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Pfälzisches Wörterbuch 
 
stützen bis Stutzen-weck (Bd. 6, Sp. 794 bis 795)
 
   stützen schw.: 'einen Halt geben', stitze (didsə) [verbr., Castleman Zwbr. 28 Christmann Kaulb 22 Mang 112 Müller Dietschw 62 Lambert Penns 144 Krämer Gal 211 Albrecht 121]; Zs.: PfWB ab-, PfWB auf-, PfWB unterstützen; Syn. s. PfWB abstreben; sich st. 'anlehnen, abstützen mit Armen, Stock usw.' [ BZ-Dernb]. Die Ärm st. [ BZ-Stein]. Sie hot de Orem in die Seit gestitzt [ KU-Schmittw/O]. Sie schtützt sich uf de Barebleh 'Schirm' [Sommer Humor 39]. Doch vorerscht stitz ich mich e bissel [Münch Werke I 157]. Jetzt schtitzt sich uff sei Hack de Diether [Räder Bitzler 36]. RA.: Mir stitze unser Staat 'unterstützen' [Kraus Arwed 9]. RhWB Rhein. VIII 968; ElsWB Els. II 621.
 
  
Stützen-bein n.:
1. 'künstliches Bein, Prothese', Stitzebään [ LU-Alsh]; vgl. PfWB Schnärrbein, PfWB Stützelbein. —
2. 'Sehnenverzerrung beim Pferd' [ LU-Alsh].
 
  
Stutzen-bock m., -böckelns n.: 'Stirn an Stirn stoßen', ein Kinderspiel, Stutzebock (dudsəbog) [KU-Kaulb Lohnw Schmittw/O Kaislt Frankth NW-Geinsh Haßl Lambr Spey LA-Venn BZ-Dernb Glückstein 76 Kühn Hamet 112, 137 Mang 108 Schmitt Billh. 122 Thielen 109], -beckels [LA-Venn Land], -beckeles [ LA-Böching], -böckelchers [Kühn Hamet 137]; vgl. PfWB Hammel 1 a; St. mache [KU-Lohnw Land]. Hammle, Hammle, Stutzeböckche! [Kiefer 18, Frankth NW-Geinsh]. Lamm, lamm, lamm - St. [ BZ-Dernb]. Kumm, mer machen emol St. [Kaislt]. Der wu als Stutzebockels

[Bd. 6, Sp. 795]
macht [Hartmann Kinnerspr. 27]. Jetz schbiel ich mit'm St. [Glückstein 76]. ElsWB Els. II 29 Stuzbock.
 
 
Stützen-hut m.: 'röhrenförmiger Männerhut', Schtitzehut [Lambert Penns 144]; vgl. PfWB Stütze 3.
 
  
Stutzen-kopf m.: 'aufgeblasenes Leimkraut (Silene inflata)', Stutzekopp [ KU-Schmittw/O]; Syn. s. PfWB Knallblume. — -korb m.: 'großer Korb für Spreu, Häcksel usw.', -korb [ FR-N'lein NW-Ellstdt]; vgl. Spreu-, PfWB Sturzkorb; Syn. s. PfWB Korb 1.
 
  
Stutzens n.: ein einfaches Klickerspiel, Stutzes [ GH-Schaidt]; Spielverlauf: Jeder der beiden Spieler wirft seine Klicker auf den Boden, dann wird gegeneinander gekickt. Wer den Gegner trifft, ihn stutzt, gewinnt die Klicker [ GH-Schaidt]; vgl. PfWB Klikkerchens.
 
  
Stutzen-schaffer m.: 'ein Arbeiter, der nur kurze Zeit wirklich arbeitet und dann lange Zeit ausruht und faulenzt, Gelegenheitsarbeiter', Stutzeschaffer [ KU-Bedb Schmittw/O RO-Als KL-Reichb LU-Limbghf Muttstdt]; vgl. PfWB Stundenreißer, PfWB -schaffer.
 
 
Stützen+-scheuer f.: eine Art Scheune (?); a. 1624: »Die Gebäulichkeiten Iggelheims befanden sich in schlechtem Zustande; es werden mehrere Stützenhäuschen und Stützenscheuern erwähnt« [J. Baumann in: Heimatbl. für Ludwigshafen 15/1933]. a. 1675: »Das Haus wird ruiniert, die Stützenscheuer und ringsumher der Zaun vom Kriegsvolk eingerissen« [Eyselein 102]. — -wald m.: FlN; amtl. Stutzenwald [ KL-Ramst].
 
  
Stutzen-weck m.: ein Gebildbrot in Form zweier Schenkel, das am Anfang oder Ende des Schuljahres an Kinder verteilt wurde, Stutzeweck [ RO-Steinb KB-Dreis Orb Zell]; vgl. PfWB Bubenschenkel. O. Bertram in: Westmärkische Abhandlungen 5/1941/ 42 285. RhWB Rhein. VIII 969.