp.  m.  Gen.,  m.
wegen2, schw.
Weger-arsch, m.
Wegerich, m.
Wegerich-tee, m.
weger(t), Adv.
Wege-spreit
weg-essen
Wege-tret(er), m.
weg-fahren, st.
weg-fallen, st.
weg-fangen, st.
weg-fegen, schw.
weg-fingern, schw.
weg-fliegen, st.
weg-fressen, st.
weg-führen, schw.
weg-geben, st.
weg-gehen, st.
wegger
Weg-gericht, n.
weg-grappschen, schw.
Weg-gras, n.
weg-grippsen, schw.
weg-gucken, schw.
weg-haben, schw.
weg-hacken, schw.
weg-hängen, schw.
weg-heben, st.
weg-hexen, schw.
weg-holen, schw.
weg-hören, schw.
wegig, Konj.
weg-jagen, schw.
Weg-kacker, m.
weg-kapern, schw.
weg-kehren, schw.
weg-kitschen, schw.
weg-kommen, st.
weg-kratzen, schw.
Weg-kreuz, n.
weg-lachen, schw.
Weg-lange, f.
Weg-länge, f.
weg-lassen, st.
Weg-latschen, m.
weg-laufen, st.
weg-läuten, schw.
weg-legen, schw.
weg-lehnen, schw.
weg-leiten, schw.
weg-liegen, st.
Weg-ling, m.
weg-machen, schw.
weg-mopsen, schw.
  -stück n.: FlN; a. 1434: am weckstuck [SSp Limb. Kopialbuch B Bl. 178v (NW-Dürkh)]. — -suppe f.: 'Suppe aus Milch mit eingebrocktem Brötchen', -supp (-sub) [mancherorts ges. Pf Gal-Josbg], -sopp (-sǫb) [ KU-Bedb].
 
  
Wedel1 m.:
1. 'Schwanz', von Kuh, Hase usw., Wedel (wēdəl) [Lambert Penns 175 Don-Neufutok], Weddel [Lambert Penns 175]; Dim. Weddele [ GH-Scheibhdt]; vgl. PfWB Schwanz 1 a, PfWB Wadel 1; Zs.: Dreh-den-Wedel, Dreh-, Haar-, Kehr-, Lahm-, PfWB Zähwedel. KR.: Fastnachtsvers: Wann die Fasebutze kummen / unn in Lumpe sich vermummen, / spukt's in alle närrsche Köpp, / ob se Glätz hänn oder Zöpf. / Fasebutz hat Hawwere g'fresse, / hat sei Hos im Stall vergesse. / Fasebutz hat Hosse an, / hinne und vorne ä Wäddele dra [Carl Pfalz im Jahr 53]. —
2.
a. 'Blatt oder Büschel

[Bd. 6, Sp. 1120]
einer Pflanze, Palmwedel', Wedel [NW-Deidh Gimmel in: PfL 6. 10. 1923]; Zs.: Wolfs-, Zweigwedel. Volksbr.: Der W. wird an Palmsonntag geweiht [ NW-Deidh]. —
b. 'Fächer' [Klein Prov. 223]. —
3. 'auseinanderlaufende Hölzer am Pflug, zwischen denen die Deichsel steckt' [KU-Einöll (Klein Wag. 107)]. — RhWB Rhein. IX 335 Wedeln; LothWB Lothr. 527 Waddel; ElsWB Els. II 790 Wëdel, II 787 Wadel, ALA II 29 Kuhschwanz; SSA IV/5. 12 Kuhschwanz.
 
 
Wedel2 m.: 'Mondwechsel'. a. 1581: Zeicht einer auß der gemeinen, der wedel vnd wasmandt darauß ist [PfWeist. 43 (KU-A'glan)]; vgl. PfWB Wachsmond. ElsWB Els. II 790 Wëdel; DWB DWb. XIII 2815.
 
  
wedeln schw.:
1. 'den Schwanz hin- und herbewegen, schwänzeln', wedele (wēdələ) [mancherorts], wedle (wēdlə) [ IB-Aßw RO-Schweisw PS-Gersb KB-Kerzh Rams FR-Merth NW-Wachh SP-Berghs Spey LA-Wey BZ-Albw Heuchh GH-Jockgr Nd'lustdt], weddle (wędlə) [LU-Friesh PS-Hirschth SP-Dudhf GH-Scheibhdt Lambert Penns 175 Beam Penns 107], werrele (węrələ) [ KU-W'mohr HB-Einöd ZW-Ernstw]; vgl. PfWB gewedelt 'munter, flott'. De Hund weelt mit em Schwanz [ LU-Opp]. Un nimmi weddle mit em Schweif [Ranssweiler 9]. Sie (d. i. die Magd) schteht un draamt dart an de Fens 'Zaun', / Die Kih, die weddle juscht die Schwenz [Birmelin Penns Gezw. 75]. RA.: Unser Herrgott loßt de Gääß de Schwanz nit zu lang wachse, sunscht wedelt se sich die Aage raus [SOPf (Sunndag 18/1956 3)]. —
2. 'winken' [ KU-Erdb]; Zs.: PfWB abwedeln. —
3. 'Luft fächeln', zur Kühlung [ NW-Frankeck], wedele, von Bienen am Bienenstock; vgl. PfWB wecheln 3. —
4. 'herumwirbeln, stieben', von Schnee [Bertram § 295 Krämer Gal 258]; Zs.: PfWB gangwedeln, PfWB gowetteln. Es wedelt drauß [Krämer Gal 258]. —
5. eine weitere Zs.: PfWB drehwedeln. — RhWB Rhein. IX 335; ElsWB Els. II 790 wedlen; SSA IV/5.13.
 
 
weder Konj.: wie schd., kein Wort der Mda., weder [Karch Gimmdg/Muttstdt 46]; Zs.: PfWB entweder, PfWB jedweder. a. 1298: also weder ir deme andern breche zu den zielen, alse hie vorgeschrieben ist [OttbgUrkb. 216].
 
 
Wederich s. PfWB Wegerich; Wedler in PfWB Schweifwedler.
 
  
Weed f.:
1. 'Dorfweiher, Viehtränke, Pferdeschwemme', meist mitten im Dorf, seltener am Dorfrand, mit natürlicher oder aufgemauerter Einfassung, dient auch als Brandweiher, Weed (wēd) [verbr. NPf VPf vereinzelt übrige Pf, Ehrhardt 133 Eyselein 183 PfId. 150 auch Auslandspfälzer], Wäid (wid) [ LA-Essing Mart Nd'hochstdt BZ-Apphf Eußth], Wied (wīd) [ RO-Duchr/O'hs Odh Gal-Schönthal], Waad (wād) [ Gal-Mierow]; Pl. Weede [vereinzelt, Eyselein 183], Weere [ FR-Albsh]; s. K. 382; Zs.: PfWB Pferds-, PfWB Teuchel-, PfWB Dorf-, PfWB Gänse-, PfWB Gauls-, PfWB Ge-, PfWB Hinter-, PfWB Krotten-, Ochsen-, Sauweed; Syn.: PfWB Gaulsschwemme, PfWB Lache2 1 b, PfWB Latsche1 3, PfWB Lettenloch 1 b, PfWB Linde 3,

[Bd. 6, Sp. 1121]

Schwemme 1, PfWB Schwemmloch, PfWB Schwenke 2, PfWB Wasserlatsche 1; weitere Syn. s. PfWB Entenpfuhl; s. Abb. 111. Geh nunner an die W.! [ LU-Alsh]. Der dud de Gaul in d' W. [ LA-Gommh]. Ach unner denn Linnebääm, wu bei de Weed schdehn [Kunnrädel 10]. So steht draus an de Weed vorm Ort [Müller Butterbärwel 1]. Un zwar im Ort drin an de Weeth, / Wu jetzt in Münschder 's Pfarrhaus steht [Räder 90]. Volksgl.: Der Storch bringt die kleinen Kinder zur W., von dort holt sie die Kindelsmutter mit den großen Stiefeln [ GH-Freisb]. a. 1588: auß dem Bierhauß vor das Thor inn die altte wetthen getragen [WerschwSchR]. —
2. FlN und Straßenname, nach der Weed benannt, amtl. Weed [mancherorts, Zink FlN 9, 155], mda. in de Weed [Pirmas]; ehemaliger Waschplatz an der Queich [Braun Lääsebuuch 229]; Bez. für einen schlechten Weg oder schmutzigen Hof [ GH-Max'au]. a. 1399: of der nuwe wiese neben der wede [MüPfUrk. 1505 (LA-Impfl)]. a. 1436: vnd niden an der weden [Spey-Hochst. Urk. 411 (LA-Gommh)]. a. 1524: garten by der weden vorm flecken [LeinSb. 10a (NW-Dürkh)]. a. 1790: an der gemeinen Wed [BrPr. 184 Nr. 184 (KL-Enkb)]. — Zu ahd. *watjan, mhd. weten 'waten machen' (Kluge 191963 844; Lexer Lexer III 805). — RhWB Rhein. IX 312 Wate and. Bed.; Hess.-Nass. IV 552

[Bd. 6, Sp. 1122]
Wäte, Wede; Schwäb. VI 733 Wette; DWB DWb. XIII 2814 f; Ramge HFA K. 113; Dittmaier Rhein. FlN 332.
 
 
weeden schw.: 'ein Tier zur Weed führen'. a. 1588: Wer Säue hält und die weeden will, der soll sie weeden in dem unteren Weed [E. Bilfinger: Aus Gimmeldingens Vergangenheit. Neustadt/Haardt 1927 20]; vgl. PfWB weiden2 1. DWB DWb. XIII 2833 weden.
 
 
Weed(en)-brunnen m.: 'Brunnen am Dorfweiher', Weedebrunne [Pirmas]. a. 1557: beim wedebronnen [SSp Dirmsteiner Lgb. d]. —